Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 449 Haindlfinger Straße 1639, 1773 oder 1793

Beschreibung

Geleitsmarkstein. Östlich an der Haindlfinger Straße beim Bildstock der sog. Kleinen Wies. Im Grundriß rechteckiger, oben halbkreisförmig abgerundeter Stein. Auf der Vorderseite Setzdatum und Bezeichnung der Geleitsgrenze gegen das Hochstift Freising (I), rückseitig Bezeichnung der Geleitgrenze gegen das Kurfürstentum Bayern (II), auf der linken Seite vermutlich ein heute unleserliches Renovierungsdatum, ursprünglich wohl 1773 oder 1793 (III).

DI 69, Nr. 449 – Haindlfinger Straße – 1639, 1773 oder 1793

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/2]

Maße: H. (sichtbar) 109 cm, B. 44 cm, T. 30 cm, Bu. 35 cm (F), 23 cm (G) (I), 34 cm (II).

Schriftart(en): Kapitalis.

I.

  1. [1639] / F(REISING) / G(ELEIT)

II.

  1. B(AYERN)

III. Text nach Schlamp, Ortskundliche Streifzüge.

  1. [R(ENOVATUM) ...3]

Übersetzung:

Erneuert ...3.

Kommentar

Im Gegensatz zu Grenzmarksteinen, mit denen eine Scheidung von Territorialgrenzen bezeichnet wurde, zeigten Geleitsmarksteine das Ende einer Wegstrecke an, bis wohin einem Reisenden Schutz in Form eines persönlichen Geleits oder in Form eines Geleitschreibens gewährt wurde. Daß diese Geleitsgrenze nicht zwangsläufig mit der Ausdehnung des Freisinger Burgfriedens übereinstimmt, beruht auf einem 1639 geschlossenen Zusatzabkommen: Danach stellte Bayern mehrere nördlich der Stadt gelegene Ortschaften, die in der Vergangenheit Objekt mannigfacher Streitigkeiten geworden waren, nun unter die Herrschaft des Hochstifts Freising, dessen Geleitschutz endete jedoch an der vormaligen Burgfriedensgrenze1). Von den ursprünglich drei Geleitsmarksteinen hat sich nur der hier vorgestellte erhalten2).

Anmerkungen

  1. Vgl. Schlamp, Ortskundliche Streifzüge 65; Grammel, Hochstiftsgrenze 444.
  2. Bei dem von Schlamp, Ortskundliche Streifzüge 66 unter Nr. 43 erwähnten Stein war bereits 1933 die Jahreszahl nicht mehr erkennbar, so daß auf eine Behandlung in unserem Untersuchungszeitraum verzichtet wurde.

Nachweise

  1. BayHStA Kurbayern Äußeres Archiv Nr. 4715 p. 62; Schlamp, Ortskundliche Streifzüge 66 Nr. 42; DBay I.2 Obb 292; Grammel, Hochstiftsgrenze 444; AK Freising Markt – Stadt 56.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 449 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0044900.