Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 430 Pfk. St. Georg 1631

Beschreibung

Wappengrabplatte für den Truchseß Veit Adam von Schönstein. Im nördlichen Seitenschiff im zweiten Joch von Westen an der Nordwand. Ursprünglich im Boden. Adneter Kalkstein. In der oberen Hälfte der Platte eine Tafel mit der Grabinschrift (I), nach der vierten Zeile beidseitig einziehend, danach der Einzug von schmalen Voluten gestützt, oben und unten spangenförmige Ornamente im Ohrmuschelstil. In der unteren Plattenhälfte in einer Rollwerkkartusche das Vollwappen des Verstorbenen, die Zwickel mit Blattwerk gefüllt. An den Seiten in senkrechten Streifen die achtfache Ahnenprobe mit Wappenbeischriften (III), die einzelnen Wappen durch stilisiertes Blattwerk getrennt. Links oben diagonaler Bruch, die Oberfläche leicht abgetreten, mit Ausbrüchen an der Oberfläche.

Maße: H. 179 cm, B. 88,5 cm, Bu. 2,6-3 cm (I, II).

Schriftart(en): Fraktur (I, II), Kapitalis (I).

DI 69, Nr. 430 – Pfk. St. Georg – 1631

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. I.

    Hie ligt begraben der Wol Edle v(nd) [wol]ge/borne Herr Veit Adam von Schönstein auf / Hillstatt1) ihr durchl(aucht) Pfalzgrafen zu Neu/·burg, trucksess welcher A(nn)o 1631 den 21 / may vor der stat mit einen pferd / gfallen vnd alsbald in Gott christ/lich ver schiden deme Gott gne/dig sein w[elle] Amen.a)

  2. II.

    HACb) PVERI AT[QVE] SENES PARI/TER IVVENESQVEc) FERVNTVR /HACb) PAR DIVITIBVS PAVP(ER) / EGENVS ERIT. /dem todt gilt es kratt alles gleich der Jung der Alt der Arm vnd reich

  3. III.

    Schön/stein2)  [N]ottha[fftin] / V(on) wern[berg]3) 
    Sporn=/berg4)  poysslin / V(on) Loyff/ling5) 
    Schen/biller6) laim/pach7) 
    [N]uss=/berg8) Stelten9). 

Übersetzung:

Hier werden die Kinder und die Alten den Jungen gleich fortgetragen, hier wird arm der Arme gleich den Reichen. (II)

Bibel- und Schriftstellerzitat(e):

  • Maximian, Elegia VI 7-8. (II, lat. Vers)

Versmaß: Distichon, deutscher Reimvers. (II)

Wappen:
Schönstein2).

Kommentar

Zu den Schriftformen der Kapitalis s. Einleitung CXV.

Veit Adam von Schönstein gehörte einem bayerischen Turnieradelsgeschlecht an. Nach Ausweis seiner Ahnenprobe10) war er der Sohn des Sebastian von Schönstein und dessen zweiter Ehefrau Barbara, geb. Schönpüchler zu Tännesberg auf dem Nordgau11).

Textkritischer Apparat

  1. Die letzte Zeile zentriert gesetzt.
  2. Vergrößerter Versal.
  3. Q als auf der Zeile stehender Minuskelbuchstabe ausgeführt.

Anmerkungen

  1. Hillstett, Stadt Rötz, Lkr. Cham, Opf.
  2. BayA1 178 (Tafel 183).
  3. Bay 49 (Tafel 49).
  4. BayA3 88 (Tafel 55), unter dem Namen „Sparnberg“.
  5. Bay 51 (Tafel 52), jedoch mit 10-ender statt 8-ender, unter dem Namen „Poyssl von Loyfling“.
  6. Ein Balken.
  7. Über einem Stufengiebel zwei einander zugewandte Löwen.
  8. BayA1 167 (Tafel 173).
  9. Schildfuß, daraus drei Flammen hervorwachsend.
  10. In BSB Cgm 2267 I p. 57 und SBBA Msc. M.v.O. Ms. 39 p. 435 finden sich teilweise abweichende und irrige Transkriptionen der Wappenbeischriften, so Sparnberg statt Sbornberg, Schönbichler statt Schenbiller und Schrotten statt Stelten. Andererseits erscheinen hier die Wappen mittels Numerierung einander genealogisch zugeordnet: 1. Schönstein und Nothaft, 2. Schönbichler und Stelten, 3. Spornberg und Poyssl, 4. Nußberg und Laimbach.
  11. Hundt, Stammenbuch II 287; BSB Cgm 2268 IV fol. 387v.

Nachweise

  1. BSB Cgm 2267 I p. 57; SBBA Msc. M.v.O. Ms. 39 p. 435; BSB Cgm 2002 fol. 129r; HVF U XI 8 Grabsteine St. Georg p. 14 Nr. 50; Boegl, Frisingensia Nr. 13, 3 Nr. IV.1.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 430 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0043009.