Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 424† Kollegiatstiftsk. St. Andreas (abgegangen) 1629

Beschreibung

Gemälde mit Stifterinschrift des Wilhelm Frank und Beischrift. Ursprünglicher Standort im südlichen Seitenschiff unter der Orgel beim Marienaltar, über der Tür zur Sakristei. 1803 in der Martinskapelle1), danach in der ehem. bischöflichen Galerie im Marstall, wohl bis 1812 verkauft. Darstellung des hl. Ludwig IX., darunter die Stifterinschrift (I), die Bildbeischrift (II) und ein Bibelzitat (III).

Standort, Beschreibung und Text nach BSB Oefeleana 10.

  1. I.

    Wilhelm Franckh 1629. Corher alda

  2. II.

    S: Ludovicus IX. Rex Francorum

  3. III.

    Rex qui sedet in Solio Judicij dissipat omne malum intuitu suo . prov(erbia) 20.

Übersetzung:

Der Heilige Ludwig IX., König der Franzosen. (II)

Der König, der sich auf den Stuhl des Richters setzte, zerstörte alles Leid durch seinen Blick. Sprichwörter 20. (III)

Bibel- und Schriftstellerzitat(e):

  • Prv 20,8. (III)
Wappen:
Frank2).

Kommentar

Wilhelm Frank aus München war seit 1612 Chorherr des Freisinger Kollegiatstifts St. Veit3) und erhielt 1619 ein Kanonikat des Kollegiatstifts St. Andreas4). Seit 1622 gehörte er dem Stiftskapitel an5). Frank starb am 30. August 16636) und wünschte gemäß seinem Testament, in der Stiftskirche St. Andreas negst meines schon lengst aufgericht gemahlnen Epitaphy, bey Unnßer lieben frauen Altar in das geweichte Erdreich gelegt zu werden6).

Anmerkungen

  1. BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 175 prod. 1 p. 77 Nr. 673; vgl. Schlecht, Inventar 38 Nr. 673.
  2. Gespalten, vorn von Silber und Blau fünfmal geteilt; hinten in Schwarz ein goldener Löwe, in seinen Pranken einen nach unten gerichteten silbernen Pfeil haltend.
  3. AEM FS 118 p. 135.
  4. BayHStA Br. Pr. Freising Nr. 68, 1619, fol. 13v, 19. April 1619; BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 162 p. 59; BayHStA KL Freising St. Andreas Nr. 164 p. 102; AEM FS 118 p. 54; Prechtl, St. Andreas 114.
  5. BayHStA Br. Pr. Freising Nr. 69, fol. 226v, 19. Juli 1622.
  6. AEM FS 118 p. 54: irrig 30. August 1673; Prechtl, St. Andreas 114.
  7. AEM Stiftsakten Fasz. 450, Testament des Wilhelm Frank vom 18. Juli 1663; Glaser, Grabsteinbuch 382 Nr. 220; dort auch Beschreibung des Gemälde-Epitaphs für Wilhelm Frank, das zusammen mit der Inschrift durch Frey kopial überliefert wurde, vgl. HVO Ms. 318 fol. 94r (Bild) und fol. 96r (zugehörige Inschrift).

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 267.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 424† (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0042404.