Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 418 Fk. St. Johannes Baptist 1628

Beschreibung

Wappenplatte für Maria Salome von Stauding. Im südlichen Seitenschiff an der Südwand. Solnhofer Kalkstein. Breite Rahmung um das Mittelfeld: oben ein geflügelter Puttenkopf, davon je eine Fruchtgirlande seitlich ausgehend, in den vertikalen Streifen die sechzehnfache Ahnenprobe mit übergestellten Wappenbeischriften (II), unten balusterartiges Pflanzenornament mit querovaler Rosette im Zentrum. In der oberen Hälfte des Mittelfeldes die Grabinschrift (I) mit seitlich eingezogenen, hohen Volutenspangen; in der unteren Hälfte in einem Medaillon der Wappenschild der Verstorbenen, in den Zwickeln je eine fünfblättrige Blüte.

DI 69, Nr. 418 – Fk. St. Johannes Baptist – 1628

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

Maße: H. 116 cm, B. 72 cm, Bu. 2,3 (I), 1 cm (II).

Schriftart(en): Fraktur (I, II), Kapitalis (I).

I.

  1. Der Wol Edlen Maria Salome Von stauding / Haben Vatter vnnd Muetter Als Georg friderich / Von stauding zu Khäpfelburg1) Äffing2) Vnnd / Hautzendorf3) Der Churf(ürstlichen) D(urchlauch)t In Bayrn Rath / f(ürstlicher) freisingisher Camer vnd hofraths PRAESI/=DENT Hofmaister lechenprobst vnd pfleger / Zu burckhrain Irer f(ürstlichen) D(urchlauch)t zu neuburg Rath / Vnnd Cammerer Dann Anna Maria / Von Shenburga) Dises EPitaphium neben / Dessen sechzechen adelichen anaten zu An/zaigung ires traurens vnd ewigen gedechtnus / Alher setzen lassen geshechen den finften februarij / Anno sechzechenhundert Acht vnd zwaintzig

II. Wappenbeischriften:

  1. [Con]rad S[taud(ing)4)] H(erzoglich) bayrisher / [Hofr]ath vnd Cam(m)erer A(nn)ob) 1471  Pong[raz] / von Sh[enbur]g5) 
    [Elisabeth Zell]erin von · / [Griespeckhe]r Zeell6) ·  Magdalena / von Kalling7) 
    wolfgang von Eresing8) / H(erzoglich) [bayris]her hofmaister ·   leopo(l)d Perger / zu weglei[then]9) 
    [An]na von Perfaal · /
    zu Gr[eif]fenberg10) ·
     
    Barbara Saltzingerc) 11) 
    Hanns von trautzkhirch /
    zu Petersfeckhing12) ·
     
    Caspar von O[ffe]nham / zu Gueteneckh13) ·  
    [Luc]i[a Zenn]erin / [zu] wo[lfs]eckh14)  Elisabeta von nusdorf / zu Prningend) 15) 
    [Ge]org Haberkhorn / [zu] Zelling16)  Georg von Flitzing / zuem Haag17) 
    Marga(reta) von / Truegen=Hoffen18)  Barbara [Perkhofer] / zu Pentzing19) 

 
Wappen:
Stauding4).

 
Ahnenprobe:
s. Wappenbeischriften (II).

Kommentar

Zu den Schriftformen s. Einleitung CXVIII. Das Epitaph wird von Sigmund Benker dem Weilheimer Bildhauer Philipp Dirr zugeschrieben20).

Maria Salome von Stauding entstammte einem bayerischen Adelsgeschlecht. Ihr Vater Georg Friedrich von Stauding übte in Burgrain von 1613 bis 1631 das Amt des Pflegers, ab 1614 auch das des Kastners aus, außerdem bekleidete er in Freising die Ämter des Hofratspräsidenten, des Hofmeisters und Lehenpropstes21). In Landshut war er als Regierungsrat tätig22). Aus seiner Ehe mit Anna Maria, geb. von Schönburg auf Rohr und Kirchberg, gingen außer Maria Salome noch drei weitere Töchter und vier Söhne hervor.

Textkritischer Apparat

  1. Sic, für Schönburg.
  2. o hochgestellt.
  3. Nachfolgende Zeile gefüllt mit Ornament.
  4. Irrig für Priningen, vgl. Anm. 14.

Anmerkungen

  1. Kapfelberg, Stadt Kelheim, Lkr. Kelheim, NB.
  2. Affing, Lkr. Aichach-Friedberg, Schw.
  3. Hauzendorf, Gde. Bernhardswald, Lkr. Regensburg, Opf.
  4. BayA1 109 (Tafel 108), BayA3 92 (Tafel 59).
  5. BayA1 178 (Tafel 183).
  6. BayA1 194 (Tafel 196); Griesbeckerzell, Stadt Aichach, Lkr. Aichach-Friedberg, Schw.
  7. BayA3 186 (Tafel 132), leicht abweichend, schräglinksgeteilt, oben ein halbes beflammtes Rad.
  8. Erloschen; Eresing, Lkr. Landsberg a. Lech.
  9. BayA3 1 (Zusatz); dasselbe Wappen auf einem Gemäldeepitaph der Pfleger von Neuburg am Inn, Hans und Jörg Perger, von 1516 im Oberhausmuseum Passau, NB (Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlung München, Inv.-Nr. 10761, s. AK Weisses Gold 115 Nr. 222); Wegleiten, Stadt Ried im Innkreis, Oberösterreich, Österreich.
  10. Bay 50 (Tafel 50), abweichend 1/4. statt Dreiberg Schild geteilt, Bär oben, statt Greif Löwe; Greifenberg, Vg Schondorf, Lkr. Landsberg a. Lech.
  11. BayA1 123 (Tafel 127).
  12. BayA1 187 (Tafel 190); Peterfecking, Gde. Saal, Lkr. Kelheim, NB.
  13. BayA1 168 (Tafel 173), jedoch ohne Teilung; Schloß Guteneck (1830 abgetragen), Gde. Johanniskirchen, Lkr. Rottal-Inn, NB.
  14. Gespalten mit je einem Feuereisen; Wolfsegg, Lkr. Regensburg, Opf.
  15. BayA1 22 (Tafel 18); Steinbrünning, Gde. Saaldorf, Berchtesgadener Land.
  16. BayA1 143 (Tafel 148); Zellingen, Lkr. Main-Spessart, Ufr.
  17. BayA1 12 (Tafel 9); Haag a. d. Amper, Lkr. Freising.
  18. BayA1 188 (Tafel 191).
  19. BayA1 84 (Tafel 83); Penzing, Gde. Babensham, Lkr. Rosenheim.
  20. Benker, Philipp Dirr 122f.
  21. Schrenck-Notzing, Hochstift 241, dort die gesamte Ämterlaufbahn; Stahleder, Hochstift Freising 334; Burgrain, Markt Isen, Lkr. Erding.
  22. Ferchl, Behörden 162.

Nachweise

  1. BSB Cgm 2268 IV fol. 481r; BSB Oefeleana 10 IV p. 240-243; http://www.staudinger-net.de/Stauding/F81.html (09.12.2009).

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 418 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0041809.