Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 396 Domberg 27 (ehem. fürstbischöfl. Residenz) 1619

Beschreibung

Wappen des Bauherrn Bischof Veit Adam von Gepeckh mit dessen Stifterinitialen. Im Erdgeschoß im westlichen Saal des Südflügels. Stuck. An der Westwand das vollplastische fürstbischöfliche Wappen in einem aus konzentrischen Perl-, Eierstab- und Profilleisten gebildeten, querelliptischen Rahmen; über dem Wappen die erhaben gearbeiteten Initialen des Bischofs, darunter die Datierung (I). An der Decke des Saals zwei weitere Stuckmedaillons mit erhaben gearbeiteten Monogrammen: In breiten Stuckrahmungen – diese ihrer Profilierung nach mit der Rahmung an der Westwand identisch – westlich ein Jesus-Monogramm mit den drei Kreuzesnägeln (II), östlich ein Marien-Monogramm (III). Die Perl- und Eierstäbe mit fleischfarbiger, die mittigen Profilleisten und Reliefgründe mit grauer Fassung. Das Wappen mit polychromer Farbigkeit, die Buchstaben und Zahlen wie auch einige Teile des Wappens goldähnlich gefaßt (inzwischen teilweise oxidiert).

DI 69, Nr. 396 – Domberg 27 (ehem. fürstbischöfl. Residenz) – 1619

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/3]

Maße:
Wappenkartusche (I): H. 125 cm, B. 150 cm, Bu. 8 cm.
Jesus-Monogramm (II): Dm. 140 cm, Bu. 36 cm.
Marien-Monogramm (III): Dm. 140 cm, Bu. 40 cm.

Schriftart(en):
Kapitalis.
Kapitalis.
Kapitalis.

  1. I.

    V(ITVS)a) // A(DAM) // E(PISCOPVS) // F(RISINGENSIS) / 16 19

  2. II.

    IE(SV)Sb)

  3. III.

    · M(A)R(I)Ac) ·

Übersetzung:

Veit Adam, Freisinger Bischof, 1619.

 
Wappen:
Bischof Veit Adam von Gepeckh1).

Kommentar

Noch unter Bischof Ernst (1566–1612, Nr. 293) war der fürstbischöflichen Residenz ein neuer Trakt im Süden angefügt worden. Während es hinsichtlich des Innenausbaus in der kurzen Regierungszeit von Bischof Stephan von Seiboltsdorf (1612–1618, Nr. 386) kaum zu Fortschritten gekommen war, begann Bischof Veit Adam schon kurz nach Amtsantritt damit, den unwohnlichen und bislang wohl auch unbewohnbaren Südtrakt mit Stukkaturen auszustatten. Damit konnte er zumindest im Erdgeschoß über eine repräsentative Raumflucht verfügen, während er als eigentlichen Prunkraum die Schloßkapelle ausbauen ließ2).

Wenngleich sich bis jetzt kein namentlich bekannter Meister mit den 1619 ausgeführten Stuckarbeiten verbinden läßt, so weist der motivische Aufbau der Stuckprofile eindeutig in Richtung der zeitgleich am Münchner Hof tätigen Werkstätten3).

Textkritischer Apparat

  1. Die Initialen durch hochragende Teile der Helmzierden getrennt.
  2. Gekürzt: IHS. Kreuz auf Balken des H.
  3. R mit linkem Schaft des M ligiert, A aus den beiden rechten Schäften des M durch eingefügten Mittelbalken gebildet.

Anmerkungen

  1. Quadriert, 1/4. Hochstift Freising (Bi 46, Tafel 76), 2/3. Gepeckh (Bay 35f., Tafel 32, 33) unter dem Namen „Geböckh“. Oberwappen: Zwei Helme (Freising und Gepeckh) und Mitra, hinterlegt mit Vortragekreuz und Bischofsstab.
  2. Weber, Gepeckh 541.
  3. Schalkhaußer, Münchner Schule 83.

Nachweise

  1. Kdm Obb II 379; Weber, Erneuerung 146 Anm. 25; Weber, Gepeckh 541; Dehio Obb 315; Loos/Notter, Residenz Freising 15.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 396 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0039607.