Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 382 Domkreuzgang 1617

Beschreibung

Figurale Grabplatte für den Stiftskanoniker Johann Christoph Lorich. Im Ostflügel zwischen dem ersten und zweiten Joch an der Westwand. Ursprünglich in der Kollegiatstiftskirche St. Andreas rechts des Eingangs, zum Jahresende 1803 ausgebaut und in den Seminargarten gelangt, später in der Martinskapelle, seit ca. 1901 am heutigen Standort1). Adneter Kalkstein. Unter einer Arkade, deren Bogenzwickel mit Arabesken gefüllt sind, Darstellung des Verstorbenen in Halbfigur, mit Superpelliceum und Birett, in der linken Hand eine Gebetszählschnur (sog. Fünfer); als Sockel der Halbfigur eine Volutenkonsole, diese mit dem Wappen des Verstorbenen belegt. Unter dem Bildfeld eine rechteckige Tafel mit der Grabinschrift. Kleinere Beschädigungen an den Randbereichen.

Maße: H. 238 cm, B. 117 cm, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Fraktur, Kapitalis.

DI 69, Nr. 382 – Domkreuzgang – 1617

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. Hie Ligt begraben der Ehrwirdig vnd / Edle herr Hanß Christoph Lorich gewe=/sster CANONICVSa) ST. ANDREAEa) Stifft / alhie In Freising welcher den 14 / Januarij Anno 1617 verstorben / deme vnd allen Christglaubigen se=/eln der Almechtig Gott gnedig vnd / Barmhertzig sein wolle Amenb).

Wappen:
Lorich2).

Kommentar

Der aus Regensburg stammende Johann Christoph Lorich studierte 1575 zusammen mit seinem Bruder Johann Georg an der Universität Ingolstadt3). Er war seit 1592 Kanoniker des Kollegiatstifts St. Andreas4) und versah in seinen letzten Lebensjahren die Filialkirche St. Georg in Weng als Benefiziat5). Von ihm sind Jahrtagsstiftungen nach St. Andreas6) und an die Domkirche7) nachweisbar. Außerdem stiftete er im Gedenken an seinen Vater, den Kanzler Johannes Lorich, und seinen Bruder, den Rat Johann Georg Lorich, 100 fl. zur Oktavfeier von Allerheiligen8).

Textkritischer Apparat

  1. Vergrößerter Versal.
  2. Letzte Zeile zentriert gesetzt.

Anmerkungen

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 298; Prechtl, St. Andreas 18.
  2. Quadriert, 1/4. eine fünfblättrige Blüte, 2/3. ein gekrönter Schwan.
  3. Matrikel LMU I Sp. 1009 Z. 18, 4. Oktober 1575.
  4. BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 162 p. 55; AEM FS 118 p. 50; Prechtl, St. Andreas 116; Birkner, Freisinger Stiftschorherrn 4 bzw. 547 (Sonderdr.).
  5. BayHStA HL 3 Fasz. 205/32; Weng, Gde. Fahrenzhausen, Lkr. Freising.
  6. BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 163a fol. 21v.
  7. AEM H 80 p. 20.
  8. Prechtl, St. Andreas 54.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 298; AEM H 477 p. 534f. Nr. 4; AEM H 118 p. 369 Nr. 2, p. 416, p. 457 Nr. 1; HVF U XI 10 St. Andreas p. 106 Nr. 35; Prechtl, St. Andreas 18; Schlecht, Inschriften III 77 Nr. 45, Taf. XVIII.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 382 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0038204.