Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 372† Totenkap. bei der Kollegiatstiftsk. St. Veit (abgegangen) 1610, 1615, 1622

Beschreibung

Epitaphaltar für den Freisinger Gerichtsschreiber Laurentius (?) Brem und seine erste Frau Apollonia. Öl auf Holz. Genauer Standort unbekannt1). Im Zuge der Veräußerung des Kircheninventars 1803 abgegangen2). Öl auf Holz. Im Bildfeld die Grablegung Christi, dazu die Wappen der beiden Ehefrauen und die Datierung 1615 (I), darunter Darstellung des Verstorbenen mit seinem Sohn und seinen zwei Ehefrauen sowie den zugehörigen Grabinschriften (II, III) und dem Wappen des Verstorbenen.

Beschreibung und Text nach BSB Oefeleana 10, mit Wappennachzeichnung.

  1. I.

    1615

  2. II.

    An(no) Dom(ini) 1622. den [..] Monathstag augustia) starb der Ehrnvest und Hochgelehrte laurentiusb) Bremb freysing(ischer) grichtschreiber alhie dessen sell gott gnedig Seyn, und ein fröliche aufferstehung verleichen welle amen.

  3. III.

    Den 19. decemb(ris) an(no) 1610 starb die ehrntugenthafft frau Apollonia Brembin deren sell gott gnädig Sey.

 
Wappen zu I:
Unbekannt3), Unbekannt4).

 
Wappen zu II:
Unbekannt5), Unbekannt6).

 
III:
ohne Wappen.

Kommentar

Sofern sich die Jahreszahl im Bildfeld auf die Entstehungszeit des gesamten Epitaphaltars bezieht, müßte zumindest das Sterbedatum des Mannes nachgetragen sein.

Es läßt sich keine zuverlässige Aussage über den Vornamen des Verstorbenen treffen, da eine dritte, von den anderen beiden unabhängige Kopiale fehlt; vermutlich entstammte er dem oberpfälzischen Adelsgeschlecht der Brem. Über ihn und seine Ehefrau Apollonia war nichts zu ermitteln.

Textkritischer Apparat

  1. Nach BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 221 prod. 3 war der Todestag am 12. August.
  2. BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 221 prod. 3: Nicolauß.

Anmerkungen

  1. Während in BSB Oefeleana 10 IV als Standort nur allgemein die Stiftskirche St. Veit genannt ist, lokalisiert BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 221 prod. 3 den Epitaphaltar in der Totenkapelle. Eine Kurzfassung der Grabinschrift im 1803 erstellten Grabschriftenverzeichnis des Kollegiatstifts St. Veit, s. BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 221 prod. 3 p. 8 Nr. 50; Feuchtner/Koschade, Kirchen und Grabdenkmäler 154.
  2. Das Epitaph läßt sich keiner der Nummern im Versteigerungsinventar von 1803 zuordnen, vgl. BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 221 prod. 4.
  3. Von Weiß und Blau geteilt, oben ein Pferd wachsend.
  4. Auf einem Jagdhorn ein kleiner Singvogel.
  5. In Gold drei rote Pfähle.
  6. Natürliches Hermelin.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 452f.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 372† (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0037207.