Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 359 Pfk. St. Georg 1606

Beschreibung

Wappengrabplatte für den Richter des Domkapitels Wolfgang Sibenaicher. In der Turmkapelle an der nördlichen Ostwand. Ursprünglich wohl innen im Boden, später außen an der Südwand östlich des Südportals1), im Zuge der Renovierung von 1955 an den heutigen Standort versetzt. Adneter Kalkstein. Auf einer Tafel mit Beschlagwerkrahmung in der oberen Hälfte die erhaben gearbeitete Inschrift, in der unteren Hälfte eine Pfeilerarkade, an deren Stirnseite im Rapport Ovale mit eingeschriebenen vierblättrigen Blüten, in den Zwickeln je eine Arabeske, unter der Arkade das Vollwappen des Verstorbenen. Die Platte besonders in der linken Hälfte abgetreten.

Maße: H. 175 cm, B. 85,5 cm, Bu. 4,8 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 69, Nr. 359 – Pfk. St. Georg – 1606

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. Anno Dom(in)i 1606 den 21 / Februar[ii] Starb der Ehrn=/uessta) vnd wolgeacht Herr / Wolfgang Sibenaicher so / aines Hoch Ehrwürdigen / Thumb Capitls zu Freising / 49 Jar Richter gewesen / deme Gott der Allmechtig=a) / gen[e]dig vnd Barmhertz=/ig sein welle Amenb)

Wappen:
Sibenaicher2).

Kommentar

Laut Inschrift war Wolfgang Sibenaicher seit 1557 Richter des Domkapitels in Freising. Nachweisbar in diesem Amt ist er ab 15663). Für ihn bestand eine Jahrtagsmesse in St. Andreas4).

Textkritischer Apparat

  1. Trennzeichen vertieft in der Randleiste.
  2. Nachfolgendes Schlußzeichen in Form eines dreiteiligen Blattes mit links ansetzendem, geringeltem Stiel.

Anmerkungen

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 393; Kdm Obb II 376; Scheuerl, Altfreisinger Grabdenkmäler (1936) 5.
  2. Ein auf einem Eichenzweig sitzender Vogel.
  3. Geiß, Beamte 58; Ferchl, Behörden 771.
  4. AEM H 484 p. 396 Nr. 66; AEM H 485 fol. 48r.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 393; HVF U XI 8 Grabsteine St. Georg p. 20 Nr. 13.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 359 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0035901.