Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 322 München, Bayerisches Nationalmuseum 1584, 1587

Beschreibung

Grabplatte für den Pfleger und Kastner Gregor Münch zu Münchhausen und seine Frau Barbara, geb. von Adelzhausen. Im Depot. Ursprünglich in der Kollegiatstiftskirche St. Johannes Baptist1), wohl bald nach 1803 in den Dom in die Stephanus- bzw. Kepser-Kapelle gelangt, diese 1869 ausgeräumt und abgebrochen, die Platte im Oktober 1879 über das königliche Landbauamt an das Bayerische Nationalmuseum abgegeben2) (Inv.-Nr. R 6810,1-3). Adneter Rotmarmor. In den oberen drei Vierteln der Platte das Schriftfeld mit der erhabenen Grabinschrift, im unteren Viertel ein von Doppellinien eingefaßtes Kreissegment, einen Totenschädel mit dahinter überkreuzten Knochen umfassend, in den Zwickeln Blattfüllungen. Die Platte in drei Teile zerbrochen, der untere Abschluß, der vielleicht das Familienwappen der Münch enthielt, fehlend.

Maße: H. 105 cm, B. 77 cm, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 69, Nr. 322 – München, Bayerisches Nationalmuseum – 1584, 1587

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. Hie ruehett Begraben Weil[a]nd der / Edl vnd Vesst Gregoriuß Mynch / zu Mynchhausen gewester F(ürstlicher) [∙] B(ayerischer) ∙ Rath / vnd Castner zu Landtshuet (etc.) Welcher / Den ∙ 5 ∙ Januarii ∙ An(n)o i(esu) ch(risti)a) ∙ 87 [∙] In Christlich/er geduld todtß verschieden ∙ Dann die / Edl vnd Ehrntugentsam / Frau Barba=/ra Mynchin ain geborne von Adeltzhau=/sen, sein eheliche Hausfrau Welche den / ∙ 9 ∙ nouembris ∙ An(no) i(esu) ch(risti)a) . 84 . mit todt ab=/gangen deren sambt aller Christglaubige[n] / sellen der Almechtig gott G(nädig) sein well A(men)

Wappen:
Münch zu Münchhausen3), Adelzhausen4).

Kommentar

Zu den Schriftformen s. Einleitung CXVII.

Gregor Münch zu Münchhausen war der Sohn des Hans Münch zu Münchhausen und der Anna, geb. von Haushaim5). 1516 heiratete er Barbara, die Tochter des Hans von Adelzhausen und der Ursula von Roth6). 1539 war er bischöflicher Pfleger in Massenhausen, von 1566 bis 1575 Unterer Kastner in Landshut, ab 1575 Hofmeister in Seligenthal7).

Sein Bruder, der Domherr Jobst Münch zu Münchhausen, liegt im Domkreuzgang begraben, s. Nr. 270, 271†.

Textkritischer Apparat

  1. Gekürzt: ix.

Anmerkungen

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 232f.
  2. BNM Erwerbungsakten ER0558 (Kasten12).
  3. BayA1 165 (Tafel 171).
  4. BayA1 7 (Tafel 5).
  5. Hundt, Stammenbuch III 478.
  6. BSB Cgm 2290 I fol. 99r; Hundt, Stammenbuch III 190f.
  7. Ferchl, Behörden 512; Massenhausen, Gde. Neufahrn b. Freising, Lkr. Freising; Kloster Seligenthal, Landshut, NB.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 232f.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 322 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0032202.