Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 267 Dom Mariä Geburt und St. Korbinian 1563, 1583

Beschreibung

Glocke, sog. „Einserin“ oder Friedensglocke, mit Stifterinschrift und Glockenrede. Im Glockenhaus des Nordturms. Bronze. 1583 aus dem Material der ursprünglichen „Einserin“ (s. Nr. 266†) gegossen. Krone mit vier Bügeln; an der Schulter zwischen einem Kordelsteg und einem einfachen Steg umlaufende Schrift (I); darunter gotischer Kleeblattbogenfries; auf der Flanke Wappenschild von Bischof Moritz von Sandizell, darüber Initialen, darunter Datierung (II), gegenüber Wappenschild des Auftraggebers Bischof Ernst, Herzog von Bayern, darüber Initialen (III); am Übergang zum Wolm drei Stege.

Maße: H. 55 cm, D. 66,5 cm; Gew. 187 kg.1), Bu. 2,2 cm (I), 1,5 cm (II, III).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 69, Nr. 267 – Dom Mariä Geburt und St. Korbinian – 1563, 1583

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. I.

    + O REX GLORIE VENI CVM PACEa) · M · D · LXXXIII · IARb) ·

  2. II.

    · M(ORITZ) · Pc) · V(ON) · S(ANDIZELL)d) · // · 1 · 5 · 63 ·

  3. III.

    · E(RNST) · H(ERZOG) · I(N) · B(AYERN)e) ·

Übersetzung:

O König der Herrlichkeit, komm mit Frieden. 1583 Jahr(e). (I)

Wappen:
Bischof Moritz von Sandizell2), Bayern (Ernst, Herzog von Bayern)3).

Kommentar

Wohl wegen eines Gußfehlers ließ Bischof Ernst (1566–1612, Nr. 293) die zusammen mit den sieben anderen Glocken für den Nordturm des Freisinger Domes 1563 angefertigte „Einserin“ im Jahre 1583 umgießen, vgl. Nr. 266†.

Textkritischer Apparat

  1. Trennzeichen zwischen römischen Zahlzeichen in Form kleiner Dreiecke.
  2. Nachfolgendes Zeichen in Form einer Rose, gefolgt von einer kleinen Reliefplatte in Form einer Mitra, darin eine Heiligenfigur.
  3. Auflösung der Kürzung unsicher (PISCHOF?).
  4. Worttrennzeichen in Form kleiner Dreiecke. Nachfolgende Unterbrechung durch Wappenschild.
  5. Worttrennzeichen in Form kleiner Dreiecke.

Anmerkungen

  1. Ermittlung der Maßangaben während der Restaurierung 2007 bei der Fa. Perner, Passau, vgl. den Abschnitt „Geläut“ zum Eintrag „Freisinger Dom“ in www.wikipedia.de.
  2. Quadriert, 1/4. Hochstift Freising (Bi 46, Tafel 76), 2/3. Sandizell (Bay 20, Tafel 14).
  3. Souv1 15 (Taf. 18).

Nachweise

  1. AEM H 76 p. 128; Glockenkunde der Erzdiöcese 127 Nr. 8; Seeanner, Glocken 77; GNM Glockenatlas Oberbayern, Nr. 19/8/1; Brenninger, Glocken 159 Nr. 1.1.9.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 267 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0026704.