Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 245 Domkreuzgang 1557

Beschreibung

Wappenplatte für den Domherrn Lukas von Boymont zu Payrsberg. Im Südflügel im sechsten Joch an der Nordwand. Ursprünglich nahe der Grabstätte im Kreuzgang1), seit 1716 am heutigen Standort. Grauer Kalkstein. Im Bildfeld das Vollwappen mit zwei Helmen, der Hintergrund des Feldes mit feiner Musterung. Im unteren Teil der Platte auf einer Tafel mit manieristischer Rahmung die Grabinschrift2) (II). In der linken oberen Ecke der Platte zwei Initialen (I). Oberfläche der Platte teilweise verfärbt.

Maße: H. 59 cm, B. 38 cm, Bu. 1,5 cm (I), 1,9 cm (II).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 69, Nr. 245 – Domkreuzgang – 1557

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. I.

    K · Sa) ·

  2. II.

    NOBILISb) · A · POIMVNDc) · IN · PAIRSPERGd) · NOMINEe) · LVCAS / HICf) · SITVSg) · ESTh) · IVVENE(M)i) · QVE(M) · MORSk) · CITOl) · SVSTVLITm) · ATRAn) / CANONICV(M)o) · CELEBRISp) · FRISINGA · ET · BRIXIA · VIDIT / OBIITq) · DIE · XXII · IVNII AN(N)Or) · M · D · LVIIa)

Übersetzung:

Der Edle von Boymont in Payrsberg, mit Namen Lukas, liegt hier. Das berühmte Freising und Brixen sah den jungen Kanoniker, den der finstere Tod schnell hinwegraffte. Er starb am 22. Tag des Juni im Jahre 1557. (II)

Wappen:
Boymont zu Payrsberg3).

Kommentar

Zu den Schriftformen s. Einleitung CXIII.

Lukas Boymont zu Payrsberg entstammte einer Südtiroler Adelsfamilie. Sein Vater war Reimprecht von Boymont, seine Mutter Katharina, geb. von Niderthor4). 1536 immatrikulierte er sich zusammen mit seinem Bruder Sebastian in Ingolstadt5), wurde 1542 Domherr in Freising und schließlich 1547 Domkapitular6). Von 1554 bis 1557 war er auch Domherr in Brixen und rückte kurz vor seinem Tod noch ins dortige Domkapitel auf7). Er veranlaßte eine Jahrtagsmesse an die Freisinger Domkirche8).

Die beiden Initialen (I) in der linken oberen Ecke stimmen mit den Schriftformen der Grabinschrift überein und dürften daher gleichzeitig und von derselben Hand ausgeführt worden sein. Es handelt sich dabei wohl um die Initialen des Bildhauers oder des Auftraggebers.

Textkritischer Apparat

  1. Worttrennzeichen in Form kleiner Dreiecke.
  2. Vergrößerter Versal. Zweites I über den Balken des L gestellt.
  3. I in das O eingeschrieben.
  4. A unter den Bogen des P gestellt, E unter den Bogen des P gestellt, G verkleinert unter das Worttrennzeichen gestellt.
  5. M in das O eingeschrieben.
  6. Vergrößerter Versal.
  7. I und V unter den Balken des T gestellt.
  8. S auf den verlängerten unteren Balken des E gestellt.
  9. Zweites V unter den rechten Schrägschaft des ersten V gestellt, ENE-Nexus litterarum.
  10. R in das O eingeschrieben.
  11. I und O unter den Balken des T gestellt.
  12. S unter den rechten Schrägschaft des ersten V gestellt, zweites V unter den Balken des ersten T gestellt, I über den Balken des L gestellt.
  13. R unter den Balken des T gestellt.
  14. Vergrößerter Versal. A über den unteren Teil des Bogens des C gestellt, und N in das O eingeschrieben.
  15. Erstes E in den Bogen des C gestellt, zweites E über den Balken des L gestellt.
  16. B in das O eingeschrieben, II unter den Balken des T gestellt.
  17. O hochgestellt.

Anmerkungen

  1. BSB Cgm 1716 Catalogus Canonicorum fol. 40v.
  2. Eine Kurzfassung der Inschrift in HVO Geissiana 454 p. 14 Nr. 105.
  3. Si2 37, jedoch ohne Herzschild, der Stier des Herzschilds in 2/3.
  4. Straganz, Autobiographie 82.
  5. Matrikel LMU I Sp. 533 Z. 41, 8. Juli 1536.
  6. BSB Cgm 1716 Catalogus Canonicorum fol. 40v.
  7. Wolfsgruber, Brixner Domkapitel 185 Nr. 129.
  8. BayHStA HL Freising Nr. 573.

Nachweise

  1. BSB Cgm 1716 Catalogus Canonicorum fol. 40v; BSB Cgm 1724 p. 181 Nr. 53; BSB Oefeleana 10 IV p. 108; BSB Cgm 1717 p. 664; AEM H 482a p. 664f.; BSB Cgm 1718 1 nach p. 310, p. 312; AEM H 76 p. 334; AEM H 64 p. 618; HVO Ms. 318 fol. 75r; AEM H 477 p. 756; AEM H 61 p. 209; AEM H 465 fol. 180r, 181v, Appendix fol. 13r; AEM H 466; HVF U XI 11 p. 14 Nr. 107; Schlecht, Inschriften III 85 Nr. 55; Glaser, Grabsteinbuch 360 Nr. 168.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 245 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0024504.