Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 240 Domkreuzgang 1555

Beschreibung

Wappengrabplatte für Barbara von Aham, geb. Lösch. Im Südflügel im zweiten Joch an der Südwand. Der Südflügel – nahe der Grabstätte ihrer Mutter Anna – als ursprünglicher Standort nachgewiesen1), die Platte seit 1716 am heutigen Standort. Adneter Kalkstein. In der oberen Hälfte der Platte Rollwerktafel, diese am unteren Rand mit einem Maskaron verziert, in der oberen Hälfte des Feldes die erhaben gearbeitete fünfzeilige Grabinschrift2), darunter Freiraum für eine weitere fünfzeilige Inschrift, für die obere Zeile bereits das Liniengerüst angelegt. Die Inschrift mit schwarzer Farbe nachgezogen. In der untere Hälfte der Platte eine Säulenarkade, zwei Vollwappen umfangend; in den Zwickeln Porträtmedaillons, dazu Rankenwerk in den Restflächen.

Maße: H. 202 cm, B. 101 cm, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

DI 69, Nr. 240 – Domkreuzgang – 1555

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

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Wappen:
Aham3), Lösch4).

Kommentar

Zur Schriftgestaltung s. Einleitung CVII.

Barbara von Aham war die Tochter von Augustin Lösch von Hilgertshausen und Anna, geb. von Thann5). Ihr Bruder Leo (Nr. 250) regierte als Fürstbischof das Bistum Freising von 1552 bis 1559 und dürfte sowohl für die Grabstätte ihrer Schwester Maria (Nr. 238†) als auch für die ihrer Mutter Anna (Nr. 202) in der Domkirche gesorgt haben. Barbaras Ehemann, Wilhelm von Aham auf Neuhaus, war ab 1536 Pfleger zu Massenhausen und ab 1537 Pfleger und Kastner der freisingischen Herrschaft Burgrain6). Aus ihrer Ehe gingen die Kinder Augustin und Barbara hervor7). Augustin, mit dem die Linie Aham-Neuhaus ausstarb, wurde später Pfleger zu Marquartstein8).

Über der Platte befindet sich eine gemalte Tafel mit Inschrift von 1716, die voraussichtlich 2011 nach Befund und kopialer Überlieferung erneuert wird: BARBARA DE AHAIM NATA LÖSCHIN / O(BIIT) ANNO 1555. 27 MAIJ.9).

Textkritischer Apparat

  1. Schlußzeichen paragraphenförmig.

Anmerkungen

  1. BSB Cgm 2268 II p. 769.
  2. Eine Kurzfassung der Inschrift in HVO Geissiana 454 p. 13 Nr. 102.
  3. OÖ 1 (Tafel 1).
  4. Bay 15 (Tafel 9).
  5. BSB Cgm 2268 II p. 769.
  6. BSB Cgm 2290 I fol. 165r; Massenhausen, Gde. Neufahrn b. Freising, Lkr. Freising; Burgrain, Markt Isen, Lkr. Erding.
  7. Hundt, Stammenbuch II 51.
  8. Meindl, Aham 337; Ferchl, Behörden 563; Marquartstein, Lkr. Traunstein.
  9. Vgl. AEM H 482a p. 27; BSB Cgm 1718 1 nach p. 10; AEM H 64 p. 608; AEM H 465 fol. 14v.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 90; AEM H 482a p. 27, 29; BSB Cgm 1718 p. 7, 1 nach p. 10; AEM H 76 p. 332, 387; HVO Ms. 318 fol. 74r; AEM H 477 p. 754; AEM H 465 fol. 11v, 14v; HVF U XI 11 p. 13 Nr. 104; Schlecht, Inschriften III 47 Nr. 2; Glaser, Grabsteinbuch 358 Nr. 164.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 240 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0024004.