Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 234 Gottesackerk. Mariä Himmelfahrt 1552

Beschreibung

Tafel mit Stifterinschrift des Jörg Lot und seiner Frau Anna. Außen an der Südwand. Ursprünglicher Standort unbekannt1). Kelheimer Kalkstein. Im Bildfeld Darstellung eines Kruzifixus, das Lendentuch des Gekreuzigten beidseitig weit ausschwingend; am oberen Ende des Kreuzstabes kleiner Haltezapfen, in diesen ein sich beidseitig einrollender Streifen mit dem Titulus (I) gesteckt. Im Hintergrund eine biblische Szene mit Bezug zum Familiennamen des Stifters: die Flucht des Lot und seiner Familie aus dem brennenden Sodom. Zu beiden Seiten des oben kielbogig schließenden Bildfeldes pilasterartige Bahnen mit Rollwerkornamentik in Ritztechnik, an den unteren Enden je ein Wappenschild in einem kleinen Bogenfeld. Im unteren Teil der Tafel die zentriert gesetzte Stifterinschrift (II). Deutliche Witterungsschäden, bereits mit Beeinträchtigung der Inschrift (4. Zeile). Die Tafel oben nachträglich verkürzt.

Maße: H. 80 cm, B. 62 cm, Bu. 1,6 cm (I), 2 cm (II).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 69, Nr. 234 – Gottesackerk. Mariä Himmelfahrt – 1552

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. I.

    I[N] · RI

  2. II.

    · ANNOa) · 1552b) · / GOTa) VND DEM LEIDENa) CRISTI ZV LOB VND / ER HAT DER ERBERG IÖRGa) LOT ANNAa) SEIN / HAVSFR[AV] DISE VIGVR LASEN MACHEN

Wappen:
Lot2), Unbekannt3).

Kommentar

Zu den Schriftformen s. Einleitung CXIII.

Nach Ausweis der Rahmung und der Schriftformen stammen diese Tafel und die ebenfalls 1552 datierte Gedenkplatte für Matthias Hinderer vom selben Künstler, vgl. Nr. 235.

Jörg Lot war Bürger in Freising und gehörte dem Rat der Stadt an4). Zu seiner Frau Anna ist nichts Näheres bekannt.

Textkritischer Apparat

  1. Vergrößerter Versal.
  2. Worttrennzeichen quadrangelförmig.

Anmerkungen

  1. Der heutige Standort erstmals um 1860/80 nachgewiesen, s. HVF U XI 8 Grabsteine Gottesackerkirche p. 3.
  2. Bg7 32 (Tafel 30) unter „Lotten“.
  3. Eine schräggestellte Spitze.
  4. Beierlein, Regesten 334; Scheuerl, Altfreisinger Grabdenkmäler (1935) 6; Wiedemann, Regesten 334 Nr. 200.

Nachweise

  1. AEM H 477 p. 679; HVF U XI 8 Grabsteine Gottesackerkirche p. 3.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 234 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0023409.