Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 201 Pfk. St. Georg 1534

Beschreibung

Wappengrabplatte für Ulrich Litzlkircher und seine Frau Anna. In der Turmkapelle an der Südwand. Ursprünglich außen an der südlichen Langhauswand unter dem Ölberg1), seit 1955 am heutigen Standort. Dunkler Kalkstein. Die Inschrift in den oberen zwei Dritteln der Platte (I), im unteren Drittel unter einer flachen Segmentbogenarkade das Vollwappen des Verstorbenen; an der Stirnseite der Arkade eine Fürbitte (II). Besonders im unteren Bereich stark beschädigt.

Maße: H. 96,5 cm, B. 47,5 m, Bu. 5 cm (I), 2 cm (II).

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien (I), Kapitalis (II).

DI 69, Nr. 201 – Pfk. St. Georg – 1534

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. I.

    Hie ligt begrabe(n) de(r) / Ersa(m) vnd weis vl=/rich lützlkircher der / ist storbe(n) a(m) 25 tag / augusti im · 1·5·34 / jar vnd anna sein / hausfrau dy ander

  2. II.

    DEN [GO]T GN[A]D

Datum: 1534 August 25.

Wappen:
Litzlkircher2).

Kommentar

Zu den Schriftformen der Kapitalis s. Einleitung CXII, zu denen der Gotischen Minuskel s. Einleitung CVI. Die eher breit angelegte Gotische Minuskel ist bisher keiner Werkstatt zuzuweisen.

Die nähere Bezeichnung der Frau als die ander deutet darauf hin, daß Ulrich Litzlkircher zweimal verheiratet war. Bei ihm handelt es sich vermutlich um einen nahen Verwandten – Vater oder Onkel – des Freisinger Domherrn Erasmus Litzlkircher, s. Nr. 268.

Anmerkungen

  1. HVF U XI 8 Grabsteine St. Georg p. 21 Nr. 19; vgl. eine alte Fotografie in HVF Slg. Deppisch, die die Situation zeigt.
  2. Ein steigender Ziegenbock; vgl. Nr. 268.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 395; HVF U XI 8 Grabsteine St. Georg p. 21 Nr. 19; Ryue, Grabsteine 386-388.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 201 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0020104.