Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 162 Pfk. St. Georg 1512

Beschreibung

Bildfenster des Freisinger Weihbischofs Matthias Schach. Im nördlichen Schiff im fünften Fenster von Westen, in der zweiten Reihe der mittleren Fensterbahn. Ursprünglicher Standort nicht bekannt, 1888 und 1924 im nördlichen Schiff im sechsten Fenster von Westen, ab 1955 im Fenster der südlichen Chorschräge, in der zweiten Reihe der zweiten Fensterbahn von links, seit der Restaurierung 2000–2001 am heutigen Standort. Unter einer Arkade, deren Bogenzwickel mit Blattwerk gefüllt sind, das Vollwappen des Weihbischofs, darüber ein mehrfach gewundenes Schriftband mit Namensbeischrift; in den Restflächen unter der Arkade feine Blattrispen. Große Fehlstelle im Oberwappen.

Maße: H. 84,5 cm, B. 51,5 cm, Bu. 1,9 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

DI 69, Nr. 162 – Pfk. St. Georg – 1512

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. Mathiasa) sc(hach)b) // · deic) · // · gr(at)i(a)d) · // · // · Ep(iscop)vs · salonens(is)e) · // · // · suffrag(aneus)c) // frisi(n)g(ensis)c) // · 1512f)

Übersetzung:

Matthias, von Gottes Gnaden Bischof von Salona, Weihbischof in Freising 1512.

Wappen:
Weihbischof Matthias Schach1).

Kommentar

Zunächst Prior des Karthäuserklosters in Prüll2), wurde Matthias Schach 1497 zum Bischof von Salona3) geweiht und zugleich zum Suffraganbischof berufen. Seine enge Beziehung zum Pfälzer Fürstenhaus dokumentiert die von ihm 1507 unter Assistenz der Bischöfe von Augsburg und Eichstätt sowie der Äbte von Weihenstephan und Scheyern vorgenommene Weihe von Bischof Philipp, Pfalzgraf bei Rhein (1498–1541)4). Schach starb am 5. November 1515. Sein Leichnam wurde im weltlichen Gottesacker in Prüll begraben5), nach Ansicht Meichelbecks jedoch im Mittelschiff des Freisinger Doms unter dem Gestühl6). Von Schach ist eine Meßstiftung an die Freisinger Domkirche belegt7).

Textkritischer Apparat

  1. Bei BSB Oefeleana 10: irrig Wilhelmus.
  2. Vom ersten h noch das obere Schaftende sichtbar, dann von Umschlag im Spruchband unterbrochen.
  3. Nachfolgend Knick im Spruchband.
  4. Nachfolgend Umschlag im Spruchband. Im nächsten Abschnitt ein Bandgeflecht.
  5. Nachfolgend ein Bandgeflecht, im nächsten Abschnitt ursprünglich ebenfalls ein Bandgeflecht, heute leer.
  6. Worttrennzeichen paragraphenförmig.

Anmerkungen

  1. Quadriert, 1/4. in Silber unter einer aus dem Schildhaupt wachsenden goldenen Sonne eine goldene Lilie (wohl Phantasiewappen des Titularbistums Salona), 2/3. geteilt, oben in Blau ein goldener Löwe, unten von Rot vor Blau geschacht.
  2. AEM H 76 p. 339; Bugniet, Versuch 27; Prüll, Stadt Regensburg, Opf.
  3. Eubel, Hierarchia Catholica II 278; Heckenstaller, Weihbischöfe 149, überliefert das Jahr 1497; Baumgärtner, Meichelbeck’s Geschichte 587 Nr. 28; Salona, heute Solin, Kroatien.
  4. Meichelbeck, Chronica 264; Meichelbeck, Historia Frisingensis II,1 288; Scheyern, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm.
  5. Heckenstaller, Weihbischöfe 149; Schlecht, Analecta 47; Birkner, Grabsteine 4 bzw. 196f. (Sonderdr.); Hoppe, Reformation 57.
  6. Meichelbeck, Historia Frisingensis II 293; vgl. Bugniet, Versuch 28 und AEM H 59 p. 93.
  7. BayHStA HL Freising Nr. 573.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 378.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 162 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0016208.