Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 139 Pfk. St. Georg 1494

Beschreibung

Schlußstein mit Stifterinschrift des Pflegers Moritz von Tannberg. Im südlichen Seitenschiff im ersten Joch von Westen, im Zentrum des Netzgewölbes. Die Schlußsteine wohl im 18. Jahrhundert überputzt, 1970–1972 im Rahmen einer Gesamtrenovierung der Kirche wieder freigelegt und farbig gefaßt1), 1999–2000 erneut gereinigt und neu gefaßt. Kreisrunde Scheibe mit Umschrift in einer graugefaßten Schriftleiste nach innen gerichtet, im blauen Mittelfeld das Wappen des Stifters, in Allianz mit den Wappen seiner beiden Frauen. Die Schrift mit schwarzer Farbe nachgezogen.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

DI 69, Nr. 139 – Pfk. St. Georg – 1494

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. · Truch[– – –]a) · [– – –] // moryczb) · v(on) · Tanberg die Zeit pfleger · 1494 ·

Wappen:
Rottau2), Tannberg3), Truchtlaching4).

Kommentar

Moritz von Tannberg, Sohn des Hans von Tannberg und dessen zweiter Frau Ursula, geb. von Rohr, war ein Bruder des Freisinger Bischofs Sixtus von Tannberg (1473–1495, Nr. 143). In erster Ehe war er mit Margreth, geb. von Truchtlaching, in zweiter Ehe mit Amelia, geb. von Rottau verheiratet5). 1492 ist er als bischöflicher Pfleger in Freising belegt6). Die aufwendige Gestaltung des Schlußsteins deutet auf eine größere Stiftertätigkeit in Zusammenhang mit der Wölbung der Kirchenschiffe hin.

Textkritischer Apparat

  1. Einzelne Schäfte noch erkennbar.
  2. Unterbrechung durch Helmzier des Wappens.

Anmerkungen

  1. Brugger/Goerge, St. Georg 12.
  2. BayA1 121 (Tafel 125).
  3. BayA1 110 (Tafel 109).
  4. BayA1 6 (Tafel 4).
  5. Hundt, Stammenbuch II 312.
  6. Geiß, Beamte 56; Stahleder, Hochstift Freising 121.

Nachweise

  1. Brugger/Goerge, St. Georg 6; Brugger, St. Georg 12.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 139 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0013905.