Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 125 Tüntenhausen, Fk. St. Michael 1480

Beschreibung

Glocke mit Künstlerinschrift. Im Glockenhaus des Kirchturms. Metall. Krone mit sechs Bügeln, an der Schulter zwischen zwei Stegen die erhaben ausgeführte Inschrift, darunter ein hängender Kleeblattbogenfries; an der Flanke ein kleines Relief der Mondsichelmadonna im Strahlenkranz; am Übergang zum Wolm sowie am Schlagring jeweils drei Leisten.

Maße: H. 78 cm, D. 89 cm, Bu. 3 cm, Gewicht ca. 450 kg.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 69, Nr. 125 – Tüntenhausen, Fk. St. Michael – 1480

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/4]

  1. · anno · domyny · m · cccc · lxxx · jar · maisster · andre · o · rex · glorye · venya) · cvm pace

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1480 Jahr Meister Andre. O König der Herrlichkeit, komm mit Frieden.

Kommentar

Die wenigen Glocken, die für den inschriftlich genannten Meister Andre gesichert sind, befinden sich sämtlich im Raum Landshut, was darauf schließen läßt, daß sich der Standort seiner Gießerei in der Stadt Landshut befand. Von den vier bzw. fünf nachgewiesenen datierten Glocken, die aus dem Zeitraum von 1466 bis 1488 stammen1), besaß vor allem die jüngere der beiden Glocken der Filialkirche St. Maria in Götzdorf ein Formular, das weitgehend demjenigen in Tüntenhausen entspricht2).

Textkritischer Apparat

  1. Worttrennzeichen in Form von Krabben.

Anmerkungen

  1. Seeanner, Glocken 423; Götzdorf, Gde. Kumhausen, Lkr. Landshut, NB: 1466 und 1488; Eching, Lkr. Landshut, NB: 1478; Obertaufkirchen, Lkr. Mühldorf a. Inn: 1486. Bei der angeblichen Datierung 1421 der Glocke in Feldkirchen, Stadt Moosburg, handelt es sich um eine Verlesung von 1481.
  2. Die Inschrift der heute nicht mehr vorhandenen Glocke lautete o · rex · glorie · veni · cu(m) pace · amen · maister · andre · 1466 · iar; vgl. Seeanner, Glocken 118; Götzdorf, Gde. Kumhausen, Lkr. Landshut, NB.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 125 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0012504.