Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 98 Domkreuzgang 1452

Beschreibung

Wappengrabplatte des Ritters Otto von Staudach zu Köllnbach. Im Südflügel im achten Joch an der Südwand. Ursprünglich wohl im Ostflügel nahe der Benediktuskirche1), seit 1716 am heutigen Standort. Adneter Kalkstein. Umschrift, nach innen gerichtet. Im Mittelfeld unter einem Maßwerkbogen das Vollwappen des Verstorbenen.

Maße: H. 173 cm, B. 85 cm, Bu. 8 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

DI 69, Nr. 98 – Domkreuzgang – 1452

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. anno · d(omi)ni · mo a) · cccco · lii · an · / Erchtag · vor · de(m) · sv(n)be(n)tagb) · Jst · gestorbe(n) · der · Edel / · vn(d) · vest · ott · von · / stavdach · czw · kolnpach · de(m) · got · genadc) ·

Datum: 1452 Juni 20.

Wappen:
Staudach2).

Kommentar

Die Grabplatte wird von Volker Liedke der Münchner Werkstätte der Haldner zugewiesen3). Ein Vergleich der inschriften-paläographischen Merkmale mit gesicherten Werken der Haldner-Werkstatt ergibt jedoch keine nennenswerten Gemeinsamkeiten, sowohl in Bezug auf die Versalien als auch auf den Minuskelbestand; vgl. Einleitung CI.

Otto von Staudach zu Köllnbach4) entstammte einem bayerischen Adelsgeschlecht, das 1483 erlosch5). Seine Eltern waren Wernher von Staudach und Cäcilia, geb. Leutenbeckh6).

Über der Platte befindet sich eine gemalte Tafel mit Inschrift von 1716, die voraussichtlich 2011 nach Befund und kopialer Überlieferung erneuert wird: OTTO DE STAVDACH EQVES O(BIIT) A(NN)O 1452. / 21 IVNII7).

Textkritischer Apparat

  1. Hochgestellte o später ergänzt.
  2. Sic, für Sonnwendtag.
  3. Worttrennzeichen quadrangelförmig. Nach dem letzten Worttrennzeichen ein Steinmetzzeichen in Form eines Schaftes mit Kopfsprosse und hinterer nach oben abgewinkelter Fußsprosse.

Anmerkungen

  1. Der Vermerk von Prey, Otto von Staudach liege im dombstüfftscreuzgang ausser Sanct Benedict Kirchen begraben, dürfte sich auf eine vor 1716 zurückreichende Quelle stützen, da sich zur Zeit der Abfassung von BSB Cgm 2290 die Platte schon seit mehr als zwanzig Jahren im Südflügel befand, vgl. BSB Cgm 2290 XXIV fol. 769r.
  2. BayA1 93 (Tafel 92).
  3. Liedke, Haldner 13, 162.
  4. Oberköllnbach, Gde. Postau, Lkr. Landshut, NB.
  5. BayA1 93.
  6. BSB Cgm 2290 XXIV fol. 768r, 769r.
  7. Vgl. BSB Oefeleana 10 IV p. 92; AEM H 482a p. 912; BSB Cgm 1718 2 nach p. 452; AEM H 64 p. 612; AEM H 464 fol. 244v.

Nachweise

  1. BSB Cgm 2290 XXIV fol. 769r; AEM H 482a p. 912, 915; BSB Cgm 1718 2 nach p. 452, 453; AEM H 76 p. 331, 375; HVO Ms. 318 fol. 56r; AEM H 477 p. 746; AEM H 465 fol. 244v, 245v; HVO Geissiana 454 p. 7 Nr. 49; HVF U XI 11 p. 6 Nr. 50; Schlecht, Inschriften III 64 Nr. 28; Liedke, Haldner 13, 162; Glaser, Grabsteinbuch 337f. Nr. 103.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 98 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0009807.