Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 67 Domkreuzgang 1420

Beschreibung

Grabplatte für den Domherrn und Stiftspropst Johannes Ebran von Wildenberg. Im Nordflügel im ersten Joch an der Nordwand. Ursprünglich in der Benediktuskirche im Chor1), seit 1716 am heutigen Standort. Adneter Kalkstein. Umschrift, nach innen gerichtet zwischen zwei Linien, die linke Längsseite nur bis zur Mitte ausgefüllt. Im Mittelfeld unter einem Kleeblattbogen aus Maßwerk Darstellung des Verstorbenen im Chorgewand mit Almucia, in der Linken ein Kelch, die Rechte darüber segnend erhoben. Als Standfläche Mauerwerk, zu seinen Füßen sein Wappenschild. Körper und Wappenschild in Ritzzeichnung, der Kopf in Flachrelief.

Ergänzt nach BSB Cgm 1716.

Maße: H. 210 cm, B. 97 cm, Bu. 9 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

DI 69, Nr. 67 – Domkreuzgang – 1420

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. · a(nn)oa) · d(omin)ia) · Mo b) · cccco · xxo [·] d(omi)n(u)s · / Johannes · Ebr[an · Ca]nonicus · [e]cl(es)ie · frising(e)n(sis) · et · [p(re)p(osi)tus / eccl(es)ie Inticensis obiit] / in crastino · s(an)c(t)i · Gregorij · p(a)pec) ·

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1420 starb Herr Johannes Ebran, Kanoniker der Freisinger Kirche und Propst der Innicher Kirche, am Tag nach dem (Fest des) hl. Papstes Gregor.

Datum: 1420 März 13.

Wappen:
Ebran von Wildenberg2).

Kommentar

Zu den Schriftformen s. Einleitung XCVIIIf.

Johannes Ebran von Wildenberg und Schöneck entstammte einem bayerischen Rittergeschlecht, das um 1650 erlosch3). Als Freisinger Domherr wird er 1382 urkundlich erwähnt4). Ab 1396 war er Propst in Innichen5). Zu seinem Todestag stiftete er eine Jahrtagsmesse an die Freisinger Domkirche6).

Über der Platte befindet sich eine gemalte Tafel mit Inschrift von 1716, die voraussichtlich 2011 nach kopialer Überlieferung erneuert wird: IOANNES EBRAN DE WILDENBERG CAN(ONICVS) ET PRAEP(OSITVS) / IN INCHINGEN O(BIIT) A(NN)O 1420. 12 MART(II)7).

Außerdem gab es in der Benediktuskirche eine quadratische Bodenplatte aus der Zeit von Bischof Eckher mit der Inschrift: Joh(annes) Ebran Can(onicus) O(biit) 12. Mart(ii) 14208). Diese Platte ging spätestens im Zuge der Bodenerneuerung 1830 verloren.

Textkritischer Apparat

  1. Jeweils gekürzt durch hochgestellten letzten Buchstaben, wohl später ergänzt.
  2. Hochgestelltes o wohl später ergänzt.
  3. Worttrennzeichen quadrangelförmig.

Anmerkungen

  1. Hundt, Stammenbuch II 65; BSB Cgm 1716 Catalogus Canonicorum fol. 9v.
  2. BayA1 33 (Tafel 30).
  3. Hundt, Stammenbuch II 63-69; BayA1 33 (Tafel 30).
  4. BSB Cgm 1716 Catalogus Canonicorum fol. 9v.
  5. BSB Cgm 1716 Praepositi St. Candidi in Inichen in Tyrolli fol. 34v; Geiß, St. Peter 415; Innichen, Südtirol, Italien.
  6. BayHStA HL Freising Nr. 569 p. 10, 52; BayHStA HL Freising Nr. 570 fol. 30v; BSB Cgm 1716 Catalogus Canonicorum fol. 9v; MGH Necrologia III Liber Oblagiorum 88.
  7. Vgl. BSB Oefeleana 10 IV p. 135; AEM H 482a p. 169; BSB Cgm 1718 1 nach p. 53; AEM H 64 p. 609; AEM H 465 fol. 41v.
  8. BSB Oefeleana 10 IV p. 209.

Nachweise

  1. BSB Cgm 1716 Praepositi S. Candidi in Inichen in Tyrolli fol. 34v, Catalogus Canonicorum fol. 9v; BayHStA HL Freising Nr. 648 p. 99 Nr. 13; BSB Cgm 1724 p. 44 Nr. 15; AEM H 58 p. 429 (P); BSB Cgm 1717 p. 152; BSB Cgm 2290 VI fol. 64v; BSB Cgm 2291 IV fol. 36v; AEM H 482a p. 168f.; BSB Cgm 1718 p. 53, 1 nach p. 53; AEM H 76 p. 320; HVO Ms. 318 fol. 52r; AEM H 477 p. 743; AEM H 61 p. 193; AEM H 465 fol. 41r, 41v; AEM H 466; HVO Geissiana 454 p. 5 Nr. 35; HVF U XI 11 p. 4 Nr. 35; Schlecht, Inschriften V 5 Nr. 3; Glaser, Grabsteinbuch 332f. Nr. 88.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 67 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0006702.