Die Inschriften der Stadt Freising

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3. Die nicht-originale Überlieferung der Inschriften

von Ingo Seufert

Die Sicherung und Sichtbarmachung von Überlieferung, Alter und Herkommen – also die Darstellung von Historie und Tradition – gehört zu den Konstanten der Freisinger Geschichte und ihrer Überlieferungssituation, sowohl im Bereich der Kunstdenkmäler, als auch in der Gesamtheit der schriftlichen Äußerungen. Sie ist Ausdruck eines Überlebens- und Selbstbehauptungwillens zuerst nur des Freisinger Bischofs, seit 1294 auch des Freisinger Landesherrn gegenüber dem als aggressiv empfundenen Auftreten der bayerischen Herzöge. Erst angesichts der Tatsache, daß die Machtposition des Bischofs schwach und das kleine Freisinger Hochstift als Staat einer ständigen politischen und auch militärischen Bedrohung ausgesetzt war, wird die permanente Festschreibung der eigenen verbrieften Rechte und Besitzungen verständlich. In diesem Zusammenhang spielen die Vielzahl der für Freising überlieferten Chroniken und die in ihnen enthaltenen Inschriften eine wesentliche Rolle, demonstrieren sie doch historische Kontinuität und ein aus der reichen archivalischen Überlieferung resultierendes Existenzrecht. So steht schon Conradus Sacrista mit der Anlage seines Traditionsbuches im Jahre 1183 selbst in der Nachfolge des Cozroh-Codex, während Wernhard von Kochenheim und ein weiterer Autor des 14. Jahrhunderts für ihre Kopialbücher auf Conradus Sacrista als Vorlage zurückgreifen.

Besonders an Inschriftensammlungen oder Inschriften, die Chroniken beigegeben sind, läßt sich dieser virulente Rückbezug von Freising auf die eigene Geschichtlichkeit gut verfolgen. Dies schließt zugleich die besondere Problematik der kopialen Inschriftenüberlieferung Freisings mit ein: Da vom 12. bis zum 19. Jahrhundert ein lückenlos zu belegender Traditionsstrang existiert hat, der die Inschriften nur der jeweiligen Vorlage entnahm, ohne die Texte vor Ort am Objekt zu kontrollieren, haben sich viele Inschriftentexte als Kopiale – auch durch tradierte Abschreibfehler – „verselbständigt“. Den Kopisten ging es dabei weniger um eine buchstabengetreue Abschrift oder um das Originalobjekt als vielmehr um die inhaltliche Aussage, so daß heute nicht mehr ohne weiteres nachvollziehbar ist, ab wann eine nicht mehr existente Inschrift tatsächlich abhanden kam. Zugleich vervielfachte sich im 18. Jahrhundert die Zahl der Inschriftenkopialen derart, daß es in vielen Fällen kaum mehr möglich erscheint, aus der Vielzahl der in Frage kommenden Handschriften die jeweilige Vorlage für bestimmte Transkriptionen zu eruieren. Dazu muß bedacht werden, daß die heute noch erhaltene, schon ausgesprochen breite Quellenbasis vor der Säkularisation noch um viele Zwischenglieder reicher war, über die wir teilweise nurmehr indirekt Kenntnis haben. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Großteil des die Domkirche betreffenden Materials in der Bibliothek des Domkapitels aufbewahrt und war dort auch frei zugänglich: Jeder Verfasser von bistumsgeschichtlichen Werken hatte also Zugriff auf die komplette vorherige Überlieferung. In Ansätzen läßt sich dies auch für Weihenstephan feststellen. Die kopiale Inschriftenüberlieferung des Stifts St. Andreas ist bis zum großen Werk von Franz Joseph Anton Schmidt als dürftig zu bezeichnen, für St. Veit und Neustift fehlt eine am Ort erwachsene chronikalische Basis, die auch Inschriften berücksichtigen würde, ganz. Bei letztgenannten Stiften ist es zumeist der Initiative von Außenstehenden zu verdanken, daß die vorhandenen Inschriftenbestände im Verlauf des 18. Jahrhunderts erstmals kopial erfaßt wurden. Mit der Zerstörung der alten Archivordnung durch die Säkularisation und der oftmals willkürlichen Aufteilung des Archivguts auf verschiedene Standorte (Bayerische Staatsbibliothek, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Archiv des Erzbistums München und Freising) wurden auch die miteinander verknüpften Überlieferungsstränge gekappt, wodurch nur unter erheblichem Aufwand Wechselwirkungen und Querbeziehungen zwischen den einzelnen Kopialen festzustellen sind.

Zu den frühesten Inschriftenkopialen nicht nur in Freising, sondern wohl auch im süddeutschen Raum zählt das zu Beginn des 12. Jahrhunderts in einer Sammelhandschrift (BSB Clm 6427) nachgetragene Inschriftenverzeichnis, das vier Bauinschriften aus dem „alten Dom“ – der Benediktuskirche – wiedergibt. Einige Verse in einer Gedichtsammlung ebenfalls des 12. Jahrhunderts (ÖNB Hs. 806) wurden erst in jüngster Zeit als Freisinger Inschriften identifiziert und überschneiden sich sogar in einer Inschrift (Nr. 3†/VI).

Bereits angedeutet wurde der Überlieferungsstrang, der vom 1187 verfaßten Traditionsbuch des Conradus Sacrista142) ausgeht. Die als Fortführung des Cozroh-Codex (BayHStA HL Freising Nr. 3a) angelegte Handschrift ist gegenüber diesem mit zahlreichen historischen Einschüben und Anmerkungen [Druckseite LIV] versehen, die es als Bistumgeschichte ausweisen. Die zu Beginn eingeschalteten und später mit Porträtmedaillons ergänzten Bischofsdistichen (Anh. Nr. A2), die als Bauinschrift des Doms gedeutet werden können, sind im selben Werk auch als Überschriften verwendet und kommen als solche auch in den Abschriften des 14. Jahrhunderts vor (BayHStA HL Freising 1 und 3), während einige am Schluß nachträglich eingefügte Kurzbiographien der Freisinger Bischöfe im 15. Jahrhundert vorbildhaft für retrospektiv angefertigte Gedenkplatten wurden (Nr. 91, 150†).

Eine weitere Abschrift besorgte Veit Arnpeck143), der den Text jedoch wiederum mit historischen Nachrichten anreicherte und bis in seine Zeit herauf ergänzte (HABW Cod. Helmst. 205). Als Besonderheit sind bei Arnpeckh vier weitere Bischofsdistichen eingeschaltet, dazu kommen Grabinschriften von Freisinger Bischöfen, die auch in einem weiteren Werk von ihm, dem Liber de gestis episcoporum (AEM H 5) zu finden sind. In seiner Chronica Baioarium (BSB Clm 2230) schließlich sind die Inschriften des Korbinianszyklus (Nr. 12†) und des ersten Korbiniansreliquiars (Nr. 1†) aufgenommen, die auch schon in seine Abschrift des Conradus Sacrista Eingang gefunden hatten.

Wiguleus Hundt144), der in seinem berühmten Bayrisch StammenBuch von 1585/86 auch einige Freisinger Inschriften erwähnt, war mit den Werken Veit Arnpecks wohlvertraut; eines, die Chronica Baioarium, besaß er sogar im Original, die übrigen zumindest abschriftlich. In der zweiten, vom Jesuiten Christoph Gewold im Jahre 1620 besorgten Auflage seiner Metropolis Salisburgensis erschienen schließlich auch die Grabinschriften der Freisinger Bischöfe, wie sie zuvor nur Arnpeckh verzeichnet hatte.

Eine wesentliche Quelle für das spätere genealogische Werk von Johann Franz Eckher von Kapfing145) stellten die beiden gedruckten Bände des Bayrisch StammenBuch sowie der bis dahin ungedruckt gebliebene dritte Band des StammenBuchs dar (BSB Cgm 2298), den – wie seine Provenienz und die Randvermerke belegen – Eckher in Besitz hatte. Eckher exzerpierte auch die von Carl Schifer Frhr. von und zu Freyling um 1668 angelegte siebenbändige bayerische Adelsgenealogie, doch sind in ihr kaum Inschriften enthalten. Noch zu seiner Zeit als Kanoniker und Domdekan hatte Eckher damit begonnen, das Archiv des Domkapitels sowie sämtliche für ihn erreichbare Urkunden, Dokumente und Chroniken auszuwerten, um nicht nur die Freisinger Bistumsgeschichte, sondern gleich die gesamte Genealogie des Bayerischen Adels auf eine umfassende, quellenmäßig breite Basis zu stellen. Dazu gehörte für ihn auch die zeichnerische Erfassung von Grabsteinen, wenn er sich auf Reisen befand, oder zumindest eine Transkription der Grabinschriften. Unter seinen zahlreichen genealogischen Schriften sind hinsichtlich einer Freisinger Inschriftenerfassung seine fünfbändige Adelsgenealogie (BSB Cgm 2268 I–V), sein Kanonikerverzeichnis der dem Hochstift Freising inkorporierten Klöster (BSB Cgm 1716), die ersten beiden Bände seines altbayrischen Grabsteinbuchs (BSB Cgm 2267) sowie – als Abschrift auszugsweise überliefert – sein verschollenes Grabsteinbuch der Domkirche (AEM B 486 alt) von besonderem Interesse. Alle diese Werke sind im Wesentlichen vor den Barockisierungen von Dom (1723/24), Domkreuzgang und Benediktuskirche (1716) vollendet worden und dokumentieren die Grabinschriften erstmals in Originaltranskriptionen, wobei im altbayrischen Grabsteinbuch wie in dem der Domkirche ausschließlich Nachzeichnungen enthalten sind bzw. waren. Darüberhinaus stellen diese Handschriften einzigartige Quellen für eine Vielzahl von Inschriften dar, die den barocken Baumaßnahmen und denen des 19. Jahrhunderts zum Opfer fielen.

Zur Fortsetzung seines gigantischen Unternehmens beauftragte Bischof Eckher im Jahre 1713 den jungen Johann Michael Wilhelm von Prey zu Straßkirchen146) als Hof- und Kammerrat. Noch zu Lebzeiten von Eckher wurden von Prey u. a. eine kleine Freisinger Bischofschronik mit Nachzeichnungen (AEM H 57) sowie eine große zehnbändige Bischofschronik mit dem Titel Historia universalis Frisingensis ohne Nachzeichnungen (BSB Clm 1286–1295) angelegt. Erst aus späteren Jahren stammen ein umfänglicher, jedoch nicht sehr zuverlässiger Domherrenkatalog mit Nachzeichnungen (BSB Cgm 1717) und die Reinschrift der 33-bändigen Bayrischen Adls Beschreibung, in die nur gelegentlich Nachzeichnungen eingestreut sind, während die dort versammelten Inschriftentranskriptionen zum größten Teil auf die Eckhersche Vorlage (BSB Cgm 2268) zurückzuführen sind. Dasselbe gilt für Preys im Jahre 1720 verfaßte Bischofschronik, die ohne Abbildungen konzipiert ist (BSB Cgm 1725).

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Die zum Bistumsjubiläum 1724 erschienene Historia Frisingensis von P. Karl Meichelbeck147) bietet ein breites Kompendium der Freisinger Inschriften, das jedoch überwiegend zur Illustration von Geschichte und Tradition dient. Sie enthält wohl nur wenige Originaltranskriptionen – diese mit oftmals irrigen Datierungen (z. B. Nr. 82†, 415) –, sondern schöpft insgesamt aus der älteren Überlieferung (wohl vor allem aus Hundt/Gewold).

In der Traditionslinie von Eckher und Prey bewegt sich auch Joseph von Sedlmayr148) mit seinem Domherrenverzeichnis von ca. 1762 (Konzept: AEM H 482a; Reinschrift: BSB Cgm 1718), das sich textlich sehr eng an Eckher und Prey anschließt und die Kanoniker bis zum Zeitpunkt der Manuskripterstellung berücksichtigt. Eine Besonderheit stellen die ganzseitigen Nachzeichnungen dar, die die Grabplatten erstmals nach der Eckherschen Neuaufstellung mit den freskierten Schrifttafeln abbilden.

Von der Hand des Hofrats und Hofmarschalls Ferdinand Wilhelm Frhr. von Bugniet des Croisettes149) sind zahlreiche Notizen, Abhandlungen und Verzeichnisse zur Freisinger Geschichte bekannt. Seine engagierte, jedoch sehr unübersichtliche Inschriftensammlung Inscriptiones Monumentis et lapidibus sepulchralibus in et extra Ecclesiam cathedralem frisingensem incisae in AEM H 76, die Epitaphia ad S. vitum betitelte Auflistung einiger Grabdenkmäler von St. Veit in AEM H 126, die Übersicht der Grabdenkmäler in der Franziskanerkirche in AEM H 131 sowie eine 1799 gedruckte Zusammenstellung Versuch einer Reihe Hochfürstlich - Hochstift - Freysingischer Suffragan-Bischöfen und General-Vikarien sind von hohem epigraphischem Interesse, dazu kommen kleinere Einträge in AEM H 59 und AEM H 64.

Um 1803/12 kopierte der Freisinger Maler Ignaz Alois Frey150) das seit Ende des 19. Jahrhunderts verschollene Eckhersche Grabsteinbuch (AEM B 486 alt) vermutlich aus privatem Interesse und versah es mit Nachzeichnungen der jüngeren Bischofsgrabmäler. Dies geschah wohl unter dem Eindruck des beginnenden Zerstörungswerks der Säkularisation, da man wohl auch einen Abriß der Domkirche fürchtete.

Von Joseph von Heckenstaller151) ist zwar keine in sich geschlossene Inschriftensammlung überliefert, doch finden sich Anmerkungen von seiner Hand in zahlreichen Aufzeichnungen von Prey und Bugniet (u. a. in AEM H 58). Von einiger Relevanz sind seine um 1800 angefertigten Standortskizzen und Transkriptionen zu den Bodenplatten von Dom und Benediktuskirche, die einen Zustand festhalten, wie er im Zuge der Maßnahmen von 1830 und 1842 weitgehend zerstört wurde (AEM H 76).

Möglicherweise auf Veranlassung von Heckenstaller stellte Johann Peter Beierlein152) um 1826 u. a. mehrere Verzeichnisse und Kanonikerlisten in sauberer Handschrift zusammen. Eine erste systematische Erfassung der Steine im Domkreuzgang findet sich in einer Auflistung in AEM H 58, p. 197–237. Viele der hier verzeichneten Steine gingen wenig später zugrunde, wodurch dem Werk Beierleins besondere Bedeutung zukommt.

Die aktualisierte Neuauflage von Meichelbecks in Deutsch abgefaßter Chronica durch Anton Baumgärtner153) 1854 unter dem Titel Meichelbeck's Geschichte der Stadt Freising und ihrer Bischöfe enthält kaum Inschriften. In den Schriften von Johann Baptist Prechtl154) spielen die Inschriften der Domkirche eine nur untergeordnete Rolle. Eines seiner Verzeichnisse listet willkürlich gekürzte Fassungen der Grabinschriften im Domkreuzgang (HVF U XI 11), wogegen sich sein Interesse mehr auf das Stift St. Andreas richtete (s. unten).

Von zentraler Bedeutung für die Erfassung und Dokumentation der Freisinger Inschriften ist die sechsteilige Edition des Bestandes in Dom, Domkreuzgang und Benediktuskirche durch Joseph Schlecht155). Indem sie nicht nur auf die Quellenwerke von Eckher und Prey zurückgreift und auch die allerfrühesten Inschriften in BSB Clm 6427 aus der Zeit um 1100 berücksichtigt, schließt sie [Druckseite LVI] den Bogen einer mehrhundertjährigen Beschäftigung mit Freisinger Inschriften und stellt die Inschriftentexte auf eine breite biographische Basis.

Außerhalb dieser forschungsgeschichtlichen Traditionslinie, an deren Rändern noch eine Vielzahl anonymer Bischofschroniken vom 15. bis zum frühen 19. Jahrhundert anzusiedeln ist, ist besonders die bald nach 1734 erfolgte Inschriftenerfassung durch Joseph Anton Leopold Oefele156) hervorzuheben, die sämtliche Inschriften aller Freisinger Stifte und Klöster berücksichtigt (BSB Oefeleana 10 IV). So sind Oefeles Erfassungen der Inschriften von St. Veit, St. Johann Baptist und Weihenstephan bis zur Säkularisation die einzig annähernd vollständigen Sammlungen geblieben. Auch seine Erfassung von St. Georg samt Friedhof wurde später an Vollständigkeit nicht mehr übertroffen. Während es für St. Veit nur noch von Bugniet des Croisettes eine Auflistung einiger Inschriften gibt (AEM H 126), wurden wohl auf Veranlassung von Heckenstaller im Vorfeld der Säkularisation die Inschriften von St. Andreas in dreifacher Ausfertigung zusammengestellt (AEM H 118).

Eine erste Auswahl von Inschriften aus St. Andreas brachte Franz Joseph Anton Schmidt157) im Rahmen seiner monumentalen dreibändigen Stiftschronik von 1728–1730 (BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 162–164), die mit mehreren kolorierten Nachzeichnungen angereichert ist. Doch ist hier das Vorbild Meichelbeck greifbar, durch ein geschicktes Kompendium an Inschriften den durch Tradition erlangten Rechtsstatus zu untermauern. Nach Oefele, von dem nahezu alle Inschriften von St. Andreas in seiner Sammlung verzeichnet wurden, beschäftigte sich einige Jahrzehnte später Franz Emmanuel Graf von Törring158) erneut mit Inschriften des Andreasstifts (AEM H 477). Er notierte sie auf kleinen Blättchen, offensichtlich ohne Vollständigkeit oder eine buchstabengetreue Transkription anzustreben. 1803 wurden viele der Gemälde-Epitaphe und mit Darstellungen versehenen Grabplatten aus St. Andreas durch Ignaz Alois Frey noch einmal zeichnerisch erfaßt (HVO Ms. 318), bevor sie verschleudert und zerstört wurden. Eine Edition der Inschriften von St. Andreas im Druck besorgte Johann Baptist Prechtl im Jahre 1888, doch sind seine Textwiedergaben oft fehlerhaft und zum Teil willkürlich verändert.

Anders die Situation im Umgang mit den Weihenstephaner Inschriften: Hier waren es vor allem die Grabdenkmäler der Fraunberger, die seit Wiguleus Hundt die Aufmerksamkeit der Genealogen auf sich zogen (u. a. BSB Cgm 2290 IX, BNM Bibl. Inv. 432), während eine vollständige Inschriftensammlung – wie eben erwähnt – erstmals Joseph Anton Leopold Oefele bald nach 1734 durchgeführt hat (BSB Oefeleana 10 IV). Weihenstephaner Inschriften spielten erst wieder 1792 bei P. Benedikt Licklederer159) in seiner Synopsis Historiae Weihenstephanensis (AEM B 1499; BSB Clm 27154) eine Rolle, doch dienen sie darin – wie bei Meichelbeck – der Illustration historischer Vorgänge, weit entfernt von jedem Anspruch auf Vollständigkeit.

Neben der umfänglichen Sammlung der Inschriften der Stadtpfarrkirche von St. Georg durch Oefele sollte auch der unbekannte Verfasser der Handschrift AEM H 131 p. 11–34 erwähnt werden, da er mit seiner – sehr undiszipliniert geschriebenen – ad sanctum georgium Frisingensem betitelten Zusammenstellung auch einiges Sondergut einbringt, das etwa bei Oefele fehlt. Auch Prechtl kann in seiner um 1860/80 vorgenommenen Inschriftenerfassung von St. Georg (HVF U XI 8 Grabsteine St. Georg) Material hinzufügen, das bislang unberücksichtigt geblieben war.

Im Gegensatz dazu ist die Überlieferungssituation der Inschriften in der Freisinger Franziskaner-Klosterkirche äußerst unbefriedigend. Bis zu ihrer vollständigen Ausräumung im mittleren 19. Jahrhundert gab es nur eine Nachzeichnung einer Grabplatte bei Eckher (BSB Cgm 2267 II). Später erstellte Bugniet des Croisettes noch eine wenig aussagekräftige Zusammenstellung des Bestandes (ohne Transkriptionen; AEM H 131), die von Prechtl als Vorlage herangezogen wurde (HVF U XI 8 Grabdenkmäler Franziskaner). Weiteres ist nicht bekannt. Ebenso gibt es für Kloster Neustift keinerlei kopiale Überlieferung für Grabinschriften aus der Zeit vor 1803. Erst in einem Inventar von 1843/49 (AEM PfA Freising – St. Georg A XI/6 Fasz. 3 Akt e) werden zwei Glockeninschriften (Nr. 69†, 416†) mitgeteilt, dazu kommt die in Versteigerungsinventaren (BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 665) öfters erwähnte Datierung eines Tafelgemäldes von 1483 (Nr. 129). Dies und der vorhandene, dürftige Originalbestand (Nr. 385, 454) bilden die gesamte Inschriftenüberlieferung Neustifts.

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Reiches Quellenmaterial ist dagegen für zwei abgegangene Inschriften (Nr. 377†, 388a†) aus der Wallfahrtskirche Tüntenhausen anzutreffen. Diese werden nicht nur durch die 1728/34 erwachsenen originalen Prozeßakten zur Kanonisation des sel. Eberhard mehrfach dokumentiert (AEM PfA Haindlfing, Akt V, Filialkirche Tüntenhausen), sondern auch durch zwei gebundene Kopien, die im Anschluß an den positiv verlaufenen Prozeß angefertigt wurden (AEM PfA Haindlfing, Akt V, Filialkirche Tüntenhausen; DBMF Hs. 335).

Die Überlieferung der Beschriftungen der 1639 neu gesetzten Grenz- und Geleitmarksteine des Freisinger Hochstifts findet sich in einem Grenzscheidungsvertrag von 1639/1643 (BayHStA Freising Urkunde 1643 Februar 19) und einem Landt-Gräniz-Buech von 1703/04 (BayHStA Kurbayern Äußeres Archiv Nr. 4715). Während sich hiervon noch einige Originalsteine erhalten haben, ist ein anderes Flurdenkmal, das sog. Abensberger-Denkmal (Nr. 131†), das sich ehemals an der Münchner Straße befand, 1804 beseitigt worden. Hierfür bietet Eckher in seinem altbayrischen Grabsteinbuch (BSB Cgm 2267 II) die früheste und auch detailreichste Nachzeichnung.

Verzeichnis der wichtigsten kopialen Handschriften

Archiv des Erzbistums München und Freising

AEM FS 105: Band (Maße 32,5 x 21 cm), Einband aus Karton, mit braunem/blauem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung Bischöfe 1, alte Signatur B 499. 508 pag. + 2 unpag. Seiten.

In dem Sammelband sind überwiegend Materialien zu den Freisinger Bischofswahlen des 18. Jahrhunderts zusammengefaßt, dazu kommen ab p. 311 Materialien zu einzelnen Bischöfen, teils mit Inschriftentranskriptionen, so zu Bischof Erchanbert (Nr. 17†) auf p. 314–317 (unbek. Kanzleischreiber, 1721 Nov. 4) und zu Bischof Ellenhard (Nr. 24†) auf p. 368 (zeigt eine am Original orientierte graphische Gestaltung der Schrift) und p. 375 (vom Neustifter Stiftspropst Thomas Passauer, 1723 Juli 26). Dabei handelt es sich um notarielle Urkunden, die im Zusammenhang mit Grabungen bzw. Erneuerungen der Grabdenkmäler in bezug auf einen Kanonisationsprozeß erwachsen sind.

AEM H 5: Band (Maße 32 x 23 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, mit Rückenklappe und Verschlußband, alter Rückentitel Cronica … (Rest unleserlich), 3 Chronica Frisingen(sis), dazu von jüngerer Hand Vitii Arnpeckii, Titel auf dem Vorderdeckel Cronica Bav… (Rest unleserlich), Episcop(orum) Frisinge(nsium), Vita et Successio Episcoporum Frisingensiis, innen auf dem Vorderdeckel u. a. Vermerk Collecta et Compacta sunt Ei libelli per me Ge(orgium) Philippu(m) Finckh secretarius circa annu(m) 1636. vel 1640. 187 pag. + 1 unpag. Seiten.

Der Sammelband enthält u. a. auf p. 17–54 Episcopi Frisingenses elegiaco carmine von Joachim Haberstock (ediert bei Deutinger, Kataloge 109–150), auf p. 57–73 eine Abhandlung über die Gründung des Klosters Weihenstephan vom Ende des 15. Jahrhunderts160), dann auf p. 83–158 die Freisinger Bischofschronik Liber de gestis episcoporum frisingensium von Veit Arnpeck161), mit Randnotizen von Finckh, und auf p. 158–163 eine knappe Fortführung der Bischofsbiographien bis zu Bischof Ernst. Die allein in dieser Handschrift überlieferte Freisinger Bischofschronik wird Veit Arnpeck zugewiesen, wofür seine charakteristische Handschrift als auch Stellung und Inhalt im Vergleich zu seinen anderen Werken anzuführen sind. Besonderen Wert erhält die Handschrift dadurch, daß Arnpeck eine Reihe von später abgegangenen Bischofsgrabmälern noch persönlich gesehen und transkribiert hat (Nr. 17(†), 19†, 24†, 26†, 150†), wenngleich die Texte nicht immer ganz zuverlässig erfaßt sind, wie ein Vergleich mit den erhaltenen Grabinschriften zeigt. Offenbar waren die Kapitelüberschriften maßgeblich für die Beischriften der Bischofsreihe des Chorgestühls (Nr. 134). Darüberhinaus bildeten Arnpecks Transkriptionen die Grundlage für spätere Editionen, so z. B. für die Metropolis Salisburgensis von Hundt/Gewold oder Meichelbecks Historia Frisingensis, die ihrerseits als Vorlage für die zahlreichen Inschriftensammlungen des späteren 18. Jahrhunderts herangezogen wurden.

AEM H 8a: Band (Maße 33,5 x 21,5 cm), Einband aus Karton, mit hellbraunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung (nur noch ... Wappen erkennbar), alte Signaturen N. 3602 und 80. 2 unpag. + 625 pag. + 1 unpag. Seiten.

AEM H 9: Band (Maße 33 x 22 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung, alte Signatur N. 3603. 6 unpag. + 537 pag. + 1 unpag. Seiten.

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AEM H 10: Band (Maße 33 x 22,5 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung (nur noch … pischoefe … 1559 erkennbar). 2 unpag. + 551 pag. + 5 unpag. Seiten.

AEM H 11: Band (Maße 33 x 22 cm), Einband aus Karton, mit hellbraunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung, alte Signatur N. 3605. 2 unpag. + 701 pag. + 3 unpag. Seiten.

AEM H 14: Band (Maße 33,5 x 21,5 cm), Einband aus Karton, mit hellbraunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung (nur noch … Stephan 1612–18 erkennbar), alte Signatur N. 3608. 2 unpag. + 251 pag. + 3 unpag. Seiten.

AEM H 15: Band (Maße 32,5 x 21 cm), Einband aus Karton, mit hellbraunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung v. Heckenstaller’s Frisingensia, T. KV. (?), Veit Adam, alte Signatur 3609. 4 unpag. + 613 pag. + 3 unpag. Seiten.

Die mehrbändige Materialsammlung zu den Freisinger Bischöfen mit Schriftstücken unterschiedlicher Verfasser (u. a. Bugniet des Croisettes, Heckenstaller) vor allem des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde wohl von Heckenstaller gesammelt und zusammengestellt. AEM H 8a enthält auf p. 1–133 Material allgemein zu den Freisinger Bischöfen, darin ist auf p. 33–58 ein größerer zusammenhängender Text mit Transkriptionen – betitelt: Reverendissimi D(omi)ni D(omi)ni Episcopi frisingenses – von Bugniet des Croisettes enthalten, worin auch Grabinschriften Freisinger Bischöfe aufgeführt sind, dazu auch die zu Bugniets Zeit schon verlorenen Inschriften, hier wohl nach Hundt/Gewold oder Meichelbeck zitiert. Wo es jedoch keine alten Grabinschriften gab, zieht er die Texte der Eckherschen Bodenplatten heran. Auf p. 143–619 folgen Materialien und Aufzeichnungen zu den Bischöfen Korbinian bis Johannes de Gittingen, in AEM H 9 zu Konrad IV. bis Rupert, in AEM H 10 zu Philipp, Pfalzgraf bei Rhein, bis Leo Lösch, in AEM H 11 zu Moritz von Sandizell, in AEM H 14 zu Stephan von Seiboldsdorf, in AEM H 15 zu Veit Adam von Gepeckh. Dabei finden sich bei den einzelnen Bischofsbiographien Transkriptionen der Grabinschriften, teils von Heckenstaller, teils von anderen Händen; häufig sind auch die Texte der Eckherschen Bodenplatten wiedergegeben, gelegentlich auch in Form von schematischen Nachzeichnungen.

AEM H 31: Band (Maße 40 x 25,5 cm), Einband aus Karton, mit ockerfarbenem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung. 2 unpag. + 219 pag. + 15 unpag. Seiten. Titel: Vorläuffige Erinerung dessen Waß in Zusammenschreibung deß Eckherschen Stam(m)ens observiert worden.

Die bald nach 1725 entstandene Abschrift von AEM Cim Ms. 28 gibt lediglich den Textanteil der mit Miniaturen versehenen und auf Pergament geschriebenen, prunkvoll gebundenen Vorlage wieder. Urheber der Eckherschen Familienchronik war vermutlich Johann Michael Wilhelm von Prey. Die unbekannte Schreiberhand kommt auch in einigen Bänden der bayerischen Adelsgenealogie (BSB Cgm 2290) vor. Entsprechend der Vorlage bietet der Band auch die Inschriften von Wappengrabplatte und Epitaph des in Freising bestatteten Domherrn Georg Eckher (Nr. 256, 257). Nach p. 222 ist eine kolorierte Nachzeichnung des Epitaphs für Johann Christoph Eckher († 1685) und Maria Salome Eckher († 1704) aus der Benediktuskirche eingefügt.

AEM H 49: Band (Maße 33,5 x 21,5 cm), Einband aus Karton, mit hellbraunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung Heckenstaller Frisingens(ia) 49. Jos(eph) Conrad 6, alte Signatur N. 3643. 9 unfol. + 192 fol. + 14 unfol. Blätter. Auf dem vorderen Vorsatzblatt mit Bleistift vermerkt: Fast säm(m)tliche Aktenstücke des gegenwärtigen Bandes betreffen die Besitzergreifung Freysings durch den bayer(ischen) Staat 1802–3; die übrigen die Säkularisation v(on) Klöstern, nachträglich mit Bleistift hinzugefügte Überschrift auf p. 1: Saecularisation.

Die tagebuchartigen Aufzeichnungen sind mit zahlreichen Abschriften von Urkunden und amtlichen Texten sowie Briefen zur Säkularisation in Freising durchsetzt, gegen Schluß zu sind auch gedruckte Versteigerungsanzeigen enthalten. Der unbekannte Chronist geht dabei auch auf die Abnahme der Glocken bei St. Andreas und St. Veit ein und transkribiert bzw. erwähnt die Inschriften (Nr. 349†, Anh. B5).

AEM H 54: Band (Maße: 34 x 21,5 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung [H]e[c]ken[sta]llers Fr[is]ingensia […] V(eit) Adam [-] Jo(hann) Fra(n)z, alte Signatur N. 3648. 2 unapg. + 329 pag. + 3 unpag. Seiten, wohl um 1820/35.

Der als Chronik der Bischöfe von Veit Adam von Gepeckh bis Johann Franz Eckher von Kapfing angelegte Band stammt wohl größtenteils von der unbekannten Schreiberhand des 19. Jahrhunderts, die auch AEM H 61 verfaßt hat (wohl Johann Peter Beierlein, s. dort), doch sind mehrere von anderer Hand geschriebene Beilagen (u. a. von Heckenstaller) und auch Nachzeichnungen zweier [Druckseite LIX] Bischofsgrabmäler von Ignaz Aloys Frey (p. 117, 269) enthalten. Die Grabinschrift für Bischof Veit Adam (Nr. 470) fand keine Berücksichtigung, dagegen ist die 1709 aufgefundene Bleitafel mit der Translationsinschrift der Gebeine des hl. Nonnosus erwähnt (Nr. 10†).

AEM H 57: Band (Maße 35 x 23,5 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung, alte Signatur N. 3651. 4 unpag. + 229 pag. + 5 unpag. Seiten. Später hinzugefügter Titel: Series, Seu ordo Episcoporum Frisingensium a S. Corbiniano usque ad modernum Eminentissimum ac Serenissimum Joannem Theodorum et Ducibus Bavariae. S(acrae) R(omanae) E(cclesiae) Cardinalem, Episcopum Ratisbonensem, ac Leodiensem, Ducem Bouillonium, Marchionem franchimontensem, Comitem Loessensem et Hornensem, et Baronem Herstallensem, Dominum Dominum nostrum Clementissimum, 1761. Die tatsächliche Entstehungszeit der Handschrift liegt wohl im zeitlichen Umfeld der Barockisierung von Dom und Domkreuzgang, dabei liefert die 1721 datierte Inschrift des Hochgrabes für Bischof Erchanbert (Nr. 17(†)) den Terminus post quem, die unvollendete Biographie für Bischof Eckher († 1727) den Terminus ante quem. Die Chronik könnte also noch vor der Barockisierung des Doms, d. h. noch vor dem damit zusammenhängenden Verlust einiger Bischofsgrabdenkmäler (Nr. 19†, 26†, 150†) entstanden sein.

Die sehr saubere erste Schreiberhand – identisch mit der Hand von BayHStA KL Freising St. Andreas Nr. 162–164 – beginnt jede der Bischofsbiographien mit einem neuen Blatt und legt sie grundsätzlich zweispaltig an, wobei der Text in der rechten Spalte steht, links ist das jeweilige kolorierte Bischofswappen wiedergegeben. Diese Biographien umfassen die Regierungsdaten, auch die Mitteilung des Begräbnisortes. Dabei stammen die mit Bischof Walto ab p. 37 einsetzenden Ergänzungen, Urkundenabschriften, Monogramme, Rekognitionszeichen und Siegelwiedergaben von der Hand Preys, der sie wohl überwiegend der Historia Frisingensis von Meichelbeck entnommen hat. Zu Beginn gibt es auch Anmerkungen von Heckenstaller, so etwa auf p. 4 des Vorsatzes die beiden barocken Inschriften der Korbinianstumba (datiert 730 und 1771). Die Textniederschrift endet noch zu Lebzeiten von Bischof Johann Franz Eckher von Kapfing. Dort findet sich auch die nachträgliche Anmerkung, daß es ein weiteres Exemplar der Bischofschronik mit Zusätzen von Bugniet gegeben habe, wobei der zusätzliche Text hier zitiert ist. Von anderen Schreiberhänden wird danach die Chronik bis zum letzten Freisinger Bischof, Joseph Konrad von Schroffenberg, zu Ende geführt, jedoch ohne gezeichnete Beigaben.

Am Ende einer jeden Biographie steht eine ganzseitige Nachzeichnung des jeweiligen Bischofsgrabmals. Die meisten dieser Nachzeichnungen stammen von der ersten Schreiberhand, einige spätere wohl von Prey. Abgebildet sind (entsprechend der Reihenfolge in der Chronik) Nr. 17(†) (mit den 1721 hinzugefügten Inschriften), 149, 24†, 92, 13 (von Prey), 11 (ohne Inschrift), 91, 16†, 93, 19† (barocke Gedenkplatte), 20, 22 (vor und nach der Restaurierung, der Nachzustand ohne Inschrift), 150†, 26†, 72, 95, 143, 210, 250, 277†, 274, 470, sowie die Grabdenkmäler der Bischöfe des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts, außerdem die Epitaphe der in Bischofslack und München bestatteten Bischöfe. Bemerkenswert erscheint der Versuch, die Buchstabenformen der nachgezeichneten Grabinschriften einigermaßen getreu wiederzugeben, doch gelingt dem Zeichner dies mit nur mäßigem Erfolg; auch entsprechen Raumaufteilung und Zeilentrennung meistens nicht den Originalen. Es bleibt die Frage offen, ob der Zeichner nach den Originalen arbeitete oder etwa eine bereits ungenaue Vorlage – etwa das verschollene Eckhersche Grabsteinbuch der Domkirche – benutzt hat162).

AEM H 58: Band (Maße 38,5 x 24), Einband aus Karton mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung v(on) Heckenstalle[r‘s] F[risi]ngensia 58, alte Signatur N. 3652. 4 unpag. + 437 pag. + 3 unpag. Seiten.

Den Inhalt bildet eine Zusammenstellung der Pröpste und Dekane der dem Bistum Freising inkorporierten Stifte. In den schönen Überschriften zeigt sich dieselbe Schreiberhand wie bei AEM H 57, die Haupttexte verfaßten Prey (im Nachweis abgekürzt P), Bugniet (B) und Heckenstaller (H) – die Handschrift wurde also um 1730 angelegt und bis ca. 1820 fortgeschrieben. Vereinzelt sind auch Blättchen von Händen des späten 18. und 19. Jahrhunderts eingeklebt. Enthalten sind u. a. Grabinschriften der Pröpste und Dekane des Doms (p. 1–104), von St. Andreas (p. 105–142), St. Johannes Baptist (p. 143–186) und St. Veit (p. 187–206), doch verzeichnen die Listen der anderen Klöster [Druckseite LX] ebenfalls Freisinger Grabinschriften, da die Freisinger Domherren dort oftmals die Ämter von Stiftspröpsten bekleideten, dies betrifft vor allem St. Zeno in Bad Reichenhall (p. 235–274), St. Kastulus in Moosburg (p. 275–300), St. Peter auf dem Madron bei Petersberg (p. 303–338), St. Sixtus in Schliersee (p. 363–386), Maria Wörth im Wörthsee (p. 387–400), Ardacker (p. 403–420) und Innichen (p. 423–38). Vermutlich sind sämtliche Inschriften der Eckherschen Handschrift BSB Cgm 1716 entnommen, so daß der epigraphische Quellenwert von AEM H 58 eher gering ist.

AEM H 59: Band (Maße 35 x 22 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung Heckenstaller‘s Frisingensia 59 Weihbischoef. 2 unpag. + 813 pag. + 27 unpag. Seiten.

In dem Sammelband mit Materialien zu den Freisinger Weihbischöfen findet sich auf p. 47–57 ein von Bugniet verfaßtes Verzeichnis der Generalvikare, das auch deren Grabinschriften aufführt. Von Bugniet stammen auch p. 85–137, davon umfaßt p. 103–137 eine Sammlung verschiedener Chor- und Weybischöfen des hochfürstlichen Hochstiffts freysingen, sovill deren nemlich hin und wieder entdeckt werden konnten, um 1798. Eine größere Zahl der Grabinschriften dürfte aus BSB Cgm 1716 kompiliert sein, da Bugniet z. B. auch den Text der zu seiner Zeit schon abgegangenen figuralen Grabplatte für Johannes Städler (Nr. 118†) zitiert (p. 50). Andererseits greift Bugniet aber auch auf Originale zurück, wenn ihm keine Kopialen zur Verfügung standen (u. a. Nr. 220). Ergänzungen von Heckenstaller auf separaten Blättchen betreffen u. a. Inschriften aus St. Andreas, die er noch selbst gesehen hatte (so etwa Nr. 327†, p. 230a).

AEM H 60: Band (Maße 34,5 x 22), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung. 229 pag. + 31 unpag. Seiten.

Der Sammelband zu den Generalvikaren des Bistums Freising wurde wohl um 1800 angelegt und bis ca. 1830 ergänzt. Er enthält zahlreiche Originalurkunden, dazu Anmerkungen und Aufzeichnungen von Bugniet, Heckenstaller (viele Zettel von ihm eingeklebt) und verschiedenen Händen des frühen 19. Jahrhunderts. Die enthaltenen Inschriftentexte stellen mit Sicherheit keine Originaltranskriptionen dar, sondern sind aus anderen Handschriften kompiliert, was die Übernahme einiger zu diesem Zeitpunkt schon längst abgegangener Inschriften bestätigt (Nr. 60†, 118†, 271†). Nach p. 32 ist der mit den Freisinger Generalvikaren befaßte Teil aus Bugniet, Versuch 59–96, eingefügt, der ebenfalls Transkriptionen enthält.

AEM H 61: Band (Maße 34,5 x 21), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung, 6 unpag. + 273 pag. + 3 unpag. Seiten.

Der nach 1826 geschriebene Sammelband enthält auf p.1–81 eine chronologische Liste der Praepositi (vermutlich aus AEM H 58 abgeschrieben), auf p. 83–132 Inscriptiones Canonicorum eccl(es)iae cathedr(alis) frising(ensis) in Kurzfassungen und auf p. 137–171 eine nach Jahrhunderten geordnete Kanonikerliste (von 1078–1756). Interesse beansprucht auf p. 179–237 eine Klerikerliste, die Kurzangaben wie Name, Todesdatum, Begräbnisort, Grabinschriften, eine rote Numerierung nach den beiden Eckherschen Wappentafeln, auch Standorte und manchmal sogar Literaturnachweise umfaßt. Abgesehen davon, daß es sich um den ersten Versuch einer systematischen Aufarbeitung der Inschriften im Domkreuzgang handelt, kommt dieser Liste insofern Bedeutung zu, als zum Zeitpunkt ihrer Abfassung um 1826 noch mehrere Bodenplatten vorhanden waren, die im Zuge der 1830 erfolgten Neuverlegung des Bodens im Kreuzgang entfernt wurden und seitdem abgängig sind. Die Transkriptionen folgen wohl teils anderen Kopialen – insbesondere BSB Cgm 1717 und AEM H 76 p. 303–340 –, teils dürften sie jedoch von den Originalen genommen sein. Auch sind vereinzelt schematische Nachzeichnungen von Bodenplatten zu beobachten. Hier findet sich überdies die einzige vollständige handschriftliche Überlieferung des Doppelepitaphs für Georg Stenglin (Nr. 239†), das sonst nur durch eine gedruckte Leichenpredigt von 1555 dokumentiert ist. Beschlossen wird der Band auf p. 243–273 durch die Abhandlung Scholae Frisingenses, Succincta de Scholis latinis, Frisingae olim institutis, Relatio. Möglicherweise kommt als Verfasser des sehr sauber geschriebenen Bandes der Münchner Historiker und Numismatiker Johann Peter Beierlein (1802–1878) in Betracht, wie ein Schriftvergleich mit dem von ihm signierten Register zu BSB Cgm 2002 nahelegt.

AEM H 64: Band (Maße 34,5 x 22 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung, alte Signatur N. 3658. 2 unpag. + 705 pag. + 7 unpag. Seiten. Titel: Notizen über das Domcapitel zu Freising.

Der wohl gegen Mitte des 18. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weitergeschriebene Sammelband beinhaltet u. a. auf p. 9–27 ein Verzeichnis der Decani frising(ensis) Eccl(esi)ae Maioris von unbekannter [Druckseite LXI] Hand, das auch die Grabinschriften der Freisinger Dekane mitteilt. Die letzte Eintragung stammt von 1698, doch dürfte hier wohl eine Kopie des mittleren 18. Jahrhunderts nach Ecker bzw. Prey vorliegen, so daß der Quellenwert als gering zu veranschlagen ist. Auf p. 383–390 finden sich die Inschriften der beiden Eckherschen Wappentafeln, vermutlich von der Hand Johann Peter Beierleins, wobei die Durchnumerierung der einzelnen Inschriften der Numerierung in AEM H 61 entspricht, auf p. 391 dazu noch einige Texte der Wappentafeln, erfaßt von Bugniet des Croisettes. Aufschlußreicher ist dagegen die von Heckenstaller durchgeführte Auflistung von Grabinschriften im Dom nach Standorten, wobei einige zu dieser Zeit schon nicht mehr vorhandene Inschriften anhand der Quellen zugeordnet wurden; eine hier vorgenommene rote Durchnumerierung kann der Numerierung der Grabinschriften in AEM H 61 zugeordnet werden. Von Heckenstaller und einigen anderen Händen stammt auf p. 517–534 die Zusammenstellung Inscriptiones Can(onicorum) cathedral(is) fris(ingensis) 1388–1795, die überwiegend die freskierten Überschriften im Domkreuzgang, jedoch nur eine einzige Grabinschrift (Nr. 203) bringt. Auf p. 599 setzt die undisziplinierte, in ihrer Unbeholfenheit dennoch markante Hand eines unbekannten Verfassers mit Insignia benefactorum Ecclesiae cathedralis Ecclesiae Frisingensis. obenher durch den ganzen Creizgang ein, und fährt auf p. 600–619 mit Im Creizgang Zu Freising sein noch volgente Grabstein zu sehen fort; hier finden sich zahlreiche Einträge und Ergänzungen von späteren Händen, wobei oft nur gemutmaßt werden kann, ob tatsächlich die Grabinschriften selbst oder die freskierten Überschriften gemeint sind. Dem schließt sich von derselben Hand auf p. 620–630 eine Abschrift der beiden Eckherschen Wappentafeln mit dem Titel In 2 gemahlnen grossen taflen von Seiner Hochf(ü)r(s)tl(ichen) Gnaden Johann Franz Pischoven Zu Freißing hochf(ü)r(stlichen) Gedechtnuß aufgerichtet an. Auf p. 641f. gibt Heckenstaller die Biographien einiger Freisinger Domherren wieder, die außerhalb des Hochstifts bedeutende Verwaltungsaufgaben erfüllt hatten, und zitiert dabei die Grabinschrift für Albert vom Hof (Nr. 158). Von einem unbekannten Schreiber des späteren 18. Jahrhunderts stammen auf p. 659f. eine Reihe von Domherren-Inschriften, die teils die freskierten Überschriften, teils die Grabinschriften (Nr. 225, 237) enthalten. Schließlich werden in einer diesem Band einverleibten Korrespondenz zwischen Maurus Gandershofer und Heckenstaller u. a. Grabinschriften ausgetauscht (dabei Nr. 365), hier – und bei allen anderen Transkriptionen in diesem Band – vermutlich nach kopialer Vorlage, nicht nach dem Original.

AEM H 76: Band (Maße 34,5 x 22 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung, alte Signatur N. 3670. 2 unpag. + 615 pag. + 5 unpag. Seiten. Titel: Ecclesia Cathedralis Frisingensis.

Der Sammelband enthält unterschiedliche Materialien zur Domkirche, teils auch Originalurkunden und Druckwerke. Von epigraphischer Relevanz sind auf p. 125–128 die – nicht sehr zuverlässigen – Transkriptionen der Domglocken sowie auf p. 291 und p. 295–299 die Standortskizzen zu Bodenplatten von Dom und Benediktuskirche von Heckenstaller, die den Zustand vor der Beseitigung der meisten Platten im Jahre 1830 wiedergeben. Bugniet des Croisettes ist der Verfasser der um 1788 enstandenen, großen Inschriftensamlung Inscriptiones Monumentis et lapidibus sepulchralibus in et extra Ecclesiam cathedralem frisingensem incisae auf p. 303–340; dort sind in der Art eines Rundganges die Inschriften von Vorhalle, Domkreuzgang und Dom sowie die Inschriften der vier Kopfreliquiare (Nr. 30†, 32†, 33†, 97†) aufgeführt, jedoch größtenteils wiederum von älteren Kopialen übernommen, teils auch (irrig) rekonstruiert (Anh. Nr. C2). Dort findet sich auch eine der beiden kopialen Überlieferungen der Grabinschrift für Anton Welser (Nr. 388†). Ferner listet Bugniet hier auch eine Vielzahl der Eckherschen Bodenplatten. Erschwert wird die Benutzung dieser Inschriftensammlung jedoch dadurch, daß Teile doppelt vorhanden sind und zugleich die Bindung keine sinnvolle Ordnung herzustellen vermag. Ab p. 349 folgen vereinzelt ganzseitige Texte von Bodenplatten im Dom, dazu gibt es viele von Heckenstaller geschriebene, eingeklebte Zettel mit Transkriptionen sowie von späteren Händen Grabinschriften des 18. Jahrhunderts, ebenfalls aus dem Dom.

AEM H 118: Band (Maße 34,5 x 22 cm), neu eingebunden, Buchdeckel aus Karton, Halbpergament mit Ecken, Deckel mit blau/grün/ockerfarbenem Kleisterpapier, neues Rückenschild St. Andreas 1, alte Signaur 3712. 4 unpag. + 491 pag. + 3 unpag. Seiten.

Die Sammelhandschrift vereint Akten, Stiftskalenderausschnitte, Rechnungen, Chorherrenverzeichnisse und historische Nachrichten des St. Andreasstifts. Auf p. 353 findet sich auf einem Zettel die wohl von Heckenstaller mit Bleistift notierte Transkription der Grabinschrift für Wolfgang Wirsing (Nr. 169). Weiter enthält der Band drei sehr ähnliche, voneinander größtenteils abhängige Grabschriftenverzeichnisse von St. Andreas: Verzeichnis I umfaßt p. 369–414 (I), wovon p. 412f. mit Ergänzungen von Heckenstaller versehen ist; Verzeichnis II umfaßt p. 415–456 (II), davon sind p. 453 unten und p. 454 oben mit Anmerkungen von Bugniet versehen, der auf p. 454 außerdem die spätere Grabinschrift [Druckseite LXII] für Heinrich von Baruth (bei Nr. 126) wiedergibt; Verzeichnis III schließlich umfaßt p. 457–476, davon sind p. 475 unten und p. 476 oben von Bugniet geschrieben, es folgt die Inschrift für Bartholomäus Weyer (Nr. 222†) von der Hand Heckenstallers, um mit den Inschriften für Heinrich von Baruth (Nr. 126) und Johannes Heller (Nr. 120), wiederum von Bugniet, zu enden. Wie ein Vergleich der einzelnen Versionen ergibt, bildet Verzeichnis II als früheste Handschrift die Vorlage zu Verzeichnis III, diese wiederum die Vorlage zu Verzeichnis I, jeweils mit kleineren Ergänzungen und Veränderungen durch Bugniet und Heckenstaller. Terminus post quem der Entstehung aller drei Versionen ist das Jahr 1792 (Datum von Grabinschrift Nr. 4 auf p. 373f.). Zwar sind die meisten der hier genannten Inschriften (innerhalb unseres Erfassungszeitraums) auch in BSB Oefeleana 10 IV enthalten, doch erweisen sich die Transkriptionen in AEM H 118 allgemein als zuverlässiger. Bis zum Ende des Bandes sind weitere Grabinschriften des 18. und frühen 19. Jahrhunderts enthalten, von den Händen Heckenstallers und anderer überliefert163). Aufschlußreich ist ein bei p. 482 eingefügter Zeitungsausschnitt, der auf die Zerstörung der Grabdenkmäler bei St. Andreas verweist.

AEM H 126: Band (Maße 34 x 21,5 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung Heckenstaller Frisingensia 126. Colleg(iat)stifte S. Veit, Isen, Landsh(ut), alte Inventarnummer N. 3720. 2 unpag. + 497 pag. + 13 unpag. Seiten. Titel: Notizen über die Collegiat-Stifte Freysing, S. Veit (S. 1–342), Isen (S. 343–430), Landshut (S. 431–496).

Die Sammelhandschrift vom Ende des 18. Jahrhunderts enthält auf p. 11–13 Epitaphia ad S. vitum von Bugniet des Croisettes, jedoch ohne genauere Standortangaben. Auf p. 19f. sind weitere Grabinschriften des frühen 19. Jahrhunderts aufgeführt.

AEM H 131: Band (Maße 33,5 x 21), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung H[eckenstalle]r Fr[isingensi]a 131 […] Freysing, alte Inventarnummer N. 3725. 4 unpag. + 753 pag. + 3 unpag. Seiten.

Der Sammelband vereint Materialien zur Stadt Freising. Dabei sind auf p. 11–34 eine Vielzahl von Inschriften ad sanctum georgium Frisingensem von demselben Schreiber aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wie bei AEM H 64 p. 599ff. in unzuverlässigen Transkriptionen wiedergegeben, die jedoch zum Teil die frühesten Originalquellen darstellen. Im Einzelnen untergliedern sich die Transkriptionen in ad s(anc)tum georg(em) fris(ingensem) (p. 11–21), In dem freythof bei st. georgen (p. 21), In dem gottsackher neben dem Chorgaetter (p. 21f.), In d(er) Gebekischen Capelln bei St. Mariae hilf neben St. Veit (p. 23), Ad S(anc)tu(m) georgiu(m) Fries(ingensem) (p. 28f.) und In hospitali ad s(anc)tu(m) spiritum (p. 29). Hierbei ist besonders die Erfassung der Bildfensterinschriften von St. Georg (Nr. 302, 303, 304, 309) hervorzuheben, die trotz aller Fehlerhaftigkeit gegenüber Oefeles Zusammenstellung Sondergut aufweist. Eine Auflistung der Grabinschriften der Franziskanerkirche – die einzige ihrer Art – von Bugniet folgt auf p. 83f. mit Epitaphia in Ecclesia Reverendissimorum Patrium Reformatorum frisingae, doch scheint sie nicht ganz vollständig zu sein164); spätere Erfassungen der dortigen Inschriften durch Ernestus Geiss 1847 (HVO Geissiana 526) und durch Prechtl (HVF U IX 8) folgen den Aufzeichnungen Bugniets.

AEM H 179: Band (Maße 34 x 22,5 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung Heckensta[ll]er‘s Frisingen[sia] 179 Suppl(ementum) […], alte Inventarnummer N. 3920. 4 unpag. + 739 pag. + 3 unpag. Seiten.

Der ab ca. 1820 angelegte Sammelband zu den Freisinger Bischöfen enthält Aufzeichnungen, chronikalische Notizen und Abschriften von Heckenstaller, Beierlein und anderen, teilweise sind auch Aktenstücke eingestreut. In dem von Beierlein geschriebenen Abschnitt über Bischof Philipp (p. 303–324, danach Akten) sind die Bauinschrift der Residenz (Nr. 178) sowie die Inschriften von Epitaph (Nr. 210) und Grabplatte (Nr. 214†) für Bischof Philipp, Pfalzgraf bei Rhein, aufgenommen.

[Druckseite LXIII]

AEM H 253: Band (Maße 30,5 x 21,5 cm), Einband aus Karton, mit braunem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung Heckenstaller‘s Frisingensia 253 […], alte Inventarnummer N. 4033. 2 unpag. + 201 pag. + 9 unpag. Seiten.

Der Band vereint zwei voneinander abhängige Freisinger Bischofschroniken unterschiedlicher Zeitstellung. Die ältere, mit Catalogi Episoporum Frisingensium betitelte Chronik erstreckt sich auf p. 11–66 und entstand wohl um 1530/40. Der in Bastarda abgefaßte Text ist gemischt deutsch- und lateinischsprachig. Vor allem zu Beginn lassen sich unterschiedliche Schreiberhände konstatieren. Am Rand ist eine rubrizierte Beschlagwortung durchgeführt. Viele Textpassagen sind offenbar direkt in die spätere sog. deutsche Freisinger Bischofschronik (BSB Cgm 5805) eingeflossen, wobei dem unbekannten Verfasser als Hauptquelle das Liber de gestis episcoporum Frisingensium von Veit Arnpeck gedient haben dürfte. Von dort scheinen in dieser Fassung auch die meisten der Grabinschriften übernommen worden zu sein. Irrtümlich wird in dieser Chronik das Kapitel über Bischof Erchanbert in der Überschrift Bischof Anno zugewiesen.

Die zweite Chronik auf p. 75–159 stellt sich als Reinschrift der ersten dar, dem Schriftduktus nach wohl um 1560/70 entstanden. Aufschlußreich sind einige Korrekturen in den Grabinschriften gegenüber der Erstfassung (so z. B. beim Epitaph für Bischof Emicho, Nr. 19†, wo quondam extra eingefügt wurde), was vermuten läßt, daß die Transkriptionen mit den Originalen abgeglichen worden sind. Diese Chronik zeigt Randvermerke von Bischof Eckher.

Beschlossen wird der Band auf p. 167–199 mit EPISCOPI FRISINGENSES CARMINE elegiaco des Freisinger Hofpoeten Joachim Haberstock.

AEM H 477: Band (Maße 34,5 x 21,5 cm), Einband aus Karton, mit rotbraunem Marmorpapier bezogen, altes grünes Rückenschild mit Beschriftung Wisheu Collectanea ad historiam Dioecesis frisingensis Tom. III, alte Signaturen B 494 und Deutinger 7587. 2 unpag. + 767 pag. + 7 unpag. Seiten.

Der Sammelband enthält drei Inschriftensammlungen: Auf p. 469–478 und p. 533–546 finden sich Chronologische Sammlungen, die Jenigen Lateinisch und theutschen in der hoch Ansehnlichen Stifts Kirche von St. Andrae sich befindlichen Epitaphien die Canonicos hoch selber Stifts Kirche betreffend, auf p. 485–496 Sammlung der Epitaphien welche sich in der hoch Ansehnlichen Stiffts Kirche von St. Andrae Befinden und welche verschiedentliche weltliche Personnen Betreffen. Nach Ausweis der Schrift ist für beide Sammlungen als Verfasser Franz Graf von Törring anzusehen. Die auf kleinen Blättchen mit den Maßen 17 x 10,5 cm festgehaltenen Transkriptionen dürften von den Originalen abgeschrieben sein, erweisen sich jedoch als nicht immer zuverlässig. Die späteste Inschrift in der zweiten Sammlung datiert von 1791, die Handschrift dürfte also bald danach angelegt worden sein. Von besonderem Interesse ist eine weitere Sammlung auf p. 739–767 mit dem in Bleistift hinzugefügten Titel Epitaphia in ecclesia cathedr(alis) frising(ensis). Wie ein Vergleich mit HVO Ms. 318 erweist, war der Verfasser wohl Ignaz Alois Frey. Offenbar handelt es sich bei dieser Zusammenstellung, die nur die Epitaphe und Grabplatten im Domkreuzgang umfaßt, um eine Abschrift der entsprechenden Inschriftentexte aus den Nachzeichnungen in HVO Ms. 318 fol. 45r–87r oder vom verlorenen Eckherschen Grabsteinbuch (ehem. AEM B 486 alt). So stimmen nicht nur die chronologische Reihenfolge überein, sondern auch Abschreibfehler von HVO Ms. 318 gegenüber den Originalen (z. B. bei Nr. 437). Andererseits weist AEM H 477 selbst wiederum mehrere Abschreibfehler gegenüber HVO Ms. 318 auf, eine Inschrift wurde vergessen (Nr. 103). Der Zeitansatz für diese Sammlung ergibt sich aus dem für die Handschrift HVO Ms. 318, deren Entstehung in das 1. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts fällt.

AEM H 482a: Band (Maße 34 x 21,5 cm), neuer Einband aus Karton, Rücken mit alten Teilen aus hellbraunem Leder, ebenso die Ecken, die Deckel mit hellbraunem, schwarz gesprenkeltem neuem Papier bezogen, Rückenschild mit Goldprägung Grabmähler vom Domstift Freising v(on) Maiechelböck (frühes 19. Jahrhundert), dazu einige kleine Vignetten, auf dem Vorderdeckel goldgeprägtes Wappen mit Beschriftung im Schriftband MAX Comte de Preysing, alte Signatur B 486. 2 unpag. + 1199 pag. + 1 unpag. Seiten.

Der umfängliche Band, der um 1762 angelegt wurde165), bietet die Biographien der damals bekannten Domherren und Bischöfe samt Grabinschriften in alphabetischer Reihenfolge, gefolgt von einem Anhang auf p. 1089–1132 zu den beiden Eckherschen Wappentafeln. Den in Konzeptschrift mit zahlreichen Ergänzungen und Einschüben verfaßten Textseiten stehen ganzseitige, kolorierte Nachzeichnungen der Epitaphe in Domkreuzgang und Dom gegenüber, ab p. 1089 finden sich [Druckseite LXIV] unkolorierte Entwürfe für Nachzeichnungen und Bleistiftskizzen, teils auch mit Inschriften. Daneben sind den einzelnen Lagen Doppelblätter beigegeben, die im Inneren kolorierte Wappen mit Kurzdaten zu ihren Trägern enthalten; dabei handelt es sich um Kopien nach den beiden Eckherschen Wappentafeln, die offenbar von einer anderen Hand als die der Nachzeichnungen stammen. Während sich die Domherrnbiographien oftmals wortwörtlich an der „Urvorlage“ von Eckher (BSB Cgm 1716) orientieren und auch die Grabinschriften wohl von ihm abhängig sind – wo sie es nicht sind, greifen sie mit Sicherheit auf andere Kopialen zurück –, sind die Nachzeichnungen trotz aller zeichnerischen Unzulänglichkeiten insofern ohne Beispiel, als sie die Grabdenkmäler des Domkreuzgangs erstmals samt der 1716 darüber angebrachten freskierten Tafeln abbilden. Da bei einigen hier dargestellten Grabdenkmälern aus der Benediktuskirche die bis zu ihrer Versetzung vorhandenen architektonischen Rahmungen fehlen – diese weisen die nach dem verschollenen Eckherschen Grabsteinbuch kopierten Nachzeichnungen von Frey auf –, berechtigt dies zur Annahme, daß der Zeichner von AEM H 482a die Grabsteine nach den Originalen wiedergegeben hat. Allerdings sind in den meisten Fällen keine paläographisch getreuen Wiedergaben der Buchstabenformen angestrebt worden, oft finden sich in den Darstellungen sogar übergeschriebene Korrekturen und Wiederholungen. Da auf dem Titelblatt der Reinschrift (BSB Cgm 1718) als Verfasser Joseph von Sedlmayr genannt ist, darf dessen Autorschaft auch für das Konzept angenommen werden, ebenso für die Nachzeichnungen. Deren Beschriftungen und die Wappentafeln stammen jedoch von anderer Hand (die Korrekturen sind jedoch wiederum von Sedlmayr).

Nach Ausweis der Wappenprägung auf dem Deckel kam die Handschrift wohl im Zuge der Säkularisation an Max Graf von Preysing. Wie ein auf dem Innendeckel eingeklebter Zettel vermerkt, wurde sie am 12. März 1883 von der Bibliothek des Metropolitankapitels aus dem Antiquariatshandel um 120 Mark als Werk von P. Karl Meichelbeck angekauft.

AEM H 602: Band (Maße 21,5 x 17 cm), Umschlag aus Karton, mit braun marmoriertem Papier bezogen, Rückenschild mit abgeschabter Beschriftung, zu Ende des 19. Jahrhunderts neu beschriftet Vita S. Corbiniani Ep(iscopi) ex Aribone, alte Signatur B 8°2 und N. 2423. 2 unpag. + 319 pag. + 3 unpag. Seiten.

Der Sammelband vereint sechs unterschiedliche Abhandlungen bzw. Verzeichnisse zur Freisinger Bistumsgeschichte, davon sind von epigraphischem Belang: Cathalogus episcoporum ecclesie Frisingensis vom Anfang des 16. Jahrhunderts (p. 63–83), in dessen mittellange Bischofsbiographien vereinzelt auch Grabinschriften eingebunden sind (Nr. 19†, 20, 26†, 93, 95, 150†), vermutlich auf Veit Arnpeck basierend, wogegen die Bischofsbiographien als Ganzes autonome Texte zu sein scheinen; Praepositi Cathedralis Ecclesiae aus dem 18. Jahrhundert (p. 95–120), das die wenigen enthaltenen Inschriften (Nr. 60, 66, 86) sicher von Eckher oder Prey übernommen hat; Reihenfolge der freysingischen Domdecane aus dem 18. Jahrhundert (p. 139–165), dessen mitgeteilte Grabinschriften (Nr. 52, 73, 78, 101, 121, 156, 207, 311, 316, 337) wiederum wohl von Eckher oder Prey abhängen.

AEM H 666: Band (Maße 20,5 x 16 cm), Einband aus Karton, mit zweispaltig beschriebenem Pergament bezogen, auf dem Rücken im Raum zwischen zwei Spalten Catalogus Episcop(orum) frising(ensium), alte Signaturen Frisingensia Vol. 66, N. 2786, B 8°66. 115 pag + 63 unpag. Seiten. Titel: Miracula B(eatae) V(irginis) capellae Montis S. Viti martyris, dazu ergänzt von späterer Hand Sequitur Vorzaichnus oder Chronica aller Bischoven des loblichen Thumb-Stüffts Freysing.

Epigraphisches Material enthält allein Verzaichnus oder Cronica aller Bischoven des Loblichen Thumstüffts Freising (p. 17–85), das nach Ausweis der Handschrift von P. Karl Meichelbeck wohl um 1700 geschrieben wurde. Joseph Schlecht hat die Abhängigkeit dieser Chronik (Schlecht A2) von der sog. Deutschen Freisinger Bischofs-Chronik (Schlecht A) nachgewiesen166). Die vier enthaltenen Inschriftentexte (Nr. 19†, 20, 93, 150†) sind demnach als Übernahmen ohne Quellenwert anzusehen.

AEM H 668: Band (Maße 21 x 16 cm), Einband aus Karton mit braun/rotem Marmorpapier bezogen, Rückenschild mit der Beschriftung Vol. 68. Catalogus der bischöfe von Freysing 2788, alte Signaturen Frisingensia Vol. 68, B 8°68, N. 2788. 3 unfol. + 134 fol. + 2 unfol. Blätter.

Die Sammelhandschrift beinhaltet u. a. auf fol. 1–74 einen deutschen Freisinger Bischofskatalog, der um 1700 abgefaßt wurde. Einziger Inschriftentext ist der des Hochgrabes für Bischof Johannes Grünwalder (Nr. 95) auf fol. 55v.

[Druckseite LXV]

AEM H 669: Band (Maße 18 x 14,5 cm), Einband aus Karton, mit rötlichem/bräunlichem Marmorpapier bezogen, altes Rückenschild mit Beschriftung Vol. 69, Catalogus d(er) Bischöfe v(on) Freysing, 2789, alte Signaturen N. 2789, B 8°69. 3 unfol. + 56 fol. + 3 unfol. Blätter. Titel: Verzaichnus, oder Cronica Aller Bischoffen deß Löblichen Thuembstiffts Freysingen.

Bereits der Titel weist das Werk als Abschrift (Schlecht A1) der sog. deutschen Freisinger Bischofschronik (BSB Cgm 5805) aus. Von unbekannter Hand zu Beginn des 17. Jahrhunderts geschrieben, endet die Chronik mit der Biographie für Bischof Ernst, die Schlußseiten fehlen. Anders als in Version Schlecht A2 sind hier die Inschriften Nr. 19†, 20, 93, 95 enthalten.

AEM (Depot Freising) PfA Freising – St. Georg A XI/6 Fasz. 3 Akt e: Aktenfaszikel im blauen Kartonumschlag, altes Deckelschild mit Beschriftung Neustift, Inventarien d(er) Kirche 1828, 1843, 1846, 1875. Darin:

– Akt (Maße 34,5 x 20,5 cm), 34 fol. Blätter, Inventarium der Meublen und Geräthschaften bei der Kirche Neustift. Für die Vte Finanz-Periode 1843/9, mit Spalten-Vordrucken, auf dem Titel oben in Rot Zum Rentamte.

– Akt (Maße 34,5 x 10,5 cm), 16 pag. Seiten, Inventarium der Meublen und Geraethschaften bei der Kirche Neustift. für die Vte Finanz Periode 1846. bei Übergabe der Kirche nach K. Regierungs-Entschließung.

– Akt (Maße 34,5 x 21,5 cm), 24 pag. Seiten, mit Abschrift vom vorigen. Auf dem Titelblatt modern ergänzt -1856.

Nur durch diese drei Inventare ist die vormalige Existenz von zwei Glocken in der ehem. Klosterkirche Neustift aus dem Erfassungszeitraum bekannt, die eine datiert von 1420 (Nr. 69†), die andere, ein Werk des Gießers Andreas Bartholomäus Weinzierl, von 1627 (Nr. 416†). Dabei erweist sich das zuerst genannte Inventar hinsichtlich der Überlieferungstreue am zuverlässigsten.

AEM Pfarrakten Haindlfing, Akt V Filialkirche Tüntenhausen (Maße 33 x 21 cm), Prozeßakten mit grauem Deckkarton, um 1920 betitelt: Acta et Processus super Visitatione sepulchri et Cultu ab im(m)emorabili S. Eberhardi de Tüntenhausen 1728–1734. Der Akt enthält:

– Schriftstücke neuerer Zeit (1969).

– 2 identische Versionen von Actorum Rotulus super vivitatione Sepulchri ven(erabili) Servi D(ivi) Eberhardi, quondam opilionis in pagi Dintenhausen, mit Auflistung der Produkte in allen Faszikeln, jeweils um oder bald nach 1835, 8 unpag. und 12 unpag. Seiten.

– Inhaltsverzeichnis der 61 Produkte zu Fasz. 1, betitelt Protocollum Super Actu visitationis et apertionis, nec non recognitionis ossium Vener(abili) DEI Servi Eberhardi in dinttenhausen Anno 1728, et 29, 2 unpag. + 26 pag. + 4 unpag. Seiten.

– Fasz. 1: Deckumschlag mit Titel: Acta Et Processus Super visitatione Sepulchri ven(erabili) Servi DEI Eberhardi quondam opilionis in pago Dinttenhausen dicto. Ex Com(m)issione R(everen)d(issi)mi et Excell(entissi)mi D(omi)ni administratoris in Spiritualib(us) de Zeller (etc. etc.) ad referendum R(everen)d(issi)mo D(omi)no Decano ad S. Andream D(omi)ni Thomae Passaur (etc.). 1., darin 2 inserierte Produkte von 1708, danach 61 Produkte (1728 Oktober 31 – 1729 November 7), schließlich ein 62. Produkt (1729 November 16), zuletzt ein Faszikel Rapularia Directoria etc., der protokollierte Zeugenaussagen beinhaltet, ohne Produktzählung.

– Inhaltsverzeichnis der 71 Produkte zu Fasz. 2, betitelt Protocollum Super cultu ab immemoriali tempore exhibito venerabili Servo DEI Eberhardo quondam pecuario in pago Dinttenhausen. 2 unpag. + 39 pag. + 3 unpag. Seiten.

– Faszikel 2: Deckumschlag mit Titel: Acta Et Processus Super cultu ab im(m)emoriali tempore exhibito venerabili Servo DEI Eberhardo quondam opilioni in pago Dinttenhausen dicto. Ex Com(m)issione R(everen)d(issi)mi et Excell(entissi)mi D(omi)ni administratoris in Sp(i)r(itua)l(i)bus de Zeller (etc. etc.) ad referendum R(everendissi)mo D(omi)no Decano ad S. Andream D(octo)ri Thomae Passaur etc. 2. 71 Produkte (1729 November 28 – 1734 März 30).

– Druckwerk von Jacobo Lacopio, Uralte Weissagung ..., 1735.

– Faszikel: Die beantragte Jubiläumsfeyer in bezug auf die Recognition der Reliquien des seel. Eberhard in der Kirche zu Düntenhausen, 1835.

Der im Zuge des 1728–1734 durchgeführten Kanonisationsverfahrens für den sel. Eberhard von Tüntenhausen erwachsene, aus mehreren Faszikeln bestehende Akt umfaßt eine Vielzahl von Produkten, in denen zur Bekräftigung der lange andauernden Verehrung des Heiligen gelegentlich auch zwei Inschriften als Beweismittel angeführt werden: zum einen eine 1613 datierte Stifterinschrift (Nr. 377†) des Neustifter Propstes Johannes III. Dollinger auf einem Gemälde, zum anderen ein auf 1618 zu datierender Bibeltext (Nr. 388a†) auf dem hölzernen Gitter, das die Grabstelle des sel. Eberhard umgab. Während das Gemälde mit Stifterinschrift zumindest zu Beginn des [Druckseite LXVI] Kanonisationsverfahrens noch vorhanden war, existierte das Gitter samt Inschrift zu diesem Zeitpunkt (1728) schon über ein Jahrzehnt nicht mehr; eine davon früher angefertigte Abschrift hat sich nicht erhalten. Die Inschriften finden sich in folgenden Produkten:

– Fasz. 1 prod. 38 p. 1: Doppelblatt mit rückseitigem Titel: Descriptio Cratum lignearum antehàc ad tumbam Eberhardi appositarum, No. 38. Auf der Vorderseite oben die Beschreibung des Gitters in Latein, danach der deutsche Inschriftentext (Nr. 388a†), bestätigt vom Notar Johann Georg Sartor, oben Datum 1728 November 29.

– Fasz. 1 prod. 41 p. 3: 16 pag. Seiten aus Doppelblättern, rückseitiger Titel: Responsa D(omini) Procuratoris causae, No. 41. Prior Marian Milbaur an die Deputierten, darin eine Zusammenfassung der Beweise für das Altertum des Eberhardskultes, dabei auch die Votivbildinschrift (Nr. 377†), datiert 1728 Dezember 21.

– Fasz. 1 prod. 61 fol. 7v, 10r: 26 fol. Blätter, fadengeheftet, rückseitiger Titel: Relatio cum votis R(everendissi)moru(m) D(omi)norum Com(m)issariorum delegatorum, Seu judicum Specialiter constitutorum, No. 61. ad processum 1mum. Das Produkt enthält eine inhaltliche Auflistung der vorangegangenen Akten, zusammengefaßt von Thomas Passauer, 1729 Oktober 22, vom Notar Johann Georg Sartor 1729 November 7 beglaubigt, mit beiden Inschriften (Nr. 377†, 388a†).

AEM Pfarrakten Haindlfing, Filialk. Tüntenhausen, ohne Signatur, Band (Maße 32,5 x 20 cm), Einband aus Karton, mit braunem Leder bezogen, Rücken geprägt, Rückenschild mit Goldprägeschrift PROCESSU BEATI EBERHARDI. 6 unpag. + 13 pag. + 1 unpag. + 139 pag. + 2 unpag. + 31 pag. + 2 unpag. + 93 pag. + 69 unpag. Seiten. Titel Acta Utriusq(ue) Processus in Causa Visitationis Sepulchri Beati Eberhardi Confessoris, et quondam opilionis in Dintenhausen, Utj et Super Casu excepto, seu Cultu im(m)emorialj publico, huic beato ab im(m)emorabilj tempore ante Bullam Urbanj VIII. Pontif(icis) Maximj exhibito Frisingae constructa. In quibus Visitatio Sepulchrj, et Cultus ej per saecula praestitus ex probatis Authoribus, Juratis Testibus, et antiquissimis monumentis, et Instrumentis exhibentur, ac Quidquid deniqu(e) inter Promotorem Fidej, et Procuratorem Causae actum est, reperitur. Desumpta, et descripta ex vero, et authentico Originalj in Archivio Curiae Ep(iscopa)lis Frising(ensis) asservato ANNO M.D.CC.XXXV. Im August 2009 im Antiquariatshandel erworben.

Der Band ist eine 1735 gefertigte Abschrift der heute im AEM befindlichen Prozeßakten zur Kanonisation des sel. Eberhard von Tüntenhausen. Sein Inhalt gliedert sich in:

– Inhaltsverzeichnis der 61 Produkte zu Fasz. 1. 2 unpag. + 13 pag. Seiten (Textbeginn: Prothocollum Super Visitatione …), danach 1 unpag. Seite. Titel: Acta, et Processus super Visitatione, et apertitione Sepulchrj nec non recognitione, et approbatione Ossium, aut Reliquiarum, Seu super identitate Corporis S. Eberhardj quondam Pecuarij in Dintenhausen, ibidem reperrj, et legitimè obsignarj Annis 1728, et 29. - Processus 1mus Referente Reverend(issi)mo D(omino) Doctore Thoma Passauer Consil(iario) Ecclesiast(ico) Frising(ensis) et ibidem Insignis Collegiatae Eccles(iae) ad S. Andream Decano. Hier ist die Abschrift eines jeden Produkts des ersten Prozesses enthalten, davon auf p. 5 die Stifterinschrift von prod. 41 (Nr. 377†).

– Abschrift von Faszikel 1. 139 pag. Seiten. Titel: Acta Processvs Super visitatione, et apertitione Sepulchri ven(erabilis) Servi Dei Eberhardi quondam opilionis in Dintenhausen. Auf p. 33 findet sich das prod. 38 mit der Gitterinschrift (Nr. 388a†), auf p. 43 das prod. 41 mit der Stifterinschrift (Nr. 377†), auf p. 102 das prod. 61 mit der Gitterinschrift von prod. 38 (Nr. 388†), auf p. 108 das prod. 61 mit der Stifterinschrift von prod. 41 (Nr. 377†).

– Inhaltsverzeichnis der 71 Produkte zu Fasz. 2. 1 unpag. + 31 pag. Seiten. Titel: Acta, et Processus super Casu Excepto, seu Cultu publico Beato EBERHARDO quondam Opilionj in Dintenhausen ab immemorialj tempore ante Bullam Urbanj VIII Pontif(icis) Max(imi) exhibito. Ab Anno 1729 usq(ue) ad annum 1734 inclusivè. Processus 2dus. Referente eodem R(everen)d(issi)mo D(omino) Doct(oris) Thoma Passauer, ad S. Andrea(m) Decano etc. Textbeginn: Protocollum super Cultu ab Immemoriali tempore exhibito ven(erabilis) Servo Dei Eberhardo quondam pecuario in pago Dintenhausen.

– Abschrift von Faszikel 2. 2 unpag. + 93 pag. + 69 unpag. Seiten. Titel: Acta et Processus Super Cultu imemoriali Venerabili Servo Dei Eberhardo quondam in Dinttenhausen, Parochiae Novecellensi Eccl(es)iae incorporata pecuario ante Decreta Universalis inquisitionis in S. Congregationis jussu Urbani VIII editus, exhibito, secundum praecedens Protocollum dispositus, ex originalis Desumptus, ac Conscriptus 1734. Enthält auf p. 1–88 die Prozeßakten des zweiten Prozesses, ab p. 89 Continuatio relationis. Auf der letzten beschriebenen Seite die notarielle Beglaubigung der Abschrift durch Notar P. Marian Milbauer, 1735 Juli 22.

Ein weiterer Band mit Abschriften der Akten des Eberhard-Prozesses siehe unter DBMF.

[Druckseite LXVII]

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München

BayHStA Domkapitel Freising Urkunde Nr. 217. Urkunde (Maße 13,3 x 22,3 cm), Pergament, in altem Papierumschlag, dieser beschriftet a(nn)o 1347. Custodiae Reliquiae Kast: 1., Schtl 31. Fasc.: 12, Doc: num 1., die Urkunde rückseitig beschriftet Catalogus SS: Reliquiorum in Altari S: Benedicti, vor 3 Marty 1347.

Die 1716 im Altarblock der Benediktuskirche gefundene Urkunde, die wohl bald nach 1347 verfaßt wurde, beinhaltet nicht nur ein Reliquienverzeichnis dieses Altars sondern auch die von anderer Hand hinzugefügte Abschrift einer Bauinschrift aus der Zeit um 1100 (Nr. 4†) sowie – von wiederum anderer Hand – eine Grabinschrift für Domdekan Otto von Maxlrain (Anh. Nr. A3). Während die Bauinschrift in einer weiteren Quelle des 12. Jahrhunderts (BSB Clm 6427) belegt ist, bleibt die Urkunde der einzige Nachweis für die mutmaßliche Existenz der Grabinschrift.

BayHStA Freising Urkunde 1708 Januar 27: Urkunde (Maße 43,5 x 43 cm), Pergament, in altem Papierumschlag mit Beschriftung: de a(nn)o 1708. Originalia. Duo Instrumenta Notarialia. 1mum Super Inventione Corporis S. Nonnosi 27. Jan(uarii) 1708. Kasten. 2dum Super reseratione et Perlustratione Reliquiarum d(ict)i Sancti. 1. febr(uarii) ejusd(em) a(nn)i. Schublade. Litt. doc. a & b. Acta fris. et Doc. arch., alte Signaturen F. 88, 1106.

Das Notariatsinstrument des Notars Joseph Anton Bockmair beglaubigt die Auffindung und Authentizität der Nonnosus-Reliquien, ausgestellt am 27. Januar 1708. Bemerkenswert erscheint, daß nicht nur eine Inschriftentranskription der aufgefundenen Bleitafel (Nr. 10†), sondern auch eine einigermaßen paläographisch getreue Nachzeichnung der Buchstabenformen geboten wird. Da die späteren Transkriptionen nur den Textinhalt wiedergeben, kommt der Urkunde ein ungleich höherer Quellenwert zu.

BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 175 prod. 1: Heft (Maße 35 x 22,5 cm). 2 unpag. + 89 pag. + 5 unpag. Seiten mit Versteigerungsvordrucken im Innern. Titel: Inventarium über die Paramenten, und Geräthschaften der Kirche des aufgelösten Stifts St. Andrä in Freising aufgenom(m)en vom 25t(e)n Februar bis 3t(e)n März 1803. In Praesentia des Churfürst(lichen) Condirectors Joseph Elbling 〈versteigert Hofkam(m)er Rath Mayer〉 des Canonicus, und Custos Ignatz Hindtl, welcher jedoch die wenigste Zeit anwohnte. Mit Beiziehung des Küsters Johann Danegger, dann des verpflichteten Schätzmanns Johann Buck. Act(um) Schmid, Sekant. 〈Justificirt, und bedenken darüber aufgestelt den 19ten Jenner 1804. Kolbekh.〉

Das Versteigerungsinventar des Kollegiatstifts St. Andreas listet insgesamt 749 Nummern, davon Nr. 1–236 In der kleinen Sakristey, Nr. 237–415 In der großen Sakristey, Nr. 416–421 Im Küster-Stüberl, Nr. 422–497 Kirchengang auf der Epistel-Seite, Nr. 498–527 Im Chor und mittern Gange, Nr. 528–580 Im kleinen Glocken-Hause, Nr. 581–644 Im Neubau, Nr. 645 Im Keller, Nr. 646–648 Im Thurm-Gewölb, Nr. 649–658 Unterm Kirchdach, Nr. 659–683 In der St. Martins-Kapelle, Nr. 684–706 In Unser Lieben Frau Kapelle, Nr. 707–724 Nachtrag. Inschriften-Objekte sind dabei das Gemälde-Epitaph für Weihbischof Bartholomäus Scholl als Nr. 466 (Nr. 327†), die Tumba für Bischof Ellenhard als Nr. 526 (Nr. 24†), das Chorgestühl als Nr. 507 (Nr. 68(†)), das Gemälde-Epitaph für Erasmus Litzlkircher als Nr. 532 (Nr. 268), das Gemälde-Epitaph für Stiftsdekan Georg Zauner als Nr. 533 (Nr. 376†), das Gemälde-Epitaph für die Stiftskanoniker Joseph und Paul Geroltspeckh als Nr. 538 (Nr. 284†), die fünf Glocken der Stiftskirche als Nr. 654–658 (Nr. 349†), das Bildrelief für Wolfgang Wirsing als Nr. 700 (Nr. 166(†)), drei von Wirsing gestiftete Bildfenster aus der Allerheiligenkapelle als Nr. 701, 703, 704 (Nr. 117†) und ein Bildfenster des Stiftsherrn Hieronymus Schretzmayr als Nr. 702 (Nr. 338†), das Kirchenpflaster in der Stiftskirche und in der Liebfrauenkapelle erscheint als Nr. 723. Unter diesen bieten die Nummern 702 und 704 (Nr. 170†/IV, 338†) Inschriftentranskriptionen, Nr. 704 stellt sogar die einzige Originalquelle für die Existenz dieser Inschrift dar. Eine Edition der gesamten Inventarliste wurde von Joseph Schlecht 1906 vorgenommen.

BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 175 prod. 58: Doppelblatt (Maße 33,5 x 21 cm) aus hellblauem Papier. 4 unpag. Seiten. Titel: Auszug Aus dem Inventario über die Paramenten, Gemälde und Geräthschaften der Kirche des erloschenen Stifts St: Andre derjenigen Stücke, welche bey Versteigerung derselben unverkauft blieben.Verfaßt Freysing den 23ten May 1804.

Der kurze Auszug aus dem Gesamtinventar (BayHStA Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 175 prod. 1) beinhaltet entsprechend dem Titel die bei der Versteigerung aus verschiedenen Gründen nicht verkauften Stücke. Auf p. 1 sind die Inventarnummern 460, 465, 498, 501, 540, 544, 552, 560, 564 mit ihren Beschreibungen aus dem Gesamtinventar übernommen, ebenso auf p. 2 die Inventarnummern 700, 701, 702, 703, 704. Davon sind den Nummern 702 (Nr. 338†) und 704 (Nr. 117†) gemäß der Vorlage die Inschriftentranskriptionen beigegeben.

[Druckseite LXVIII]

BayHStA HL Freising Nr. 1: Band (Maße 35 x 26 cm), abmontierter Originaldeckel aus Karton, Rücken und Ecken mit hellbraunem Leder, die Deckel mit hellbraun gesprenkeltem Papier bezogen, heutiger Deckel aus Buchenholz, der Rücken mit weißem Schweinsleder bezogen, zwei Schließen, alte Signatur 192. 8 unfol. + 209 fol. + altes Einbandblatt (aus Missale) + 6 unfol. Blätter, Pergament.

Das am Ende des 14. Jahrhunderts entstandene Freisinger Kopialbuch beruht auf der Vorlage des Traditionsbuchs von Conradus Sacrista (BayHStA HL Freising Nr. 3c) und enthält Nachträge bis zum Tode von Bischof Veit Adam († 1651); dabei wurden die Texte jedoch teilweise nicht wörtlich aus dem Werk des Conradus Sacrista übernommen, sondern bearbeitet und umgeschrieben. Von besonderem Reiz sind hierbei die Bischofs- und Herrscherdarstellungen, von denen nur einige zu Beginn aus der Entstehungszeit stammen, die restlichen wurden im 16. und 17. Jahrhundert eingefügt. Anders als in der Vorlage, wo dem Beginn einer neuen Bischofsherrschaft einleitende Distichen nach dem möglichen Vorbild einer gemalten Bischofsreihe im Dom vorangestellt werden, gibt es diese hier bei den frühen Bischöfen nur vereinzelt, erst ab Bischof Abraham treten sie kontinuierlich auf (Anh. Nr. A2 V, IX, X, XI [nur Zusatz Outo manens …], XIII, XV–XXIV). Da es sich aber durchweg um Abschriften aus Conradus Sacrista handelt, hält sich der Quellenwert des Freisinger Kopialbuchs in bezug auf diesen mutmaßlichen Inschriftenbestand in Grenzen.

BayHStA HL Freising Nr. 3: Band (Maße 25,5 x 19,5 cm), Einband des 16. Jahrhunderts aus Holz, mit geprägtem Schweinsleder bezogen, Reste von zwei Schließen aus Messing. 129 fol., Pergament.

Der als Liber statutorum bekannte Codex beinhaltet auf fol. 2–48 eine von Domkustos Wernhard von Kochenheim 1354 verfaßte Abschrift des Traditionsbuchs von Conradus Sacrista (BayHStA HL Freising Nr. 3c), nach einigen Einschüben folgt dann auf fol. 50v–52v das auch in der Vorlage (auf fol. 123r–124v) vorhandene Totenbuch, während den Codex hauptsächlich Dokumente zur Verfassungsgeschichte des Domkapitels und ein Alexanderroman beschließen. Anders als der Kopist von BayHStA HL Freising Nr. 1 hielt sich Wernhard von Kochenheim in Bezug auf die in Distichen abgefaßten Kapitelüberschriften (Anh. Nr. A2) eng an seine Vorlage. Erstaunlicherweise fügt er für Bischof Erchanbert als Überschrift die zugehörigen Distichen ein, während diese bei Conradus Sacrista im Haupttext fehlen, sie sind nur auf dem Vorsatzblatt mit den Distichen und Bischofsmedaillons enthalten. Da es sich bei den im Codex enthaltenen Inschriftentexten (Anh. Nr. A2, Nr. 91, 150†) um bloße Abschriften handelt, bleibt ihr quellenmäßiger Wert wiederum gering.

BayHStA HL Freising Nr. 3c: Band (Maße 43,5 x 29 cm), derzeit ungebunden, alte Signatur 238. 5 unfol. + 125 fol. Blätter, Pergament.

Die als Traditionscodex des Conradus Sacrista bekannte, reich illuminierte Handschrift gehört nach dem Cozroh-Codex (BayHStA HL Freising Nr. 3a) und dem Codex Commutationum (BayHStA HL Freising Nr. 3b) zu den herausragendsten Traditionsbüchern in Bayern, da der Verfasser beabsichtigte, mit ihr ein umfassendes bistumgeschichtliches Werk vorzulegen. Laut Datierung im Text (fol. 1r) wurde die Handschrift 1187 im Skriptorium des Freisinger Domklosters auf Veranlassung von Conradus Sacrista angelegt. Der zweispaltig geschriebene Text des Conradus reicht bis fol. 121r, danach folgen bis fol. 122v Nachträge vom Anfang des 13. Jahrhunderts und auf fol. 123r–124v solche des 14. und 15. Jahrhunderts. Inhaltlich schließt sich die Handschrift zunächst dem Kopialbuch des Cozroh an, indem von dort die Freisinger Traditionen bis zu Bischof Anno übernommen sind, danach geht Conradus überlieferungsbedingt zu einem Verzeichnis der Herrscherprivilegien in Form von Königs- und Kaiserdiplomen über. Eine herausragende Stellung nehmen hierbei die unter Bischof Egilbert erworbenen Privilegien ein, die er von den Kaisern Heinrich II. und Konrad II. erhalten hatte. Den Schluß bilden ein Totenbuch des 14. Jahrhunderts und die Kurzbiographien der Bischöfe des 15. Jahrhunderts

Ebenso wie jedem neuen Textabschnitt zwei Medaillons mit den Porträts des Bischofs und des jeweiligen weltlichen Herrschers vorangestellt sind, gibt es auch auf der Versoseite des letzten vorderen Vorsatzblattes (fol. ad 1v) Medaillons – insgesamt 15 Stück – mit den Brustbildern von Bischöfen, die nachträglich den 24 auf diesem Blatt notierten Distichen linkerhand beigegeben sind. Sigmund Benker glaubte nun, aufgrund der in den Bischofsdistichen erwähnten Ortsangaben wie etwa arx, aula etc., es handle sich um reale Standorte im Chor der Domkirche, so daß die Distichen samt Medaillons demnach als Kopien eines ehemals real existierenden gemalten Bischofszyklus des frühen 12. Jahrhunderts zu gelten hätten, der im Lauf der Zeit erweitert wurde (Anh. Nr. A2). Daß es sich aber auch nur um eine rein literarische Annäherung an ein gemaltes Bildprogramm handeln könnte, wird dadurch bekräftigt, daß fast alle Distichen auch als Kapitelüberschriften für die jeweilige Bischofsherrschaft Verwendung fanden (III–VII, IX–XXIV) und demnach auf eine weitere, heute verlorene Quelle zurückgehen könnten. In jedem Falle bildet der Traditionscodex des Conradus [Druckseite LXIX] Sacrista die Basis für die weitere Überlieferung dieser Distichen im Freisinger Kopialbuch des 14. Jahrhunderts (BayHStA HL Freising Nr. 1), im Kopialbuch des Wernhard von Kochenheim (BayHStA HL Freising Nr. 3) und in einer Sammelhandschrift des späten 15. Jahrhunderts (UBM 2° Inc. lat. 1108).

Ein anderer Überlieferungsstrang ging von den Ergänzungen des 14. und 15. Jahrhunderts auf fol. 123r–124v aus. Von den hier nachgetragenen Bischofsbiographien wurden diejenigen der Bischöfe Gerold und Konrad I. von Tölz wortwörtlich für eine im 15. Jahrhundert retrospektiv angefertigte Gedenkplatte herangezogen (Nr. 91), desgleichen die für Bischof Johannes I. (Nr. 150†). In der nicht-epigraphischen Überlieferung wurden die hier vorgefundenen Formulierungen quasi bis in die spätesten Bischofsbiographien hinein tradiert und entwickelten Vorbildcharakter, wenn es darum ging, die Verdienste des jeweiligen Bischofs knapp zu charakterisieren.

BayHStA HL Freising Nr. 592: Band (Maße 33 x 22 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, auf dem Vorderdeckel ein Titelschild mit der Beschriftung Designatio Omnium Altarium, Beneficiorum, Patrociniorum, Dedicationum, Missarum, et Obligationum, Item Processionum, et Thurificationum in Eccl(es)ia Cathedrali per annum peragi Solitarum, diligenti et iteratâ inquisitione conscripta, et Confirmata. Anno 1702. 6 unpag. + 145 pag. + 3 unpag. Seiten. Titel: Specificatio, et Designatio novissima, ad normam visitationum Anno .1693. et .96. institutaru(m) facta, in qua numerus Altarium, et Beneficiorum; Item obligationes Missarum Legendarum, Dedicationum, Patrocinioru(m); Processionum, Thurificationum in Capellis Peragendarum continentur, Ex Mandato Reverendissimi ac Celsissimi Joannis Francisci S(acri) R(omani) J(mperii) P(rincipis) ac Ep(iscop)i Frisingensis Speciali. Conscripta, Revisa, et confirmata Anno :1702. Pro Eccl(es)ia Cathedrali Frising(ensi).

Das 1702 angelegte Altarweihe- und -stiftungsverzeichnis des Freisinger Doms enthält im hinteren Teil als Anhang die Transkriptionen der vier Kopfreliquiare (Nr. 30†, 32†, 33†, 97†), die zu diesem Zeitpunkt offenbar noch im Domschatz vorhanden waren; zugleich ist es die älteste kopiale Überlieferung dieser Inschriften.

BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 161: Band (Maße 34 x 21,5 cm), Einband aus Karton, Ecken und Rücken mit Pergament, Deckel mit braunem Papier bezogen, altes Rückenschild mit Beschriftung RAPULARE Actor(um) & Fundati(onum) Insignis Collegiatae S: ANDREAE. 2 unfol. + 376 fol. + 2 unfol. Blätter. Titel: RAPULARE ACTORUM INSIGNIS COLLEGIATAE S: ANDREAE. Konzeptband zu Nr. 162–164, ohne Urkundentexte und ohne Nachzeichnungen.

BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 162: Band (Maße 43 x 29 cm), Einband aus Holz, mit geprägtem Schweinsleder bezogen, auf beiden Deckeln je vier mit Regenceornamentik gravierte Eckbeschläge aus Messing mit Buckeln, im Zentrum beider Deckel je eine Messingkartusche mit Darstellung eines Heiligen, dazu die Beischrift S. ANDREAS bzw. .S. LAVRENTI(VS) M(ARTYR), zwei Schließen mit Ornamentik wie bei den Eckbeschlägen, braunes Rückenschild mit Goldprägeschrift ACTORUM INSIGNIS ECCLESIAE COLLLEGIAT(AE) S: ANDREAE. VOLVMEN. I., roter Schnitt. 16 unpag. + 739 pag. + 15 unpag. Seiten. Titel: ACTORUM INSIGNIS COLLEGIATAE Ecclesiae Sancti Andreae Apostoli in Monte Frisingensi VOLUMEN PRIMUM Exhibens Res gestas à primo Fundationis Anno usque ad Annum MD CONSCRIPTUM ANNO DOMINI MDCCXXVIII. Wohl von Notar Johann Georg Sartor geschrieben (s. p. 739).

BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 163: Band (Maße 43,5 x 29,5 cm), Einband aus Holz, mit geprägtem Schweinsleder bezogen, auf beiden Deckeln je vier mit Regenceornamentik gravierte Eckbeschläge aus Messing mit Buckeln, im Zentrum beider Deckel je eine Messingkartusche mit Darstellung eines Heiligen, dazu die Beischrift S. XYSTVS P(APA) M(ARTYR) bzw. S. BATHO CONF(ESSOR), zwei Schließen mit Ornamentik wie bei den Eckbeschlägen. Roter Schnitt, braunes Rückenschild mit Goldprägeschrift ACTORUM INSIGNIS ECCLESIAE COLLEGIAT(AE) S: ANDREAE. VOLVMEN. II., roter Schnitt. 6 unpag. + 564 pag. + 2 unpag. Seiten. Titel: ACTORUM INSIGNIS COLLEGIATAE Ecclesiae Sancti Andreae Apostoli in Monte Frisingensi VOLUMEN SECUNDUM Exhibens Res gestas ab Anno Christi MDI usque ad Annum MDC CONSCRIPTUM ANNO DOMINI MDCCXXIX. Wohl von Notar Johann Georg Sartor geschrieben.

BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 164: Band (Maße 43,5 x 29,5 cm), Einband aus Holz, mit geprägtem Schweinsleder bezogen, auf beiden Deckeln je vier mit Regenceornamentik gravierte Eckbeschläge aus Messing mit Buckeln, im Zentrum beider Deckel je eine Messingkartusche mit Darstellung eines Heiligen, dazu die Beischrift S: CORBINIANVS bzw. S. MARTINVS, zwei Schließen mit Ornamentik wie bei den Eckbeschlägen, rotes Rückenschild mit Goldprägeschrift ACTORUM INSIGNIS ECCLESIAE COLLLEGIAT(AE) S: ANDREAE. VOLVMEN. III., roter [Druckseite LXX] Schnitt. 8 unpag. + 879 pag. + 3 unpag. Seiten. Titel: ACTORUM INSIGNIS COLLEGIATAE Ecclesiae Sancti Andreae Apostoli in Monte Frisingensi VOLUMEN TERTIUM Exhibens Res gestas ab Anno Christi MDCI usque ad Annum MDCCXXX CONSCRIPTUM ANNO DOMINI MDCCXXX. Wohl von Notar Johann Georg Sartor geschrieben.

Verfasser der prachtvoll gebundenen, dreibändigen Stiftschronik von St. Andreas (BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 162–164) aus den Jahren 1728–1730 ist der Kanoniker Franz Joseph Anton Schmidt. Vorbild hinsichtlich der Zusammenführung von historischen Fakten und Quellenmaterial war Meichelbecks Historia Frisingensis, doch schreitet Schmidt ohne Zäsuren streng chronologisch voran; lediglich die notwendige Aufteilung auf drei Bände veranlaßte ihn, hierfür Jahrhundertgrenzen zu wählen. Der Inhalt besteht zunächst aus alphabetisch sortierten Kanonikerlisten, wechselt dann zur Gründungsgeschichte unter Berücksichtigung des Gütererwerbs und verzeichnet schließlich für jedes einzelne Jahr die historischen Ereignisse samt Abschrift der wichtigsten Urkunden. Vereinzelt bindet Schmidt auch kolorierte Nachzeichnungen von Siegeln und Notariatssigneten in den mit großer Sorgfalt, fast kalligraphisch geschriebenen Text ein. Aus dem reichen Inschriftenmaterial von Domkirche und St. Andreas wählt er vergleichsweise wenige Beispiele aus, so für Band I die Grabinschriften für die Bischöfe Emicho (Nr. 19†), Gottfried (Nr. 20), Ellenhard (Nr. 24†, hier die gesamte Tumba in Nachzeichnung) und Johannes I. Wulfing (Nr. 150†), die Gestühlinschriften von 1420 (Nr. 68(†) mit Wappennachzeichnung), die Grabinschriften für Weihbischof Johannes Frey (Nr. 117), Kanoniker Johannes Heller (Nr. 120, mit Nachzeichnung) und Stiftspropst Heinrich von Baruth (Nr. 126, mit Nachzeichnung); für Band II die Stifterinschrift von Kanoniker Wolfgang Wirsing Nr. 166(†), dessen Grabinschrift (Nr. 169, mit Nachzeichnung), die Grabinschriften für Kanoniker Johannes Bald (Nr. 197†), Stiftsdekan Johannes Karner (Nr. 200†), Kanoniker Michael Fischer (Nr. 208, mit Nachzeichnung), dazu dessen Gedenkinschrift auf dem Epitaph (Nr. 212†), für Kanzler Ludwig Römer (Nr. 279†), schließlich die Inschriften des neuen Geläuts von 1600 (Nr. 349†); für Band III die Grabinschriften für Kanoniker Leonhard Heiß (Nr. 378†, mit Nachzeichnung) und Weihbischof Bartholomäus Scholl (Nr. 427†). Beachtenswert sind die inschriftlosen Nachzeichnungen der verschiedenen Baustadien der Klosterkirche St. Andreas zu Beginn von Band I und die Wiedergabe des von Wolfgang Wirsing 1515 gestifteten Bildfensters (Nr. 170†) in Band II. Bei sämtlichen Nachzeichnungen mit Inschriften fällt auf, daß – mit passablem Erfolg – versucht wurde, die Buchstabenformen gemäß dem Vorbild wiederzugeben. Wie die eingeklebten Zeichnungen der Ellenhard-Tumba (Nr. 24†) und die aus Platzmangel quer eingezeichnete Platte für Heinrich von Baruth (Nr. 126) belegen, wurden die Illustrationen erst später eingefügt. Dieses Vorgehen legt auch der noch erhaltene Konzeptband (BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 161) von Schmidt nahe: Er enthält den gesamten Text aller drei Bände, jedoch ohne die Urkundenabschriften und auch ohne die Abbildungen, für die stets nur Platzhalter für eine spätere Ausführung reserviert sind.

Auch wenn die meisten der in der Schmidtschen Chronik wiedergegebenen Inschriftentexte durch andere Kopialen belegt sind und auch zur Mehrzahl der Nachzeichnungen die Originale noch existieren, kommt dem Werk in bezug auf die Gesamtheit des hier versammelten archivalischen und epigraphischen Materials eine Schlüsselstellung unter den Quellen zu St. Andreas zu. Eine vollständige Abschrift des mittleren 19. Jahrhunderts ist ebenfalls erhalten (AEM H 270–272).

BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 175: Akt (Maße 33 x 21,5 cm) im alten Papierumschlag mit Beschriftung Relationes Historicae et alia notata De Sanctitate Ellenardi fundatoris Collegiatae Si Andrae freising.

Der im Zusammenhang mit der geplanten Kanonisation von Bischof Ellenhard im Stift St. Andreas in den Jahren 1723–1725 erwachsene Akt wurde in der auslaufenden Korrespondenz größtenteils von Franz Joseph Anton Schmidt verfaßt. Enthalten sind zahlreiche historische Notizen, teils mit Transkriptionen der Inschriften der Ellenhard-Tumba (Nr. 24†), aber auch eine kleine dreidimensionale Ansicht der Tumba (Abb. 149) sowie ein Blatt mit der simultanen Nachzeichnung ihrer Aufsicht, des rechten Seitenteils sowie der beiden Schmalseiten, wie sie in einigen anderen Werken ebenfalls dargestellt ist (AEM H 57, BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 162, BSB Cgm 1717, HVO Ms. 318, AEM H 270). An der Nachzeichnung hier fallen die sehr sorgfältige, künstlerische Ausführung und das Bestreben, den Schriftcharakter getreu wiederzugeben, auf, ebenso die Darstellung des nach Erneuerung der Tumba 1723 so nicht mehr existierenden abgearbeiteten linken Strebepfeilers an der kopfseitigen Fläche (Nr. 1 in der Nachzeichnung). Dies läßt darauf schließen, daß die dem Akt beigegebene Nachzeichnung älter als der gesamte, 1723 einsetzende Aktenvorgang ist und vielleicht sogar als „Urbild“ aller späteren Nachzeichnungen zu gelten hat.

BayHStA Oefeleana Nr. 23: Buchkassette (Maße 29 x 17 cm) mit ungebundenen Folioblättern, die Kassette aus Karton, der Rücken mit braunem, goldgeprägten Leder, die Hülle mit grau getupftem [Druckseite LXXI] Kleisterpapier bezogen, braunes Rückenschild mit Goldprägeschrift ANDREAE FELICIS OEFELII BIBLIOTH(ECA) BOICI., auf grünem Rückenschild CANCELLARII BOICI TOM. III.

BayHStA Oefeleana Nr. 24: Buchkassette (Maße 29 x 17 cm) mit ungebundenen Folioblättern, die Kassette aus Karton, der Rücken mit braunem, goldgeprägten Leder, die Hülle mit grau getupftem Kleisterpapier bezogen, braunes Rückenschild mit Goldprägeschrift ANDREAE FELICIS OEFELII BIBLIOTH(ECA) BOICI., auf grünem Rückenschild CANCELLARII BOICI TOM. IV.

BayHStA Oefeleana Nr. 25. Buchkassette (Maße 29 x 17 cm) mit ungebundenen Folioblättern, die Kassette aus Karton, der Rücken mit braunem, goldgeprägten Leder, die Hülle mit grau getupftem Kleisterpapier bezogen, braunes Rückenschild mit Goldprägeschrift: ANDREAE FELICIS OEFELII BIBLIOTH(ECA) BOICI., auf grünem Rückenschild: CANCELLARII BOICI TOM. V.

Jede der Buchkassetten enthält teilweise zu Produkten zusammengestellte, teilweise lose, vor allem in BayHStA Oefeleana Nr. 23 alphabetisch sortierte Folioblätter von der Hand Andreas Felix Oefeles mit Abschriften aus Archivalien, Druckwerken und von Grabinschriften zu den bayerischen Kanzlern und Vizekanzlern. Als Entstehungszeit der Blattsammlung ist der Zeitraum um 1760/80 anzunehmen.

In BayHStA Oefeleana Nr. 23 ist ein Cancellarij Frisingenses betiteltes Produkt mit Quellenabschriften zur Genealogie und Vita der jeweiligen Freisinger Kanzler enthalten, wobei auch Materialien zu Familienangehörigen aufgenommen sind. Grabinschriften beinhaltet die Blattsammlung zu Hieronymus Aurbach für Katharina Kepser (Nr. 241) und ihn selbst (Nr. 443†), die zu Wolfgang Hunger für ihn selbst (Nr. 242), die zu Johann Lorich für ihn selbst und seine Ehefrau (Nr. 296†), die zu Ludwig Römer ebenfalls für ihn selbst und seine Ehefrauen (Nr. 279† mit kolorierter Wappennnachzeichnung, 317†). Die Inschriftentranskription des Epitaphs für Ludwig Römer (Nr. 317†) stellt außerdem die einzige Überlieferung dieser sonst unbekannten Inschrift dar. Außerhalb dieses Produkts sind auch noch in der Zusammenstellung für Augustin Lösch zwei Inschriften enthalten, die seine Ehefrau Anna (Nr. 202) und seinen Sohn Leo, den nachmaligen Freisinger Bischof (Nr. 250), betreffen. In BayHStA Oefeleana Nr. 24 ist nur in der Blattsammlung für Ludwig Tölkner die Grabinschrift für Domdekan Konrad Tölknar (Nr. 54) enthalten, in BayHStA Oefeleana Nr. 25 in derjenigen für Johann Georg Herwart die Gedenkinschrift für Johann Christoph Herwart (Nr. 395).

Es erscheint zweifelhaft, ob sich Anton Felix Oefele für seine Materialsammlung der Freisinger Kanzler im Grabschriftenverzeichnis (BSB Oefeleana 10 IV) seines Bruders Joseph Anton Leopold bediente, da in Fällen, wo dieselbe Inschrift in beiden Verzeichnissen aufscheint, deutliche Unterschiede zwischen den Transkriptionen zu beobachten sind (etwa bei Nr. 296†), auch ist Nr. 317† nicht im Freisinger Grabschriftenverzeichnis des Bruders erfaßt. Es scheint also weitere, Anton Felix Oefele noch zur Verfügung stehende Abschriften der Freisinger Inschriften gegeben zu haben, die sich jedoch nicht erhalten haben.

BayHStA HL 3 Fasz. 155/13: Akt (33,5 x 22 cm) im blauen Kartonumschlag, 24 Produkte zu 37 unfol. Blättern.

Der Akt umfaßt Besprechungsnotizen, Textentwürfe, Korrespondenz und Verträge zwischen der bischöflichen Kanzlei und dem Münchner Glockengießer Wolfgang Steger zum Guß der acht neuen Domglocken (Nr. 259266†) in den Jahren 1563/64. Besonders drei Produkte zu Beginn sind von größter epigraphischer Relevanz: Im ersten Produkt, das aus zahlreichen, flüchtig niedergeschriebenen Besprechungsnotizen besteht und rückseitig den Betreff Relation in causa dess Glockengießers zu München trägt, wird Sebalt Hering, Steinmetz, der sechs staine thäfele gemacht, erwähnt. Damit sind die Model aus Solnhofer Stein gemeint, die zur Herstellung der Schriftkartuschen (jeweils Inschrift II) dienten. Außerdem sind auf dem letzten Blatt von Nr. 4 bis 8 – die vorherigen 3 Nummern befanden sich wohl auf einem weiteren Blatt, das heute fehlt – die jeweils am Hals und am Schlagring umlaufenden Inschriften notiert, wie sie an den jeweiligen Glocken auch ausgeführt wurden, und zwar in der Reihenfolge Nr. 262/III, I; 263/I, II; 264/I, III; 265/III, I; 266†/I, III. Hier wird als Autor der Verse der Freisinger Hofpoet Joachim Haberstock genannt. Das folgende Produkt, das mit Inscriptiones in Campanas überschrieben ist, beinhaltet Textentwürfe für die Schriftkartuschen, die auf der Flanke der Glocken angebracht sind und für die sich drei der Model aus Solnhofer Stein erhalten haben. Die fortlaufende Numerierung ist III, VII, IIII, I, II, V, VI, VIII (Nr. 264/II, 266†/II, 262/II, 259/II, 260/II, 263/II, 261/II, 265/II). Neben einigen Textergänzungen und -änderungen gegenüber der späteren Ausführung fällt auf, daß die Inschriften von Nr. 261 und 264 noch vertauscht sind, ebenso von Nr. 265 und 266†. Einige nach II (Nr. 260/II) eingeschobene Textentwürfe wurden nicht umgesetzt. Ein weiteres, ebenfalls Inscriptiones in Campanas betiteltes Produkt stellt eine Reinschrift des vorigen dar, doch gibt es auch hier noch Ausstreichungen; die vertauschte [Druckseite LXXII] Reihenfolge ist identisch. Ein späterer Vermerk auf der Rückseite (von Georg Philipp Finckh?) stellt fest: seindt nicht also uf die glokhen gemacht word(en), sond(ern) wie zu sehen schone vers darauf gegoss(en) word(en).

Neben der Tatsache, daß durch den Aktenvorgang selbst sowie durch die darin enthaltenen Textentwürfe die Entstehung des größten heute noch erhaltenen Renaissance-Geläuts in Europa eindrucksvoll dokumentiert ist, erscheint aus epigraphischer Sicht besonders bemerkenswert, daß die hier versammelten Texte auch eine Rekonstruktion der Beschriftung der später umgegossenen kleinsten Glocke (Nr. 266† zu Nr. 267) erlauben.

BayHStA HL 3 Fasz. 161 Inventar 1745: Band (Maße 30,5 x 20 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, Reste von zwei blauen Schließbändern, auf dem Vorderdeckel goldgeprägtes Wappen von Bischof Johann Theodor mit Umschrift IOH: THE: D: G: EP: FR: &RAT: UT: BA: &S: P: D: G: P: R: S: R: I: P: L: L, alte Signaturen N: 32, 3 RN. 32. 3 unfol. + 184 fol. + 1 unfol. Blätter. Titel: Inventarium Yber die obere Domb-Custorey … Anno Partus Virginei. 1795. Erneuert a(nno) 1756. et. 1757.

Das 1745 angelegte Dominventar, das erstmals 1756/57 und zuletzt 1791 überarbeitet wurde, listet auch mehrere Inschriftenobjekte mit Beschreibungen, so die vier Kopfreliquiare (Nr. 30†, 32†, 33†, 97†), das Pluviale von 1594 (Anh. Nr. B9) und den 1593 datierten Ornat mit Stifterinschrift von Anton Welser (Nr. 336a†).

Bayerisches Nationalmuseum München

BNM Bibl. Inv. 432: Band (Maße 31,5 x 20,5 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, zwei grüne Schließbänder, Schnitt rot. 162 pag. (+ 56 unpag. Wappentafeln) Seiten + 41 fol. (fol. 4–44) + 2 unfol. Blätter. Titel: Wappenbuch der Frauenberger. Unvollständig, das Titelblatt und die ersten Seiten fehlen.

Die uneinheitliche Paginierung im hinteren Teil als auch ein damit verbundener Handwechsel sind Indizien für eine Kompilation der Handschrift aus unterschiedlichen Teilen. Das in der Art der Adelsgenealogien von Eckher und Prey um 1730 angelegte Wappenbuch der Fraunberger ist mit zahlreichen Wappentafeln versehen, die von I bis CCI durchnumeriert sind. Im genealogischen Text werden auch mehrere Inschriften aus der Domkirche und aus Weihenstephan zitiert, die allesamt nicht auf Eckher oder Prey zurückzuführen sind, sondern auf anderen Quellen – vermutlich privaten Familienchroniken – basieren. Im Einzelnen handelt es sich um Nr. 37†, 52, 79†, 104†, 152†, 172†, 186†.

Demselben Band ist vorne ein vierseitiges Faltblatt (Maße: 21,5 x 16,5 cm) beigelegt, das der Mitte des 18. Jahrhunderts angehört. Sein Titel lautet: Sepulchrales Inscriptiones Perillustris Familiae Frauenbergicae (etc.) Fundatoris Mon(aste)rij Weihen Stephanensis ord(inis) S. P(atris) Benedictj. Hier werden mit ausführlichen Standortangaben sieben durchnumerierte Inschriften aus Weihenstephan in der Reihenfolge Nr. 172†, 104†, 15†, 36†, 152†, 186†, 79† wiedergegeben. Von diesen ist Nr. 79† nur auf diesem Blatt und im Band selbst, Nr. 36† sogar nur auf dem Blatt vertreten. Die ungefähr zu derselben Zeit durchgeführte Erfassung von Oefele kennt beide Inschriften nicht, ebensowenig Licklederer.

Bayerische Staatsbibliothek München

BSB Cgm 1716: Band (Maße 35 x 24,5 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen. Der von Bischof Eckher auf dem vorderen Buchdeckel vermerkte Titel lautet: Praepositi, Decani, et Canonici Cathed(ralis) Eccl(esi)ae fris(ingensis).

Der Inhalt des Bandes gliedert sich wie folgt (von Eckher geschrieben, sofern nicht anders angegeben): Catalogus Praepositorum Frisingensium Ecclesiae Cathedralis (fol. Ar–Hv), nicht von Eckher geschrieben; Praepositi – Catalogus Praepositoru(m) Frisingensium Ecclesiae Cathedralis (fol. 1r–7v); Decani Ecclesiae Cathedralis Frisingae (fol. ad7, p. 1–8), nicht von Eckher geschrieben (Hand wie fol. A–H); Decani Fris(ingensis) Eccl(esi)ae Maioris (fol. 8r–14v); Ardacensis Praepositura in Austria (fol. 15r–16v); Praepositi S. Andreae Frisingae (fol. 17r– 21r); Praepositi S. Viti Frisingae (fol. 21v–24v); Praepositi S. Johannis Baptistae Frisingae (fol. 25r–27v); Praepositi Ilmünsterienses (fol. 28r–29r); Praepositi Mospurgenses ad S. Castulum (fol. 29v–32r); Praepositi St. Candidi in Inichen in Tyrolli (fol. 33r–35v); Praepositi S. Zenonis in Isen (fol. 36r–39r); Praepositi ad S. Petrum in monte Madronensi (fol. 39r–42r); Praepositi in Schliersee (fol. 42v–44r); Praepositi Werdseenses in Carinthia (fol. 44v–46r); Catalogus Canonicorum (fol. 1v–72r); Canonicj Cathedralis Ecclesiae Frisingensis ex Wiguleo Hundio Collectj (fol. 1r–4r; Hand wie fol. A–H); Praepositi Decanj ad Collegiatas Ecclesias, uti et Suffraganej Frisingenses excerpti ex hundio (fol. ad6r, ad6v), Hand wie fol. A–H; verschiedene Register und Quellenverzeichnisse (fol. 7r–35r + 3 unfol. Blätter).

[Druckseite LXXIII]

Der von Johann Franz Eckher wohl um 1693 begonnene und bis ca. 1711167) fortgeschriebene Konzeptband stellt die Quintessenz seiner langjährigen archivalischen Forschungen zu den Freisinger Domkanonikern dar. In ihm sind nicht nur die Biographien sämtlicher Domherren, Domdekane und Stiftspröpste der dem Hochstift Freising zugehörenden Klöster enthalten, sondern auch deren Grabinschriften, soweit sie Eckher im Original zugänglich waren. Die einzigartige Sonderstellung dieses Verzeichnisses resultiert zum einen daraus, daß hier erstmals der Freisinger Inschriftenbestand nicht nur allgemein als historische Quelle wahrgenommen wurde, sondern auch die Inschriftentexte selbst eine zuverlässige Transkription erfahren haben, mit der Folge, daß Eckhers Biographien und Inschriftentranskriptionen als Ausgangsmaterial für jede spätere Beschäftigung mit dem geistlichen Personal des Domberges herangezogen wurden, sei es von Prey, Sedlmayr, Bugniet, Heckenstaller oder Schlecht. Zum anderen liegt der Entstehungszeitraum dieser Handschrift noch vor den einschneidenden Umgestaltungen von Domkreuzgang, Benediktuskirche und Dom in den Jahren 1716 und 1723/24; die Standortangaben reflektieren daher den ursprünglichen Aufstellungsort der Denkmäler und erlauben auf diese Weise eine ungefähre Rekonstruktion des vorbarocken Zustandes. Außerdem ist eine Reihe von Inschriften erfaßt, die den späteren Umgestaltungen zum Opfer fiel; hier stellen seine Transkriptionen oftmals die einzige Originalquelle dar. Wie erwähnt, sind Eckhers Inschriftentranskriptionen in der Regel zuverlässig durchgeführt, auch wenn eine exakte buchstabengetreue Wiedergabe in vielen Fällen nicht erreicht wurde168). Wenn ein Domherr neben seinem Domkanonikat auch das Amt des Stiftspropstes an einem oder mehreren der zum Hochstift gehörigen Klöster ausübte und daher in den Teilverzeichnissen mehrmals erfaßt ist, wurde von Eckher die Inschrift an entsprechender Stelle zumeist auch wiederholt. Keine Berücksichtigung fanden bei Eckher dagegen die Denkmäler des St. Johannesstifts, sofern die verstorbenen Kanoniker nicht zugleich auch Domkanoniker waren, ebenso fehlen Bau- und Weiheinschriften des Doms. Daran zeigt sich, daß Eckher weniger an einer Erfassung der Inschriften unter dem epigraphischen Aspekt gelegen war – wie etwa später Oefele – als vielmehr unter einem genealogischen und kirchengeschichtlichen Blickwinkel. Demselben Ansatz folgte Eckhers heute verschollenes Grabsteinbuch der Domkirche, das in weiten Teilen in die Handschrift HVO Ms. 318 von Ignaz Alois Frey eingegangen ist, s. dazu Einleitung LXXXIVLXXXVIII.

BSB Cgm 1717: Band (Maße 37 x 23,7 cm), Einband aus Holz, mit Schweinsleder bezogen, die Deckel mit reicher Prägung, Rückenschild mit (oxidierter) Prägeschrift BESCHREI[BU]NG DER DOMH[E]RRN IN FREYS[I]NG, alte Signatur 3282. 2 unpag. + 1067 pag. + 3 unpag. Seiten.

Der nach Ausweis der Schrift von Johann Michael Wilhelm von Prey verfaßte Domherrenkatalog listet in alphabetischer Reihenfolge die Biographien sämtlicher damals bekannter Domherren. Gemäß einem Eintrag auf p. 683 entstand die Handschrift um 1738. Der Seitenaufbau ist zweispaltig. Nach der Überschrift folgen rechts die biographischen Daten, insgesamt auf dem Eckherschen Domherrenkatalog (BSB Cgm 1716) aufbauend, jedoch teilweise mit zusätzlichen Belegen; links erscheint das kolorierte Wappen des Domherrn, darunter nutzt Prey den Raum, um die in der rechten Spalte zitierten Grabinschriften durch eine bildliche Darstellung des Grabdenkmals zu ergänzen, dabei werden auch gelegentlich auswärtige Stücke abgebildet. Nach jeder Biographie sind einige Blätter für spätere Ergänzungen eingeschaltet.

Prey vereint die meisten damals kopial greifbaren, verlorenen Inschriften wie auch die zu seiner Zeit noch existenten, begeht bei den Transkriptionen jedoch zahlreiche Flüchtigkeitsfehler: So führt er manche Inschriften doppelt auf und mißversteht zum Teil auch die Angaben des von ihm als Vorlage benützten altbayrischen Grabsteinbuchs von Bischof Eckher (BSB Cgm 2267 I), indem er etwa ein Freskogemälde (Nr. 75†) und ein Bildfenster (Nr. 77†) als Grabsteine bezeichnet. Häufig werden von ihm Umschriften in der Nachzeichnungen ganz oder zum Teil zeilenweise wiedergegeben (Nr. 43, 45, 46†, 64, 67, 74, 140†, 157, 168†, 171, 452†) bzw. am Ende der Umschrift eine zweite Zeile eingeschaltet (Nr. 86, 132), korrekt nachgezeichnete Grabplatten und Epitaphien mit vertauschten, verkürzten und Phantasie-Inschriften versehen (Nr. 165/164†, 225, 236, 237/271†, 282†/318, 283, 316†, 365, 370, Anh. C5) oder gleich das ganze Grabmal durch eine Phantasiedarstellung „rekonstruiert“ (Nr. 40†, 60†, 168†, 388). Andere, zumeist abgegangene Inschriften sind in quadratische Bodenplatten integriert (Nr. 21†, 25†, 35, 39†, 108†, 115†, 137†, 154†, 174†, 177†, 193†, 244†, 321†, 460), obwohl dies den Beschreibungen Eckhers zuwiderläuft. Dieses Vorgehen scheint darauf hinzudeuten, daß Prey zu diesem Zeitpunkt nicht das heute verschollene [Druckseite LXXIV] Eckhersche Grabsteinbuch der Domkirche vorgelegen hat, in dem sich – wie die Teilkopie durch Frey belegt – zutreffende Nachzeichnungen der vor 1716 noch existenten Originale befunden haben. Dagegen scheint von ihm das altbayrische Grabsteinbuch von Eckher (BSB Cgm 2267 I) herangezogen worden zu sein, wie die von dort übernommene Zeichnung des Schauch-Wappens auf p. 792 nahelegt. Auch erhielt eine größere Anzahl von nachgezeichneten Grabdenkmälern erst gar keine Inschrift (Nr. 16†, 19† [Barockstein], 24†, 38, 53, 72 [p. 989], 83†, 92, 93, 95, 103, 110, 126, 149, 156, 207, 270, 274, 277†, 417). Nachzeichnungen mit den korrekten Wiedergaben von Gesamtproportionen, Darstellung, und Inschrift sind bei ihm dementsprechend selten. Besonders hervorzuheben sind – trotz aller Unzulänglichkeiten – die beiden Bischofsgrabmäler Nr. 20 und Nr. 22, bei denen Preys Zeichner sogar eine Nachahmung der Buchstabenformen wagt; sonst werden Minuskelbuchstaben generell nur mit dem Antiqua-Alphabet dargestellt.

Insgesamt ist das Bemühen Preys erkennbar, einen umfassenden Überblick über sämtliche Freisinger Domherren zu geben, angereichert mit Belegen der Tradition, wie eben Wappen, Inschriften und Grabdenkmälern. Doch waren bereits zur Entstehungszeit des Werkes viele Grabdenkmäler verloren, so daß Prey auf ältere Kopiale zurückgriff, leider unter Mißachtung der dafür nötigen Sorgfalt. So bleibt dieses gewichtige Werk ohne größere Bedeutung für die kopiale Überlieferung des Gesamtbestandes wie der einzelnen Inschriften.

BSB Cgm 2267 I: Band (Maße 34,5 x 21,5 cm), neu eingebunden, Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, innen auf dem Vorderdeckel ausgeschnitten und aufgeklebt altes Rückenschild GRABSTEINPVECH I T[HEIL] und alter Titel vom Vorderdeckel Grabstein H, dazu Besitzvermerk Ex libris Johannis Francisci Eckhers à Käpfing Decani Fris(ingensis) a(nn)o 1693. Uneinheitliche Foliierung bzw. 2 unpag. + 141 pag. + 3 unpag. Seiten. Nur von Eckher geschrieben. Auf fol. 7r oben der Vermerk Ex Testamento Cel(sissi)mi Jo(hannis) Franc(isci) Ep(iscop)i Fris(ingensis) cit(etur) Franc(isci) Sig(ismundi) Ant(onii) Eckher a(nno) 1727.

BSB Cgm 2267 II: Band (Maße 33,5 x 21,5 cm), neu eingebunden, Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, altes Rückenschild Grab[st]ein[pue]ch 2. Theil. 1 unfol. + 176 fol. + 8 fol. Register (für Band I) + 1 unfol. Blätter. Von Eckher begonnen, später auch andere Hände und Ergänzungen von Prey. Auf fol. 1r oben der Vermerk Ex Test(a)m(en)to Cel(sissi)mi Jo(hannis) Fran(cisci) Ep(iscop)i Fris(ingensis) c(itetur) Franc(isci) Sig(ismundi) Antonii Eckher a(nno) 1727.

Die vier Bände des altbayrischen Eckherschen Grabsteinbuches sind das Ergebnis der langen Sammeltätigkeit des Domdekans und nachmaligen Bischofs Johann Franz Eckher von Kapfing, der dieser auf seinen Reisen als Genealoge und Geistlicher nachging. Während die Bände III und IV gemäß dem Innentitel Abschriften der Excerpta Boico-Stemmographica von Wolfgang Schaumberger sind und durchwegs Inschriften aus der Seeoner Gegend und dem Chiemgau enthalten, weisen die Bände I und II Nachzeichnungen von Inschriftendenkmälern – zumeist Grabplatten – aus dem ganzen altbayrischen Raum auf. Bis ca. p. 65 besitzt Band I den Charakter eines Skizzenbuches, in dem auf jeder Seite teilweise bis zu 20 Grabsteine samt Inschriften mit Feder, manchmal auch nur mit Bleistift schematisch wiedergegeben sind, vermutlich im Zuge einer Aufnahme vor Ort, dazu sind ungefähre Standortangaben notiert, vereinzelt gibt es auch kolorierte Nachzeichnungen. Später beruhigt sich die Seitengestaltung, auf einer Seite werden weniger – manchmal nur vier – Abbildungen untergebracht, bei zugleich größerer Sorgfalt und Detailgenauigkeit in der Ausführung. Zahlreiche Nachzeichnungen sind mit Andreaskreuzen durchbalkt, wobei ein Vergleich mit dem Preyschen Grabsteinbuch (SBBA Msc. M.v.O. Ms. 39) ergibt, daß nur die nicht durchbalkten Nachzeichnungen in dieses übernommen wurden. In der Eckherschen Adelsgenealogie (BSB Cgm 2268), die ebenfalls Prey ausgewertet hat, finden sich durchgängig ähnliche Ausstreichungen; sie stammen im Eckherschen Grabsteinbuch offensichtlich auch von Prey. Band II dagegen ist von Anfang an als Reinschriftexemplar konzipert: Meistens wurden hier von ihm auf einer Seite vier Grabplatten abgebildet, ein Konzept, das auch die von ihm beauftragten Schreiber bzw. Zeichner gewissenhaft und sauber ab fol. 164v weitergeführt haben; der letzte Nachtrag auf fol. 173v stammt von Prey. Allen Nachzeichnungen ist gemeinsam, daß Eckher weniger Wert auf eine detaillierte bildliche oder epigraphische Darstellung legte als auf den genealogischen und heraldischen Informationsgehalt der Objekte. So scheinen die beiden Bände seines altbayrischen Grabsteinbuchs vor allem im Hinblick auf die Verwertbarkeit für die von ihm verfaßte bayrische Adelsgenealogie angelegt worden zu sein, ohne daß alle Inschriftentexte dort auch transkribiert sind; umgekehrt gibt es nur für den kleinsten Teil der in der Adelsgenealogie zitierten Grabinschriften auch Nachzeichnungen des betreffenden Objekts. Die in die Nachzeichnungen eingetragenen Grabinschriften sind im Allgemeinen zuverlässig, doch lassen sich vereinzelt auch Kurzfassungen von Inschriften beobachten (z. B. Nr. 324†), die wohl einer gewissen Zeitnot bei der Erfassung geschuldet sind.

[Druckseite LXXV]

Die Zahl der Freisinger Inschriften hält sich – die Bischofs- und Domherrengrabdenkmäler ausgenommen, für die Eckher und Prey separate Werke angelegt hatten – erstaunlicherweise in Grenzen: Band I besitzt Nachzeichnungen von Inschriftenobjekten aus der Benediktuskirche (Nr. 62†, 63, 70†, 75†, 77†), St. Georg (Nr. 114, 155, 421, 430) und St. Veit (Nr. 276†, 347†, 383†, 406†, 441†, 461†), Band II aus St. Veit (Nr. 111†, 218†, 291†, 324†, 331†), St. Andreas (Nr. 358†), der Franziskanerkirche (Nr. 399†) sowie das Denkmal für Nikolaus von Abensberg (Nr. 131†) – eine verschwindend geringe Menge gemessen am Gesamtbestand der Freisinger Inschriften. Weihenstephan, Neustift, St. Johannes Baptist und St. Peter sind überhaupt nicht berücksichtigt. In jeder Hinsicht außergewöhnlich sind die beiden Seiten p. 41 und p. 42 in Band I, wo Eckher im Anschluß an die Wappen des Freisinger Seelnonnenhauses die Bildfenster der Benediktuskirche (Nr. 62†, 63, 70†, 77†) sowie ein Freskogemälde (Nr. 75†) koloriert wiedergibt und sie damit vor ihrer wenig später – im Jahre 1716 – erfolgten Zerstörung dokumentiert. Aber auch die meisten der anderen bei ihm versammelten Freisinger Inschriften sind nur durch diese Quelle ihrem Aussehen nach überliefert, da die Sammlung von Oefele nur die Inschriftentexte und eine Kurzbeschreibung, aber keine Nachzeichnungen bietet. Insgesamt stellt das altbayrische Grabsteinbuch von Eckher also eine erstrangige Überlieferungsbasis für eine Reihe von Freisinger Inschriften dar. Ebenso beinhaltet auch das sog. Preysche Grabsteinbuch (SBBA Msc. M.v.O. Ms. 39) sämtliche Freisinger Inschriften des Eckherschen Originals169).

BSB Cgm 2268 I: Band (Maße 34 x 22 cm), wohl um 1920/30 neu gebunden, Einband aus Karton, Rücken mit Leinen, die Deckel mit ockerfarbigem Papier bezogen. 398 fol. (hierin fol. und pag. gemischt) + 2 unfol. Blätter bzw. 4 unpag. + 561 pag. (p. 19–579) + 5 unpag. Seiten. Vorne mit Besitzvermerk Ex libis Jo(hannis) Francisci Eckhers à Käpfing Decani Fr(isingensis) a(nn)o 1693.

BSB Cgm 2268 II: Band (Maße 33,5 x 21,5 cm), wohl um 1920/30 neu gebunden, Einband aus Karton, Rücken mit Leinen, die Deckel mit ockerfarbigem Papier bezogen. 1 unfol. + 528 fol. (fol. 303, fol. 398–924, hierin pag. und fol. gemischt) + 1 unfol. Blätter bzw. 2 unpag. + 713 pag. + 3 unpag. Seiten.

BSB Cgm 2268 III: Band (Maße 32 x 21 cm), wohl um 1920/30 neu gebunden, Einband aus Karton, Rücken mit Leinen, die Deckel mit ockerfarbigem Papier bezogen. 6 unfol. + 293 fol. + 7 unfol. Blätter.

BSB Cgm 2268 IV: Band (Maße 33 x 21 cm), wohl um 1920/30 neu gebunden, Einband aus Karton, Rücken mit Leinen, die Deckel mit ockerfarbigem Papier bezogen. 1 unfol. + 231 fol. (fol. 293–523) + 4 unfol. Blätter.

BSB Cgm 2268 V: Band (Maße 34,5 x 21,5 cm), wohl um 1920/30 neu gebunden, Einband aus Karton, Rücken mit Leinen, die Deckel mit ockerfarbigem Papier bezogen. 3 unfol. + 348 fol. + 1 unfol. Blätter.

Die fünf umfangreichen Bände, die von Johann Franz Eckher laut Ausweis des in Band I eingetragenen Besitzvermerks ab ca. 1693 – also noch während seiner Zeit als Domdekan – angelegt wurden, gehören zu den ambitioniertesten Unternehmungen des Genealogen Eckhers. Sein Ausgangspunkt war das 1585/86 erschienene Bayrisch StammenBuch des Wiguleus Hundt, das er unter Auswertung einer Vielzahl von Originalurkunden und genealogischer Sammlungen (u. a. auch der in seinem Besitz befindlichen Materialsammlung des Carl Schifer Frhr. von und zu Freyling, BSB Cgm 888–894) zu überarbeiten beabsichtigte. Die einigermaßen alphabetisch geordnete Sammlung ist auf jeder Seite zweispaltig angelegt, wobei der Haupttext in der rechten Spalte, die zahlreichen Ergänzungen und Korrekturen in der linken Spalte in Eckhers Konzeptschrift notiert sind, für die Inschriftentexte wird von ihm jedoch zumeist ein sauberer, einer Antiqua ähnlicher Schrifttyp verwendet. Besonderes Gewicht erhält Eckhers Adelsgenealogie dadurch, daß sie – zusammen mit BSB Cgm 1716 und Cgm 2267 – die früheste und oft auch einzige Originalüberlieferung zahlreicher, später oftmals abgegangener Inschriften darstellt, auf die fast alle nachfolgenden Freisinger Inschriftensammlungen aufbauen. Der überwiegende Teil der enthaltenen Inschriften aus Freising bezieht sich auf die Denkmäler der Domherren in Dom und Domkreuzgang, und nur ganz vereinzelt finden sich Inschriften aus St. Veit (Nr. 218†, 461†), St. Johannes Baptist (Nr. 418), St. Georg (Nr. 421) und – einer Handschrift von Hundt (Cgm 2298) entnommen – Weihenstephan (Nr. 138†). Auch wenn nicht in jedem Falle eine buchstabengetreue Überlieferung vorliegt, sind die Transkriptionen Eckhers doch generell als zuverlässig einzustufen. Wie ein Eintrag vorne in Band I angibt, hatte Bischof [Druckseite LXXVI] Eckher am 5. Juni 1721 die Bände Johann Michael Wilhelm Prey übereignet und ihm zwei Tage später weiteres, darin nicht enthaltenes Material – wohl BSB Cgm 2269 – leihweise zur Verfügung gestellt, mit dem Auftrag, eine Neufassung der Adelsgenealogie (BSB Cgm 2290) anzufertigen. Noch im Vorjahr hatte Eckher die fünf Bände abschreiben und die nunmehr zehn Bände reich illustrieren lassen; sie sind zuletzt 1726 in der bischöflichen Handbibliothek nachweisbar und gingen später verloren.

BSB Cgm 2269: Band (Maße 34,5 x 21,5 cm), wohl um 1900 neu gebunden, Einband aus Karton, Rücken mit Leinen, Deckel mit Papier bezogen. 3 unfol. + 179 fol. + 5 unfol. Blätter. Titel (19. Jahrhundert): Baiersches Genealogisches Lexikon.

Der von Eckher geschriebene Band schließt sich eng an seine bayerische Adelsgenealogie (BSB Cgm 2268 I–V) an und entstand wie diese wohl ab ca. 1693, wobei die Nachträge bis ca. 1713 reichen. In ihm sind nur wenige, zum Großteil später abgegangene Inschriften (Nr. 26†, 46†, 51, 80, 83†, 137†, 154†, 187) enthalten.

BSB Cgm 2290 IX: Band (Maße 35 x 23,5 cm). Deckel aus Holz, mit geprägtem Schweinsleder bezogen, Reste von zwei Schließen, Schnitt rot, altes Rückenschild mit Prägebuchstaben: MANUSCRIPT : VON. DEM. VON BREY. LITT: F. TOM: IX., dazu mit Tinte ergänzt: IX und F.; alte Signatur Hbh XIII 500. 2 unfol. + 566 fol. + 1 unfol. Blätter bzw. 20 unpag. + 1110 pag. + 4 unpag. Seiten. Titel: Bayrischen Adls Beschreibung auch Anderer Geslechter FRAGMENTA Sub Littera. F. Tomus IX:nus. Beschriben von dem Hochwürdigisten und Hochgebohrnen Fürsten, und Herrn Herrn JOANNE FRANCISCO Bischoven und deß Heil. Röm(m). Reichs Fürsten Zu Freysing. Hernach aber Vermehret, mit Wappen gezieret, und in gegenwertige ordnung gebracht von Mir JOAN MICHAEL WILHELM von PREY Hochfürstl. Freysing: Hof-Cam(m)er DIRECTORE, und Würcklich Geheim(m)en Rhatt. Freysing den 30. February. Annô. 1741. ̇Teils von Prey, teils von anderen Schreibern.

Johann Michael Wilhelm von Preys Bayrischen Adls Beschreibung stellt die größte genealogische Unternehmung zur Erfassung der altbayrischen Adelsgeschlechter dar, die in 33 teils voluminösen Bänden überkommen ist170). Dabei konnte Prey auf Vorarbeiten von Bischof Eckher aufbauen, vor allem auf dessen fünfbändige Adelsbeschreibung (BSB Cgm 2268), von der er ausführliche Exzerpte angefertigt hat; sieben, die Buchstaben A–H umfassende Bände dieser Genealogica Notata genannten Exzerptsammlung sind noch erhalten (BSB Cgm 2291). Darüberhinaus benutzte Prey Adelsgenealogien, die ihm von den jeweiligen Familien zugesandt worden waren, sowie zahlreiches anderes, von ihm selbst gesammeltes Quellenmaterial. Die derart angereicherten Genealogica Notata wurden schließlich ab 1740 in Reinschrift übertragen, teils von Prey selbst, teils von Schreibkräften. Allerdings gelang es Prey aufgrund seiner beruflichen Stellung unter Bischof Johann Theodor – er war zum Geheimen Rat und Hofkammerdirektor befördert worden – nicht mehr, die Adelsbeschreibung zu vollenden. Daraus erklärt sich, daß ab Band XV die entsprechenden Seiten der Buchstaben I–Z der Notata hinter die sauber geschriebenen Titelblätter und die bereits fertiggestellten Teile der jeweiligen Familie eingeklebt sind, ab Band XXX besteht der Inhalt nur noch aus neuen Titelblättern und den aufgeteilten Notata; andere Familienbeschreibungen fehlen hier ganz und sind nur in separaten Faszikeln überkommen (z. B. Cgm 2786). Die seit der Säkularisation bestehende Numerierung und Ordnung der Bände entspricht im Übrigen auch nicht der ursprünglichen, da die einem einzelnen Adelsgeschlecht gewidmeten Bände VIII (Eckher), XXI–XXII (Prey) und Törring (XXVI–XXIX) schon früher entstanden sind: so vermeldet etwa das Titelblatt der Törring-Bände das Datum des 21. März 1724. Andererseits gibt der Titel von Band XXIV an, man habe den Inhalt dieses Bandes aus der Baron Prey(ischen) Verlassenschafft zusam(m)en gesuchet d(en) 10. Junj 1752. So gibt sich die überkommene Adelsbeschreibung von Prey als heterogenes Werk zu erkennen, doch tritt dieser Makel gegenüber der enormen Arbeitsleistung in den Hintergrund, die in der Erweiterung und Überarbeitung des Eckherschen Werks erkennbar wird.

Eine Seite gliedert sich bei Prey in drei Teile, wobei die rechte Spalte den Namen des Adelsgeschlechts und den biographischen Text aufnimmt, die linke Spalte der Wiedergabe des Wappens und der Grabdenkmäler dient, und ein schmaler Mittelstreifen Platz für namentliche Querverweise bietet. Bei den ersten Bänden sind noch kolorierte Wappentafeln für die im Band genannten Familien vorgeschaltet. Die Anzahl der Nachzeichnungen ist mit Blick auf die Menge der verwendeten [Druckseite LXXVII] Grabinschriften insgesamt gering und auch nicht konstant; anders als im Falle der biographischen Daten scheint Prey von Eckher nur wenige Nachzeichnungen übernommen zu haben, obwohl ihm die Eckherschen Grabsteinbücher jederzeit zugänglich waren. Auch bleibt der Quellenwert der Freisinger Inschriften in der Preyschen Adelsgenealogie gering, da er – wie auch schon in seinen früheren Werken – keine Originaltranskriptionen einbringt, sondern die Inschriftentexte ausnahmslos aus vorhandenen Quellen schöpft, hier vor allem aus dem StammenBuch von Wiguleus Hundt, dem verlorenen Eckherschen Grabsteinbuch von Dom und Domkreuzgang (überliefert in HVO Ms. 318), Eckhers altbayrischem Grabsteinbuch (BSB Cgm 2267) sowie aus den anderen Domherren- und Adelsverzeichnissen Eckhers (BSB Cgm 1716, 2268, 2269, 2271). Eine Ausnahme liegt möglicherweise im Falle von Preys Überlieferung in Band IX zu Nr. 15† vor, der Wappengrabplatte für Seifrid von Fraunberg († 1267) aus Weihenstephan: Sollte die kolorierte Nachzeichnung (Abb. 144) nicht der Phantasie von Preys Zeichner geschuldet sein, dürfte es sich um die einzige bildliche Überlieferung dieser um 1810 zerstörten Platte handeln.

BSB Cgm 2298: Band (Maße 32 x 21,5 cm), neuerer Einband aus Karton, Rücken und Ecken mit grauem Leinen, die Deckel mit blauem Papier bezogen, Rückenschild mit Beschriftung: Hundts Bayr(isches) Stammenbuch. II. Teil. 6 unpag. + 62 pag. Seiten + 575 fol. (fol. 63–637) + 2 unfol. Blätter. Innen auf dem Deckel auf eingeklebtem Blatt Besitzvermerk von der Hand Eckhers Ex libris Jo(hannis) Francisci Eckhers â Käpfing Decani Fris(ingensis) a(nn)o 1693. Dis(es) buch hat H(err) Wigule(us) hundt ausgeh(en) lass(en), darin(en) sein aigne handtschrifft, ist das original. ̇Von Wiguleus Hundt, mit zahlreichen Nachträgen von Eckher.

Der ungedruckt gebliebene 3. Teil des Stammenbuchs von Wiguleus Hundt schließt sich nach Aufbau und Inhalt den beiden gedruckten Teilen an. Die Originalhandschrift Hundts erwarb Eckher noch zu Zeiten als Domdekan, exzerpierte sie, versah sie mit zahlreichen Anmerkungen und fügte teilweise größere Abschnitte hinzu. Die einzige in ihr enthaltene Freisinger Inschrift ist ein mit Stifterinschrift versehenes Bildfenster im Kreuzgang von Kloster Weihenstephan (Nr. 138†). Schon Eckher kannte das Fenster nicht mehr und stützte sich in seiner bayerischen Adelsgenealogie (BSB Cgm 2268 V) deshalb auf die Angaben von Hundt.

BSB Cgm 5805: Band (Maße 19 x 15 cm), Umschlag aus Karton, mit einem zweispaltig beschrifteten Pergamentblatt des 15. Jahrhunderts bezogen, alte Signatur K. B. Allgemeines Reicharchiv Hochstift Freising Domkapitel III 8/6 No. 30. 69 fol. Blätter. Innen auf dem Vorderdeckel Besitzvermerke von Georgij Maulperger Ludirectoris ad S Andream 1626, Choralist bei St. Andreas, Johann Michael Wendl 1717, Thomas Passauer 1722; letztgenannter übergab die Handschrift ans Stiftsarchiv St. Andreas.

Der kleine Band, dessen Titelblatt fehlt, beinhaltet eine in deutscher Sprache verfaßte Freisinger Bischofschronik, die – wie ein Handwechsel ab der Biographie von Bischof Veit Adam nahelegt – um 1600, in jedem Falle aber nach 1575 entstanden ist, da der 1574 oder 1575 erfolgte Diebstahl des Stabes des hl. Korbinian Erwähnung findet. Weitere Handwechsel und Nachträge bis zu Bischof Eckher lassen sich auf fol. 69r (derselbe Schreiber wie bei AEM H 64 p. 599ff.) und ab fol. 69v feststellen. Wie Joseph Schlecht überzeugend dargelegt hat, handelt es sich bei dieser Chronik um die Abschrift einer verlorenen Vorlage, die jedoch nicht in der teilweise auf Deutsch verfaßten Chronik AEM H 253 zu suchen ist. Die wenigen darin zitierten Grabinschriften der Freisinger Bischöfe (Nr. 19†, 20, 93, 95, 150†) basieren mit Sicherheit auf der älteren kopialen Überlieferung oder gehen auf die Ausgabe von 1620 der Metropolis Salisburgensis von Hundt/Gewold zurück171). Die vorliegende Freisinger Bischofschronik diente aber selber wiederum als Vorlage für die Chroniken AEM H 669 (Schlecht A1), AEM H 666 (Schlecht A2) und AEM H 667 (Schlecht B)172). Dabei erscheint bemerkenswert, daß die Chroniken nicht völlig identisch sind, was sich auch an der nicht übereinstimmenden Folge der Grabinschriften zeigt: So enthält AEM H 669 die Nummern 19†, 20, 93, 95 und AEM H 666 die Nummern 19†, 20, 93, 150†, während AEM H 667 keine einzige Grabinschrift mitteilt.

BSB Clm 1016: Band (Maße 27,7 x 19,5 cm), Einband aus Holz, mit weißem Leder bezogen, reiche Ornament-Prägung, über dem hochrechteckigen Mittelfeld Prägeschrift ∙ C ∙ F ∙ A ∙, darunter ∙ 1∙ 5 ∙ 75 ∙, Rücken teilweise mit bedruckten Papierresten bezogen, alte Signaturen Cod. bav. 16, Weihenstephan 59, vorne ein Exlibris des Klosters Weihenstephan, 1646. Pergament, 35 fol. Blätter. Titel: [Druckseite LXXVIII] Chronica: WEIHENSTEPHENSIS COENOBII FVNDATIONEM ET ABBATES CONTINE(N)S. SVB REVERENDO IN CHR(IST)O PATRE AC D(OMI)N(O) D(OMI)N(O) CASPARO FRASIO AICHENSI, EIVSDEM COENOBII ABBATE RECOGNITA ET AUCTA, PER Georgium Amersee ad D. Andream Frisingae ludirectorem transcripta: - Anno D(OMI)NI M . D . LXXV; Ad lectorem Georgij Amersee hexastichon.

Die bis 1705 weitergeführte Chronik des Klosters Weihenstephan von Abt Caspar Fras und Georg Ammersee berücksichtigt zahlreiches mittelalterliches Quellenmaterial; Inschriften gehören jedoch nicht dazu. Das hier wiedergegebene sog. Tedmons-Gedicht (Anhang Nr. A1) ist eine Abschrift aus BSB Clm 21571 und wird von den Autoren der Chronik irrtümlich auf den Neubau der Weihenstephaner Klosterkirche anstatt – wie Sigmund Benker nachgewiesen hat – auf den annonischen Neubau der Domkirche bezogen.

BSB Clm 1212: Band (Maße 31 x 20,5 cm), Deckel aus Holz, Einband aus geprägtem Schweinsleder, Rücken mit größtenteils abgeschabter Beschriftung ARNPEKHII Chronica Baioariorum, 54, Reste von zwei Schließen, blauer Schnitt, alte Signatur Msc. M. 54. 1 unfol. + 380 fol. + 1 unfol. Blätter.

Bei diesem Band, der sich laut altem Vermerk auf fol. 1r im Besitz der Münchner Jesuitenbibliothek befand, handelt es sich um eine Abschrift der Chronica Baioariorum des Veit Arnpeckh aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts, die sonst nur noch in einem Exemplar – dem Original (BSB Clm 2230) – auf uns gekommen ist. Wenn auch sonst die Abschrift zahlreiche Auslassungen, Kürzungen und Lesefehler aufweist173), so scheinen die Inschriftenwiedergaben nicht in größerem Ausmaße davon betroffen zu sein. Wie in der Vorlage sind sie ohne Hervorhebungen in den fortlaufenden Text eingebunden.

BSB Clm 1287: Band (Maße 29,5 cm x 20 cm), neuerer Einband aus Karton, Halbleinen, die Deckel zusätzlich mit Pergament bezogen, Schnitt hellrot. 22 unpag. + 414 pag. + 26 unpag. Seiten. Von Prey und anderen Händen.

BSB Clm 1289: Band (Maße 29,5 x 20 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, zwei grüne Schließbänder, beschädigter Rücken mit alter Beschriftung Histor[iae] Universalis IIII Gotes[calcus 16.] Egilbert[us 17.] Nitg[erus 18.] Ellenh[ardus 19.], Schnitt hellrot, alte Signatur N: 3661. 12 unpag. + 350 pag. + 10 unpag. Seiten. Von Prey.

BSB Clm 1290: Band (Maße 29,5 x 20 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, eines von zwei grünen Schließbändern erhalten, beschädigter Rücken mit alter Beschriftung [Meginwar]do. 20., [Henricus:] 21., [Otto] magno. 22, [...] 1mo 23., [...] 1079, Schnitt hellrot, alte Signaturen Cod. Bav. 290, N: 3661. 4 unpag. + 355 pag. + 9 unpag. Seiten. Von Prey, mit Ergänzungen von Sedlmayr.

BSB Clm 1291: Band (Maße 29,5 x 19,5 cm), neuer Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, zwei grüne Schließbänder, Schnitt hellrot. 4 unpag. + 421 pag. + 27 unpag. Seiten. Von Prey und anderen Händen, mit Ergänzungen von Sedlmayr.

BSB Clm 1292: Band (Maße 29,5 x 19,5 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, zwei grüne Schließbänder, beschädigter Rücken mit alter Beschriftung Gotfr[idus 30.] Conrad[us] 31. Joanne 1.mo 32. et Conrado 4mo 33. ab Anno 1279 usq(ue) Ad an(no) [...], Schnitt hellrot, alte Signaturen Cod. Bav. 292, N: 3661. 24 unpag. + 329 pag. + 19 unpag. Seiten. Von Prey und anderen Händen, mit Ergänzungen von Sedlmayr.

BSB Clm 1293: Band (Maße 29,5 x 19,5 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, zwei grüne Schließbänder, beschädigter Rücken mit alter Beschriftung [HISTORI]AE [Univ]ersalis: [V]III [...] 34. [...] 36 [...] Leopo[ldus] 37. Bertholdo. 38., Conrado. 5to. 39. Hermano. 40. et Nicodemo. 41. ab Anno [...] [usq(ue)] Ad an(no) 1443., Schnitt hellrot, alte Signaturen Cod. bav. 293, N: 3661. 8 unpag. + 350 pag. + 8 unpag. Seiten. Von Prey, mit Ergänzungen von Sedlmayr.

BSB Clm 1294: Band (Maße 30 x 19,5 cm), Einband aus Karton, mit Pergament bezogen, zwei grüne Schließbänder, Rücken stark beschädigt, Schnitt hellrot, alte Signatur N: 3661. 4 unpag. + 411 pag. + 27 unpag. Seiten. Von Prey und anderen Händen, mit Ergänzungen von Sedlmayr.

Wohl noch in den ersten Jahren seiner Anstellung bei Bischof Eckher verfaßte Prey eine zehnbändige Historia universalis Frisingensis (BSB Clm 1286–1295), die eine Freisinger Bischofsgeschichte für den Zeitraum von 684 bis 1651 darstellt. Unter den angeführten Quellen findet sich auch eine Vielzahl von Inschriften, nicht nur der Bischofsgrabmäler (Nr. 17(†), 19†, 20, 91, 92, 93, 95, 143, 150†, 210, 214†), sondern etwa auch des sog. Semoser-Steins (Nr. 11†) oder des Gestühls von [Druckseite LXXIX] St. Andreas (Nr. 68(†)). Angesichts des breiten kopialen Überlieferungshorizonts für die Bischofsinschriften mag überraschen, daß Prey in BSB Clm 1294 eine bis dato unbekannte Inschrift, nämlich die Stifterinschrift von Bischof Philipp für den im Zuge der ersten Dombarockisierung 1621/24 abgebrochenen Allerheiligen-Altar (Nr. 213†), mitteilt. Da keine der erhaltenen Freisinger Bischofschroniken diese Inschrift verzeichnet, konnte Prey offenbar auf eine heute verlorene Quelle des 16. oder frühen 17. Jahrhunderts zurückgreifen, während sich die spätere Überlieferung durch AEM H 292 und AEM B 8 II wiederum auf Prey stützt.

BSB Clm 2230: Band (Maße 22,5 x 16 cm), Einband aus Holz, Rücken mit Leinen bezogen, darauf Pergamentreste, Deckel mit hellem Lederbezug, dieser mit Arabeskenprägung, Reste von zwei Schließen, alte Signaturen Cim. 415 und Cod. bav. 1230, vorne ein Exlibris von Wiguleus Hundt, 1556. 2 unfol. + 491 fol. Blätter. Titel auf fol. 1r: Prologus In Cronica(m) baioariorum.

Die Handschrift stellt das 1491–1495 von Veit Arnpeck verfaßte Original seiner Chronica Baioarium dar174). Der Inhalt gliedert sich in die Zeit unter römischer Herrschaft (Buch I), die Zeit der Agilolfinger (Buch II), die der Karolinger (Buch III), die der Herzöge verschiedener Häuser und die der Wittelsbacher (Buch V), wobei Arnpeck Material aus nahezu 70 Quellenwerken verarbeitet hat. Im ganzen Werk sind zwei Inschriften enthalten: Zum einen in Buch IV Kap. 7 die auf dem ersten Kopfreliquiar des hl. Korbinian angebrachte Stifterinschrift von Herzog Heinrich dem Zänker (Nr. 1†), zum anderen in Buch II Kap. 22 die Bildbeischriften des gemalten Korbinianszyklus im Dom (Nr. 12†). Beide Inschriften dürfte Arnpeck noch aus eigener Anschauung gekannt haben. Sie sind in den fortlaufenden Text mit zahlreichen Kürzungen eingefügt, jedoch – anders als in den späteren Texteditionen, wie etwa durch Leidinger – ohne Hervorhebung im Text; man begegnet ihnen auch in Arnpecks Abschrift des Traditionscodex von Conradus Sacrista (HABW Cod. Helmst. 205). Eine Abschrift des 17. Jahrhunderts (BSB Clm 1212) hat sich ebenfalls erhalten. Die erste Textedition erfolgte bereits 1721 durch P. Bernhard Pez175).

BSB Clm 6427: Band (Maße 24,5 x 17,5 cm), Einband aus Holz, Rücken mit neuem hellbraunen Leder, die Deckel mit Pergament bezogen, ehemals mit Eckbeschlägen und mittigem Buckel, heute fehlend, innen auf dem Vorderdeckel Exlibris des Freisinger Domkapitels, innen am hinteren Deckel Restaurierungszettel von 1964, alte Signatur Cat. Fris. 227. 1 unfol. + 157 fol. + 1 unfol. Blätter, Pergament.

Der Sammelband aus dem 11. Jahrhundert vereint unterschiedliche Texte zur Liturgie des Kirchenjahres. So stehen auf fol. 1r–100v die capitula et orationes de dominicis, also die Stundengebete der Matutin, Laudes, Prim usw., denen auf fol. 101v–157r kirchliche Benediktionen und auf fol. 157r–157v biographische Einträge zu Freisinger Bischöfen aus dem Jahre 1073 folgen176). Von überragender Bedeutung ist jedoch ein wohl zu Beginn des 12. Jahrhunderts vorgenommener Nachtrag auf fol. 66v, der vier Freisinger Inschriftentexte aus der Benediktuskirche zitiert und jeweils rechts von ihnen klare Standortangaben macht (Abb. 141): Die erste, vierzeilige Inschrift, die sich vor den Chorschranken befand, gibt von einer Bau- bzw. Renovierungstätigkeit durch den Priester Engelschac Nachricht (Nr. 4†); die zweite, ebenfalls vierzeilige Inschrift war in der Apsis angebracht und erinnerte wohl anläßlich einer um 1100 erfolgten Renovierung an die Bedeutung dieser Kirche als Grabstätte des hl. Korbinian (Nr. 5†); die dritte, einzeilige Inschrift zu beiden Seiten der Apsis hob die Kirchenpatrone Martin und Benedikt hervor (Nr. 7†); die vierte, einzeilige Inschrift war eine Bildbeischrift und kommentierte eine Darstellung der Verkündigung und der Geburt Christi (Nr. 3/VII †), die jedoch – wie eine andere Quelle (ÖNB Hs. 806) belegt – einem größeren Zyklus mit weiteren Bildbeischriften angehört hat. Als weiteres Indiz dafür, daß sich diese Verse tatsächlich in der Benediktuskirche und nicht etwa im Dom befunden haben, kann die 1716 im Altarblock der Benediktuskirche gefundene, bald nach 1347 abgefaßte Pergamenturkunde (BayHStA Domkapitel Freising Urkunde Nr. 217) angeführt werden, die neben einem Reliquienverzeichnis des Altars und einer Grabinschrift für Otto von Maxlrain (Anh. Nr. A3) auch die Inschrift Nr. 4† zitiert, die im 14. Jahrhundert dort noch lesbar war.

Ihre singuläre Stellung verdankt die Kopiale der Tatsache, daß sie eines des frühesten Zeugnisse der Erfassung von Inschriften „um ihrer selbst willen“ darstellt. Anders als etwa in der zeitnahen Quelle ÖNB Hs. 806, wo gereimte Inschriftenverse aus Freising Teil einer Gedichtsammlung sind, erscheinen [Druckseite LXXX] in vorliegender Quelle die Inschriften gleichsam aus einem hagiographischen, literarischen und historischen Kontext herausgelöst und werden durch die beigefügten Standortangaben in ihrer Eigenschaft als autonome Textgattung gestärkt. Erst 600 Jahre später kommt es unter Oefele (BSB Oefeleana 10 IV) erstmals wieder zu Inschriftensammlungen, die nicht vorrangig der Darstellung von Historie und damit der Untermauerung historischer Legitimität dienen, wie dies seit Conradus Sacrista der Fall war.

BSB Clm 27154: Band (Maße 31 x 20 cm), Einband aus Karton, Rücken und Ecken mit weißem Leder, die Deckel mit hellbraunem, schwarz gesprenkeltem Papier bezogen, zwei Leinenbänder, roter Schnitt, alte Signatur Weihenstephan Kloster N>o 88. 6 unpag. + 246 pag. + 4 unpag. Seiten. Titel: Synopsis Historiae Weihenstephanensis, Quam Praemissa Dissertatione succinta De Originibus benedictinis in Monte D(ivi) Stephani Hodie Weihenstephan dicto conscripsit P. Benedictus Liklederer, Professus ac p(er) t(empore) prior Claustralis ibidem A. R. S. M. DCCLXXXXII. Pars Prior.

Die Chronik von P. Benedikt Licklederer gehört zusammen mit ihrer Kopie AEM B 1499 zu den bedeutenden Geschichtswerken über das Weihenstephaner Kloster. In ihr sind mehrere Inschriften in den historischen Text eingebunden (u. a. Nr. 15†, 37†, 152†, 172†, 186†, 255†, 285†, 344†, 363†), doch scheint die Erfassung Licklederers mit Blick auf die fünfzig Jahre früher erfolgte Inschriftensammlung von Oefele nicht vollständig zu sein, auch unter der Annahme, daß im Verlaufe des 18. Jahrhunderts einige Steine abgegangen sein dürften. Andererseits finden sich bei Licklederer auch Inschriftentexte, die woanders nicht erfaßt sind, so z. B. Nr. 127†, 130†, 345†, 389†, 390†. Offenbar orientieren sich seine Inschriftenwiedergaben an den originalen Zeilenumbrüchen, die er weitgehend berücksichtigt. Hilfreich sind Licklederers Standortangaben, denn diese fehlen bei Oefele gelegentlich.

BSB Clm 27475: Ungebundene, fadengeheftete Folioblattlagen (Maße 34 x 21,5 cm), im blauen Papierumschlag, vorne auf dem blauen Umschlag Titelschild Collectanea ad historiam Frisingensem maximam partem ex libris impressis excerpta, alte Signatur K. B. allgemeines Reichsarchiv. Hochstift Freising III C/4 271. 62 fol. Blätter.

Der kleine Sammelakt enthält Exzerpte zu Freisinger Bischöfen und zur Freisinger Bistumsgeschichte, die dem 1. Viertel des 18. Jahrhunderts angehören. So umfaßt fol. 1r–9v eine Abschrift von Johannes Freybergers Chronica Episcoporum Frisingensis Ecclesiae usque ad Annum D(omi)ni 1651, die bis Bischof Veit Adam ergänzt wurde; auf fol. 13–33 und 39–54 folgen Exzerpte aus historischen Werken, teilweise von Prey abgeschrieben; dazwischen befindet sich ein kleiner Bestand einzelner Notae, der sich mit historischen Denkmälern im Dom befaßt. In diesen berichtet auf fol. 34 (einzelner Zettel, Maße 21,5 x 16 cm) ein unbekannter Schreiber von den im Zuge der Abgrabungen im Dom 1701 aufgefundenen Wandmalereien am ersten Pfeiler im südlichen Seitenschiff, unterhalb von denen der Namenszug Witelo zum Vorschein kam (Nr. 8†); auf fol. 38 (einzelner Zettel, Maße 20,5 x 16 cm) hat sich Eckher biographische Daten zu Bischof Sixtus von Tannberg notiert, u. a. auch dessen Grabinschrift (Nr. 143). Die weiteren Aufzeichnungen betreffen auf fol. 55 die römische Kalenderberechnung und auf fol. 57–61 die Wappen der Freisinger Bischöfe.

BSB Oefeleana 10 IV: Buchkassette mit ungebundenen Folioblättern (Maße 27,5 x 18,5 cm), die Kassette aus Karton, der Rücken mit braunem Leder, die Hülle mit grauem Marmorpapier bezogen, auf dem goldgeprägten Rücken die Prägeschrift ANDREAE FELICIS OEFELII BIBLIOTHE(CARII) BOICI COLLECTIO EPITAPHIORUM TOM. IV. 880 pag. Seiten.

BSB Oefeleana 10 V: Buchkassette mit ungebundenen Folioblättern (Maße 27,5 x 18,5 cm), die Kassette aus Karton, der Rücken mit braunem Leder, die Hülle mit grauem Marmorpapier bezogen, auf dem goldgeprägten Rücken die Prägeschrift ANDREAE FELICIS OEFELII BIBLIOTHE(CARII) BOICI COLLECTIO EPITAPHIORVM TOM. V. 98 fol. Blätter.

Die von dem Historiker und Münchner Stiftsherrn von U. L. Frau Joseph Anton Leopold Oefele zusammengestellte Inschriftensammlung umfaßt insgesamt fünf Teile, die in grob alphabetischer Ordnung zumeist Abschriften aus gedruckten Werken beinhalten, wobei Oefele seine Quellen angibt. Eine Ausnahme hiervon stellt Tomus IV dar, dessen Inschriften aus München, Landshut, Neumarkt i. O. und Freising wohl vor den Originalen transkribiert worden sind. Tomus V enthält Inschriften aus Mainz, Heidelberg, Tübingen, Regensburg, Speyer, Freising und anderen Städten, auch aus Italien, die Inschriften hier sind jedoch wiederum Druckwerken entnommen.

Der bald nach 1734 verfaßte Freisinger Teil von Tomus IV bildet hierin den größten Abschnitt und gliedert sich wie folgt: Dom und Domkreuzgang (p. 1–197), Benediktuskirche (p. 198–229), St. Johannes Baptist (p. 230–253, es fehlen p. 254–261), St. Andreas (p. 262–337), St. Andreas – [Druckseite LXXXI] Friedhof (p. 338–345, es fehlen p. 346–353), St. Georg (p. 354–385), St. Georg – Friedhof (p. 386–401), St. Veit – innen (p. 402–441, es fehlen p. 442–449), St. Veit – außen (p. 450–465), St. Veit – Mariahilfkapelle (p. 466–481), Spitalkirche und Spital (p. 482–489, es fehlen p. 490–497), Weihenstephan (p. 498–513), Alphabetisches Namensverzeichnis (p. 514–543).

Jede Seite ist sauber in einzelne horizontale Felder für je eine Inschrift unterteilt. Zu Beginn der Transkription wird meist in roter Tinte auf den Standort der Inschrift verwiesen oder eine Kurzbeschreibung des Bildteils geliefert; danach folgt der Inschriftentext, manchmal unter Berücksichtigung der Zeilenumbrüche; den Abschluß bildet, wo vorhanden, die Wappennachzeichnung, oftmals mit ihren Tinkturen. Die Erfassung vor Ort geschieht in der Regel in der Art eines Rundgangs, wobei Oefele bei mehreren Inschriften eines Standorts oft nur bei der ersten Inschrift darauf verweist. Oefeles Standortpriorität wird auch daran deutlich, daß er die Inschriftenträger nicht gattungsmäßig gliedert, sondern unmittelbar aufeinander folgen läßt. Während die Erfassung der Inschriften in den Freisinger Klöstern (mit Ausnahme von Neustift), in der Pfarrkirche St. Georg und im Spital von ihm mit einer gewissen Systematik vorgenommen worden zu sein scheint, lassen sich bei der Aufnahme der Inschriften von Dom, Domkreuzgang und Benediktuskirche Überschneidungen und große Lücken feststellen: Für den Domkreuzgang sind meist nur die Eckherschen Überschriften verzeichnet, dagegen fehlen in der Benediktuskirche eine Vielzahl der später bei Heckenstaller in AEM H 76 registrierten Eckherschen Bodenplatten. Auch in Weihenstephan scheint Oefele einige Inschriften übersehen zu haben. Seine Transkriptionen erweisen sich außerdem als nur bedingt zuverlässig, da bei ihm häufiger Verlesungen der Jahreszahlen und Textunsicherheiten vorkommen. Von herausragender Bedeutung sind jedoch vor allem die Erfassungen der Inschriften von St. Johannes Baptist, St. Georg, St. Veit und Weihenstephan, da für diese keine vergleichbar umfassenden Inschriftensammlungen vorliegen und Oefele in sehr vielen Fällen die einzige Textüberlieferung der meist um 1803 zerstörten Inschriften bietet. Im Unterschied zu den kurz vor oder während der Säkularisation erstellten Grabinschriftenverzeichnisse von St. Andreas (AEM H 118) wählt er von vornherein einen erweiterten Erfassungsrahmen und gibt auch die Inschriften der Gemälde, Gemäldeepitaphe und anderer Ausstattungsstücke wieder. Einen kleinen Nachtrag liefert Oefele mit der Abschrift der Grabinschriften für Bischof Philipp (Nr. 210, 214†) in Tomus V, die von ihm jedoch nach eigener Angabe aus Meichelbecks Historia Frisingensis kopiert wurden.

Anders als Prey und Eckher geht es Oefele demnach nicht um die Freisinger Inschriften als subalterner Teil der Bistumshistorie (er nimmt die Vorarbeiten Eckhers nicht einmal zur Kenntnis), sondern um eine umfassendere geschichtswissenschaftliche Zielsetzung, die nur durch eine möglichst vollständige, flächendeckende Sammlung erreichbar war. Ob Oefele, der das Amt des bischöflich freisingischen Kommissars ausübte, die Inschriftensammlung aus Eigeninitiative anlegte oder sie auf Veranlassung seines Bruders, des bedeutenden Bibliothekars und 1759 zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannten Andreas Felix von Oefele (1706–1780), vornahm, läßt sich nicht mehr genau feststellen. Zumindest gelangte sie nach dessen Tod mit dem übrigen wissenschaftlichen Nachlaß („Oefeleana“) 1780 in Staatsbesitz.

BSB Oefeleana 81/1: Ungebundene Blätter (Maße 17 x 10,5) in lindgrüner Kartonmappe, mit dem Titel Epitaphiorum à p. m. Fratre Jos(epho) Oefelio collecta. Fragmenta. 81 unfol. Blätter.

Das Konvolut enthält Transkriptionen von Joseph Anton Leopold Oefele überwiegend von Münchener Inschriftendenkmälern, teils mit Bleistift, teils mit Feder, dabei läßt die flüchtige und konzeptartige Niederschrift auf eine Aufnahme direkt vor Ort schließen. Auf einem der Blättchen finden sich drei Grabinschriften aus Weihenstephan (Nr. 104†, 152†, 172†, jeweils mit Wappen), die in seiner größeren Inschriftensammlung BSB Oefeleana 10 IV nicht enthalten sind.

Diözesanbibliothek des Erzbistums München und Freising

DBMF Hs. 335: Band (Maße 32 x 19,5 cm), Einband aus Karton, mit braunem Leder bezogen, auf dem Rücken die Goldprägeschrift ACTA VISITATIONIS S. EBERHARDI. 17 pag. + 221 pag. + 45 pag. + 264 pag. Seiten.

Der aus Privatbesitz für die Dombibliothek erworbene Band177) stellt eine weitere Abschrift des im AEM erhaltenen Aktenvorgangs von 1728/34 um die Kanonisation des sel. Eberhard von Tüntenhausen dar. Der Inhalt gliedert sich in:

[Druckseite LXXXII]

– Inhaltsverzeichnis der 61 Produkte zu Fasz. 1. 17 pag. Seiten: Protocollum super visitatione ... Hier ist die Abschrift eines jeden Produkts des ersten Prozesses enthalten, davon auf p. 6 die Stifterinschrift von prod. 41 (Nr. 377†).

– Abschrift von Faszikel 1. 221 pag. Seiten. Titel: Acta Utriusque Processus in Causa Visitationis Sepulchri Beati EBERHARDI Confessoris, et quondam opilionis in Dintenhausen ..., reperitur Desumpta, et descripta ex vero et authentico originali in Archivio Curiae Episcopalis. Auf p. 48f. findet sich das prod. 38 mit der Gitterinschrift (Nr. 388a†), auf p. 65 das prod. 41 mit der Stifterinschrift (Nr. 377†), auf p. 154 das prod. 61 mit der Gitterinschrift von prod. 38 (Nr. 388†), auf p. 163 das prod. 61 mit der Stifterinschrift von prod. 41 (Nr. 377†).

– Inhaltsverzeichnis der 71 Produkte zu Fasz. 2. 45 pag. Seiten. Titel: Acta Processus super Casu Excepto, seu Cultu publico Beato EBERHARD ..., Protocollum super cultu … 1729–1734.

– Abschrift von Faszikel 2. 264 pag. Seiten. Titel: Acta et Processus Super Cultu immemorialis venerabili Servo DEI Eberhardo quondam in Dintenhausen, 1734.

Die Originalakten und eine weitere Abschrift s. unter AEM Pfarrakten Haindlfing, Akt V Filialkirche Tüntenhausen.

Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel

HABW Cod. Helmst. 205178): Band (Maße 31 x 21 cm), Einband des 18. Jahrhunderts aus Karton, der Rücken und die Ecken mit Schafsleder, die Deckel mit Kiebitzpapier bezogen, auf fol. 1r alte Signatur Misc. 20, dort drei ausgeschnittene, in Federzeichnung ausgeführte Figuren aufgeklebt (Bischof Otto d. Gr., Rahewinus oder Veit Arnpeck, Kaiser Friedrich I.), Titel oben und unten auf dem Schnitt: Vitus Arnpekch, Cronica Ottonis. 261 fol. Blätter. Weitgehend eigenhändig von Veit Arnpeck. Der Band später im Besitz von Matthias Flacius, 1597 von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel erworben und 1618 in die Universitätsbibliothek Helmstett überführt.

Der Sammelband enthält u. a. eine Abschrift der Chronik Ottos von Freising (fol. 1–98) und die Gesta Frederici seu Cronica von Otto bzw. Rahewin (fol. 173–207), auf fol. 208v aber auch eine Abschrift der Beischriften des Korbinianszyklus (Nr. 12†) im Freisinger Dom, die Arnpeck unter der Überschrift Ante vite e(ius) pictura(m) exh(ib)et(ur) sup(ra)sc(ri)pt(i)o aufführt und wohl noch selbst gesehen hat; in seiner Chronica Baioariorum (BSB Clm 2230) kommen sie ebenfalls vor.

Der im Hinblick auf epigraphische Relevanz wichtigste Abschnitt auf fol. 208v bis 261v ist mit Gesta ep(iscop)oru(m) frising(e)n(sium) überschrieben. Dabei handelt es sich um eine Abschrift Arnpecks vom Freisinger Traditionscodex des Conradus Sacrista (BayHStA HL Freising Nr. 3c), jedoch in den späteren Teilen von ihm um zahlreiche Angaben erweitert. Durchgängig verwendet Arnpeck bei den beigegebenen Bischofsmedaillons als Überschriften die schon aus der Vorlage bekannten Distichen, die möglicherweise Beischriften eines gemalten Bischofszyklus darstellten (Anh. Nr. A2/I–XXIV); darüberhinaus finden sich bei ihm jedoch auch Distichen für die Bischöfe Gerold bis Friedrich I., die nur hier überliefert sind (Anh. Nr. A2/XXV–XXVIII). Die Frage, ob diese vier zusätzlichen Distichen als reale „Fortschreibungen“ eines gemalten Zyklus anzusehen sind oder als rein literarische Erzeugnisse Arnpecks zu gelten haben, muß offen bleiben. Im Haupttext bringt Arnpeck die Stifterinschrift des ersten Kopfreliquiars des hl. Korbinian (Nr. 1†) – die allerdings auch in der Chronica Baioariorum aufscheint – aber auch mehrere Grabinschriften von Freisinger Bischöfen (Nr. 17(†), 19†, 20, 91, 92, 93, 95, 150†), für welche es Vergleichsbeispiele in seinem Liber de gestis episcoporum frisingensium (AEM H 5), in der Chronica Baioariorum und natürlich in der von ihm benutzten Vorlage des Conradus Sacrista gibt. Sämtliche dieser Inschriften waren jedoch zu Lebzeiten von Arnpeck noch erhalten.

Wie im Traditionsbuch des Conradus setzt Arnpeck die Bischofsbeischriften (Anh. Nr. A2) als Überschriften ein und hebt sie durch Unterstreichung hervor, während die Stifterinschrift des Korbinian-Reliquiars (Nr. 1†) und die Grabinschrift für Bischof Heinrich (Nr. 92) spätere Ergänzungen am Unterrand des Schriftspiegels sind; alle anderen bischöflichen Grabinschriften sind in den Text fortlaufend eingefügt, davon sind zwei der Inschriften (Nr. 91, 150†) entsprechend dem Nachtrag im Traditionsbuch des Conradus an den Schluß gerückt und in die dortigen Kurzbiographien eingebunden.

Auch wenn die ergänzten Bischofsdistichen (Anh. Nr. A2/XXVI-XXVIII) das einzige Sondergut dieses Bandes darstellen, so zählt die – nicht zuletzt durch Inschriften – angereicherte Abschrift Veit [Druckseite LXXXIII] Arnpecks vom Traditionsbuch des Conradus Sacrista doch zu den wichtigen, frühen Quellenwerken im Rahmen der Freisinger Epigraphik.

Historischer Verein Freising

HVF U XI 8: Band (Maße 35 x 22,5), Einband aus Karton, der Rücken mit dunkelgrünem Lackpapier mit Leinenstruktur, die Deckel mit braun gesprenkeltem Papier bezogen, auf dem Vorderdeckel Titelschild Die Pfarrkirche Sct. Georg in Freising nebst Bischof Eckhers Excerpten, alte Signatur 407. Titel: Die Pfarrkirche Sct. Georg in Freising. Verschiedene Notizen hierüber zusam(m)engestellt von Dr Joh(ann) B(aptist) Prechtl, res(ignierter) Pfarrer.

Der Sammelband vereint Abhandlungen und Materialien über den Turm, die Altäre, die Ausstattung und ihre Renovierungen, die Wappen, die Orgel und die Meßstiftungen von St. Georg. Darin enthalten sind u. a.:

Grabsteine in der Pfarrkirche zu S. Georg in Freising (Grabsteine St. Georg). 14 pag. Seiten. Dabei sind laut Prechtl die ersten 23 Nummern aus der sog. Wisheuschen Sammlung abgeschrieben179), wobei die mit adest markierten Nummern zu seiner Zeit noch vorhanden waren (p. 1–5); darauf folgen die Bildfenster mit ihren Standorten (p. 6–7), dann drei Nummern vom Friedhof St. Georg (p. 7), zuletzt die Fortsetzung mit den Grabsteinen der Kirche St. Georg Nr. 24–50 (p. 8–14). Es schließt sich das Verzeichnis der Grabsteine an der Aussenseite der Pfarrkirche S. Georg in Freising an, mit einer Erfassung der Grabinschriften Nr. 1–29 auf der Südseite von West nach Ost (p. 15–29); dazu gibt es mit blauem Stift am 18. Juli 1932 vorgenommene Anmerkungen von Josef Scheuerl zum Vorhandensein oder Fehlen der einzelnen Steine und ein Hinweis auf die Versetzung von einigen Steinen im Jahre 1931.

Grabdenkmäler in der ehemaligen Franziskanerkirche (Grabdenkmäler Franziskaner). 6 pag. Seiten. Auf den pag. 1–3 werden die Grabdenkmäler gelistet, danach folgt eine Aufstellung der Stiftungen. Da die Grabdenkmäler der Franziskanerkirche zu Prechtls Zeiten bereits abgegangen waren, dürfte er die Liste nach Bugniet (AEM H 131) kopiert haben.

Grabsteine in u(nd) an der Gottesackerkirche zu Freising (Grabsteine Gottesackerkirche). 5 pag. Seiten. Auf p. 1–2 listet Prechtl die Grabdenkmäler im Kircheninneren, auf p. 3 diejenigen im Außenbereich, auf p. 5 findet sich eine Überschrift zu den Grabdenkmälern der südlichen Gottesackermauer, doch fehlen hier Eintragungen.

Die Transkriptionen Prechtls sind nur selten zuverlässig und weisen eine Reihe von Fehlern und eigenmächtigen Änderungen auf, doch stellen sie in einigen Fällen die einzige schriftliche Quelle für die Existenz mancher Grabinschriften dar (Nr. 196 I, 330†, 355†, 362†, Anh. B11, B18).

HVF U XI 10: Band (Maße 33 x 21,5 cm), Einband aus Karton, Deckel und Rücken mit grünem Lackpapier bezogen, auf dem vorderen Deckel goldene Prägeschrift in Fraktur und Antiqua Die Chorherrnstifte St. Andre & St. Veit zu Freising, alte Signaturen 367 und 332. 8 unpag. + 124 pag. + 4 unpag. + 34 pag. + 2 unpag. Seiten. Titel: Beitraege zur Geschichte des ehemaligen Kanonikat-Stiftes St. Andre auf dem Domberge zu Freising, zusammengestellt von Dr. J(ohann) B(aptist) Prechtl, res(ignierter) Pfarrer z(ur) Z(eit) in Freising.

Prechtls um 1860/80 angelegter Band zu St. Andreas gliedert sich wie folgt: In dem auf p. 3 einsetzenden Kapitel Das durch die Säkularisation dem Erdboden gleichgemachte Kollegiatstift St. Andre auf dem Domberge in Freising finden sich auf p. 19–90 unter der Überschrift Regesten über das Stifte S. Andre nach Schmidts Arenden(?) u(nd) dem Verzeichnisse der bayrischen Urkundensammlung (Regesta Boica) Exzerpte aus Schmidts dreibändiger Chronik (BayHStA KL Freising – St. Andreas Nr. 162–164), die auch Inschriften miteinbeziehen (Nr. 68(†), 166(†), 197†, 200†, 212†, 279†, 349†, 427†). Es folgt ab p. 95 ein Verzeichnis der Grabstein-Inschriften bei Sankt Andre, das nach 11 Nummern mit einer neuen Zählung bis p. 109 weitere 49 Nummern listet. Hierfür dienten Prechtl wohl die drei Grabschriftenverzeichnisse von St. Andreas (AEM H 118) als Vorlagen. Über seine gewohnheitsmäßig ungenauen Transkriptionen hinaus gelangt er bei Nr. 167† sogar zu einem völlig veränderten Text. Weitere Abschriften Prechtls betreffen das Sterbebuch von St. Andreas 1687–1801, eine Grabinschrift des 19. Jahrhunderts sowie das während der Säkularisation eingezogene Kirchensilber. Der Band schließt mit dem 34 Seiten umfassenden Kapitel Das ehemalige Chorherrnstift St. Veit bei Freising. Inschriften sind in diesen Abschnitten keine mehr enthalten.

[Druckseite LXXXIV]

HVF U XI 11: Band (Maße 33,5 x 21 cm), Einband aus Karton, Rücken mit dunkelblauem Leder, die Deckel mit schwarz/gelb/rot gesprenkeltem Papier bezogen, das Titelschild mit der Beschriftung Die Grabstein-Inschriften im Dom und die Chorherrnstifte S. Johann und S. Paul auf dem Domberge zu Freising. 10 unpag. + 84 pag. + 79 unpag. Seiten.

Das von Prechtl um 1860/80 angelegte Verzeichnis enthält u. a. auf p. 1–21 die Grabsteine in der Domkirche zu Freising. Prechtl ordnet nach Vorlage einer Kopiale (wohl Eckher, Prey oder Sedlmayr) die Inschriften chronologisch, doch fallen hier besonders seine recht willkürlichen Kürzungen der Inschriftentexte ins Auge. Die weiteren Aufzeichnungen betreffen verschiedene Abschriften und Verzeichnisse, jeweils ohne Inschriften; auf p. 49–84 folgt Das Chorherrnstift Sankt Johann auf dem Domberge zu Freising, wiederum ohne Inschriften.

HVF U XI 12: Band (Maße 34 x 21,5 cm), Einband aus Karton, Deckel und Rücken mit grünem Lackpapier bezogen, auf dem vorderen Deckel goldene Prägeschrift in Antiqua Necrolog des Clerus zu Freising. 10 unpag. + 141 pag. (letztes Blatt auf dem hinteren Spiegel festgeklebt). Titel: Verzeichniss der verstorbenen Geistlichen in Freising.

Zu Anfang bietet Prechtl ein Alphabetisches Verzeichniss aller Domherrn zu Freising von 770–1762 Aus dem Original zusammengestellt von Dr. J(ohann) Bapt(ist) Prechtl, res(ignierter) Pf(arrer) im Monat Juli 1876. Dabei bezieht sich Prechtl ausdrücklich auf BSB Cgm 1718. Im Folgenden werden bis p. 71 sämtliche Domherren nach der genannten Quelle alphabetisch gelistet und im Anschluß daran auch ihre Erbämter genannt. Die einzige hier zitierte Inschrift ist diejenige von Leonhard Friesinger (Nr. 81). Nach den Inschriften der beiden Eckherschen Wappentafeln auf p. 73–78 folgt ab p. 79 die Zweite Abtheilung – Auszüge aus den Sterbbüchern von S. Georg, S. Andre, S. Veit und aus den Grabdenkmälern des Gottesackers und der Pfarrkirche S. Georg; darin findet sich auf p. 109–115 der Abschnitt IV, Grabsteine im Gottesacker, in dem Prechtl die Inschriften für Weihbischof Oswald Fischer (Nr. 81) und – auszugsweise – für den Dekan von St. Veit, Johannes Zeller (Anh. Nr. B18) mitteilt. Der weitere Inhalt dreht sich bis p. 135 um Bemerkenswerte Todesfälle und ist aus epigraphischer Sicht ohne Belang.

Historischer Verein von Oberbayern

HVO Ms. 318: Band (Maße 33,3 x 21,4 cm), Einband aus Karton, Rücken und Ecken mit braunem Leder, die Deckel mit braun marmoriertem Papier bezogen, auf dem Vorderdeckel Titelschild: Monumenta Von Freysing: in der Domkirche, dan auch in den Zwei emahligen, Nunmehro aber aufgelesten Colegiat Stüffteren S. Andre und S. Viti, wie auch ein anhang Von denen so Sich fohrgefunden in Weihenstefan. Nun aber zur aus Plasterung des Neuerbauthen köller verwendet worden, darunter Stempel Historischer Verein von Oberbayern, zwei grüne Schließbänder. 1 unfol. + 134 fol. (fol. 1–130, dabei fol. 6a, 16a, 47a unfol., fol. 89 doppelt gezählt) + 1 unfol. Blätter180). Zusammen mit Kaindls Reihe der Bischöfe (HVO Ms. 788) im Jahre 1881 von Anton Frey, k. Restaurator an der alten Pinakothek, der Sammlung des HVO übergeben181).

Der Aufbau des Bandes ist dreiteilig: Der 1. Teil (fol. 2–42) umfaßt die Denkmäler des Domes und beginnt mit Nachzeichnungen des äußeren und inneren Domportals (fol. 2r, 3r), einer von Domenico Quaglio lithografierten Ansicht der Domkrypta (fol. 4r), sowie zwei Probeabzügen der lithografierten Domgrundrisse für Heckenstallers Dissertatio (fol. 5r, 6r), um schließlich zu den Grabdenkmälern der durchnumerierten Freisinger Bischöfe überzugehen, beginnend mit der mutmaßlichen Grabplatte für Bischof Korbinian (fol. 7r) und endend mit dem Grabmal für Bischof Joseph Konrad IV. von Schroffenstein (1789–†1803; fol. 42r). Ähnlich der Seitenorganisation im Eckherschen Grabsteinbuch BSB Cgm 2267 sind auch hier die Seiten in vier Quadranten aufgeteilt, wobei jedes Grabdenkmal eines der Felder einnimmt. Ausnahmen finden sich auf fol. 7r, wo die unteren beiden Felder unbesetzt sind, ebenso auf fol. 11r das rechte untere Feld. Dieser aus Nachzeichnungen bestehende Bischofskatalog weist einige Besonderheiten auf:

– Die Nr. 1 zeigt die mutmaßliche Grabplatte für Bischof Korbinian, die Nr. 6 dieselbe Platte, jedoch nun als sog. Hitto-Stein mit der Beschriftung + LAPIS SEPVLCHRVM. / HITTONIS. / EP(ISCOP)I OLIM TEGENS +.

– Für Erimbert, Aribo, Atto, Anno, Arnold, Waldo, Uto, Wolfram, Gottschalk, Egilbert, Albert I., Otto III. und Paul von Harrach bildet Frey die Eckherschen Bodenplatten aus dem südlichen Seitenschiff des Doms ab.

[Druckseite LXXXV]

– Es sind auch einige Grabdenkmäler der nicht in Freising bestatteten Bischöfe wiedergegeben, so für Joseph, Berthold von Wehingen, Konrad V. Hebenstreit und Johannes Tulbeck, ebenso die der Elekten Ludwig von Chamstein (Nr. 26†) und Degenhard von Weichs (Nr. 72).

– Die Hochgräber bzw. Tumben für die Bischöfe Joseph und Ellenhard (Nr. 24†) sind mit ihren Seitenflächen auf dem gesamten Blatt abgebildet, ebenso nehmen die Grabmäler für Philipp von der Pfalz (Nr. 210), Moritz von Sandizell (Nr. 274), Albrecht Sigismund von Bayern, Johann Franz Eckher von Kapfing, Johann Theodor von Bayern, Ludwig Joseph Frhr. von Welden und Joseph Konrad IV. von Schroffenberg ein ganzes Blatt ein, die Gedenkplatten für Stephan von Seiboltsdorf (Nr. 386) und Veit Adam von Gepeckh (Nr. 470) sind ebenfalls auf eine einzelne Seite gesetzt, desgleichen die Wappengrabplatte für Moritz von Sandizell (Nr. 277†).

– Für eine Reihe von Bischöfen fehlt mangels eines überlieferten Grabdenkmals jede Abbildung, stattdessen sind in die Felder kurze biographische Angaben oder der Bestattungsort eingetragen, so für Dracholf, Lantbert, Nitker, Meginward, Otto d. Gr., Konrad IV., Johannes II., Albert II., Leopold, Hermann, Nikodemus, Heinrich II., Rupert und Heinrich III., bei den späteren, nicht in Freising bestatteten Bischöfen verzichtete Frey auf die Feldereinteilung und machte zu diesen nachträgliche Bemerkungen ohne Nummernzählung auf sonst leere Blätter, so für Ernst von Bayern, Joseph Clemens von Bayern, Clemens Wenzeslaus und Max Prokop von Törring-Jettenbach (fol. 28r, 32r, 39r, 41r).

– Mehrere der Bischofsgrabmäler waren zum Zeitpunkt der Nachzeichnung durch Frey bereits nicht mehr existent, dies betrifft diejenigen für Joseph, Ellenhard (Nr. 24†), Konrad II. Wildgraf (Nr. 16†), Emicho (bei Nr. 19†), Johannes I. Wulfing (Nr. 150†), Ludwig von Kammerstein (Nr. 26†), Konrad V. Hebenstreit, vermutlich auch die Wappengrabplatte für Moritz von Sandizell (Nr. 277†).

Der 2. Teil (fol. 45–87) enthält die Grabdenkmäler der Freisinger Domherren, zunächst mit der Gedenkplatte für Otto von Moosen (Nr. 11) auf ganzer Seite beginnend (fol. 45r), dann wie bei den Bischofsgrabmälern je vier Darstellungen auf einer Seite. Davon abweichend sind der Marolt-Altar (Nr. 165), die Epitaphe für Rupert Auer (Nr. 181) und Paul Lang (Nr. 183) sowie das Gemälde-Epitaph für Balthasar Eisenreich (Nr. 231(†)) ganzseitig, das inschriftlose Gemälde-Epitaph für Johann Jacob von Pienzenau halbseitig abgebildet. Erst gegen Ende gibt es Leerstellen, so auf fol. 85r links oben, auf fol. 86r rechts unten und auf fol. 87r links oben. Eine Vielzahl der hier versammelten Nachzeichnungen stellt jedoch Grabplatten dar, die zu Lebzeiten von Frey schon nicht mehr existiert haben, da sie vermutlich bereits im Zuge der Renovierungsarbeiten im Kreuzgang 1716 und im Dom 1723/24 abgegangen sind. Dies trifft auf die erste abgebildete, inschriftlose Grabplatte für Ritter Berchtold von Gebensbach sowie bei Nr. 21†, 26†, 28†, 39†, 40†, 42†, 46†, 56†, 83†, 108†, 115†, 118†, 137†, 146†, 154†, 173(†), 177†, 221†, 318†, 456† zu, außerdem auf vier weitere Platten des späteren 17. Jahrhunderts. Mehrere andere Denkmäler wurden seitdem – infolge ihrer Versetzung – ihres Aufbaus beraubt (Nr. 165) bzw. haben ihre architektonische Rahmung eingebüßt (Nr. 173(†), 175, 181, 183, 215, 312, 316). Eine größere Zahl von Wappengrabplatten sind ebenfalls nur in vorliegendem Band ihrem Aussehen nach dokumentiert, da sämtliche in den Boden von Domkreuzgang und Benediktuskirche eingelassenen Wappengrabplatten 1830 zugrunde gingen (Nr. 23†, 25†, 96†, 112†, 140†, 163†, 185†, 192†, 204†, 238†, 243†, 254†, 271†, 299†, 321†, 367†, 371†), diejenigen im Dom fielen der Neupflasterung im Jahre 1842 zum Opfer (Nr. 375†, 433†, 437, 469†).

Im 3. Teil bildet Frey zahlreiche Grabdenkmäler und Gemälde-Epitaphe aus den säkularisierten Klöstern St. Andreas (fol. 89, 91–99, 107, 108), St. Veit (fol. 103–106) und Weihenstephan (fol. 109) ab. Freys Absicht war hier weniger, einen Gesamtüberblick über den jeweils vorhandenen gesamten Denkmälerbestand zu liefern, als nur diejenigen Objekte zu erfassen, denen zum Zeitpunkt ihrer Erfassung die Zerstörung drohte und die bereits ausgebaut waren. Dies erklärt auch die fehlende Systematik hinsichtlich Blattaufteilung, Zeichenstil, Kolorierung, die falsche Zuordnung loser Inschriftentafeln zum Objekt usw. – Ergebnis einer Erfassung, die wohl unter größtem Zeitdruck vonstatten ging. Der Bestand von St. Andreas setzt sich aus einigen Gemälde-Epitaphen, die als kolorierte, ganzseitige Nachzeichnungen angelegt sind, zusammen (Nr. 284†, 327†, 379†, 268, 368(†), 376†, Gem.-Ep. für Wilhelm Franck, 1663), dazu kommt eine Reihe von Grabdenkmälern (Nr. 230†, 348†, 378†, 442, drei Epitaphe aus dem späteren 17. Jahrhundert, fünf Epitaphe aus dem 18. Jahrhundert). Etwas weniger Material konnte Frey für St. Veit dokumentarisch sichern: eine Bauinschrift aus dem 14. Jahrhundert (Nr. 57†), sowie mehrere Epitaphe aus der Stiftskirche und der Mariahilfkapelle (Nr. 232†, 324†, 374†, 383†, 405†, 440†, 441†, 458, zwei Epitaphe des 17. Jahrhunderts, ein Epitaph des 18. Jahrhunderts). Alle bisher genannten Inschriftendenkmäler von St. Andreas und St. Veit sind ausschließlich durch Frey im Bild überliefert. Anders im Falle der beiden [Druckseite LXXXVI] einzigen von Frey für Weihenstephan überlieferten Grabplatten: Beide (Nr. 104†, 172†, Abb. 151, 152) hat auch Prey in seiner Bayrischen Adls Beschreibung abgebildet (BSB Cgm 2290 IX fol. 273r, 274v), doch sind die Abbildungen von Frey weitaus näher am Original orientiert, mit den richtigen Proportionen und mit ihrer Kolorierung.

Der von Ignaz Aloys Frey geschriebene und mit kolorierten Nachzeichnungen versehene Band war mit Blick auf seine Provenienz alter Familienbesitz und entstand demnach eher aus privatem, historischem Interesse denn als Auftragsarbeit kirchlicher Stellen oder Würdenträger182). Seine Hauptintention war zunächst, wenigstens diejenigen Inschriftendenkmäler noch im letzten Augenblick ihrer Erscheinung nach zu überliefern, die bereits aus den zum Abbruch freigegebenen Klöstern St. Andreas und St. Veit ausgebaut worden waren und nun auf dem Versteigerungsweg veräußert werden sollten. Als Zeitrahmen für die Erfassung von Teil 3 kommen somit nur die Jahre 1803/04 in Frage. Das Schicksal der Stifte St. Andreas und St. Veit mag auch eine Rolle für die zeichnerische Erfassung des Inschriftenbestandes in Teil 1 und 2 eine Rolle gespielt haben, denn es schien einige Zeit nicht klar, ob nicht auch der Domkomplex der Spitzhacke zum Opfer fallen würde. Ein nachträglicher Vermerk in Teil 3, der auf eine Gemäldeversteigerung im Jahre 1812 hinweist, läßt vermuten, daß die Sammlung zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend abgeschlossen war. Die Zusammenfügung der drei separaten Teile zu einem einzigen Band erfolgte jedoch wohl frühestens um 1824, da die beigebundenen lithografierten Grundrisse des Doms aus diesem Jahr stammen183).

Die Tatsache, daß Frey – wie eben erläutert – in Teil 1 und 2 zahlreiche Grabdenkmäler in Nachzeichnungen wiedergibt, die zu seinen Lebzeiten schon nicht mehr existiert haben, läßt den Rückgriff auf eine ältere, vor den verlustreichen Umgestaltungen in Dom und Domkreuzgang entstandene Vorlage zwingend notwendig erscheinen. Wie von Roland Götz und Hubert Glaser zutreffend erkannt, kann es sich dabei nur um das seit Ende des 19. Jahrhunderts verschollene Eckhersche Grabsteinbuch der Domkirche (ehem. AEM B 486 alt) handeln, das Eckher wohl zeitnah zu seinem Domherrenverzeichnis (BSB Cgm 1716) und seinem altbayrischen Grabsteinbuch – beide um 1693 begonnen – angelegt hat184). Aussehen und Inhalt sind einigermaßen rekonstruierbar, indem die Nachzeichnungen Freys von verlorenen Bischofs- und Domherrengrabmäler darauf hinweisen, daß in diesen beiden Teilen das Eckhersche Werk aufgegangen ist. Allerdings verwundert es, daß Frey zwar in Teil 1 die Bischofsgrabmäler bis hin zum letzten Bischof, Joseph Conrad von Schroffenstein († 1803), ergänzt hat – weitere Ergänzungen dürften die Eckherschen Bodenplatten betroffen haben, die in AEM B 486 wohl kaum enthalten waren –, jedoch in Teil 2 das späteste Grabdenkmal für einen Domherren die Datierung 1674 besitzt, was den Schluß nahelegt, daß Frey hier keine Veranlassung sah, Nachträge vorzunehmen. Da dieser Teil auch eine eigene Foliierung besitzt und dazu noch auf fol. 85–87 freie Felder aufweist – die bei einer nur ungefähren Abzeichnung sicher nicht so von der Originalhandschrift übernommen worden wären –, dürfte es sich somit um eine ziemlich exakte Kopie der Eckherschen Vorlage handeln, ohne jede Ergänzung, Weiterführung oder größere Änderung. Dies mag im Wesentlichen auch auf den 1. Teil zutreffen, da hier nicht nur Leerstellen auf einzelnen Blättern (fol. 7 unten), sondern sogar druckgraphische Vorlagen in solchen Fällen kopiert wurden, wo eine Inaugenscheinnahme vor Ort möglich gewesen wäre. Indizien für größtmögliche Nähe zur Eckherschen Vorlage sind bei Teil 2 auch zahlreiche Wappenbeischriften (Berchtold von Gebensbach, 28†, 72, 73 usw.), die bei den Grabdenkmälern so nicht vorkamen bzw. vorkommen, in genau dieser Form aber auch in Eckhers altbayrischem Grabsteinbuch (BSB Cgm 2267 I, II) häufig anzutreffen sind.

Aus diesen Beobachtungen ergibt sich eine zwingende direkte Abhängigkeit der Teile 1 und 2 des Grabsteinbuchs von Ignaz Aloys Frey vom heute verlorenen Eckherschen Grabsteinbuch der Domkirche. Ein Rückgriff von Frey auf andere Nachzeichnungen – etwa auf die des Bischofskatalogs und des Domherrenverzeichnisses von Prey (AEM H 57, BSB Cgm 1717) – ist wenig wahrscheinlich185). Doch sollte die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, daß im verschollenen Eckherschen Grabsteinbuch der Zeichner von AEM H 57 Nachträge bei den Bischofsgrabmälern geliefert haben könnte. Wenn aber bei Frey die Abbildungen gegenüber den Originalen Abweichungen aufweisen, so ist dies vor allem auf eine bereits fehlerhafte Vorlage bei Eckher zurückzuführen, nicht etwa auf eine Abhängigkeit gegenüber einer externen Preyschen Bildvorlage (die ihrerseits wohl ebenfalls [Druckseite LXXXVII] nach Eckher kopiert sein dürfte). Ob Frey irgendwelche „Korrekturen“ im Bildanteil der Nachzeichnungen anhand der Originaldenkmäler durchgeführt hat, kann nicht mehr festgestellt werden, da das vorbildhafte Zwischenglied – das Eckhersche Grabsteinbuch – fehlt, die Vorgehensweise Freys scheint dies jedoch auszuschließen.

Eine Vielzahl der Wappennachzeichnungen in Teil 2 weist Tinkturen auf. Diese Tinkturen wurden auffallenderweise bei genau den Steinen nicht durchgeführt, die 1716 bzw. 1723/24 verloren gingen, stattdessen finden sich hier nur auf die Tinkturen hinweisende Kürzel. Da die Kolorierung der auf den Grabplatten angebrachten Wappen erst nach ihrer Neuordnung und Aufstellung erfolgt ist, kann die mutmaßliche Kolorierung der Eckherschen Nachzeichnungen frühestens zu diesem Zeitpunkt – also ab 1716 – erfolgt sein, vielleicht wurde sie aber erst von Frey anhand der Originale eingebracht.

Auffallenderweise bestehen einige Unterschiede in der Wiedergabe der Inschriften zwischen Teil 1 und 2: Während bei den Bischofsgrabmälern bis einschließlich dem Gedenkstein für Bischof Veit Adam von Gepeckh (Nr. 470) allgemein versucht wird, den Schriftcharakter wiederzugeben – Ausnahmen bilden die Denkmäler für Sixtus von Tannberg (Nr. 143), Leo Lösch (Nr. 250), Philipp von der Pfalz (Nr. 210) und Moritz von Sanidzell (Nr. 274), die beiden letztgenannten weisen sogar eine Minuskelschrift anstatt einer Kapitalis auf –, verrät die Beschriftung der Domherrendenkmäler mit Ausnahme des sog. Semoser-Steins keinerlei Willen, sich mit den jeweiligen Schriftformen auseinanderzusetzen186). Sogar die Majuskel- und Kapitalisschriften sind ausnahmslos in eine barocke Minuskel übertragen, Zeilenumbrüche und doppelte Zeilenführung werden von Frey eigenmächtig je nach Platzangebot durchgeführt. Dies trifft ebenso auf die letzten fünf Bischofsgrabmäler zu.

Dieser recht freie Umgang mit Schriftformen setzt sich auch im 3. Teil fort. Dort gibt es nur vier Nachzeichnungen, die sich nahe am Original bewegen, nämlich Nr. 230† (Abb. 150), 57†, 104†, 172† (Abb. 151, 152), alle anderen Texte sind in der für Frey charakteristischen Minuskelschrift gehalten. Von besonderer Bedeutung ist dieser Teil des Grabsteinbuches auch, weil Frey selbst, aber auch andere, spätere Hände Anmerkungen zum weiteren Schicksal der einzelnen Objekte hinzugefügt haben: Das Gemälde-Epitaph Nr. 284† ist als ein altes Holz verkauft worden, beim Gemälde-Epitaph Nr. 327† heißt es generell: NB: diese Collerirten Monumente waren alle auf Holz gemalen, sind im Jahre 1812 auf dem VersteigerungsWeg verkauft worden als altes Bren(n)holz187), beim Gemälde-Epitaph Nr. 368(†) heißt es, die Schrift zu diesem Epitaphium konnte nicht mehr aufgefunden werden, Nr. 212† ist verkauft und verarbeitet worden, bei Nr. 57† wird auf die Zerstörung des Stein im Jahre 1805 verwiesen, auf demselben Blatt (fol. 104r) hat Frey unten vermerkt: sind alle verarbeitet worden, ähnlich merkt er auf dem nächstfolgenden Blatt (fol. 105r) an: Diese und alle nachfolgende Grabsteine bis auf den von Sauschlegl sind verkauft und verarbeitet worden, und zu den beiden Weihenstephaner Stücken (Nr. 104†, 172†) berichtet er: In dem ehemaligen Benedictiner-Kloster Weihenstephan im Kreuzgange sind im Brauhause als Bodensteine verwendet worden. Eine spätere Hand hat am Ober- oder Unterrand mehrerer Seiten mit Bleistift vermerkt: Nicht mehr vorhanden, Nicht mehr da, Alle verarbeitet worden usw. Im Falle des Epitaphs für Korbinian Sauschlegl (Nr. 458) ließ es Frey sich jedoch nicht nehmen, die Rettung des Steins durch dankbare Gemüther herauszustreichen. Zweimal wird auch auf das Material (Nr. 378†, Wappenplatte von Philipp Franciscus Lindtmayr, 1750) verwiesen, in ebenfalls zwei Beispielen auf die Größe des Steins (Nr. 57†, 230†). Derartige Mitteilungen gibt es in Teil 1 und 2 kaum. Eine Ausnahme ist die Erläuterung zum Schicksal der Tumba für Bischof Ellenhard (Nr. 24†): Ellenhardus der 19te Bischoff wahr in seiner von ihm errichteten Kolegiat Stüftskürche S. Andreas auf dem Domberg begraben, als aber im Jahr 1803 die Kürche gleich anderen zusamgerissen wurde, ist dessen Tomba zerschlagen und aus dessen Theil ein Ausgussrinnen in der Küche dem Brauhause, des auch aufgelesten Kloster Weichenstefan gebraucht worden, und noch ein Theil zu einer Stütze des Brauhauß in Haag an der Amber verwendet worden (fol. 16av)188).

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Grabsteinbuch des Malers Ignaz Anton Frey zu den herausragenden Kopialen für den Freisinger Inschriftenbestand gerechnet werden kann, indem es weite Teile des verlorenen Eckherschen Grabsteinbuchs für die Domkirche überliefert, aus diesem wiederum zahlreiche, in den Jahren 1716, 1723/24, 1830 und 1842 abgegangene Steine als oftmals einzige Quelle in Text und Bild dokumentiert und ebenso für eine Reihe von Inschriftendenkmälern aus St. Veit und St. Andreas die einzige bildliche Überlieferung stellt.

[Druckseite LXXXVIII]

Eine umfassende Monographie zu dieser Handschrift, die sie in den zeitgeschichtlichen Kontext der Sakäularisation unter Berücksichtigung ihres Schöpfers Ignaz Alois Frey stellt und sämtliche darin enthaltenen kopialen Inschriftentexte in einem separaten Katalogteil ediert, erschien im Jahre 2002 unter der Federführung von Hubert Glaser. Das Kernstück dieser Publikation bildet ein Faksimile von HVO Ms. 318 in Originalgröße.

Österreichische Nationalbibliothek Wien

ÖNB Hs. 806189): Band (Maße 22 x 12,7 cm), Einband aus Holz, mit braunem, geprägtem Leder bezogen, auf fol. IIv oben Besitzvermerk: In isto libro continetur: liber Ysidori de officiis ecclesie, unten: Codex iste pertinet fratribus monasterii Hegenensis canonicis regularibus ordinis Augustini Wormatiensis dyoecesis prope castrum Altelyningen, auf fol. 1 bisr: liber Hegenensis ecclesie, alte Signaturen XXXVI (Vorderdeckel), N 36 (fol. Ir), CCCCXXXIV 806 (fol. Iv), No XXXVI/N 36 (fol. I bisr), O 4402 432 (fol. 196v), vorne als Deckblätter ein beschriftetes Faltblatt (11. Jahrhundert), darin eine Urkunde von 1455, hinten ein eingeklebtes Einzelblatt (11. Jahrhundert). 3 fol. (fol. I–III) + 197 fol. (fol. 1 + 1bis + 196) Blätter, Pergament.

Der aus Kloster Höningen i. d. Pfalz stammende, im 13. Jahrhundert zusammengestellte Sammelband gliedert sich in Isidor von Sevilla: Liber officiorum (fol. 1v–51r, 9.–11. Jahrhundert), Anonym: Catechesis liturgica de ministris ecclesiae, de missa et sacramentis (fol. 51v–54r, 12. Jahrhundert), Anonym: Poemata latina spiritualibus et moralis argumenti (fol. 55r–59r, 12. Jahrhundert, mit 40 Nachträgen bald nach 1450), Ivo von Chartres: Epistole CCI (fol. 60r–147r, Anfang 13. Jahrhundert), Cicero: Somnium Scipionis, Macrobius: Commentum in somnium Scipionis (fol. 148r–195v, 13. Jahrhundert).

Die auf fol. 55r–59r versammelten 400 lateinischen Gedichte des 12. Jahrhunderts sind von zumeist moralisierendem Inhalt, darunter auch zahlreiche Tituli, von denen wiederum einige als Grab- und Bauinschriften des Freisinger Doms bzw. der Benediktuskirche anzusehen sind. So ist hier die in Distichen abgefaßte Grabinschrift (Nr. 2†) eines Fritelo überliefert, der mit dem in Freisinger Urkunden bezeugten bayerischen Pfalzgrafen identifiziert werden kann; sechs Verse in Hexametern mit leoninischem Reim sind als Beischriften (Nr. 3†) eines Bildwerks mit Darstellungen aus dem Leben Jesu einzustufen – da für Vers VI auch eine etwa zeitgleiche andere Quelle (BSB Clm 6427) existiert, ist die Zuordnung nach Freising eindeutig; schließlich kann eine zweizeilige Weiheinschrift (Nr. 6†) in Hexametern, in der als Patrone die hl. Maria und der hl. Korbinian genannt sind, zweifelsohne auf den Freisinger Dombau des 10./11. Jahrhunderts bezogen werden. Diese Inschriftentexte waren bisher weitgehend unbekannt und wurden erstmals durch Rudolf Pörtner, der sich eingehend mit der Wiener Handschrift beschäftigt hat, mit Freising in Verbindung gebracht. Es darf für den süddeutschen Raum als Glücksfall bezeichnet werden, daß zwei zeitgenössische Kopiale – die vorliegende Wiener Handschrift und BSB Cgm 6427 – von Inschriften des hohen Mittelalters für denselben Standort existieren, die sich überdies in einer Inschrift (Nr. 3†/VI) überschneiden und dadurch wechselseitig bestätigen, daß es sich um ausgeführte Inschriften und nicht um literarische Fiktionen gehandelt hat.

Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München

UBM 2° Inc. lat. 1108. Band (Maße 28,5 x 21,5 cm), Einband aus Holz, Bezug aus rot gefärbtem, geprägtem Schweinsleder, zwei Schließen, die ehemals vorhandenen Beschläge entfernt.

Der Sammelband, der u. a. die Inkunabel Albertus Magnus, De abundantia exemplorum und das von Wolfgang Klammer in Gmund im Jahre 1453 geschriebene Theaterstück Salomon und Marculf beinhaltet, beginnt mit einem – wohl in Kloster Neustift verfaßten – hagiographischen Nachtrag (57 unfol. Blätter) zu der um 1474 gedruckten Inkunabel Viola sanctorum190). Unter den dort versammelten Heiligenviten ist diejenige des hl. Korbinian von Interesse, da in ihr auf fol. 16v die auch durch Veit Arnpeck (BSB Clm 2230; HABW Cod. Helmst. 205) überlieferten Beischriften des gemalten Korbinianszyklus im Dom (Nr. 12†) mitgeteilt werden, jedoch in einer davon leicht abweichenden Fassung und von einer etwas späteren Hand nachgetragen. Zwischen den Viten für Servatius und Onofrius ist auch ein Abschnitt über die Freisinger Heiligenreliquien eingeschoben, an dessen Ende auf fol. 23v offenbar dieselbe Hand auch die ersten zwölf Bischofsdistichen (Anh. Nr. A2/I–XII) aus dem Werk des Conradus Sacrista eingefügt hat, doch geschah dies wohl nach der Überlieferung des Veit Arnpeck (HABW Cod. Helmst. 205); die Texte für die folgenden sieben Bischöfe sind auf Kurzangaben reduziert.

[Druckseite LXXXIX]

Fotografien als Quelle

Obwohl die Sehenswürdigkeiten der Stadt Freising seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts unzählige Male fotografiert wurden – besonders beliebte Motive waren der Blick von Südosten auf Marienplatz und Rathaus sowie der Gebäudekomplex des Domberges –, so gibt es in den Beständen des Stadtarchivs, des Historischen Vereins oder des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege überraschenderweise kaum historische Aufnahmen von Inschriftenobjekten.

Eine Abbildung des sog. Semoser-Steins (Nr. 11) im Kunstdenkmälerverzeichnis von 1895191) zeigt einen vollständig bemalten Stein. Diese Fassung, die nur durch diese Abbildung belegt ist, beruhte wohl auf den Aktivitäten Joachim Sigharts anläßlich der Domrestaurierung in den Jahren um 1870. Vermutlich wurde sie zum Domjubiläum 1924 wieder entfernt.

Das noch vor 1888 abgegangene Epitaph für Balthasar Hugendorfer und seine Frau Anna (Nr. 188†) ist durch eine Fotografie dokumentiert, deren Original sich in nur einem Exemplar im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg erhalten hat. Diese Fotografie wurde später auch von Halm herangezogen192). Ein Vergleich mit der Transkription durch Oefele deckt auf, daß dort der schwer lesbare Text des oberen Schriftbandes nicht berücksichtigt wurde. Für eine Erfassung aller Inschriften des verlorenen Steins konnte die Originalfotografie herangezogen werden.

Eine nur in wenigen Exemplaren bekannte Fotopostkarte aus dem Jahre 1917 dokumentiert die zum Einschmelzen abgenommenen Freisinger Glocken. Unter diesen steht im Vordergrund am Boden die alte Rathausglocke (Nr. 151†), von der ein Teilstück der Umschrift an der Glockenschulter einigermaßen gut zu erkennen ist. Da die Textedition von Schraudner keinen Hinweis auf Aussehen, Alter und Schriftformen liefert, kommt der Fotografie eine gesteigerte Bedeutung bei der Gesamtbeurteilung des Stücks zu.

Die im Archiv des Historischen Vereins Freising verwahrte Fotosammlung Deppisch bewahrt eine Fotografie des Epitaphs (Nr. 360) für Caspar Rambspeckh zu Kirchberg und seine Frau Scholastika, geb. Pronner, die es am alten Standort zeigt, d. h. am äußeren Chorscheitel von St. Georg. Dabei ist gut zu erkennen, daß das Epitaph ursprünglich eine Bekrönung in Form eines Jesus-Monogramms im Strahlenkranz zeigte. Da dieser später verloren ging, dokumentiert die Fotografie als einzige Quelle den originalen Gesamtzustand des Epitaphs.

Als Glücksfall darf bezeichnet werden, daß der großformatigen Publikation von Hermann Schmitz über die Glasfenster des Berliner Kunstgewerbemuseums aus dem Jahre 1913 ein Tafelband beigegeben war, der die bedeutendsten Bildfenster in exzellenten Schwarzweiß-Abbildungen darbietet. Auf diese Weise wurden die aus der Allerheiligenkapelle bei St. Andreas stammenden Bildfenster (Nr. 170† A, B, D, E) von Hans Wertinger vor ihrem Untergang im Zweiten Weltkrieg dokumentiert.

Folgende Handschriften enthalten kopiale Inschriftenüberlieferungen, die weitgehend auf anderen Kopialen basieren und deshalb im Rahmen dieses Einleitungskapitels nicht explizit behandelt werden:

AEM B 8 I, B 1499, Cim Ms. 28, H 65, 77, 78, 79, 81, 255, 270–272, 289–294, 408, 462, 464, 465, 466, 467, 479, KB 122, Nachlaß Boegl Nr. 31–35 (Domherren 1–5), PfA Freising – St. Georg A VIII 2 Fasz. I Akt l

BayHStA Freising Urkunde 1643 Februar 19, inseriert 1639 Januar 18; Generalkommissariat Freising u. Mühldorf Nr. 221, 656, HL Freising Nr. 594, 610, 648, Kurbayern Äußeres Archiv 4715, Personenselekt Cart. 63 Ecker

BSB Cgm 893, 1715, 1718, 1724, 1725, 2002, 2271 III, 2290 I–XXXII (außer IX), 2291 I–VII, 2786 II, Clm 21571, Oefeleana 294

DBMF Hs. 273 (Weinhartiana) Nr. 40

HVO Geissiana 202, 454, 456, 510, 532, Ms. 788

SBBA Msc. M.v.O. Ms. 39

Auch enthalten zahlreiche Druckwerke Transkriptionen von Freisinger Inschriften. Die wichtigsten hiervon sind, in chronologischer Reihenfolge: Ziegler, Oratio Funebris; Hundt, Stammenbuch I–III; Aempherle, Weegweiser; Brusch, Monasteriorum; Eberschwang, Sanctus Nonnosus redivivus; Pez, Thesaurus; Meichelbeck, Historia Frisingensis I,1, II,1; Meichelbeck, Chronica; Crammer, Magnifica [Druckseite XC] Sanctitatis; Bugniet, Versuch; Heckenstaller, Dissertatio; Baumgärtner, Meichelbeck’s Geschichte; Prechtl, St. Andreas; Schlecht, Monumentale Inschriften; Birkner, Teufelsschrift; Birkner, Grabsteine; Birkner, Oeffentliche Denkmäler; Inschriften St. Georg.

  1. Zu Conradus Sacrista (geb. ca. 1140/45, gest. bald nach 1216) s. Wild, Conradus Sacrista 29–31. »
  2. Zu Veit Arnpeck (geb. um 1435/40, gest. 1495) s. Leidinger, Veit Arnpeck VI–XII. »
  3. Zu Wiguleus Hundt (geb. 26. Juli 1514, gest. 18. Februar 1588) s. Lexikon LMU I 195. »
  4. Zu Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck (geb. 16. Oktober 1649, gest. 23. Februar 1727) s. Meichelbeck, Chronica 306–310; Meichelbeck, Historia Frisingensis II,1 418–422, 498. »
  5. Zu Johann Michael Wilhelm von Prey zu Straßkirchen (geb. 1690 in Deggendorf, gest. 1747) s. Hubensteiner, Geistliche Stadt 150–152. »
  6. Zu P. Karl Meichelbeck (geb. 29. Mai 1669, gest. 2. April 1734) s. Alckens, Freising 128f. »
  7. Zu Joseph von Sedlmayr (geb. 1705, gest. 1778) s. Götz, Grabdenkmäler 68. Seine heute verlorene Grabplatte befand sich in der Franziskanerkirche, s. Anh. Nr. B19»
  8. Zu Ferdinand Wilhelm Frhr. von Bugniet des Croisettes (geb. 14. Dezember 1726, gest. 19. Dezember 1806) s. Götz, Firm- und Kirchweihreise 19–29. »
  9. Zu Ignaz Alois Frey (geb. 16. September 1752, gest. 25. Januar 1835) s. Feuchtner/Koschade, Frey 86–89. »
  10. Zu Joseph von Heckenstaller (geb. 15. Juli 1748, gest. 7. November 1832) s. Baumgärtner, Meichelbeck’s Geschichte 312–320. »
  11. Zu Johann Peter Beierlein (geb. 21. Dezember 1802, gest. 13. August 1878) s. Merzbacher, Beierlein 199f. »
  12. Anton Baumgärtner (geb. 1815, gest. 1871). »
  13. Zu Johann Baptist Prechtl (geb. 13. Februar 1813, gest. 20. Mai 1904) s. Benker, Prechtl VIf. »
  14. Zu Joseph Schlecht (geb. 16. Januar 1857, gest. 6. Mai 1925) s. Birkner, Schlecht 153–158. »
  15. Zu Joseph Anton Leopold Oefele (geb. 1714, gest. 5. September 1766) s. Pfister, Kollegiatstift ULF Kap. Personal 415. »
  16. Zu Franz Joseph Anton Schmidt (geb. 1688, gest. 16. April 1740) s. Prechtl, St. Andreas 100f. »
  17. Zu Franz Emmanuel Graf von Törring (geb. 7. Februar 1756, gest. 23. August 1828) s. Deutinger, Schulwesen 564; Keil, Ende 266; Götz, Grabdenkmäler 70. »
  18. Zu Benedikt Licklederer (geb. 15. Januar 1743, gest. 3. Februar 1794) s. Gentner, Weihenstephan 219, 233. »
  19. Ediert bei Deutinger, Viti Arnpeckhii 555–568. »
  20. Ediert bei Deutinger, Viti Arnpeckhii 473–554; Leidinger, Veit Arnpeck 847–914. »
  21. Die Inschriften der um 1699 gemalten Bischofsreihe im Fürstengang entsprechen zwar weitgehend den biographischen Texten der Chronik, doch wurden sie offenbar sämtlich im späten 19. Jahrhundert übermalt, der originale Wortlaut ist unsicher. Daher läßt sich derzeit nicht feststellen, ob die Texte der Bischofschronik den Beischriften der gemalten Bischofsreihe im Fürstengang folgen oder ob bei deren Restaurierung auf die Texte der Chronik zurückgegriffen wurde. »
  22. Es ist vorstellbar, daß es sich bei den drei Grabschriftenverzeichnissen um die Inschriftensammlung von St. Andreas handelt, die Heckenstaller in seinem Brief vom 5. Juli 1828 an Erzbischof Lothar Anselm erwähnt; s. Baumgärtner, Meichelbeck’s Geschichte 390. »
  23. Dazu merkt Bugniet an: die Grabstein von anderen in diesem Gotteshaus liegenden personen sind zum teil zwar noch vorhanden, iedoch nicht mehr kenntbar, und werden solchemnach nur die Nämen der begrabnen hier angefiehrt, wie sie in den dasigen Klosters Schriften aufgezeichnet sind. Es folgen dann acht Namen von Verstorbenen, ohne Datum, die in der Kirche selber begraben liegen, sowie fünf Namen von Verstorbenen, so auch vor den ChorAltar und der Stiegen gelegen seind, mit Datierungen 1655–1658. »
  24. Das Datum des 3. Februar 1762 findet sich auf p. 1028 und p. 1121. »
  25. Bischofs-Chronik, Vorwort 118. »
  26. Vgl. BSB Cgm 1716 Praepositi ad S. Petrum in monte Madronensi fol. 41v»
  27. Eine Ausnahme bildet die Grabinschrift für Erhard Weichser, die Eckher aus den Angaben bei Wiguleus Hundt irrig „rekonstruiert“, s. Anh. Nr. C2»
  28. Eine Edition der Freisinger Inschriften in BSB Cgm 2267 I, II findet sich bei Boegl, Frisingensia. »
  29. Die folgenden Angaben zur Entstehung der Bayrischen Adls Beschreibung beruhen auf Schrenck, Adelsgenealogie I–IX. »
  30. So weist die Edition von Hundt/Gewold bei Nr. 150† in Zeile 2 nur einmal das Wort bis auf, eine hier erstmals zu beobachtende Variante, die die Chronik BSB Cgm 5805 übernimmt. »
  31. Bischofs-Chronik, Vorwort 118. »
  32. Leidinger, Veit Arnpeck XXII. »
  33. Zu dieser Handschrift s. ausführlich Leidinger, Veit Arnpeck XIII–LXV. »
  34. Pez, Thesaurus III Viti Arnpeckhii Chronicon. »
  35. Vgl. Köstler, Beziehungen 70. »
  36. S. dazu Heilmaier, Handschrift. »
  37. Diese Handschrift wurde nicht im Original eingesehen. Die folgenden Angaben, die das HABW freundlicherweise zur Verfügung stellte, beruhen auf der vorläufigen Beschreibung durch Dr. Helmar Härtel. »
  38. Die Bände AEM H 475–479 bilden die sog. Wisheusche Sammlung, doch sind in ihnen nicht die Inschriftenkopialen enthalten, auf die sich Prechtl bezieht. AEM H 131 kommt als Vorlage wohl ebenso wenig in Betracht. »
  39. Eine genaue Beschreibung der Handschrift bei Schwab, Buch von 21 Lagen. »
  40. S. Jahres-Bericht des historischen Vereines von Oberbayern 42/43 (1881) 98. »
  41. Vgl. dazu ausführlich Glaser, Beobachtungen 255–257. »
  42. Vgl. Glaser, Beobachtungen 256–258. »
  43. Glaser, Beobachtungen 261f. »
  44. Im Gegensatz dazu Glaser, Verhältnis. »
  45. Hierzu allgemein s. Ryue, Inschriften in der Überlieferung. »
  46. Dies trifft zumindest nicht auf das Gemälde-Epitaph Nr. 268 zu, das sich heute in Regensburg befindet. »
  47. Zitiert nach Glaser, Grabsteinbuch 306. »
  48. Diese Handschrift wurde nicht im Original eingesehen. Die Beschreibung folgt Pörtner, Gedichte 1–19. »
  49. Benker, Korbinian im Bilde 163. »
  50. Kdm Obb II Taf. 42. »
  51. Halm, Studien II 143. »