Die Inschriften der Stadt Freising

1. Vorwort, Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

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1.1 Vorwort

Das Erscheinen dieses Bandes der Münchener Reihe stellt zweifellos seit langem ein Desiderat der bayerischen Epigraphik dar. Nach bisher zwei Regensburger Bänden (Die Deutschen Inschriften Bd. 40 und Bd. 74) und dem Band mit den Inschriften der Stadt Passau (Die Deutschen Inschriften Bd. 67) liegt nunmehr mit Freising das überaus wertvolle Material einer dritten altbayerischen Bischofsstadt bearbeitet vor. Mit dieser Publikation kommt die Kommission für die Herausgabe der Deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ihrem bevorzugten Ziel, der Sammlung, Bearbeitung und Publikation des epigraphischen Materials der bayerischen Bischofsstädte einen guten Schritt näher, zugleich ist dies ein wertvoller Beitrag im Rahmen des von fast allen deutschen Akademien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften getragenen gemeinsamen interakademischen Unternehmens der vergleichenden Erfassung und Untersuchung der epigraphischen Szenerie in Mittelalter und früher Neuzeit im gesamten deutschen Sprachraum.

Die Publikation der Freisinger Inschriften geht auf die von Frau Dr. Sabine Ryue an der Abteilung Geschichtliche Hilfswissenschaften (jetzt: Historischen Grundwissenschaften und mittelalterliche Medienkunde) des Historischen Seminars der Ludwig-Maximilians-Universität München erarbeitete und von der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften angenommene Dissertation zurück. Der für eine Publikation im Rahmen einer renommierten interakademischen Akademienreihe erforderlichen Arbeiten – Ergänzungen und Modifikationen im inhaltlichen Bereich sowie der notwendigen redaktionellen Maßnahmen – nahm sich Dr. Ingo Seufert an, dessen reiche Erfahrung dem Werk zugute kam und das Aussehen des Bandes maßgeblich prägte. Die Inschriftenkommission der Bayerischen Akademie ist jedenfalls Frau Dr. Sabine Ryue und Herrn Dr. Ingo Seufert zu höchstem Dank verpflichtet.

Eine Publikation dieses Zuschnitts und dieses Umfangs kommt ohne Unterstützung und Förderung von verschiedenster Seite nicht aus. Zu allererst gilt der Dank dem ehemaligen Leiter der Dombibliothek, Prälat Dr. Sigmund Benker für zahlreiche Hilfen und Hinweise, die uns viele Wege ebneten. Wir danken nicht weniger dem jetzigen Leiter der Dombibliothek, Dr. Martin Walko, Herrn Dr. Roland Götz vom Archiv der Erzdiözese München-Freising und Frau Dr. Sylvia Hahn, der Direktorin des Diözesanmuseums für christliche Kunst des Erzbistums München und Freising. Wir haben Dank zu sagen der Kulturreferentin der Stadt Freising, Frau Dr. Ulrike Götz, und dem Ersten Vorsitzenden des Historischen Vereins Freising, Herrn Günther Lehrmann, für vielfältige Unterstützung und vor allem für die Bereitstellung von Photos. Das Staatliche Bauamt Freising und das Erzbischöfliche Ordinariat Freising sowie die Pfarrei St. Georg stellten uns neben mannigfacher Hilfen Pläne zur Verfügung. Was nun einzelne wissenschaftliche Bereiche betrifft, konnten wir bei Interpretationsfragen auf die dankenswerte Hilfe in erster Linie von Herrn Prof. Dr. Ernst Vogt (München), unserem stets hilfsbereiten Kommissionsmitglied, zurückgreifen, ebenso ist Herrn Prof. Dr. Sebastian Scholz (Zürich) und Herrn Dr. Ilas Bartusch (Forschungsstelle Deutsche Inschriften Heidelberg) zu danken. Für Hilfe bei Wappenblasonierungen gilt unser Dank Herrn Dr. Harald Drös (Forschungsstelle Deutsche Inschriften Heidelberg) und Herrn Ulf Roeher-Ertl M.A. Frau Dr. Tanja Kohwagner-Nicolai unterstützte die Kommission bei der Bearbeitung von Paramenten. Für mancherlei Zuarbeiten am Katalog und bei den Registern ist Frau Julia Karg M.A. Dank zu sagen. Frau Dr. Maria Glaser beteiligte sich in dankenswerter Weise an der Fahnenkorrektur. Last not least gilt unser Dank der Sparkassenkulturstiftung Freising und dem Domkapitel der Erzdiözese München und Freising für die Bereitstellung finanzieller Mittel.

Walter Koch
Vorsitzender der Kommission

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1.2 Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

Der vorliegende Band enthält die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften der Stadt Freising bis zum Tode Bischof Veit Adams 1651. Die Edition folgt den Richtlinien des deutschen Inschriftenwerkes, wie sie 1991 von Walter Koch für die Münchner Reihe zusammengestellt worden sind.

Die Edition umfaßt sowohl die im Original erhaltenen als auch die nicht mehr original, sondern nur mehr in ungedruckten oder gedruckten Quellen sowie auf Photos oder in Nachzeichnung überlieferten Inschriften. Vollständigkeit der Erfassung wurde soweit als möglich angestrebt. Objekte, die sich heute in öffentlichen oder privaten Sammlungen des Bearbeitungsgebietes, aber auch in Kollektionen außerhalb des Erfassungsraumes befinden, jedoch nachweislich aus demselben stammen, wurden in vertretbaren Einzelfällen berücksichtigt, wenn sie erst nach dem Erfassungszeitraum aus dem Stadtgebiet verbracht wurden. Grundsätzlich ausgeschlossen blieben Inskriptionen auf Münzen, Medaillen, Siegeln bzw. Typaren, ferner auch Punzierungen sowie schriftliche Äußerungen epigraphischen Charakters, die Bestandteil von Handschriften, Druckwerken oder deren Einbänden sind. Marken, Haus-, Künstler- und Meisterzeichen sowie Monogramme und Einzelbuchstaben sind nur erfaßt, wenn sie mit einer Inschrift oder Jahreszahl in Verbindung stehen.

Denkmäler mit heute völlig zerstörten und nirgends sonst überlieferten Inschriften sowie Nachrichten über verlorene Inskriptionen ohne Textüberlieferung wurden nicht berücksichtigt.

Die Inschriften werden im Katalogteil in chronologischer Folge geboten. Ihre Präsentation erfolgt nach einem einheitlichen Schema.

Die Kopfzeile gibt links die laufende Nummer im Rahmen der Edition an. Ein lateinisches Kreuz neben der Zahl kennzeichnet nicht mehr im Original erhaltene Inschriften. In der Mitte der Kopfzeile ist der heutige bzw. der letzte bekannte Aufstellungsort der Inschrift angegeben. Am rechten Ende der Kopfzeile steht die Datierung. Sie ist nach Möglichkeit dem Inschriftentext entnommen. Bei offenkundigem Auseinanderklaffen zwischen einem im Text angegebenen Datum und der tatsächlichen Entstehungszeit der Inschrift werden beide Termine – durch Schrägstrich getrennt – angeführt. Erschlossene Daten sind zwischen runde Klammern gesetzt. Können Denkmäler nur einer bestimmten Zeitspanne zugeordnet werden, sind sie – gegebenenfalls mit Fragezeichen versehen – jeweils am Ende des ermittelten Zeitraumes eingeordnet.

In dem auf die Kopfzeile folgenden beschreibenden Teil finden sich zunächst die Nennung des Inschriftenträgers, des Inschriftentypus und gegebenenfalls von Personen, denen er zugeordnet werden kann, ferner die präzise Angabe des Standorts, Hinweise auf frühere Standorte, eine Kurzbeschreibung des Inschriftenträgers sowie Bemerkungen zu Material, Anbringung der Inschrift und Erhaltungszustand des Denkmals. Stehen mehrere Inschriften auf einem Träger, so werden diese mit römischen Zahlzeichen bezeichnet. Die Beschreibung des Inschriftenträgers erfolgt vom Betrachter aus. Nur bei Wappenbeschreibungen wird nach den Regeln der Heraldik verfahren. Die Beschreibung schließt mit Maßangaben zu Inschriftenträger und Inschrift ab. Die Schrifthöhe ist nach dem Normalwert des Buchstabens N bzw. n angegeben. Erhebliche Schwankungen werden durch die Angabe der Extremwerte vermerkt. Die Angabe der Schriftart ist typisierend. Vor der Textedition kopial überlieferter Inschriften ist die maßgebliche Quelle genannt.

In der Textedition sind Zeilenumbrüche durch Schrägstrich gekennzeichnet. Doppelte Schrägstriche markieren die Unterbrechung des Textes oder seinen Übergang auf ein anderes Inschriftenfeld. Nur metrische oder gereimte Texte sind versweise geboten. Gekürzte Worte – mit Ausnahme geläufiger Kürzungen – sind in originalen Inschriften nach Möglichkeit zwischen runden Klammern aufgelöst, wobei das Kürzungszeichen selbst entfällt. Worttrennzeichen sind durch Punkte in halber Höhe wiedergegeben und gegebenenfalls im Apparat oder Kommentar beschrieben. Darunter gesetzte Bögen kennzeichnen Nexus litterarum, Ligaturen und Bogenverbindungen. Erhaltene, aber in ihrer Lesung nicht ganz sichere Buchstaben sind unterpunktiert. Zur Kennzeichnung zerstörter Textteile dienen eckige Klammern. Ist eine Ergänzung nicht möglich, wird die ungefähre Anzahl der ausgefallenen Buchstaben durch Punkte innerhalb der Klammern wiedergegeben. Bei umfangreicheren oder in ihrer Dimension ungewissen Verlusten sind drei Gedankenstriche gesetzt. [Druckseite X] Bei Verlust zu Beginn oder Ende einer Inschrift bleibt die Klammer offen. Ursprünglich freigelassene Stellen sowie nachträgliche Ergänzungen sind durch spitze Klammern gekennzeichnet.

An den Wortlaut der Inschrift schließt sich der textkritische Apparat, gegebenenfalls der Nachweis von Zitaten sowie die Übersetzung der fremdsprachigen Texte an. Letztere unterbleibt, wenn es sich um einen einfachen, immer wiederkehrenden, formelhaften Wortlaut handelt. Es folgt die Auflösung der nicht nach der fortlaufenden Tageszählung angegebenen Datierungen und die Benennung bekannter und unbekannter Wappen. Der

Kommentar enthält gegebenenfalls notwendige Hinweise zu Schrift, Sprache, Formular, kunsthistorischen Fragestellungen und zur chronologischen Einordnung, insbesondere aber Erläuterungen zu den genannten Personen und zum historischen Umfeld.

Es folgt ein Anmerkungsapparat, der Zitate aus der Literatur, Nachweise und ergänzende Erläuterungen zu Beschreibung und Kommentar sowie die Blasonierung unbekannter Wappen bietet. Abgeschlossen wird jede Katalognummer durch ein Literaturverzeichnis, das in chronologischer Folge Abschriften, Abdrucke sowie Abbildungen und wesentliche Arbeiten über die Inschrift nachweist.