Inschriftenkatalog: Die Inschriften der Stadt Freising

Anhang D: Nicht aufgenommene Inschriften

Hinweise: Die folgende Auflistung enthält Inschriften, die aus unterschiedlichen Gründen keine Aufnahme in den Hauptkatalog gefunden haben.

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69 Anhang D: Stadt Freising (2010)

D1, Nr. 3 Privathaus 1569

Beschreibung

In die Nordwand des Betriebsgebäudes der Glaserei Hiedl ist neben dem Eingang eine Wappenplatte aus gelblich-grauem Kalkstein mit den Namensinschriften des Eichstätter Rentmeisters Michael Fürsich und seiner Frau Margaretha, geb. Steyrer, eingelassen. Unter der vierzeiligen Inschrift die beiden Wappen der Eheleute. Die Platte ist an den Rändern beschädigt, die linke untere Ecke ist abgebrochen.

Maße: H. 87 cm, B. 60 cm, Bu. 4,5 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

  1. Mich(ae)l Fürsi[ch] Diser zeit Renth=/maister zu Eyst[e]tt vnd Margret / steyrerin sein eheliche hausfrav / A(nn)o 1569

Kommentar

Die Platte war ursprünglich am Haus Untere Hauptstraße 29 angebracht, dem ehemals hochstift-freisingischen Hofkellermeisterhaus (heute durch einen Neubau der Sparkasse ersetzt). Beim Umzug der Glaserei Hiedl – den Eigentümern des ehem. Hofkellermeisterhauses – an den heutigen Standort im Jahre 1970 wurde die Platte ausgebaut und übertragen.

Der Eichstätter Rentmeister Michael Fürsich und seine Frau sind außerdem durch eine 1573 datierte Stifterinschrift an der Predella des Kalksteinaltars in der Friedhofskapelle zu Plankstetten belegt1).

Ein Aufenthalt von Fürsich in Freising läßt sich jedoch nicht nachweisen, ebensowenig ein Grund- oder Hauserwerb, der die Anfertigung der Wappenplatte erklären könnte. Daher ist davon auszugehen, daß die Platte wohl erst in späterer Zeit aus dem Eichstätter Raum nach Freising gelangte. Eine Erklärung dafür bietet die Vita des Malers Ignaz Alois Frey, der aus Eichstätt stammte und ab etwa 1780 das dem Hofkellermeisterhaus benachbarte Hofkanzlerhaus (Untere Hauptstraße 27) bewohnte2).

Eine Erfassung der Wappenplatte im Hauptkatalog muß jedoch aufgrund ihrer auswärtigen Provenienz unterbleiben.

Anmerkungen

  1. Kdm Beilngries I 141.
  2. Feuchtner/Koschade, Frey 86f.

Zitierhinweis:
DI 69 Anhang D, Stadt Freising, D1, Nr. 3 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012d1000305.