Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 426 St. Godehard 1573

Beschreibung

Inschrifttafel in der Glockenstube des nordwestlichen Turmes. Sandstein. Die Inschrift ist auf der hochrechteckigen Tafel in sieben Zeilen erhaben ausgeführt. Über dem Stein mit der Inschrift ein zweiter Stein mit einem Wappen. Alle i mit i-Punkten.

Maße: H.: 70 cm; B.: 56 cm; Bu.: 6 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 58, Nr. 426 - St. Godehard - 1573

 Christine Wulf [1/1]

  1. herman(n)vs · hvivs / monasterij abbas / 27 hoc aedificivm / vbiq(ve) scissvm et / confractvm, an(n)is / 1572 et 73 / reaedificavit ·

Übersetzung:

Hermann, der 27. Abt dieses Klosters, hat dieses Bauwerk, das überall geborsten und eingefallen war, in den Jahren 1572 und 73 wiederhergestellt.

Wappen:
Hermann II. Dannhausen, Abt von St. Godehard*

Kommentar

Die Inschrift ist das späteste erhaltene Beispiel für die Verwendung der gotischen Minuskel in Hildesheim. Die Buchstaben sind in auffallend breiter Strichstärke ausgeführt mit langen Ober- und Unterlängen und breit gegabelten oberen Hastenenden. t ist vollständig ins Mittelband eingepaßt, durchgehend Schaft-s am Wortende.

Abt Hermann II. Dannhausen (1566–1618) hat neben den in der Inschrift bezeugten Baumaßnahmen auch für die Erhaltung des Vierungsturms gesorgt, wie aus einem im Turmknauf gefundenen Gedicht1) hervorgeht. Außerdem hat er die wirtschaftlichen und rechtlichen Schwierigkeiten, die aus der Einführung der Reformation in Hildesheim resultierten, überwunden2) und war mehrfach Mitpräsident und einmal Kapitelspräsident der Bursfelder Union.3) Zu Hermann II. Dannhausen vgl. auch Nr. 639.

Anmerkungen

  1. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 233 (mit Abdruck des Gedichts).
  2. Wolfgang Schwarz: Die Geschichte des Godehardiklosters in Hildesheim. In: Kat. Schatz von St. Godehard, S. 12–17, hier S. 14.
  3. Germania Benedictina VI, S. 202.

Nachweise

  1. DBHi, HS C 26a, S. 3 (Anm.).
  2. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 233.
  3. Slg. Rieckenberg, S. 837.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 426 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0042601.