Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 320 Pfaffenstieg 9 1531, 1594

Beschreibung

Zwei Wappensteine,1) neben der heute in einer Blendmauer befindlichen Toreinfahrt des Hauses Pfaffenstieg 9 (no. 1300). Zeller vermutete, daß sie von einem anderen Ort stammen.2) Wahrscheinlich waren sie an der Kurie des 1609 gestorbenen Domherrn Aswer von Bevern (vgl. Nr. 590) angebracht. Die Inschriften sind jeweils in der oberen und der unteren Rahmenleiste der Wappensteine erhaben vor vertieftem Hintergrund ausgeführt. Die obere Rahmenleiste des Steins mit der Inschrift B ist links beschädigt. Kratz überliefert außerdem die Jahreszahl C, die sich auf einem separaten Stein unterhalb der beiden Wappensteine befunden haben soll.3) Eine jüngere Inschrift stand über der Einfahrt des ehemaligen Hauses Pfaffenstieg 9.4)

Inschrift B ergänzt nach Photo Slg. Rieckenberg, Inschrift C nach DBHi, HS C 1598c.

Maße: H.: 55 cm; B.: ca. 60 cm; Bu.: ca. 4–6 cm (A, B).

Schriftart(en): Schrägliegende Kapitalis (A), Kapitalis (B).

DI 58, Nr. 320 - Pfaffenstieg 9 - 1531, 1594

 Christine Wulf [1/1]

  1. A

    SPERO · FORTV(N)E · REGRESSVM // ASSWER(VS) · V(ON) · BEVERN · Da) ·

  2. B

    [ANNO D(O)M(IN)I] 1594 // HILLE SCHENCKINGK

  3. C †

    1531

Übersetzung:

Ich hoffe auf die Rückkehr des Glücks. (A)

Wappen:
Bevern5), Schenking6)

Kommentar

In SCHENCKINGK G mit eingestellter Cauda.

Zu Aswer (Ahasver) von Bevern vgl. Nr. 590. Die in Inschrift B erwähnte Hilla von Schenking war die Mutter des Domkanonikers Aswer von Bevern.7)

Textkritischer Apparat

  1. D] Auflösung fraglich.

Anmerkungen

  1. StaHi, Bestand 717, Nr. 1–8: Inventar Kampen, Nr. 666f.
  2. Zeller in Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 166.
  3. Kratz in: DBHi, HS C 1598c, fol. 71r.
  4. Vgl. Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 166: LEOPOLD(US) L(IBER) B(ARO) DE ET IN WEICHS CAN(ONICUS) CAP(ITULARIS) CATH(EDRALIS) HIL(DESHEMENSIS) 1737 ‚Leopold Freiherr von und zu Weichs, Kapitularkanoniker der Hildesheimer Domkirche 1737’.
  5. Wappen Bevern (zwei Zickzackbalken). Vgl. Spießen, Wappenbuch, Bd. 1, S. 12 u. Tafel 27; StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/9, Kasten 29.
  6. Wappen Schenking (drei Schenkenbecher 2:1). Vgl. Spießen, Wappenbuch, Bd. 1, S. 112 u. Bd. 2, Tafel 278; StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/9, Kasten 31.
  7. Vgl. die Ahnenprobe auf seiner Grabplatte (Nr. 590).

Nachweise

  1. DBHi, HS C 1598c, fol. 71r.
  2. DBHi, HS 789, fol. 421v.
  3. Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 166.
  4. Buhlers, Hildesheimer Hausinschriften, S. 441.
  5. Slg. Rieckenberg, S. 901.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 320 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0032004.