Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 107 Heilig Kreuz 1395

Beschreibung

Epitaph für den Dechanten Aschwin von Barum. Sandstein. Der querrechteckige Stein befindet sich in der Wand des östlichen Kreuzgangs. Die Inschrift ist in sechs vertieften Zeilen erhaben ausgehauen. Als Worttrenner sind Punkte und Blätter verwendet worden. Die Räume zwischen den Buchstaben sind mit einer braunen Masse ausgefüllt. In der letzten Zeile ist die Lesbarkeit der Inschrift beeinträchtigt.

Maße: H.: 65 cm; B.: 96 cm; Bu.: 6–7 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versal.

DI 58, Nr. 107 - Heilig Kreuz - 1395

 Christine Wulf [1/1]

  1. anno · d(omi)ni · M° · c° c° c° · xcv · i(n) profesto / barnabe · apostoli1) · obiit · / dominus · aschwinus · de · baru(m) / decanus · quondam · huius / ecclesie · [cuius] · anima re/[q]uies[cat · i]n · pace · amen

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1395 am Tag vor dem Fest des Apostels Barnabas starb Herr Aschwin von Barum, ehemals Dechant dieser Kirche. [Seine] Seele ruhe in Frieden. Amen.

Kommentar

Die stumpf endenden n und u sowie das identisch ausgeführte v in der Jahreszahl legen nahe, daß die Tafel aus derselben Werkstatt stammt wie das Epitaph für Dietrich Digni (Nr. 100).

Seit 1372 ist Aschwin von Barum als Kanoniker,2) von 1385 bis 1395 als Dechant des Kreuzstifts urkundlich bezeugt.3) Eine im Mai 1396 ausgestellte Urkunde nennt ihn als nicht mehr lebend und bestätigt seinen Todestag.4)

Anmerkungen

  1. 10. Juni.
  2. UB Stadt 2, Nr. 351–353, Nr. 355.
  3. UB Hochstift 6, Register S. 1076.
  4. UB Hochstift 6, Nr. 1460 A. – Am 26. Mai wird sein Kanonikat an Heilig Kreuz von Johannes Hamelein besetzt (Repertorium Germanicum 2, Sp. 650).

Nachweise

  1. DBHi, HS C 1030, o. S.
  2. DBHi, HS C 28, Nota 44 Kreuzkirche, S. 7.
  3. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 194.
  4. Brandt, Inventar Heilig Kreuz, S. 148.
  5. Slg. Rieckenberg, S. 536f., ein Photo.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 107 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0010701.