Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 104 Heilig Kreuz 1389

Beschreibung

Epitaph für den Dechanten Heinrich von Gandersheim. Sandstein. Die querrechteckige Tafel befindet sich in der Wand des östlichen Kreuzgangs. Die Inschrift ist im vertieften Innenfeld versweise in fünf Zeilen zwischen Linien eingehauen.

Maße: H.: 68,5 cm; B.: 131 cm; Bu.: 7 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 58, Nr. 104 - Heilig Kreuz - 1389

 Christine Wulf [1/1]

  1. ma) · tricentenis · simul · octuagi(n)ta · noue(n)isb) / tot · lapsis · a(n)nis · obiit · pavliq(ue) · ioha(n)nis1) / hilde(n)sem · nat(us) · de ga(n)dersemq(ue)c) vocat(us) / compos · et · san(us) · he(n)rich qua(n)d(o)q(ue) · decan(us) / jstiusd) · ecclesie · rex · criste · sui · miserere ·

Übersetzung:

Nachdem tausend dreihundert neunundachtzig Jahre verflossen waren, starb [am Fest der Heiligen] Paulus und Johannes Heinrich, in Hildesheim geboren, von Gandersheim genannt, machtvoll wirkender und kluger ehemaliger Dechant dieser Kirche. Christus, König, erbarme dich seiner.

Versmaß: Fünf Hexameter, Verse 1–4 zweisilbig leoninisch gereimt, Vers 5 einsilbig gereimt. Verse 1 und 2 sowie 3 und 4 jeweils einsilbig paargereimt am Versschluß und in der Zäsur.

Kommentar

Heinrich von Gandersheim ist von 1354 bis 1382 als Dechant des Kreuzstifts urkundlich bezeugt.2) 1388 nennt ihn eine im Hamelner Stadtbuch, dem Donat, aufgezeichnete Urkunde im Zusammenhang mit einer Memorienstiftung als ehemaligen Dechanten des Kreuzstifts.3) Am 6. Dezember wurde in St. Nikolai in Hameln seine Memorie gefeiert.

Textkritischer Apparat

  1. m] Aufzulösen ist m(ille).
  2. noue(n)is] s auf dem Rahmen.
  3. ga(n)dersemq(ue)] Gardensenque Mithoff, Kd.
  4. jstius] huius HS C 1030, HS C 1037.

Anmerkungen

  1. 26. Juni.
  2. UB Stadt 2, Nr. 84, Nr. 351–353, Nr. 355, Nr. 383A; s. a. UB Hochstift 6, Register S. 1076.
  3. UB Hochstift 6, Nr. 867 (vgl. Otto Meinardus: Urkundenbuch des Stifts und der Stadt Hameln bis zum Jahre 1407. Hannover 1887, Nr. 687).

Nachweise

  1. DBHi, HS C 1037, o. S.
  2. DBHi, HS C 1030, o. S.
  3. DBHi, HS C 28, Nota 44 Kreuzkirche, S. 7.
  4. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 141.
  5. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 194.
  6. Brandt, Inventar Heilig Kreuz, S. 148.
  7. Slg. Rieckenberg, S. 529, ein Photo.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 104 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0010400.