Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 84 St. Andreas 1329

Beschreibung

Epitaph für Arnold von Minden. Die stark verwitterte runde Sandsteinplatte1) ist in etwa 5 m Höhe in der westlichen Abschlußwand des nördlichen Seitenschiffs angebracht. Bis 1857 war sie „in der alten neben dem Andreaskirchhofe gelegenen Gartenmauer eingemauert, welche die nach dem Hohenwege führende Straße ‚krumme Rotwurst‘ begrenzte.“2) Im vertieften Innenfeld der Platte eine Darstellung der Kreuzigung mit Maria und Johannes unter dem Kreuz. Die Querbalken des vierarmigen Kreuzes verlaufen schräg nach oben. Die Kreuzbalken sind mit Astansätzen versehen, am oberen Teil des Längsbalkens befindet sich die leere Tafel für den Kreuztitulus. Die Inschrift ist auf einem das Innenfeld umgebenden Ring eingehauen, erhalten ist noch der den linken Halbkreis sowie der den rechten oberen Viertelkreis umgebende Teil. Der Text beginnt oben in der Mitte über dem Kreuz. Den äußeren Abschluß der runden Platte bildet ein Kranz aus Blattwerk.

Inschrift ergänzt nach DBHi, HS C 25.

Maße: Dm.: 120 cm; Bu.: 4 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 58, Nr. 84  - St. Andreas - 1329

 Christine Wulf [1/1]

  1. + ANNO · D(OMI)NI · M° · C · C · C° · [XXIX · IN · VIGILIA · CONVERSIONIS · S(AN)C(T)I P]AVLJ3) · OBII[T] · ARNOLD(VS) DE · MINDA · REQVIESCATa) · I(N) · PACE · AM(EN)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1329 am Tag vor dem Fest der Bekehrung des heiligen Paulus starb Arnold von Minden. Er ruhe in Frieden. Amen.

Kommentar

C und E sind mit geraden Abschlußstrichen versehen, M sowohl in der vorne geschlossenen Form wie auch als vollständig geschlossenes, gerundetes unziales M. Die Übergänge des Bogens zur Haste bei D in D(OMI)NI sind ausgerundet.

Arnold von Minden gehörte der Hildesheimer Ratsfamilie von Minden an. Er ist von 1317 bis 1328 mehrfach als Ratsmitglied nachzuweisen.4)

Textkritischer Apparat

  1. REQVIESCAT] V in Q.

Anmerkungen

  1. Mithoff geht davon aus, daß die runde Platte ursprünglich mit einem Fuß versehen war (Kunstdenkmale, S. 152).
  2. DBHi, HS C 25, S. 85.
  3. 24. Januar.
  4. UB Stadt 1, Register S. 611.

Nachweise

  1. DBHi, HS C 25, S. 85.
  2. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 152.
  3. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 169 (nach Mithoff).
  4. Slg. Rieckenberg, S. 492f., ein Photo.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 84 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0008403.