Inschriftenkatalog: Stadt Einbeck

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 42: Einbeck (1996)

Nr. 124† St. Alexandri 1598

Beschreibung

Epitaph des Kindes Peter Werner Götz von Olenhusen. Sandstein. Das Epitaph war neben den Grabdenkmälern der Großeltern des Kindes, Andreas Olemann und Anna Helmold (Nr. 137), außen an der Südseite des Turmes aufgestellt; bei der Restaurierung der Kirche in den Jahren 1975/77 wurde es beseitigt. Der hochrechteckige Stein hatte einen dreieckigen Aufsatz, dessen Inschrift schon um die Wende zum 20. Jahrhundert nicht mehr lesbar war. In den Ecken des Steins ovale Medaillons mit Wappenschilden, der obere linke war zerstört, der obere rechte enthielt vielleicht eine Hausmarke, der untere linke weitgehend zerstört, der untere rechte erhalten. Die Medaillons waren durch Rahmenleisten verbunden, darauf in der oberen Hälfte des Steins die Inschrift A, in der unteren Hälfte Ornament. Im Innenfeld oben zwei Stifterfiguren unter dem Kreuz, das Kreuz mit dem Titulus B. Darunter befand sich auf einer hochrechteckigen Kartusche die Inschrift C.1)

Inschriften nach Photo im StA Einbeck, Inschrift C ergänzt nach Mithoff.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 42, Nr. 124 - Einbeck, St. Alexandri - 1598

 Städtisches Museum, Einbeck [1/1]

  1. A

    HIOB XIX ICH WEIS DAS / MEIN [ER]LÖSER LEBET [VND] / ER WIRD MICH AVS D(ER) ER(DE) W(ECKEN)a)2)

  2. B

    INRI

  3. C

    PETRVS WERNERVS GOTZ AB / OLENHVSEN CVM ESSETb) ANNOR/VM IIIc) MENSESQ(VE) TOTIDEM ET / DIES IX CVM HORIS XI VIXISSET [ET] / CATECHESIN LVTHERI CVM XXIIId) PS/ALMIS ET PLVRIBVS SCRIPTVRAE DA/TIS INSIGNIORIBVSe) PROP(ER)Ef) ET SINE H/AESITATIONE RECITARET XXI IVNY / ET SIC QVARTA DIE POST DVLCISS/IMAM SVAM MATR(E)M ELISABETHAM / ANDREAE OLEMANNI CONSVLIS / FILIAM QVAE XVII MENSIS EIVSDEM / IN VERA ET FIRMA FILY DEI / INVOCATIONE IN OLENHVSEN / ILLE HIC EMBECAE PESTE / OBYT ANNO M·D·X·CVII / RESVRRECTVRI CVM / OMNIBVS CHRISTI FID/ELIBVS AD DIVINI SVI / [NOMINIS GL]ORIAM AMEN / [15]98

Übersetzung:

Petrus Werner Götz von Olenhusen ist, als er drei Jahre, ebensoviel Monate, neun Tage und elf Stunden gelebt hatte und den Katechismus Luthers zusammen mit 23 Psalmen und weiteren bedeutenden Bibelstellen, die [ihm zum Lernen] aufgegeben waren, schnell und ohne Stocken aufsagte, am 21. Juni und somit am vierten Tage nach seiner sehr lieben Mutter Elisabeth, der Tochter des Bürgermeisters Andreas Olemann, die am 17. desselben Monats in wahrer und fester Anrufung des Gottessohnes in Olenhusen [starb], hier in Einbeck im Jahre 1597 an der Pest gestorben. Sie werden mit allen Christgläubigen auferstehen zum Ruhme seines göttlichen Namens. Amen. 1598.

Wappen:
?3)

Kommentar

An der Schrift fällt auf, daß die oberen Bögen der S im rechten Bogenabschnitt von einem nach rückwärts gerichteten gebogenen Strich begleitet werden, ebenso die unteren Bögen des C.

Peter Werner Götz von Olenhusen war eines der sieben Kinder des braunschweigischen Rates Dr. Joachim Götz von Olenhusen (vgl. Nr. 137) und der Elisabeth Olemann, einer Tochter des Einbecker Bürgermeisters Andreas Olemann.4)

Textkritischer Apparat

  1. Die vier letzten Worte der Inschrift lassen sich auf dem Foto nicht sicher lesen.
  2. ESSET] Der Schluß des Wortes ist nicht ganz sicher lesbar, entweder ist E rechts mit dem T ligiert oder es fehlt.
  3. III] IIII mit Kürzungsstrich Friese, XIII Garbe.
  4. XXIII] XXI mit Kürzungsstrich Friese.
  5. SCRIPTVRAE DATIS INSIGNIORIBVS] Fehlt Friese.
  6. PROP(ER)E] Auf dem Photo nicht deutlich lesbar.

Anmerkungen

  1. Beschreibung des Steins nach einem Photo von R. Lindemann im Stadtarchiv.
  2. Hi. 19,25.
  3. ? (Schrägbalken mit zwei Wellenlinien belegt).
  4. Vgl. Fahlbusch, Olenhusen, S. 180.

Nachweise

  1. StA Einbeck, Photosammlung.
  2. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 41.
  3. Friese, Einbeck, S. 41f.
  4. Feise, Allerlei Denkmäler, S. 62f.
  5. Garbe, Kirchen, S. 80f. (ohne B).

Zitierhinweis:
DI 42, Einbeck, Nr. 124† (Horst Hülse), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di042g007k0012409.