Inschriftenkatalog: Stadt Einbeck

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 42: Einbeck (1996)

Nr. 97 Neustädter Kirche (Sülbecksweg) 1575

Beschreibung

Epitaph des Heinrich Sebbexen. Sandstein. Das Epitaph hing ursprünglich an der südlichen Chorwand der Neustädter St. Marienkirche; nach deren Abbruch wurde es unter der Orgelempore der neu errichteten Kirche am Sülbecksweg aufgestellt. Der hochrechteckige Stein ist unterhalb der Mitte quer gebrochen. Unter einem von zwei Pfeilern getragenen Bogen ein Kreuzigungsrelief mit Stifterfiguren. Über die Pfeiler, die zugleich die Rahmenleisten des Steins bilden, und den Bogen verläuft die Inschrift A. Unter dem auf der Schädelstätte stehenden Kreuz kniet links der Ehemann, rechts die Ehefrau in Bethaltung. Am Kreuz ein Schriftband mit dem Titulus B. Links und rechts hinter dem Gekreuzigten eine von Rollwerk umgebene Kartusche mit der Inschrift C. Die Inschrift ist in drei Zeilen ausgeführt, sie ist in der Mitte durch den Körper des Gekreuzigten unterbrochen. Den Hintergrund im unteren Teil der Szene bildet ein Vorhang, der teilweise aufgeschlagen ist und eine Landschaft erkennen läßt. Unterhalb des Reliefs zwei querrechteckige Felder mit Wappenschilden, darin links eine Hausmarke (M16), rechts ein Wappen; auf dem Steg dazwischen die Meistersignatur D. Die Inschriften A und C erhaben vor vertieftem Hintergund, D und B vertieft.

Maße: H.: 195 cm; B.: 100 cm; Bu.: 3,5 cm (A), 4,5 cm (B), 2,5 cm (C), 3 cm (D).

Schriftart(en): Fraktur mit Versalien (A, C), Kapitalis (B, D).

DI 42, Nr.97 - Einbeck, Neustädter Kirche (Sülbecksweg) - 1575

 Julia Zech [1/2]

  1. A

    Anno D(omi)ni · 1571 · des fridages vor Mar//tini1) · ist der Ersamer Hinrich Sebbexsen · in Christo selichlich ent//slaffen · des Seele(n) Godt genedich sy · A(m)e(n)

  2. B

    I · N · R · I ·

  3. C

    EHR tregt die straff an vn/ser stadt :Vo(n) wegen VN/SER missetat ·ESA : 532)

  4. D

    E W. / · 75 ·

Wappen:
Tisemann?3)

Kommentar

Das Epitaph, das vier Jahre nach dem Tod des Heinrich Sebbexen angefertigt wurde, gehört zu den signierten Werken des Ewert Wolf (vgl. Einleitung, Kap. 3.2.).

Heinrich Sebbexen war mit Anna Tisemann verheiratet; im Jahr 1569 sind drei Kinder erwähnt, die aus dieser Ehe hervorgegangen sind4). Im Jahr 1557 ist Heinrich Sebbexen als Mitglied der Hohen Börse verzeichnet.5) Er ist in der Zeit zwischen 1563 und 1570 mehrfach im Zusammenhang mit Grundstücksgeschäften genannt6); 1569 wird er als Riedemeister der Stadt Einbeck bezeichnet7).

Anmerkungen

  1. 9. November.
  2. Nach Jes. 53,4f.
  3. Tisemann? (gespalten, auf jeder Seite zwei Rauten überhöht von einem Kreuz).
  4. Kontraktenbuch, HStA Hannover, Han 72 Einbeck, Nr. 448, fol. 126v.
  5. Harland, Geschichte 2, S. 187.
  6. Kontraktenbuch, HStA Hannover, Han 72 Einbeck, Nr. 448, fol. 34v, 74v, 126v, 128v/129r, 144r.
  7. Ebd., fol. 126v.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 46.
  2. Friese, Einbeck, S. 51.
  3. Feise, Allerlei Denkmäler, S. 69f.
  4. Garbe, Kirchen, S. 157f.
  5. Lindemann, Epitaphe, S. 138.

Zitierhinweis:
DI 42, Einbeck, Nr. 97 (Horst Hülse), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di042g007k0009707.