Inschriftenkatalog: Ehemaliger Landkreis Querfurt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 64: Querfurt (2006)

Nr. 70 Farnstädt, ev. Kirche (St. Johannes u. Paul) 1508

Beschreibung

Eckquader, rötlicher Sandstein. Über seine Auffindung während des 1698 begonnenen Kirchenumbaus1) berichtet das älteste Farnstädter Kirchenbuch: „bey abheben der großen Steinern Pfeiler hat man in den ersten bogen an den Thurm in Mönchsschrifft funden die Jahr Zahl. (...). Diesr stein ist in den ersten Neuen Pfeiler an der euserlichen Kirchen gegen Mittag versetzt.“2) An diesem südöstlichen Strebepfeiler des Chorpolygons befindet er sich noch heute in einer Höhe von etwa 3,60 m. Die Ziffern wurden eingemeißelt.

Maße: H.: 38 cm; B.: 35 cm; T.: 75 cm; Zi.: ca. 16 cm.

DI 64, Nr. 70 - Farnstädt, ev. Kirche St. Johannes u. Paul - 1508

 SAW Leipzig, Inschriftenkommission (Ilas Bartusch) [1/1]

  1. 1508

Kommentar

Die 1 ist als einfacher Schaft ausgeführt, den oben ein Quadrangel begrenzt. Die 5 besteht lediglich aus Balken und Bogen, der unter der Grundlinie in eine zurückgebogene Zierlinie mündet. Die 8 ist eckig gestaltet; die kleinere 0 auf die obere Zeilenhälfte begrenzt.

Die Jahreszahl verweist wohl auf eine Baumaßnahme an der Vorgängerkirche, über die allerdings keine weiteren Nachrichten vorliegen. Günther von Geusau der Ältere (geb. ca. 1430) war 1487 gemeinsam mit seinem Onkel Balthasar von Geusau durch die Edlen von Querfurt mit Farnstädt belehnt worden.3) Da der Familie von Geusau durch sämtliche Generationen hindurch das Patronat über die Kirche4) zustand, wird der Umbau auf Veranlassung Günthers von Geusau des Jüngeren (geb. um 1460, gest. 1518) geschehen sein.5)

Anmerkungen

  1. Vgl. die Bauinschrift, abgedruckt in Kdm (Querfurt) 1909, S. 59. S. a. Nr. 155.
  2. Vgl. PfA Farnstädt, Kb. 1, fol. 107r. S. a. Pb. Wolf, Heydrich 1743/44, S. 18.
  3. Vgl. Sächs. StA Leipzig, Ahnenreihen 1982, Regesten v. Geusau S. 7 Nr. 70 (hier irrtümlich 1497), Stammtafeln v. Geusau Taf. 2.
  4. Vgl. Preller 1936, Nr. 17, S. 133.
  5. Vgl. Sächs. StA Leipzig, Ahnenreihen 1982, Regesten v. Geusau S. 7f., Stammtafeln v. Geusau Taf. 2. Zu dessen Sohn Jobst vgl. Nr. 97.

Nachweise

  1. PfA Farnstädt, Kb. 1, fol. 107r.
  2. Pb. Wolf, Heydrich 1743/44, S. 18.

Zitierhinweis:
DI 64, Querfurt, Nr. 70 (Ilas Bartusch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di064l002k0007002.