Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 222(†) Himmelgeist, St. Nikolaus, Kirchplatz vor 1653?

Beschreibung

Grabplatte. Muschelkalk, querliegend an der Mauer, die das Gelände um die Kirche und den ehemals dort gelegenen Friedhof umgibt. Die Platte ist stark verwittert, vermoost und mit Flechten besetzt. Der untere Rand ist abgeschlagen. Der Sterbevermerk (A) ist am äußeren Rand umlaufend zwischen eingetieften Linien eingehauen. In den erhaltenen oberen Ecken je ein Medaillon mit den Evangelistensymbolen (?); im rechten ist ein Greif oder Adler mit einer Bildbeischrift (C) zu erkennen, im linken Löwenklauen (?). Die bildliche Darstellung in der oberen Hälfte des eingetieften, zweigeteilten Mittelfeldes ist unkenntlich; in der unteren Hälfte findet sich erhaben ein kreisrundes Medaillon, auf dessen Rahmen, beginnend links unten, umlaufend der heute lediglich an vereinzelten Buchstabenresten erkennbare Trostspruch (B) in Form eines Bibelzitats verläuft. Frechen hat die Platte in einem Erhaltungszustand verzeichnet, in dem B noch lesbar war.

Ergänzung in Inschrift A und Inschrift B nach Frechen.

Maße: H. 164 cm; B. 118 cm; Bu. 6,1 cm (A), 3,6 cm (B).

Schriftart(en): Fraktur (A), Kapitalis (B, C).

DI 89, Nr. 222 - Himmelgeist, St. Nikolaus, Kirchplatz - vor 1653?

 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften (Ulrike Spengler-Reffgen) [1/1]

  1. A

    [– – –er wolvurn]hemer / Christian Cl/ut Halfman zu Mickel Scheffa)[….] / [– – –]

  2. B†

    CHRISTVS IST MEIN LEBEN STERBEN IST MEIN GEWINN PHIL. I1)

  3. C

    [– – –]ESb)

Kommentar

Die Identität des Verstorbenen konnte nicht ermittelt werden. Mitglieder der Familie oder mehrerer Familien Clut/Clout sind jedoch seit Ende des 16. Jahrhunderts bis ins 18. Jahrhundert in Himmelgeist und Umgebung nachweisbar.2) Er ist wohl nicht identisch mit dem gleichnamigen Richter und späteren Amtmann zu Angermund.3) Verwandt könnte er mit dem am 9. September 1641 verstorbenen Peter Clut gewesen sein, als dessen Herkunft Mickeln4) angegeben wird und dessen Grabplatte von 1641 in Erkrath zu finden ist. Als Verfasser der dortigen Inschrift wird der Himmelgeister Pfarrer Johannes Baden genannt.5)

Da aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Grabdenkmäler mit Inschriften in Fraktur und Kapitalis überliefert sind, ist eine Anfertigung innerhalb des Bearbeitungszeitraums durchaus möglich.

Textkritischer Apparat

  1. Scheffe Frechen.
  2. Zu ergänzen zu IOHANNES?

Anmerkungen

  1. Phl 1,21.
  2. Vgl. z. B. Strahl, Trauregister, Bd. 5, S. 147–149; ders., Trauregister, Bd. 8, S. 45–46.
  3. Zu diesem Christian Cloudt vgl. Schmitz, Land, Bd. 1, S. 30f. (1587–1611 als Richter, 1616 als Amtmann); Heinrich Ferber, Der Tod und das Begräbnis von Wilhelm von Scheidt genannt Weschpfennig 1611, in: BGNrh 6 (1892), S. 196f. (1611 Richter in Ratingen); PfA St. Remigius Wittlaer, Nr. 3 (Findbuch Nr. 418) (1602 Richter des Hauptgerichts Kreuzberg); 1632 war er verstorben (Strahl, Trauregister, Bd. 5, S. 147).
  4. Zu Mickeln vgl. Guido Knopp, Zur Geschichte und Baugeschichte von Schloß Meierhof, dem ehemaligen Schloß Mickeln, in: DJb 56 (1978), S. 21–37.
  5. Franz Josef Brors, Unterbach. Eine ortsgeschichtliche Plauderei, zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Bergischen Landes, Düsseldorf 1910, S. 49–51. Die Platte befindet sich im Heiligenhäuschen beim Erkrather Friedhof.

Nachweise

  1. StA Düsseldorf, Nr. XXIII 1161, Bl. 115 (Frechen, ohne Datum der Verzeichnung).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 222(†) (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0022207.