Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 181 Kreuzherrenkirche (1634)/1642

Beschreibung

Wand am Eingang zur Grabkammer für die Familie Mattenclot. Die Grabkammer liegt unter dem Fußboden an der nördlichen Wand neben dem dritten Pfeiler von Westen und ist nicht mehr zugänglich. In Schwarz (?) und mit einem einfachen Rahmen auf die Wand aufgetragene Inschrift mit den Sterbevermerken für den Rat Dr. Hildeger Mattenclot und seine Ehefrau Katharina Schopen. Vor dem endgültigen Verschluss der Kammer 1967 fotografisch erfasst.

Nach Fotos vom LVR-ZMB, Fotoarchiv, Neg.-Nrn. 123/1–4.1)

Schriftart(en): Kapitalis und humanistische Minuskel.

DI 89, Nr. 181 - Kreuzherrenkirche - (1634)/1642

 Reproduktion aus: Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, RW Karten Nr. 1349d [1/2]

  1. A

    HILD[EG]ERVS / MAT[TEN]CLOTa) / I(uris) V(triusque) D(octor)b) consiliarius / m(ortuus) 1634 aetatis 45

  2. B

    CATHARINAc) / SCOPENd) VXORe) / m(ortua) 1642

Übersetzung:

Hildegerus Mattenclot, Doktor beider Rechte, Rat, gestorben 1634 im Alter von 45 (Jahren). (A)

Catharina Schopen, (seine) Frau, gestorben 1642. (B)

Kommentar

Zu der Grabkammer und der Datierung sowie der Schrift der Inschriften s. Nr. 96.

Der Doktor beider Rechte Hildeger Mattenclot, am 20. März 1588 als Sohn der Eheleute Joachim Mattenclot und Adriana Schreiners (Nr. 142) geboren und verstorben am 15. August 1634,2) war pfalz-neuburgischer Rat und hat 1627–1629 an den Landtagen als Syndicus der bergischen Städte teilgenommen.3) 1632 besaß er das Haus Ratinger Straße 10; das Nachbarhaus Nr. 12 befand sich im Besitz seines älteren Bruders, des 1656 mit 70 Jahren verstorbenen und ebenfalls in der Kreuzherrenkirche bestatteten Gabriel Mattenclot, Lizenziat beider Rechte und ebenfalls Rat.4) Beide Brüder haben 1628 an der Beisetzung Herzog Johann Wilhelms teilgenommen und sind in der Schrift des Adolf von Kamp unter den Mitgliedern der Kanzlei abgebildet.5) Ein jüngerer Bruder war der 1643 ebenfalls in der Gruft beigesetzte Bernhard Mattenclot (Nr. 189). Aus der Ehe mit Catharina Schopen sind vier Kinder bekannt.6)

Textkritischer Apparat

  1. Lücken aufgrund eines Lochs in der Wand.
  2. In Minuskeln ergänzt, da die Amtsbezeichnung in der Zeile in Minuskeln ausgeführt worden ist.
  3. Chatarina Keller (Lese- oder Tippfehler?).
  4. Schopen PfA St. Lambertus, Düsseldorf-Altstadt, Akten 747, Bayerle.
  5. VXOR] in Kapitalis ausgeführt, XOR jedoch lediglich in der Höhe der Minuskelbuchstaben.

Anmerkungen

  1. Die Aufnahmen wurden im Juni 1967 durch die ehemalige Landesbildstelle Düsseldorf angefertigt.
  2. Schleicher, Slg. Oidtman, Bd. 10, S. 290. Niederau, Bemerkenswertes, S. 234, nennt – ohne Nachweis – als Todestag den 17. März 1634.
  3. Küch, Landtagsakten, Bd. 1, S. 215 u. 421; vgl. zu ihm auch ebd., S. 200 u. Schleicher, Slg. Oidtman, Bd. 10, S. 290. Trotz intensiver Nachforschungen durch Olga König M.A., Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Inschriften der Universität Bonn, konnte sein Studienort nicht ermittelt werden.
  4. Ferber, Landsteuerbuch, S. 5; ders., Wanderung, Bd. 1, S. 37f. Vgl. auch Jegodtka, Grabstätten, S. 145. Gabriel Mattenclot war ebenfalls in der Gruft beigesetzt, wie eine entsprechende Wandinschrift belegt.
  5. V. Kamp, Beschribung, Kupferstich mit der Abb. der Mitglieder der Kanzlei.
  6. Schleicher, Slg. Oidtman, Bd. 10, S. 291.

Nachweise

  1. LVR-ZMB, Fotoarchiv, Neg.-Nrn. 123/1–4.
  2. PfA St. Lambertus Düsseldorf-Altstadt, Akten 747, fol. 122r.
  3. Bayerle, Kirchen, S. 88 (nach PfA St. Lambertus).
  4. LAV NRW R, Reg. Düsseldorf, Nr. 3892, fol. 11r.
  5. LAV NRW R, Karten, Nr. 1349d.
  6. Keller, Geheimnis, S. 201 (nach LAV NRW R, Reg. Düsseldorf, Nr. 3892 u. ebd., Karten, Nr. 1349d).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 181 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0018105.