Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 174 Volmerswerth, St. Dionysius 1640

Beschreibung

Grabstein für Gerhard Tholler. Sandstein. Die Herkunft des Steins ist nicht gesichert. Er befand sich nach Frechen 1944 „stehend an der katholischen Pfarrkirche zu Volmerswerth“1) und ist seit Anfang der 1980er Jahre außen an der westlichen Wand des nördlichen Querhauses neben dem Missionskreuz auf Augenhöhe angebracht.2) Eingestellt in einen Rundbogen der Sterbevermerk (B) und ein Trostspruch in Form eines Bibelzitates (C), oben in der Mitte des Bogens ein Wappenschild mit Hausmarke und Initialen (A). Der Stein ist an der oberen rechten Ecke beschädigt; im Textfeld sind einige wenige Buchstaben ausgebrochen; in mehreren Wörtern sind Buchstaben abgerieben, der Buchstabenbestand ist aber zu erkennen.

Maße: H. 83 cm; B. 61 cm; Bu. 2,5 cm (A), 2,8–3,3 cm (B, C).

Schriftart(en): Kapitalis (A), Fraktur (B, C).

DI 89, Nr. 174 - Volmerswerth, St. Dionysius - 1640

 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften (Ulrike Spengler-Reffgen) [1/1]

  1. A

    G(erhardt) // T(holler)

  2. B

    A(nn)oa) 16//40 de(n) / 3. Septemb(er)b) Ist in / de(n) Herre(n) Ents[ch]/laffe(n)c) der Erbar / Vnd frommer / gerhardt Tholler / seines Alters 70 Jar

  3. C

    Wir Haben Einen / gott der da Hilft vnd / de(n) Herre(n) Herren / der von dem dodt / [Er]rettet Psalmd)3)

Wappen:
Tholler4)

Kommentar

Die Höhe der Buchstaben nimmt in den Inschriften B und C von den oberen zu den unteren Zeilen hin ab. Der Grabstein stammt möglicherweise vom ersten Volmerswerther Friedhof an der Kirche, der 1806 eingeebnet wurde.5) Er wurde nach der letzten umfangreichen Restaurierung der Kirche Anfang der 1980er Jahre zusammen mit einem weiteren Stein aus dem Jahr 1721 an seinem jetzigen Aufbewahrungsort angebracht.6) Angehörige der Familie Tholler/Toller sind in der zweiten Hälfte des 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Volmerswerth belegt.7)

Textkritischer Apparat

  1. Kürzung durch hochgestelltes o.
  2. Doppelpunkt als Kürzungszeichen.
  3. s teilweise, ch nahezu vollständig ausgebrochen.
  4. Dazu hat Franz Frechen handschriftlich mit Bleistift auf der linken unteren Seite vermerkt: „(Psalm 68, Vers 21)“.

Anmerkungen

  1. StA Düsseldorf, Nr. XXIII 1161, Bl. 141.
  2. Emler, Begräbnisplätze, S. 101, mit falscher Jahreszahl 1610.
  3. Ps 68,21 in der Fassung der Lutherbibel von 1545.
  4. Marke Nr. 25.
  5. Emler, Begräbnisplätze, S. 101.
  6. Ebd.
  7. Ferber, Landsteuerbuch, S. 46 für 1632 ein Michel Toller; ein weiterer Beleg bei Emler, Begräbnisplätze, S. 101.

Nachweise

  1. StA Düsseldorf, Nr. XXIII 1161, Bl. 141 (Frechen, 21. April 1944).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 174 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0017402.