Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 170 St. Andreas 1639

Beschreibung

Strahlenkranz einer Madonna, heute befestigt auf einem jüngeren Sockel aus Holz, auf den Engelsköpfe, Fruchtgirlanden und Rocaillen aus Silber sowie eine mit Blattranken aus Silber gerahmte Platte aufgelegt sind. Über die Umstände, unter denen der Kranz in den Kirchenschatz von St. Andreas gelangt ist und zu welcher Figur er ursprünglich gehört hat, liegen keine Angaben vor.1) Das gravierte Stiftungsdatum (?) befindet sich auf dem linken und rechten unteren Strahl des Kranzes aus teilweise vergoldetem Messing.

Maße: H. 49 cm; B. 31 cm; Bu. 0,2 cm.

Schriftart(en): Kanzleischrift mit einzelnen Kapitalisbuchstaben.

DI 89, Nr. 170 - St. Andreas - 1639

 Hans-Josef Harbecke, Neuss [1/2]

  1. A(nn)oa) saec(uli)b) soc(ieta)tisc) Jesu MDCXXXIX Festo s(anctorum)d) Cosmae et Damiani · 27 · sept(embris)

Übersetzung:

Im Jahr des (ersten) Jahrhunderts der Gesellschaft Jesu 1639 am Fest der heiligen Cosmas und Damian, dem 27. September.

Kommentar

Als Kürzungszeichen und als Trenner bei der Tagesangabe dienen Punkte auf der Zeilenmitte. Die ungewöhnliche Schrift weist – nicht durchgängig – Elemente einer Kursive auf, z. B. die ae-Ligatur, ein Schleifen-s in Cosmae und Anstriche (u. a. bei c in saec(uli), u in Jesu und bei i). Auffällig ist, dass die Unterlängen von Schaft-s und p sowie die linken Schäfte von A und M und J nach unten ausgezogen und nach links umgebogen sind; in einigen Fällen werden sie geknickt und nach rechts gebogen, um eine Verbindung zum folgenden Buchstaben herzustellen. Das F bei Festo und die Jahreszahl (mit Ausnahme des M) sind in Kapitalis ausgeführt.

Textkritischer Apparat

  1. Kürzung durch hochgestelltes o.
  2. Möglicherweise fehlt der Zusatz „primi“.
  3. Kürzung durch hochgestelltes tis.
  4. Buchstabenbestand: SS.

Anmerkungen

  1. Er hat wohl auch nicht zu der heute im östlichen Seitenaltar aufgestellten Madonnenfigur gehört, die noch im Katalog zur Ausstellung, die 2008 anlässlich des 350. Geburtstages von Kurfürst Johann Wilhelm in St. Andreas stattfand, mit diesem Strahlenkranz abgebildet ist. Vgl. die Abb. Kat. St. Andreas, S. 227. Als Kranz zu dieser Madonnenfigur und in Verbindung mit dem Sockel ist er auch 1888 belegt. Vgl. dazu Kat. Ausstellung 1888, S. 78, Nr. 848.

Nachweise

  1. Kat. St. Andreas, S. 226f., Nr. A 23 ([Sonja Schürmann]).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 170 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0017000.