Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 158 St. Andreas 1632 – spätestens 1641, 1719(?)

Beschreibung

Stuckdekoration im Innenraum am Deckengewölbe des Mittelschiffs, der Seitenschiffe sowie der Chorjoche, am Gewölbe unter den Emporen in den Seitenschiffen und auf Wandflächen. Bei der Angabe der Himmelsrichtungen ist zu beachten, dass die Kirche nicht geostet, sondern der Chor nach Norden ausgerichtet ist.

Kalkstuck;1) erstmalig ausgeführt von 1632 bis spätestens 1641 durch Johannes Kuhn und seine Mitarbeiter, mehrfach übermalt und im Zweiten Weltkrieg beschädigt; nach mehreren Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen letzte Restaurierung 1985–1989 mit der Wiederherstellung der Erstfassung.2) Reste älterer, von Kuhn abgeschlagener Stuckarbeiten sind im mittleren Gewölbefeld unter der Orgelempore und über dem Rundbogenfenster oberhalb des Hauptportals an einem Engelskopf erhalten.3)

Der Stuck in der Apsis und den beiden Chorjochen ist aufgrund zweimaliger Chorverlängerung (1637, um 1719) jünger,4) vielleicht ab 1719 ausgeführt durch Antonio Rizzi.5) Im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts wurden weitere Stuckelemente angebracht, u. a. in den Bogenzwickeln der Langhausarkaden und den Pendentifs der um 1760 veränderten Orgelempore.6) Die flächendeckende Dekoration kombiniert figürliche Darstellungen von Heiligen mit vegetabilem Ornament, Roll- und Beschlagwerk sowie weiteren dekorativen Elementen. Die stuckierten und goldfarben bemalten Inschriften finden sich in den Schildbögen über den Emporenarkaden und über den Fenstern der Emporen, als Beischriften zu den Heiligendarstellungen in den Gewölbekappen der Seitenschiffe, der Unterseite der Emporen und des südlichen Mittelschiffjochs sowie auf den Schlusssteinen; die Inschriften über den Arkaden der Turmoratorien und in den Schlusssteinen der heutigen Schatzkammerräume sowie im südlichen Chorjoch wurden, obwohl in der vorliegenden Form erst um 1719 angefertigt, dennoch aufgenommen, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in dem um 1637 gestalteten Chor angebracht waren.7) Die Figuren der Heiligen in den Kappen sind in unterschiedlicher Plastizität ausgeführt; einzelne Körperteile und Attribute ragen vollplastisch hervor. Heiligenscheine, Attribute, Bestandteile der Kleidung sowie weitere Details der Darstellungen sind vergoldet oder farbig gefasst.

In der Textedition werden die einzelnen Raumteile mit römischen, die jeweiligen Joche mit arabischen Zahlzeichen bezeichnet. Die Zählung der Inschriften in den einzelnen Jochen beginnt jeweils neu mit A.8)

Das Gewölbe der Apsis ist mit der Darstellung der göttlichen Dreifaltigkeit geschmückt, die wahrscheinlich auch in der älteren Apsis von 1637 abgebildet war.9) Das nördliche Chorjoch (erst 1719 hinzugefügt) zeigt in seinen Gewölbekappen Engel mit den Arma Christi, in den Schildbögen allegorische Darstellungen der Fides und der Ecclesia und im Schlussstein in einer großen Kartusche ein in der Edition nicht zu berücksichtigendes Marienmonogramm10). Im südlichen Chorjoch (I) finden sich – 1719 neu ausgeführt, aber im älteren Chor wohl ebenfalls dargestellt9) – in den Gewölbekappen Darstellungen des Erzengels Gabriel (bei der Verkündigung an Maria), des Schutzengels sowie der Erzengel Raphael (mit Stab) und Michael (mit Kreuzesstab gegen den Satan kämpfend) sowie als Schlussstein, ebenfalls in einer großen Kartusche, ein Nomen sacrum (A) und an der Westwand im Schildbogen eine Anrufung Mariens, an der Ostwand eine Anrufung Christi (B–C).

Im Mittelschiff (II, Joche II,1–5) zeigt die von Kuhn und seinen Gesellen angefertigte Stuckdekoration von Norden nach Süden in den fünf Jochen des Gewölbes in den zu großen Kartuschen erweiterten Schlusssteinen alternierend in Form eines Marien- und eines Jesusmonogramms Nomina sacra (jeweils A, im 3. Mittelschiffjoch das Heiliggeistloch); dazu auf beiden Seiten in den Schildbögen oberhalb der Emporenarkaden in Medaillons Anrufungen Mariens und Jesu Christi (jeweils B an der West- und C an der Ostwand).11)

In den Gewölbekappen des Mittelschiffs sind von Joch zu Joch abwechselnd in runden, ovalen oder sieben- und achteckigen Rahmen folgende Personen dargestellt:

in Joch II,1 die Patriarchen Abraham, Jakob, Joseph und Noah (alle ohne Beischriften);

in Joch II,2 die Propheten Mose, von Gott die Tafeln mit den Zehn Geboten erhaltend (auf den Tafeln das Bibelzitat D), Daniel, Jona und Elia (alle ohne Beischriften);

in Joch II,3 die vier Evangelisten: Matthäus mit einer Tafel, auf die er schreibt, und Engel, Markus – in ein Buch schreibend (auf der linken Buchseite der Beginn eines Bibelzitats D) – mit Löwen, Lukas – wie Markus in ein Buch schreibend (auf der linken Buchseite Reste eines Bibelzitats E) – mit Stierkopf und Johannes – auf eine Tafel schreibend (auf der Tafel das Bibelzitat F) – mit Adler;

in Joch II,4 die Ahnen und Verwandten Christi: David, Joachim und Anna, Johannes der Täufer bei der Taufe Jesu, Maria und Josef (alle ohne Beischriften);

in Joch II,5 die heiligen Kaiser und Könige mit Bildbeischriften: Sigismund von Burgund (D), Karl der Große (E, die figürliche Darstellung verloren), Ludwig der Hl. (F) und Heinrich II. (G).

Im Rundbogenfenster über dem Portal befindet sich die Büste Pfalzgraf Wolfgang Wilhelms (Nr. 215), an der Südwand hinter der Orgel ein Relief des Jüngsten Gerichts.

In den Seitenschiffen sind die Gewölbekappen der heutigen Schatzkammerräume im westlichen und östlichen Turm jeweils mit einer großen Kartusche mit Nomen sacrum in Form eines Marienmonogramms (III und V, jeweils A) geschmückt, tragen jedoch keine Heiligendarstellungen.

Anders als in den Mittelschiffjochen II,1–4 sind den Darstellungen der Heiligen in den einzelnen Gewölbekappen beider Seitenschiffe und unter den Emporen Bildbeischriften hinzugefügt, die ihren Namen und teilweise auch einen Titel nennen. Wie im Mittelschiff sind auch in den Seitenschiffen die Schlusssteine als große Kartuschen ausgeführt, die alternierend ein Nomen sacrum in Form des Jesus- und des Marienmonogramms (jeweils A) enthalten.

Im westlichen Seitenschiff (IV, Joche IV,1–5) beginnen die Monogramme mit dem Jesusmonogramm im nördlichen Joch. In alternierend oval oder mehreckig gestalteten Kartuschen über den Fenstern befinden sich Inschriften mit Anrufungen Christi (jeweils B). In den einzelnen Jochen sind dargestellt:

in Joch IV,1 die Apostel Petrus, Paulus, Philippus und Andreas (C–F) und an der nördlichen Stirnseite in einem Medaillon das Brustbild des hl. Ignatius, des Gründers des Jesuitenordens (G);

in Joch IV,2 die Apostel Jakobus d. J., Matthias, Barnabas und Judas Thaddäus (C–F);

in Joch IV,3 die als Apostel bezeichneten Bischöfe Crescens von Mainz, Maternus von Köln, Willehad von Bremen und Eucharius von Trier (C–F);

in Joch IV,4 die Bischöfe Willibrord von Utrecht, Suitbert als Bischof von Westfalen, Kilian von Würzburg und Liudger von Münster (C–F);

in Joch IV,5 die heiligen „Herzöge“ Ruprecht von der Rheinpfalz (unter Rückgriff auf Rupert von Bingen?), Emmerich von Ungarn, Kasimir von Polen und Wenzel von Böhmen (C–F),12) an der südlichen Stirnseite in einem Medaillon ein Brustbild des Jesuitenheiligen Stanislaus Kostka mit Bildbeischrift (G).

Im östlichen Seitenschiff (VI, Joche VI,1–5) findet man ebenfalls alternierend die Monogramme (jeweils A, die Kartusche in Joch 5 ist leer), hier beginnend mit dem Marienmonogramm, sowie in Kartuschen über den Fenstern an der Ostwand Anrufungen an die Gottesmutter (jeweils B). Die einzelnen Joche zeigen:

in Joch VI,1 die Apostel Jakobus d.Ä., Bartholomäus, Simon und Thomas (C–F) und an der nördlichen Stirnseite in einem Medaillon ein Brustbild des Jesuitenheiligen Franz Xaver mit Bildbeischrift (G);

in Joch VI,2 die griechischen Kirchenväter Athanasius, Johannes Chrysostomus, Gregor von Nazianz und Basilius (C–F);

in Joch VI,3 die Bischöfe Martin von Tours, den Düsseldorfer Stadtpatron Apollinaris von Ravenna, Nikolaus von Myra und Lambert von Lüttich (C–F);

in Joch VI,4 die Bischöfe Korbinian von Freising, Willibald von Eichstätt, Ulrich von Augsburg und Wolfgang von Regensburg (C–F); letzterer segnet einen Jungen in weltlichem Gewand, der ein Schwert trägt und zu dessen Füßen eine Krone sowie – teilweise verdeckt durch das Gewand des Bischofs – ein Zepter (?) liegen, links von dessen Kopf/heraldisch rechts G, die post-sex-Vision Heinrichs II.13);

in Joch VI,5 die als heilig verehrten Grafen Luthard von Kleve, Elzear von Ariano, Eberhard von Hasbanien und Megingoz von Geldern (C–F), zudem an der südlichen Stirnwand in einem Medaillon ein Brustbild des Jesuitenheiligen Aloysius von Gonzaga mit Bildbeischrift (G).

Unter den Emporen setzt sich die Allerheiligendarstellung fort. Die Nomina sacra in den Schlusssteinen (jeweils A), wieder abwechselnd als Marien- und Jesusmonogramm, aber hier in Medaillons mit Strahlenkranz, beginnen auf beiden Seiten mit dem Marienmonogramm. In den Gewölbekappen unter der westlichen Empore (VII, Joche VII,1–5) finden sich weibliche Heilige, jeweils mit Bildbeischrift:

in Joch VII,1 die als heilige Jungfrauen verehrten Katharina von Schweden, Edeltraud, Kunigunde und Pulcheria (B–E);

in Joch VII,2 die heiligen Märtyrerinnen Katharina, Barbara, Ursula und Agatha (B–E);

in Joch VII,3 die heiligen Märtyrerinnen Apollonia, Christina, Cecilia und Agnes (B–E); oberhalb der hl. Cecilia über den Wolken Meisterinitialen des Johann Eberhard Zettel (F);

in Joch VII,4 die heiligen Witwen Helena, Monika, Elisabeth und Brigitta (B–E), die hl. Monika und die hl. Brigitta richten ihren Blick jeweils auf ein Kreuz mit Titulus (F u. G, nur schwarz aufgemalt, nicht stuckiert);

in Joch VII,5 die Büßerinnen Maria Abrahae, Maria von Ägypten, Eugenia und Maria Magdalena, die alle mit einem Kreuz dargestellt werden (außer bei der hl. Eugenia jeweils mit schwarz aufgemaltem Titulus, F–H); Maria Abrahae trägt eine Gewandschließe oder Brosche mit Jesusmonogramm (I).

Die Gewölbekappen unter der östlichen Empore (VIII, Joche VIII,1–5) sind männlichen Heiligen, ebenfalls jeweils mit Bildbeischrift, vorbehalten:

in Joch VIII,1 die Märtyrerbischöfe Dionysius Areopagita, Blasius, Bonifatius und Ignatius (B–E);

in Joch VIII,2 die Märtyrer Stephanus, Vincentius, Sebastian und Laurentius (B–E);

in Joch VIII,3 die Märtyrer Vitus, Quirinus, Georg und Achatius (B–E);

in Joch VIII,4 die Ordensstifter Benedikt, Dominikus, Bruno und Franziskus (B–E);

in Joch VIII,5 die Einsiedler und Büßer Paulus, Makarius, Antonius und Abraham der Syrer (B–E).

In dem Verbindungsstück zwischen westlicher und östlicher Empore unter der Orgel (IX) sind die lateinischen Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Gregor der Große und Augustinus (mit der ältesten Abbildung der Andreaskirche) dargestellt (B–E), im Schlussstein ein Medaillon mit Nomen sacrum in Form des Jesusmonogramms (A).

Schriftart(en): Humanistische Minuskel (II,2 D, II,3 D–F), sonst Kapitalis.

I. südliches Chorjoch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    REGINA / ANGELO/RUM15)

  3. C

    GAUDIUM / ANGELO/RUMb)16)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Vor R auf Zeilenmitte ein kurzer, von links schräg nach rechts oben führender Strich.

II. Mittelschiff

1. Joch

  1. A

    · M(A)R(I)Aa) ·

  2. B

    REGINA / PATRIAR=/CHARVM15)

  3. C

    IESVS / REX PATRI/ARCHARV(M)b)17)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Trennungszeichen fehlt; ein waagerechter Kürzungsstrich über V vorhanden, aber nicht vergoldet.

2. Joch

  1. A

    · IHSa)14) ·

  2. B

    INSPIRATORb) / PROPHETA/RVMc) ·

  3. C

    MARIA / REGINA / PROPHETA=/RVM18) ·

  4. D

    Ego / sum // Domi/nvs / De/vs19)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Über zweitem I ein Quadrangel als I-Punkt.
  3. Trennungszeichen fehlt; nach dem letzten Buchstaben Quadrangel auf Zeilenmitte.

3. Jocha)

  1. B

    REGINA / EVANGELI/STARVMb)

  2. C

    IESVS / DOCTOR / EVANGELI/STARVMb)20)

  3. D

    Mac)

  4. E

    M […]s[..] / A […]c)

  5. F

    In princi/pio erat / verbc)21)

Textkritischer Apparat

  1. Kein Nomen sacrum, weil sich an dieser Stelle das Heiliggeistloch befindet.
  2. Trennungszeichen fehlt.
  3. Unvollständig; der Evangelist, dargestellt beim Schreiben, setzt zum nächsten Buchstaben an.

4. Joch

  1. A

    · IHSa)14) ·

  2. B

    GAVDIVM / MAIORVM / ET COGNA=/TORVM

  3. C

    MARIA / SPES MAIO=/RVM ET COG=/NATORVM

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.

5. Joch

  1. A

    · M(A)R(I)Aa) ·

  2. B

    ADVOCATA / REGVM ET / PRINCIPVM

  3. C

    IESVS / REX REGVM22) / ET PRINCI/PVMb).

  4. D

    S(ANCTVS) SIGVSMVNDVSc) / REX // BVRG(VNDIONVM)d)

  5. E

    S(ANCTVS) CAROL(VS) MAGNVS ·

  1. F

    S(ANCTVS)d) LVDOVIC(VS) REX / FRANCI(AE)

  2. G

    S(ANCTVS) HENRICVS ·

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Trennungszeichen fehlt.
  3. Sic! Über dem I ein Punkt.
  4. Kürzungszeichen fehlt.

III. westliches Turmoratorium

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.

IV. westliches Seitenschiff

1. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    REXIb) / APOSTOLO=/RVM23) ·

  3. C

    S(ANCTVS) PE//TRVS

  4. D

    S(ANCTVS) PAV//LVS ·

  1. E

    S(ANCTVS) PHI//LIPPVS ·

  2. F

    S(ANCTVS) AN//DREAS

  3. G

    S(ANCTVS) IGNATIVS / LOYOLA

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Sic! Statt REX.

2. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    PRAECONIV(M)b) / APOSTOLORV(M)

  3. C

    S(ANCTVS) IACOB(VS) // MINOR

  4. D

    S(ANCTVS) MAT//THIAS

  5. E

    S(ANCTVS) BAR//NABAS .

  6. F

    S(ANCTVS) IV//DAS / THA//DAEVS

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. V mit Kürzungsstrich; aus Platzmangel die letzten beiden Buchstaben kleiner ausgeführt.

3. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    MAG(ISTE)Rb) · / PRAECONVM / GENTIVM ·

  3. C

    S(ANCTVS) CRESCENS / APOST(OLVS) // MOGEN(TINORVM)

  4. D

    S(ANCTVS) MATER//NVS / APOSTO(LVS)c) // COLON(IENSIVM)c)

  1. E

    S(ANCTVS) WILLE//HADVS / APOST(OLVS) // BREMEN(SIVM)

  2. F

    S(ANCTVS) EV//CHARI(VS) / APOST(OLVS) // TREVIR(ENSIVM)c)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Kürzung durch Strich über A und G.
  3. Kürzungszeichen fehlt.

4. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    GLORIAb) SACER=/DOTVM

  3. C

    S(ANCTVS) WILLIBRORD(VS) / EP(ISCOPV)S VLTRAIEC(TENSIS)

  4. D

    S(ANCTVS) SVIBER//T(VS)c) EP(ISCOPV)S / WEST//PHAL(IENSIS)d)

  5. E

    S(ANCTVS) KILIAN(VS) / EP(ISCOPV)S HERBIPOL(ENSIS)

  6. F

    S(ANCTVS) LVID//GER(VS) / EP(ISCOPV)S // MONAS(TERIENSIS)

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Spatium zwischen GLORIA und SACERDOTVM fehlt.
  3. Sic!
  4. Kürzungszeichen fehlt.

5. Joch

  1. A

    · IHSa)14) ·

  2. B

    DOMINVS / DOMINAN=/TIVM24)

  3. C

    S(ANCTVS) ROBERTVS / DVX · COM(ES) // PAL(ATINVS) RHE(NI)b)

  4. D

    S(ANCTVS) EMERI//CVS / DVX VN//GARIAE

  5. E

    S(ANCTVS) CASIMIRVS / DVX POLONIAE

  6. F

    S(ANCTVS) WEN//CESLA(VS) / DVX BO//HEM//IAE

  7. G

    B(EATVS) STANISLAVSc) KOSTK[A]d)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. DVX … RHE(NI)] Kürzung durch Punkt auf der Zeilenmitte, aus Symmetriegründen wohl auch hinter DVX.
  3. Kein Spatium zwischen S und K.
  4. Kein Kürzungszeichen; A konnte aus Platzmangel nicht mehr ausgeführt werden.

V. östliches Turmoratorium

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.

VI. östliches Seitenschiff

1. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    REGINA / APOSTOLO=/RVM15) ·

  3. C

    S(ANCTVS) IACO=/BVS MA(IOR)

  4. D

    S(ANCTVS) BAR//THOLO=/ME(VS) ·

  5. E

    S(ANCTVS) SI//MON ·

  6. F

    S(ANCTVS) THO=/MAS ·

  7. G

    S(ANCTVS) FRANCISCVS / XAVERIVS

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.

2. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    LVMEN DOCTO=/RVM

  3. C

    S(ANCTVS) ATHA//NASI(VS) ·

  4. D

    S(ANCTVS) CHRY=/SOSTOM(VS)

  5. E

    S(ANCTVS) NAZI//ANZEN(VS) ·

  6. F

    S(ANCTVS) BASILI=/VS ·

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.

3. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    ADIVTRIX / PROPAGATORV(M) / FIDEI ·

  3. C

    S(ANCTVS) MAR//TIN(VS) / EP(ISCOPV)Sb) TV//[RO]NEN=/SISc) ·

  4. D

    S(ANCTVS) APOLLI//NARISd) / EP(ISCOPV)Sb) RA//VENASe)

  5. E

    S(ANCTVS) NICO//LAVS / EP(ISCOPV)S // MYREN(SIS)

  6. F

    S(ANCTVS) LAM//BERT(VS) / EP(ISCOPV)S // LEODI=/ENSIS

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Kürzungszeichen fehlt.
  3. Vielleicht falsch restauriert? Zwischen dem Haupt und der Fortsetzung des Wortes ungewöhnlich großes Spatium.
  4. Das zweite I deutlich kleiner, vielleicht nachträglich hinzugefügt.
  5. Sic! Statt RAVENNAS.

4. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    DECVS PONTI=/FICVMb)

  3. C

    S(ANCTVS) CORBINI=/ANVS EP(ISCOPV)S / FRI//SING(ENSIS)c)

  4. D

    S(ANCTVS) WILLI//BALD(VS) / EP(ISCOPV)S // EVSTAD(IENSIS)

  5. E

    S(ANCTVS) VDALRIC(VS) / EP(ISCOPV)S // AVGV=/STA//NII

  1. F

    S(ANCTVS) WOLF//GANG(VS) / EP(ISCOPV)S · // RATISPO(NENSIS)

  2. G

    POST EXd)25)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Fehlendes Spatium zwischen DECVS und PONTIFICVM.
  3. Kürzungszeichen fehlt.
  4. Zu korrigieren in POST SEX.

5. Jocha)

  1. B

    REGINA / CONFESSIO/RVMb)15) ·

  2. C

    S(ANCTVS) LVTHAR//DVS / COMES CLI//VIAE

  3. D

    S(ANCTVS) ELZE//ARIVS / COMES // ARIANI

  4. E

    S(ANCTVS) EVER//HARDVS / COMES // HASBANIAE

  5. F

    S(ANCTVS) MEGEN//GOSVS / COMES // GELRIAE

  6. G

    B(EATVS) ALOYSYVS GONSAGA

Textkritischer Apparat

  1. Hier fehlt der Schlussstein.
  2. Sic! Statt CONFESSORVM. Trennungszeichen fehlt; Quadrangel auf der Zeilenmitte.

VII. westliche Empore – Unterseite

1. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    S(ANCTA) CATHARINA / SVECAb)

  3. C

    S(ANCTA) ETEL/DRADAc) // REGINA ·

  4. D

    S(ANCTA) CVNE/GVNDISc) // IMPERA/TRIXc)

  5. E

    S(ANCTA) PVLCHERIA // IMPERA=/TRIXd) ·

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Befund: S.VECA. Punkt hinter S wohl falsch als Abkürzung wie S(ANCTVS) verstanden.
  3. Trennungszeichen fehlt.
  4. Über dem ersten I ein Punkt.

2. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    S(ANCTA) CATHARINA ·

  3. C

    S(ANCTA) BAR//BARA

  1. D

    S(ANCTA) VRSVLA ·

  2. E

    S(ANCTA) AGATHA

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.

3. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    S(ANCTA) APOLONIA ·

  3. C

    S(ANCTA) CHRISTI=//NAb) ·

  4. D

    S(ANCTA) CECILIA ·

  5. E

    S(ANCTA) AGNES ·

  6. F

    I(OHANN) E(BERHARDTT) Z(ETTELL)c)

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Ungewöhnliche Trennung durch Punkt auf Zeilenmitte.
  3. Befund: I und E stehen nebeneinander, das Z durch beide geschlungen. Zur Auflösung und Schreibweise vgl. unten Anm. 39.

4. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    S(ANCTA) HELENAb) ·

  3. C

    S(ANCTA) MONICA ·

  4. D

    S(ANCTA) ELISABET · REG(INA)c)

  5. E

    S(ANCTA) BRIGITA

  6. F

    I N R [I]d)26)

  7. G

    I N R I26)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Balken des H nach unten gebrochen.
  3. Kürzungszeichen fehlt.
  4. I nicht mehr ausgeführt, da die Darstellung des Kreuzes durch die Umrahmung der Szene überlagert wird.

5. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    S(ANCTA) MARIA NEP=/TIS ABRAHAE ·

  3. C

    S(ANCTA) MARIA AEGIP=/TIA//CA ·

  4. D

    S(ANCTA) EVGENIA ·

  5. E

    S(ANCTA) MARIA MAGDALENA

  6. F

    I N R I26)

  7. G

    I N R I26)

  8. H

    I N R I26)

  9. I

    IHSb)14)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Befund: IHS, über dem Mittelschaft des H ein Kreuz.

VIII. östliche Empore – Unterseite

1. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    S(ANCTVS) DIONISIVSb) / ARIOPAGITA ·

  3. C

    S(ANCTVS) BLASIVS // EPISCOPVSc)

  4. D

    S(ANCTVS) BONIFACI(VS)d) ·

  5. E

    S(ANCTVS) IGNATI(VS) // EPISCOP(VS)e) ·

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Jeweils ein Punkt über den drei I.
  3. Punkt über dem I.
  4. Punkte über den I.
  5. Jeweils ein Punkt über dem ersten I bei IGNATI(VS) und dem I bei EPISCOP(VS).

2. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    S(ANCTVS) STEPHANVS ·

  3. C

    S(ANCTVS) VIN=//CENTI(VS) .

  4. D

    S(ANCTVS) SEBAS=//TIAN(VS)b) .

  5. E

    S(ANCTVS) LAV=//RENTI(VS)b)

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Punkt über dem I.

3. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    S(ANCTVS) VITVSb)

  3. C

    S(ANCTVS) QVI=/RINVS .

  4. D

    S(ANCTVS) GEORGIVSc)

  5. E

    S(ANCTVS) ACHA=//TIVSd) .

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Punkt über dem I.
  3. Fälschlich ein us-Haken hinzugefügt; über dem I ein Punkt.
  4. Trennungszeichen vorhanden, aber nicht vergoldet.

4. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    S(ANCTVS) BE//NE//DICT(VS)

  3. C

    S(ANCTVS) DOMI//NICVSb)

  4. D

    S(ANCTVS) BRV//NO

  5. E

    S(ANCTVS) FRANCISC(VS)c) .

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Punkt über dem ersten I.
  3. Punkt über dem I.

5. Joch

  1. A

    M(A)R(I)Aa)

  2. B

    S(ANCTVS) PAVL(VS) / PRIMVSb) / EREMITAb) ·

  3. C

    S(ANCTVS) MACARI(VS) // ALE=/XANDRIN(VS) ·

  4. D

    S(ANCTVS) ANTONIVS

  5. E

    S(ANCTVS) ABRA=/HAM · // EREMITA

Textkritischer Apparat

  1. R und A verschränkt. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. zudem unten im Kommentar.
  2. Punkt über dem I.

IX. unterhalb der Orgel

1. Joch

  1. A

    IHSa)14)

  2. B

    S(ANCTVS) HIERONYMVS ·

  3. C

    S(ANCTVS) AMBROSIVS ·

  4. D

    S(ANCTVS) GREGORIVSb) .

  1. E

    S(ANCTVS) AVGVSTINVSb) .

Textkritischer Apparat

  1. Zur Gestaltung der Jesus- und Marienmonogramme vgl. unten im Kommentar.
  2. Punkt über dem I.

Übersetzung:

Königin der Engel. (I B)
Freude der Engel. (I C)
Königin der Patriarchen. (II,1 B)
Jesus, König der Patriarchen. (II,1 C)
Inspirator der Propheten. (II,2 B)
Maria, Königin der Propheten. (II,2 C)
Ich bin der Herr, (dein) Gott. (II,2 D)
Königin der Evangelisten. (II,3 B)
Jesus, Lehrer der Evangelisten. (II,3 C)
Im Anfang war das Wort. (II,3 F)
Freude der Vorfahren und Blutsverwandten. (II,4 B)
Maria, Hoffnung der Vorfahren und Blutsverwandten. (II,4 C)
Fürsprecherin der Könige und Fürsten. (II,5 B)
Jesus, König der Könige und Fürsten. (II,5 C)
König der Apostel. (IV,1 B)
Lobpreis der Apostel. (IV,2 B)
Lehrer der Verkündiger an die Völker. (IV,3 B)
Zierde der Priester. (IV,4 B)
Herr der Herren. (IV,5 B)
Königin der Apostel. (VI,1 B)
Licht der Kirchenväter. (VI,2 B)
Helferin der Verbreiter des Glaubens. (VI,3 B)
Zierde der Priester. (VI,4 B)
Nach Ablauf von 6 (Jahren). (VI,4 G)
Königin der Bekenner. (VI,5 B)

 
Wappen:27)Pfalzgrafen bei Rhein, Ungarn, Polen, Böhmen28) (alle Joch IV,5); Geldern29), Kleve (beide Joch VI,5)

Kommentar

Auffällig ist die nicht sorgfältig ausgeführte Verteilung des Textes bei den Anrufungen in den Bögen über den Arkaden und den Bögen über den Fenstern der Seitenschiffe. Insbesondere in den Bögen des Mittelschiffes werden die Endbuchstaben mehrfach bis in die Umrandung hinein ausgeführt oder die Buchstaben in der letzten Reihe weisen eine geringere Höhe aus. Vereinzelt findet sich dies auch in den Bögen oberhalb der Seitenschifffenster und in den Beischriften in den Gewölbekappen. Trotz der insgesamt sehr gleichmäßigen Ausführung der Buchstaben sind einige Varianten bei einzelnen Formen zu beobachten. So werden in einigen seltenen Fällen I-Punkte gesetzt (s. Fußnoten), lediglich einmal wird M mit schräg gestellten Schäften ausgeführt (Joch II,3), gelegentlich begegnet das zweibogige E (Joch II,5 in D, Joch IV,4 in C, Joch VII,1 in B–D, Joch VIII,3 in D, Joch VIII,5 in B, C und E, in E jedoch bei EREMITA beide Formen in einem Wort, Joch IX in B und D), nur in Joch VI,2 hat das Z einen Mittelbalken (E). Am Beginn der Anrufungen wird in der Regel der erste Buchstabe durch eine größere Buchstabenhöhe hervorgehoben; dies erfolgt jedoch auch ohne erkennbare Systematik einige Male am Beginn weiterer Wörter in den Anrufungen und bei einigen Namensbeischriften. Offensichtlich ohne Systematik werden am Ende einzelner Inschriften Punkte auf der Mittellinie, seltener der Grundlinie gesetzt, die keine Kürzungen kennzeichnen. Die Verteilung der Namensbeischriften über oder zu beiden Seiten der Köpfe der Heiligen richtet sich nach dem Raum, den die bildlichen Darstellungen lassen; in einigen Fällen werden Teile der Beischriften durch plastisch stuckierte, nach außen ragende Teile der Heiligendarstellung verdeckt.

Worttrennungen erfolgen durch zwei Striche im Unterlängenbereich. S(ANCTVS) wird durch Punkte auf der Grund- oder Mittellinie oder durch Doppelpunkte abgekürzt, die aber auch für Abkürzungen anderer Wörter verwendet werden. Eine Regelmäßigkeit bei der Verwendung des jeweiligen Zeichens ist nicht erkennbar. Ein Wechsel findet auch zwischen den einzelnen Kappen desselben Joches statt. Als Beispiel sei hier Joch IV,4 genannt, in dem zwei Mal der Doppelpunkt, zwei Mal der Punkt auf der Mittellinie als Kürzungszeichen bei S(ANCTVS) verwendet wird. Einigermaßen regelmäßig wird der vs-Haken ausgeführt sowie ein waagerechter, zumeist geschwungener Kürzungsstrich bei EP(ISCOPV)S, der gelegentlich mit einem Punkt oder Doppelpunkt hinter dem S kombiniert wird.

Alle Jesusmonogramme zeigen den Buchstabenbestand IHS mit einem Kreuz, das auf dem Mittelbalken des H steht, sowie drei Nägeln unterhalb der Buchstaben. Im Chorjoch und dem 4. Joch des Mittelschiffs (II,4) ragen die Nägel zusätzlich aus einem Herzen. In diesen Jochen sowie dem 2. Mittelschiffjoch (II,2) wurde rechts und links des Monogramms außerdem je ein Quadrangel angebracht, im 5. Joch des westlichen Seitenschiffs (IV,5) stattdessen je ein Punkt.

Allen Marienmonogrammen ist der Buchstabenbestand MRA gemeinsam sowie eine darüber angebrachte Krone und unterhalb der Buchstaben ein von einem Schwert durchbohrtes Herz. Allerdings variiert die Gestaltung der Buchstaben. So finden sich die Buchstaben entweder unverbunden nebeneinander (Joch IV,2) oder es begegnen M und R mit Nexus litterarum (Joche II,1 u. VII,5) und auch zusätzlich mit Verschränkung von R und A (Joche II,5; IV,4; VII,1; VII,3; VIII,1; VIII,3 u. VIII,5); es findet sich auch lediglich die Verschränkung von R und A (Joche VI,1; VI,3 und in den Turmoratorien). Nur in Joch VIII,5 ist bei A der Balken gebrochen. In den Monogrammen des Mittelschiffs, der Seitenschiffe und der Oratorien, die in Kartuschen gesetzt sind, wurde mit wenigen Ausnahmen (Joche II,5; IV,4; VI,3; östliches Turmoratorium) ein Kürzungsstrich mit Ausbuchtung nach oben hinzugefügt, für den bei den Monogrammen unterhalb der Emporen nicht genügend Platz vorhanden war.30) Im 1. Joch des Mittelschiffs (II,1) wurde das Monogramm zusätzlich rechts und links mit einem sechsstrahligen Stern versehen, im 5. Joch (II,5) mit je einem Quadrangel.

Mithin sind ungeachtet der einheitlichen Gestaltung der Stuckdekoration bei der Schriftausführung zahlreiche Unterschiede im Detail erkennbar. Sie bestätigen die aufgrund des Umfangs der Arbeiten ohnehin nahe liegende Vermutung, dass verschiedene Hände an der Ausführung beteiligt waren, erlauben allerdings keine klare Händescheidung.

Einschränkend muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die letzte Restaurierung zwar mit dem Ziel erfolgte, die Kuhnsche Erstfassung wiederherzustellen, jedoch die Möglichkeit besteht, dass eine Reihe der genannten Unregelmäßigkeiten auf vor dieser Restaurierung durchgeführte Überarbeitungen zurückgeht.

Der mit den Arbeiten beauftragte Johannes Kuhn,31) geboren 1592 in Schäftersheim bei Weikersheim, arbeitete zunächst gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Heinrich 1613 in Rothenburg ob der Tauber, 1614 in Würzburg und ab 1619 in Nürnberg, wo sie ihre bekanntesten Arbeiten im dortigen Rathaus schufen, in Bamberg, Hersbruck und auf Schloss Hilpoltstein. Johannes Kuhn war nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Weikersheim nach Straßburg umgesiedelt, wo er im Dezember 1626 das Bürgerrecht erhielt. Die Arbeiten in Hilpoltstein, ausgeführt für einen Bruder des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm, und in der Jesuitenkirche im elsässischen Molsheim führten vermutlich 1632 zur Verpflichtung des Johannes Kuhn für die Stuckdekoration in St. Andreas.32) Wann er Düsseldorf wieder verlassen hat und wohin er ging, ist unbekannt.

Vor dem Beginn der Ausführung der heutigen Stuckdekoration33) schickte Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm im April des Jahres 1632 den Kalkschneider Johannes Kuhn nach Neuburg, um in der dortigen Jesuitenkirchedie gibsbilder an dem gewulb“ in Augenschein zu nehmen und abzuzeichnen.34) Nach seiner Rückkehr legte Kuhn dem Pfalzgrafen einen Kostenvoranschlag für die Stuckdekoration in St. Andreas vor, der sich auf 1800 Reichstaler belief und in den die Arbeiten im Chor ausdrücklich nicht einbezogen waren. Der Pfalzgraf konnte diese Kosten jedoch erheblich senken, denn am 29. Juli 1632 wurde nach Verhandlungen eine neue Kostenaufstellung erstellt, nach der Kuhn für alle Arbeiten, jene im Bereich des Chores eingeschlossen, 1400 Gulden sowie 10 Malter Korn und 12 Ohm Bier erhalten sollte.35) Der entsprechende Vertrag zwischen dem Pfalzgrafen einer- und Kuhn andererseits datiert vom 25. August 1632. Kuhns Auftrag lautete: „…alle kalckschneidereiarbeit an felderen, creutzgewelben, boegen, figuren, finsteren, gestellen, seulen, capitälen, thuergewölber, und anders so wall in alß oben dem choer alß kirchen … auff solche manier und form, wie die arbeitth in der herren patrum kirchen zu Newburgh ist, so er gesehen und den abriß davon mit sich prachtt hat,“36) durchzuführen. Nach der Kostenaufstellung vom 29. Juli waren dies die Darstellungen in 100 Gewölbekappen, die Arbeiten an 25 Kreuzgewölben, insgesamt 61 Bögen, 24 Fenstern, 16 „gestell“,37) an Säulen und Kapitellen, bei der Tür und dem Gewölbe am Eingang sowie im Chor. Das Gewölbe über der Tür im mittleren Gewölbefeld unter der Orgelempore wird deshalb gesondert aufgeführt, weil hier bereits Stuckarbeiten von einem namentlich nicht bekannten Meister ausgeführt worden waren, die Kuhn abschlagen musste.38) Aus welchem Grund diese Arbeiten eingestellt worden waren,39) ist den Quellen nicht zu entnehmen. Die Aufsicht über die Stuckarbeiten lag bei dem Jesuiten Valentin Bolz, der den Protestanten Kuhn beraten sollte.40) Über die Dauer der von Kuhn und seinen Gehilfen41) durchgeführten Arbeiten ist nichts bekannt. Allerdings hat am 1. August 1641 der Kalkschneider Johann Eberhard Zettel für Arbeiten, die er und ein Geselle ungefähr einen Monat lang an einigen Säulen und acht Engelsköpfen durchgeführt haben, 23 ½ Reichstaler und ½ Kopfstück erhalten.42) Die Arbeiten Kuhns waren zu diesem Zeitpunkt also abgeschlossen. Die Signatur Zettels, der auch schon unter Kuhn in der Kirche gearbeitet hatte, befindet sich im mittleren Joch unter der westlichen Empore über der hl. Caecilia in den Wolken (Joch VII,3 F).43)

Kuhn hat seine Arbeit wohl im südlichen Mittelschiffjoch über der Orgel begonnen, da sich dort ein Auftrag des Stucks findet, der sonst nicht mehr begegnet und vermutlich verworfen wurde. Kuhn und seine Helfer haben zunächst als Auftragshilfe für den Kalkputz Weidenruten in den Kappen und an den Rippen aufgenagelt, die Figuren wurden an aufgehängten Brettern aufmodelliert, die Kapitelle durch angesetzte Holzteile erweitert und die Schlusssteine durch untergehängte Holzkonstruktionen zu Kartuschen vergrößert.44)

Die Kuhnsche Erstfassung ist mehrfach übermalt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten erste Sicherungsmaßnahmen für das zerstörte Dach und das vom Rauch geschwärzte, gefährdete Gewölbe. Die Langhausgewölbe, an denen „neben leichten Splitterverletzungen erhebliche Wasserschäden“ entstanden waren, waren 1951 restauriert und neu ausgemalt.45) Nachdem 1966 festgestellt worden war, dass sich Teile des Stucks gelockert hatten und abzufallen drohten, wurde 1969–1972 eine Restaurierung unter Leitung von N. König durchgeführt, bei der auch ältere Anstriche entfernt wurden. 1983 im Gewölbe festgestellte Risse machten jedoch eine weitere Maßnahme notwendig, die im November begann. Im Zuge dieser Arbeiten konnte auch die Fassung des Gewölbes vor der Stuckierung durch Kuhn dokumentiert werden. Die unterste Stuckschicht bildete die Erstfassung von Kuhn, die im Zuge dieser 1989 im Wesentlichen abgeschlossenen Maßnahmen wiederhergestellt, aber wegen der Gefahr von Schäden nicht freigelegt wurde.46)

Vorbild für die Stuckdekoration in St. Andreas waren die Stuckarbeiten in der Hofkirche in Neuburg an der Donau,47) die dort 1616 bis 1618 von den Brüdern Michael und Antonio Castelli und 1619 von Antonio und Peter Castelli ausgeführt worden waren.48) Im Vergleich der künstlerischen Qualität beider Stuckarbeiten wird der Neuburger Stuck als „qualitätvoller“49) bewertet, auch „leichter, eleganter, zarter“50) als der Düsseldorfer, während letzterer als handwerklich gute, aber durchschnittliche Arbeit angesehen wird,51) allerdings „plastischer, kontrastreicher, athletischer“.52) Der besondere Wert des Düsseldorfer Stucks liegt dagegen darin, dass er sich der Architektur unterordnet, indem er sich an den architektonischen Vorgaben orientiert und diese so in besonderer Weise unterstreicht, und dass er eine „harmonische Gesamtwirkung“ und inhaltliche Geschlossenheit und Einheit besitzt.53) Zwar liegen das Grundschema und das Programm des Neuburger Stucks, das nach den Vorstellungen des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm und des Jesuitenpaters Anton Welser entstand,54) dem Figurenprogramm von St. Andreas zugrunde, es ist jedoch in wesentlichen Punkten verändert worden und zeigt eine deutlichere Einflussnahme des Pfalzgrafen.55)

Das Düsseldorfer Programm, „eine Bild gewordene Allerheiligenlitanei“,56) beginnt im Mittelschiff mit den Patriarchen, Propheten, Evangelisten und den Vorfahren Christi und schließt mit den hll. Königen. In den beiden Seitenschiffen folgen im Westen wie im Osten im 1. Joch Apostel (IV,1 u. VI,1), im 2. Joch auf der Westseite Apostel (IV,2) und auf der Ostseite die griechischen Kirchenväter (VI,2). In den beiden folgenden Jochen finden sich auf beiden Seiten heilige Bischöfe, westlich die Apostel Deutschlands (IV,3 u. 4) und östlich neben Martin von Tours und Nikolaus von Myra der Düsseldorfer Stadtpatron, der hl. Apollinaris, und der hl. Lambertus, wie Apollinaris Nebenpatron des damaligen Düsseldorfer Marienstiftes (VI,3), sowie vier süddeutsche Bischöfe, darunter Wolfgang von Regensburg, der Namenspatron des Kirchenstifters und Erzieher des späteren Königs und Kaisers Heinrich II.57) (VI,4). Die Darstellung des hl. Wolfgang zeigt die sogenannte post-sex-Vision, in der Wolfgang Heinrich II. erscheint und ihm prophezeit, was sich sechs Jahre später in der Kaiserkrönung erfüllt.58) In den südlichen Jochen flankieren im Westen vier hll. Herzöge (IV,5) und auf der Ostseite vier hll. Grafen (VI,5) das Mittelschiffjoch mit den Darstellungen der hll. Könige (II,5). In den ersten drei Jochen unter den Emporen sind auf der Westseite hll. Jungfrauen und Märtyrerinnen (VII,1–3), auf der Ostseite hll. Märtyrer (VIII,1–3) dargestellt, im jeweils 4. Joch hll. Witwen (VII,4) bzw. Ordensstifter (VIII,4) und im 5. Joch Büßerinnen (VII,5) bzw. Büßer und Einsiedler (VIII,5). Die Darstellung weiblicher Heiliger unter den Emporen auf der vom Eingang her gesehen linken Seite, der auch als Frauenseite bezeichneten Evangelienseite, und der Darstellung männlicher Heiliger auf der rechten Seite, der als Männerseite bezeichneten Epistelseite, entspricht der üblichen Sitzordnung während der Gottesdienste.59)

Ein Teil der genannten Heiligen ist auch in der Neuburger Kirche dargestellt. Es sind jedoch einige sehr auffällige Abweichungen festzustellen. Die Aufnahme der Apostel, die zudem ein zweites Mal in der Kirche als Statuen vertreten sind, in das Deckenprogramm, dazu der Apostel Deutschlands und weiterer großer Bischöfe belegt den Auftrag zur Missionierung und Bekehrung, den die Jesuiten unter Wolfgang Wilhelms Schutz in der Nachfolge dieser Heiligen auszuführen haben. Die Aufnahme Brigittas und Katharinas von Schweden, Heilige aus einem protestantischen und die Stadt Düsseldorf im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges bedrohenden Land, unterstreicht dieses gegenreformatorische Konzept.60) Dazu kommen zahlreiche Märtyrer und Märtyrerinnen, hll. Jungfrauen, Büßerinnen und Büßer und Einsiedler, die ihren Glauben standhaft bekannt oder für ihre Verfehlungen Buße geleistet haben und umgekehrt sind. Außerdem stellt sich Wolfgang Wilhelm in die Tradition seiner Vorgänger, der hll. Herrscher, deren Vorbild es zu folgen gilt. Während in Neuburg Leopold von Österreich als vierter Herrscher dargestellt ist, steht an dieser Stelle in Düsseldorf Sigismund von Burgund; zudem bildet das Joch mit den Herrschern den südlichen Abschluss des Mittelschiffs, während es in Neuburg im linken Seitenschiff untergebracht ist. Die dynastischen Beziehungen der Wittelsbacher spiegeln sich in der Auswahl der heiligen Fürsten in Joch IV,5.61) Außerdem sind neben bayerischen eine Reihe niederrheinischer Bezüge berücksichtigt worden.62) Es begegnen die in Düsseldorf und Umgebung besonders verehrten Heiligen Lambertus, Apollinaris und Suitbertus sowie die am Niederrhein verehrten Heiligen Willibrord, Ludger, Maternus, Vitus und Quirinus. Auffällig ist v. a. die Aufnahme dreier am Niederrhein als heilig verehrter und als Grafen bezeichneter Männer, die als Stiftsgründer galten. Der hier als Graf von Geldern bezeichnete Megingoz hat gemeinsam mit seiner Gattin Gerberga das Kanonissenstift Vilich gegründet,63) während es sich bei Eberhard, hier Graf von Hasbanien (gelegen westlich der Maas) genannt, wohl um jenen Eberhard handelt, der gemeinsam mit seiner Gemahlin Berta das Stift Neuss gegründet haben64) und der Vater des als klevischer Graf aufgeführten Luthard gewesen sein soll, der wiederum der Legende nach als Gründer des Stiftes Wissel verehrt wird.65) Auch an dieser Stelle werden also noch einmal die Ansprüche des Pfalzneuburgers auf die zu diesem Zeitpunkt unter brandenburgischer Verwaltung stehenden niederrheinischen Gebiete deutlich gemacht.66) Lediglich die Aufnahme des Elzear, Grafen von Ariano,67) passt nicht in dieses Konzept.

In Joch IX hat Kuhn zur Rechten des hl. Augustinus die Andreaskirche in Stuck abgebildet; diese älteste Ansicht der Kirche zeigt an der Südseite die ursprünglich dort angebrachten Obelisken und als Bekrönung eine Statue des hl. Andreas.

Im Mittelschiff und den Seitenschiffen sind in den Bögen über den Arkaden bzw. den Fenstern zu den jeweiligen in den Gewölbekappen dargestellten Vierergruppen von Heiligen die entsprechenden Anrufungen Jesu bzw. der Gottesmutter aus der Litanei vom Allerheiligsten Namen Jesu und der Lauretanischen Litanei angebracht worden; bei fehlenden Entsprechungen in diesen Litaneien wurden Anrufungen gewählt, die in dieser Zusammenstellung nicht in einer Quelle nachgewiesen werden konnten, für deren Formulierungen aber auf gängige und bekannte Epitetha Jesu und der Gottesmutter und biblische Bezeichnungen zurückgegriffen wurde.68) Die Zitate aus der Lauretanischen Litanei belegen auch für Düsseldorf, dass die Jesuiten diese Litanei im Zuge der Gegenreformation verbreiteten.69) So entfalten die Stuckarbeiten neben einer Allerheiligenlitanei auch eine Marien- und eine Jesuslitanei.

Anmerkungen

  1. Zu den Unterschieden von Gips- und Kalkstuck vgl. Oskar Emmenegger, Gipsstuck und Kalkstuck. Geschichte, Technik und Restaurierung, in: Kunst + Architektur in der Schweiz 48 (1997), S. 6–12.
  2. S. unten im Kommentar.
  3. Vgl. LVR-ADR, Restaurierungswerkstatt II, Akten St. Andreas, Düsseldorf „Vorgängerstuck. Offengelassene Details“; LAV NRW R, Jülich-Berg III, Nr. 1797, fol. 3r; s. unten Anm. 38.
  4. Der Chor des Gründungsbaus wurde erstmals im Zuge der Erbauung der Chorflankentürme 1637 und dann ein weiteres Mal bei der Errichtung des Mausoleums ab 1716 verlängert. Vgl. Stevens, Restaurierungsarbeiten, S. 131, u. Wolf, Mausoleum, S. 70.
  5. Vgl. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 13; Wolf, Mausoleum, S. 70; zu A. Rizzi vgl. zuletzt ebd. S. 81f. Anm. 39.
  6. Vgl. LVR-ADR, Restaurierungswerkstatt II, Akten St. Andreas, Düsseldorf „Rokokostuck“; vgl. Stevens, Restaurierungsarbeiten, S. 131; Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12f. Vermutlich stehen diese Arbeiten in Zusammenhang mit den Renovierungsarbeiten, die nach dem Ende der Beschlagnahme durch hannoverische und französische Truppen (1761/62) an Kirche und Kolleg durchgeführt wurden. Vgl. dazu Brzosa, Geschichte, S. 296; v. a. ebd., Anm. 308.
  7. Über die Ausgestaltung des Chorjoches und des Abschlusses nach der Errichtung der Chorflankentürme 1637 liegen keine Angaben vor. Geht man jedoch davon aus, dass die Ikonographie von St. Andreas von Beginn an gleichermaßen auf die Gottesmutter und Christus bezogen war, ist auch zu diesem Zeitpunkt die Darstellung der Dreifaltigkeit in der ursprünglichen Apsis sowie des Erzengels Gabriel, des Schutzengels sowie der Erzengel Raphael und Michael im – heute südlichen – Chorjoch anzunehmen, zumal diese auch in der Neuburger Kirche in den Gewölbekappen des Chorquadrates abgebildet sind. Vgl. dazu auch Schulte, Schwestern, S. 46f. Zur Stuckdekoration der Neuburger Kirche sowie ihrer Bedeutung für die Ausgestaltung von St. Andreas vgl. den Kommentar. Die Inschriften über den Arkaden der Turmoratorien sind wie die Texte auf einigen der Schildbögen im Mittelschiff der Lauretanischen Litanei bzw. der Litanei vom Namen Jesu entnommen (Rituale Romanum, S. 573–575 u. 577–579). In den Litaneien gehen sie jeweils dem Text der Inschriften in den Schildbögen des 1. Mittelschiffjoches voran. Dass der Text der Inschriften über den Arkaden der Turmoratorien zudem jeweils am Beginn eines Abschnittes der beiden Litaneien steht (in der Lauretanischen Litanei am Beginn der Anrufungen Mariens als Königin, in der Litanei vom Namen Jesu am Beginn der Anrufungen Jesu als Freude/König etc. der Heiligen), macht es sehr wahrscheinlich, dass sie auch vor der Neuausführung des 18. Jahrhunderts bereits angebracht waren. Allerdings unterscheiden sie sich aufgrund ihrer jüngeren Ausführung hinsichtlich der Schrift deutlich von jenen im Mittelschiff (vor allem U statt V). Zudem gliedern sie sich nicht in die Abfolge dieser Inschriften ein, die an der West- und Ostwand jeweils alternierend auf die Gottesmuter und Jesus Christus Bezug nehmen.
  8. S. dazu die Schemata S. 474f.
  9. S. dazu die Ausführungen in Anm. 7.
  10. Buchstabenbestand: MRA.
  11. Die Anrufungen der Gottesmutter in den Jochen II,1, 3 und 5 in den Schildbögen an der Westwand und in den Jochen II,2 und 4 an der Ostwand, die auf Christus bezogenen Inschriften entsprechend in den Jochen II,1, 3 und 5 an der östlichen und in den Jochen II,2 und 4 an der westlichen Wand.
  12. Vgl. zu der Darstellung dieser Heiligen und ihrer Wappen das Gutachten von Dr. Heike Preuß vom damaligen Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf vom 15. Dezember 1988 = LAV NRW R, Kommunales Wappenwesen, Düsseldorf, I-B6/7-327/89; zu Ruprecht v. a. ebd., S. 4 u. 9.
  13. Vgl. zu dieser Vision unten im Kommentar.
  14. Zu den unterschiedlichen Möglichkeiten, dieses Monogramm aufzulösen, s. Kap. 1 der Einleitung.
  15. Aus den Anrufungen der Gottesmutter als Königin in der Lauretanischen Litanei: Rituale Romanum, S. 577.
  16. Aus den Anrufungen Jesu Christi in der Litanei vom Allerheiligsten Namen Jesu, hier unter Auslassung des Namens Jesu: ebd., S. 574.
  17. Aus den Anrufungen Jesu Christi in der Litanei vom Allerheiligsten Namen Jesu: ebd.
  18. Aus den Anrufungen der Gottesmutter als Königin in der Lauretanischen Litanei, hier erweitert um den Namen: ebd., S. 577.
  19. Ex 20,2 u. Ex 20,5; vgl. Dt 5,6 (fehlt „sum“).
  20. Aus den Anrufungen Jesu Christi in der Litanei vom Allerheiligsten Namen Jesu: Rituale Romanum, S. 574.
  21. Nach Io 1,1.
  22. REX REGVM: Apc 19,16.
  23. Nach der Anrufung Jesu Christi in der Litanei vom Allerheiligsten Namen Jesu als „Jesu, magister apostolorum“: Rituale Romanum, S. 574.
  24. DOMINVS DOMINANTIVM: Apc 19,16.
  25. G. Waitz (ed.), Othloni vita sancti Wolfkangi episcopi, Kap. 42, in: MGH SS IV, S. 521–542, S. 542; übernommen auch in die Vita Heinrichs II.: G. Waitz (ed.), Adalberti vita Henrici II. imperatoris, Kap. 2, in: MGH SS IV, S. 792–820, S. 792.
  26. Nach Io 19,19.
  27. Zu den Wappen in Joch IV,5 vgl. ausführlich das Gutachten von Dr. Heike Preuß vom damaligen Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf vom 15. Dezember 1988 = LAV NRW R, Kommunales Wappenwesen, Düsseldorf, I-B6/7-327/89.
  28. Hier: nach heraldisch links gewendeter, einschwänziger Löwe; darüber ein Kurhut. Das Wappen ist nach dem Gutachten von Dr. Heike Preuß (s. Anm. 27), S. 5f. „falsch“, denn der „böhmische Löwe wendet sich immer nach links (heraldisch rechts) und ist … doppelschwänzig. Der Fürstenhut … ist unfertig. Es fehlen die beiden Seitenbügel …“. Es ist bei einer früheren Restaurierung wohl „gänzlich rekonstruiert und dabei – augenscheinlich nach dem Vorbild des kurpfälzischen Löwen – spiegelbildlich verfälscht worden“ (ebd., S. 6).
  29. Hier zwei einander zugewandte, doppelschwänzige, unbekrönte Löwen.
  30. Der Kürzungsstrich findet sich unter den Emporen lediglich in Joch VIII,5.
  31. Zu Johannes Kuhn ausführlich Röper, Schöpfer. Röper erbringt den Nachweis, dass der Straßburger Johannes Kuhn identisch ist mit dem in Nürnberg und Rothenburg tätigen Hans Kuhn aus Weikersheim. Demnach sind die Artikel „Kuhn, Hans“ und „Kuhn, Johann“, in: Thieme/Becker 22, S. 82 zusammenzufassen. Basierend auf den Angaben bei Röper und zusammenfassend zu Kuhn auch Schnell, Düsseldorf. St. Andreas, S. 5.
  32. Die Arbeiten in Hilpoltstein führt Röper, Schöpfer, o. S. an, die Arbeiten in Molsheim Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12; beide Orte z. B. bei Schulte, Schwestern, S. 44; Kat. Beiheft 475 Jahre Fürstentum Pfalz-Neuburg, Nr. 91, S. 138–140 ([Sonja] Schü[rmann]), hier S. 139.
  33. Vgl. zum Folgenden u. a. Küch, Baugeschichte, S. 76f.; Braun, St. Andreaskirche, Sp. 79–81; Braun, Kirchenbauten, S. 202–205; Schnell, Düsseldorf. St. Andreas, S. 5; Büchner, St. Andreas, S. 6–8; Schulte, Schwestern, S. 44–46; Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12f.
  34. LAV NRW R, Jülich-Berg III, Nr. 1797, fol. 8r.
  35. Ebd. fol. 3r–4r der erste Voranschlag, fol. 2r das Ergebnis der Verhandlungen vom 29. Juli; vgl. auch fol. 3r am Rande die Eintragungen mit den geänderten Kosten.
  36. Ebd. fol. 1r; vgl. auch Küch, Baugeschichte, S. 76f.; Braun, St. Andreaskirche, Sp. 80; Braun, Kirchenbauten, S. 203.
  37. Ebd. fol. 2r; die Konsolen für die später von Johann Wolf (zu ihm s. Nr. 206) geschaffenen Figuren.
  38. LAV NRW R, Jülich-Berg III, Nr. 1797, fol. 3r; Braun, Kirchenbauten, S. 203 Anm. 1: „Noch ein gewelff ober der thür das der ander gemacht, mus disern gleich gemacht werdten die speis von den gewelff ab zu hawen …“. Seit der letzten Restaurierung ist an einer Stelle über dem Hauptportal an einem Stuckkopf ein Beispiel für diese Phase zu erkennen (vgl. Stevens, Restaurierungsarbeiten, S. 134). In älteren Publikationen wird noch auf ein erhalten gebliebenes Knorpelornament im Rundfenster über dem Hauptportal hingewiesen (vgl. Braun, Kirchenbauten, S. 202f.; Schnell, Düsseldorf. St. Andreas, S. 5; Büchner, St. Andreas, S. 8; Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12).
  39. Küch, Baugeschichte, S. 76, gibt Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung als Grund an.
  40. LAV NRW R, Jülich-Berg III, Nr. 1797, fol. 1r u. fol. 6r.
  41. Die Arbeiten sind eindeutig von mehreren Personen durchgeführt worden. In seiner Kostenaufstellung führt Kuhn auch seine „gesellen undt handtreicher“ (LAV NRW R, Jülich-Berg III, Nr. 1797, fol. 4r) auf. Während der Arbeiten fragt er in einem nicht datierten Schreiben bei dem Pfalzgrafen an, ob er im bevorstehenden Sommer weiterhin mit zwei Gesellen arbeiten oder aber wieder mehr einstellen solle (ebd., fol. 6r; Braun, Kirchenbauten, S. 204 Anm. 1). Vgl. auch Schnell, Düsseldorf. St. Andreas, S. 5; Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12, sowie die uneinheitlichen Abkürzungen und die Ausführungen der Schlusssteine.
  42. LAV NRW R, Jülich-Berg III, Nr. 1797, foll. 9r u. 10r; fol. 10r wird er mit vollem Namen „Johann Eberhardt Zettell“ genannt.
  43. Die Signatur ist dort ursprünglich, nicht nachträglich angebracht. Vgl. dazu LVR-ADR, Restaurierungswerkstatt II, Akten St. Andreas, Düsseldorf „Stuck von E. Zettel, Signatur“; außerdem Stevens, Restaurierungsarbeiten, S. 131.
  44. Vgl. LVR-ADR, Restaurierungswerkstatt II, Akten St. Andreas, Düsseldorf „Vorbereitung für die Stukkierung“.
  45. Peters, Baudenkmäler, S. 133f., das Zitat S. 133.
  46. Vgl. dazu die Akten zu St. Andreas bei den Werkstattakten der Restaurierungswerkstatt II und in der Registratur des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR), St. Andreas, Düsseldorf, Akte L 22379; außerdem die Zusammenfassung bei Stevens, Restaurierungsarbeiten, S. 132–134 sowie für die Maßnahmen bis 1979 auch Buschmann, Geschichte, S. 43 u. 49 und Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege 21 (1957), S. 207; 22 (1959), S. 145.
  47. LAV NRW R, Jülich-Berg III, Nr. 1797, fol. 1r; vgl. zur Hofkirche in Neuburg an der Donau auch Horn/Meyer, Kunstdenkmäler, S. 82–107; Seitz/Lidel, Hofkirche; Schulte, Schwestern.
  48. Vgl. Horn/Meyer, Kunstdenkmäler, S. 90–93; Seitz/Lidel, Hofkirche, S. 39–41 u. 48f.; zu den Brüdern Castelli Thieme/Becker 6, S. 146 (unter Castello (!), Antonio) u. S. 157 (Michael u. Peter).
  49. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12; vgl. auch Braun, Kirchenbauten, S. 215f. und Seitz/Lidel, Hofkirche, S. 64.
  50. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12.
  51. Vgl. Braun, St. Andreaskirche, Sp. 82; ders., Kirchenbauten, S. 211; Büchner, St. Andreas, S. 10.
  52. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12.
  53. Vgl. Braun, St. Andreaskirche, Sp. 82f., ders., Kirchenbauten, S. 211f. (das Zitat Sp. 82 bzw. S. 211); Büchner, St. Andreas, S. 10 u. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 12.
  54. Vgl. Seitz/Lidel, Hofkirche, S. 41.
  55. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 13: „ … Wolfgang Wilhelm, dessen Handschrift in Düsseldorf deutlicher zu erkennen ist.“
  56. Ebd., S. 16.
  57. Vgl. Stefan Weinfurter, Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Regensburg 32002, S. 26–29.
  58. Vgl. die Quellennachweise in Anm. 25. Zu der Vision und ihrer Aufnahme in die Quellen Konrad Kunze, Post sex – ein ungedeutetes Spruchband des Wolfgangikastens im Linzer Landesmuseum, in: Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 11 (1969), S. 278–281. Zur Darstellung in der Kunst B[arbara] Böhm, Art. Wolfgang von Regensburg, Bisch., OSB, 31.10., in: LCI 8, Sp. 626–629, zu der Vision Sp. 628f.; M[artin] Lechner, Art. Heinrich II. der Heilige, Kaiser, 15.7., in: LCI 6, Sp. 478–481, zu der Vision Sp. 480f.
  59. Vgl. Jahn/Lieb, Wörterbuch der Kunst, S. 230 (Art. Epistelseite), S. 237 (Art. Evangelienseite), S. 274 (Art. Frauenseite), S. 524 (Art. Männerseite).
  60. Vgl. dazu auch Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 16–18.
  61. Vgl. zu den verwandtschaftlichen Beziehungen – Emmerich war der Sohn der Gisela, Tochter Heinrichs des Zänkers, die Schwester Kasimirs war mit dem Herzog von Bayern-Landshut verheiratet, eine Tochter des Kurfürsten Rudolfs II. von der Pfalz war eine Gemahlin Kaiser Karls IV. aus dem Haus Luxemburg und König von Böhmen – das Gutachten von Dr. Heike Preuß vom damaligen Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf vom 15. Dezember 1988 = LAV NRW R, Kommunales Wappenwesen, Düsseldorf, I-B6/7-327/89, S. 5.
  62. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 17: „ … ein bayerisch und niederrheinisch gefärbter, himmlischer Hofstaat mit vielen Heiligen aus hochadeligen Häusern.“
  63. Vgl. z. B. Giersiepen, Kanonissenstift, S. 43ff., zum Grafentitel bes. ebd., Anm. 10; zuletzt auch Letha Böhringer, Der Kaiser und die Stiftsdamen. Die Gründung des Frauenstifts Vilich im Spannungsfeld von religiösem Leben und adliger Welt, in: Bonner Geschichtsblätter 53/54 (2004), S. 57–77, hier S. 64.
  64. Vgl. Raymund Kottje, Das Stift St. Quirin zu Neuß von seiner Gründung bis zum Jahr 1485 (Veröffentlichungen des Historischen Vereins für den Niederrhein 7), Düsseldorf 1952, S. 12f.; Torsy, Lexikon, Sp. 117; nicht als Graf von Hasbanien bezeichnet. Zu Hasbanien Eugen Ewig, Frühes Mittelalter (Rheinische Geschichte, Bd. 1,2), Düsseldorf 1980, S. 49f. u. ö.; Köbler, Lexikon, S. 256.
  65. Vgl. z. B. Friedrich Wilhelm Oediger, Die Erzdiözese Köln um 1300, Heft 2 (Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinlande 9,2 = PGRhG XII 9,2) Bonn 1969, S. 312; Thomas R. Kraus, Studien zur Frühgeschichte der Grafen von Kleve und der Entstehung der klevischen Landesherrschaft, in: RhVjbll 46 (1982), S. 1–47, S. 32f.; Torsy, Lexikon, Sp. 362.
  66. Vgl. dazu auch Kap. 2.1.1 der Einleitung.
  67. Vgl. zu ihm Torsy, Lexikon, Sp. 127; LThK 3, Sp. 615.
  68. Vgl. dazu z. B. die Zusammenstellungen bei Anselm Salzer, Die Sinnbilder und Beiworte Mariens in der deutschen Literatur und lateinischen Hymnenpoesie des Mittelalters, Darmstadt 1967, zu Regina S. 458–467, Spes S. 574–577, Advocata S. 594–596, Adiutrix S. 570–574, Lumen S. 431–437, Decus S. 343–345.
  69. Dazu Arnold Angenendt, Heilige und Reliquien. Die Geschichte ihres Kultes vom frühen Christentum bis zur Gegenwart, 2., überarb. Auflage, Hamburg 2007, S. 245. Vgl. zur Lauretanischen Litanei auch G[enoveva] Nitz, Art. Lauretanische Litanei, in: Marienlexikon, Bd. 4, S. 33–44; ebd., S. 34 auch zur Verbreitung durch die Jesuiten.

Nachweise

  1. Braun, St. Andreaskirche, Sp. 84f. (nur die Inschriften in den Schildbögen des Mittelschiffs).
  2. Braun, Kirchenbauten, S. 213 (nur die Inschriften in den Schildbögen des Mittelschiffs).
  3. Schnell, Düsseldorf. St. Andreas, S. 10 u. 12 (nur die Inschriften in den Schildbögen des Mittelschiffs und über den Fenstern der Seitenschiffe).
  4. Büchner, St. Andreas, S. 8 u. 10 (nur die Inschriften in den Schildbögen des Mittelschiffs und über den Fenstern der Seitenschiffe).
  5. Schulte, Schwestern, S. 48 (nur die Inschriften in den Schildbögen des Mittelschiffs und über den Fenstern der Seitenschiffe).
  6. Wiener, Düsseldorf. St. Andreas, S. 15f. (nur die Inschriften in den Schildbögen des Mittelschiffs und über den Fenstern der Seitenschiffe).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 158 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0015800.