Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 142 Kreuzherrenkirche (1620)/1623

Beschreibung

Ostwand der Grabkammer für die Familie Mattenclot. Die Grabkammer liegt unter dem Fußboden an der nördlichen Wand neben dem dritten Pfeiler von Westen und ist nicht mehr zugänglich. In Schwarz (?) und mit einem einfachen Rahmen auf die Wand aufgetragene Inschrift auf der östlichen Kopfmauer mit den Sterbevermerken für den Geheimen Rat Dr. Joachim Mattenclot und seine Ehefrau Adriana Schreiners (A und B). Vor dem endgültigen Verschluss der Kammer 1967 fotografisch erfasst.

Nach LVR-ZMB, Fotoarchiv, Neg.-Nrn. 124/1 u. 124/4.1)

Schriftart(en): Kapitalis und humanistische Minuskel.

DI 89, Nr. 142 - Kreuzherrenkirche - (1620)/1623

 Reproduktion aus: Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland; RW Karten Nr. 1349d [1/2]

  1. A

    IOACHIMVS / MAT[TEN]CLOTa) / I(uris) V(triusque) D(octor)b) Consiliarius / m(ortuus) 1620 aet(atis)c) 68 ·

  2. B

    ADRIANA SCHREI/NERS VXORd) m(ortua) 1623 / aetatis 61.

Übersetzung:

Joachim Mattenclot, Doktor beider Rechte, Rat, gestorben 1620 im Alter von 68 (Jahren). (A)

Adriana Schreiners, (seine) Frau, gestorben 1623 im Alter von 61 (Jahren). (B)

Kommentar

Zu der Grabkammer und der Datierung sowie den Schriftmerkmalen s. Nr. 96.

Der Doktor beider Rechte Joachim Mattenclot, am 6. Juli 1552 als Sohn der Eheleute Gabriel Mattenclot und Anna Winkelhausen2) geboren und verstorben am 23. April 1620, war jülich-bergischer, später brandenburgischer und pfalz-neuburgischer Geheimer Rat und Hofgerichts-Kommissar.3) 1575 war er an der Universität Köln eingeschrieben; 1579 ist er als Doktor beider Rechte an der Baseler Universität belegt.4) Er zählte zu den wenigen herzoglichen Räten, die 1609 ohne Widerstand den Possidierenden den Huldigungseid leisteten.5) Aus der am 2. Februar 1583 mit Adriana Schreiners (1562–1623) geschlossenen Ehe gingen acht Kinder hervor,6) von denen drei ebenfalls in der Gruft beigesetzt worden sind.7) Ihre Tochter Margarethe8) war die Mutter des Johann Gottfried von Redinghoven,9) dessen Sammlung zur Genealogie und Geschichte des Niederrheins und seiner Nachbargebiete heute in der Bayerischen Staatsbibliothek München (Cgm 2213) aufbewahrt wird.

Textkritischer Apparat

  1. Lücke aufgrund eines Lochs in der Wand.
  2. Als Kürzungszeichen jeweils ein Punkt, der nicht regelmäßig auf der Zeilenmitte oder etwas darunter aufgetragen ist. In Minuskeln ergänzt, da die Amtsbezeichnung in der Zeile in Minuskeln ausgeführt worden ist.
  3. Als Kürzungszeichen Punkt auf der Grundlinie.
  4. VXOR] in Kapitalis ausgeführt, XOR jedoch lediglich in der Höhe der Minuskelbuchstaben.

Anmerkungen

  1. Die Aufnahmen wurden im Juni 1967 durch die ehemalige Landesbildstelle Düsseldorf angefertigt.
  2. S. Nr. 97.
  3. Schleicher, Slg. Oidtman, Bd. 10, S. 290; Tornow, Verwaltung, S. 105 Anm. 89; S. 112 Anm. 4. Nach Kloosterhuis, Erasmusjünger, S. 626, Nr. 133 (zu G. Mattenclot), ist er seit 1594 als Sekretär tätig gewesen.
  4. Zu Köln Matrikel Köln 4, Nr. 698, 206; zu Basel Die Matrikel der Universität Basel. Im Auftrag der Universität Basel hg. von Hans Georg Wackernagel, Bd. 2: 1532/1533 –1600/1601, Basel 1956, S. 268, Nr. 10.
  5. Cürten, Organisation, S. 225; zum Verhalten der Räte nach dem Tod Herzog Johann Wilhelms vgl. auch Richter, Räte, S. 131–134.
  6. Schleicher, Slg. Oidtman, Bd. 10, S. 290. Die Angaben in ders., Slg. v. d. Ketten, Bd. 3, S. 514f., sind sehr unvollständig. Ob er identisch ist mit jenem Joachim Mattenclot, der 1572 die St. Annen-Vikarie in Pulheim erhielt und auf diese vor 1583 verzichtet hat, muss offen bleiben (Redlich, Kirchenpolitik, Bd. 2,1, S. 58 Anm. 1).
  7. Hildegerus, gemeinsam mit seiner Ehefrau (s. Nr. 182), Bernhard (s. Nr. 190) und Gabriel, ebenfalls mit seiner Ehefrau, 1656 bzw. 1654.
  8. Schleicher, Slg. Oidtman, Bd. 10, S. 290.
  9. Zu Redinghoven z. B. [Woldemar] Harleß, Art. Redinghoven, Johann Godfried von, in: ADB 27 (1888), S. 534–536; Schleicher, Slg. Oidtman, Bd. 12, S. 540–545.

Nachweise

  1. LRV-ZMB, Fotoarchiv, Neg.-Nrn. 124/1 u. 124/4.
  2. PfA St. Lambertus Düsseldorf-Altstadt, Akten 747, fol. 122r.
  3. Bayerle, Kirchen, S. 88 (nach PfA St. Lambertus).
  4. LAV NRW R, Reg. Düsseldorf, Nr. 3892, fol. 10v.
  5. LAV NRW R, Karten, Nr. 1349d.
  6. Keller, Geheimnis, S. 201 (nach LAV NRW R, Reg. Düsseldorf, Nr. 3892 u. ebd., Karten, Nr. 1349d, ediert Aktenauszüge).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 142 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0014205.