Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 125† Kalkum, St. Lambertus 1614

Die vorliegende Online-Katalognummer enthält eine im Vergleich zum gedruckten Band geänderte Angabe zu Erhaltung und Standort des Trägers sowie aktualisierte Angaben zu den Maßen. Einzelheiten dazu finden Sie am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabkreuz für Annesz (Agnes?) Batters. Sandstein. Das Kreuz wurde in den 1980er Jahren bei der Umgestaltung des Kirchhofs gefunden und 1984 für die Unterlagen des Pfarrarchivs fotografiert. Über den Verbleib ist nichts bekannt. Das schlichte griechische Kreuz mit kurzen, geraden Balken­enden und erhabener Randleiste befand sich 1984 in einem guten Erhaltungszustand. Lediglich am unteren Balkenende sowie an der linken Ecke des oberen Balkenendes sind Abbrüche zu erkennen. Die Buchstaben des Sterbevermerks und der Fürbitte sind eingehauen.

Nach Foto in PfA St. Lambertus Kalkum.

Schriftart(en): Kapitalis. 1)

  1. A(NN)Oa) 1614 / DEN 12 AV=/GVSTY IST ANNESZ / ḄATTERSb) IM HERREN / ENTSCHLAFEN / DERE(N) SELEN / GOT GNEDIG

Kommentar

Das Kreuz besitzt nicht nur in seiner Gesamtgestaltung (Proportionen, Randleiste, Verteilung der Schrift auf dem Träger), sondern auch in der Gestaltung der Buchstaben und der Ziffern Ähnlichkeiten mit dem original erhaltenen Grabkreuz für Werner Maulbaum von 1625 (Nr. 146). Auffällig ist auf beiden Grabsteinen insbesondere die Formung des oben spitzen doppelstöckigen Z, das auf dem jüngeren Kreuz allerdings mit nach rechts statt nach links offenem Bogen unter Deckbalken und kurzem Schrägschaft ausgeführt ist. Insgesamt scheint die Schrift auf dem Kreuz für A. Batters jedoch stärker eingehauen und sorgfältiger ausgeführt worden zu sein. Sie ist sehr gleichmäßig auf dem Träger verteilt; die Höhe der Buchstaben variiert nicht. Beide Kreuze dürften aus einer Werkstatt stammen.

Die Verstorbene konnte anhand der einschlägigen Quellen, vor allem des Pfarrarchivs, bislang nicht nachgewiesen werden.

Textkritischer Apparat

  1. Kürzung durch hochgestelltes O.
  2. Statt B möglicherweise R. Das Foto wurde von der Seite aufgenommen, so dass der Buchstabe nicht deutlich zu erkennen ist.

Anmerkungen

  1. Aufgrund der sehr großen Ähnlichkeit mit dem Kreuz für Werner Maulbaum (Nr. 146) – H. 47 cm, B. 51 cm – dürften die Maße beider Kreuze nahezu gleich gewesen sein. Die Buchstabenhöhe variiert hier nicht und entspricht wohl in etwa jener der ersten Zeilen auf dem Maulbaum-Kreuz von 3 cm.

Nachweise

  1. PfA St. Lambertus Kalkum, Nr. 520 (g) (Fotografie, aufgenommen 1984).
Addenda & Corrigenda (Stand 01. Juli 2020):

Das Kreuz wurde im Sommer 2016 im Garten eines Privathauses in Düsseldorf-Kalkum aufgefunden und befindet sich seit 2018 in der Mauer zwischen Kirchplatz und Pfarrgarten zur Seite der Kirche hin. Es wurde über dem Grabkreuz für Werner Maulbaum (Nr. 146) angebracht. Maße: H. 47 cm; B. 48 cm; Bu. 3, 1 cm. Die Buchstaben wurden – wohl vor der Neuanbringung – mit schwarzer Farbe ausgefüllt, die teilweise bereits verwittert ist.

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 125† (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0012505.