Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 101 Stadtmuseum vor 1597

Beschreibung

Miniaturbildnis Herzog Johann Wilhelms I. Öl auf Holz, die runde Bildfläche und der gedrechselte, profilierte Rahmen aus einem Stück. Das von einem unbekannten Künstler vermutlich nach älterem Vorbild, vielleicht dem Kupferstich des Crispin de Passe von 1592 oder dessen Vorlage, angefertigte Bild wurde 1912 von Notar Strauven1) angekauft und befindet sich seitdem im Stadtmuseum Düsseldorf.2) Die nachgezogene3) Umschrift mit Namen und Titel des Herzogs verläuft am Rand um das Brustbild des Herzogs.4)

Maße: Dm. 15 cm (mit Rahmen), 10,6 cm (Bild); Bu. 0,4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 89, Nr. 101 - Stadtmuseum - vor 1597

 Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf (Andreas Schiblon, LVR - Zentrum für Medien und Bildung) [1/1]

  1. +a) IOHANES GVILHELMVS DVX IVL(IAE) CLIV(IAE) ET MONTIVM,b) COM(ES) MARC(IAE) (ET)c) RAVENSB(ERGII)d) D(OMIN)Oe) RAVENST(EIN)f)

Übersetzung:

Johann Wilhelm Herzog von Jülich, Kleve und Berg, Graf von der Mark und Ravensberg, Herr in Ravenstein.

Kommentar

Als Abkürzungszeichen werden Punkte auf der Grundlinie verwendet.

Das Bild gehört zu einer Gruppe von drei Miniaturbildnissen von Mitgliedern der Herzogsfamilie, die zeitgleich entstanden sind (Nrn. 100 und 102). Das Bildnis, nicht die Umschrift, stimmt bis auf wenige Details überein mit einem nicht datierten Kupferstich des Crispin de Passe im Gegensinn,5) der den Herzog nach einem Porträt aus dem Jahr 1592 zeigt, nicht mit dem Kupferstich von de Passe aus dem Jahre 1599, wie er im Stammbuch des Hauses Jülich-Kleve-Berg aus dem Jahr 1610 enthalten ist.6) Auf dem erstgenannten Kupferstich findet sich eine Beischrift, die in entsprechender Form häufig auf Porträts zu finden ist. Demnach diente als Vorlage für den Stich ein Porträt des Herzogs von 1592, das ihn im Alter von 29 Jahren zeigte. Vermutlich gehen Stich und Miniaturbildnis auf dieses Porträt, vielleicht wegen der Abweichungen bei der Umschrift auf noch eine weitere gemeinsame Vorlage zurück.

Zur Datierung und dem Anlass, aus dem die Miniaturbildnisse angefertigt wurden, vgl. oben Nr. 100.

Textkritischer Apparat

  1. Ein durch Diagonalen unterteiltes Quadrat, an dem kreuzförmig verteilt kleine Kreise oder Quadrate angesetzt sind.
  2. Haken auf der Grundlinie.
  3. Z-förmiges tironisches ET.
  4. SB verkleinert auf der Grundlinie in gleicher Schriftart.
  5. Sic! Das O am Ende hochgestellt.
  6. ST verkleinert auf der Grundlinie in gleicher Schriftart. Vermutlich aus Platzmangel fehlt davor ein „IN“. S. dazu den Kommentar zu Nr. 100.

Anmerkungen

  1. Kat. Ausstellung 1888, S. 25, Nr. 226, wird für das Jahr 1888 als Besitzer der „Amtsrichter Strauven zu Neuss“, der Vater des Notars, genannt.
  2. Inv.-Nr. B 177.
  3. So Kat. Land im Mittelpunkt, S. 447, Nr. G 15 (I[rene] M[arkowitz]).
  4. Ebd. Markowitz hat an der rechten Seite vielleicht noch den „Rest einer Signatur“ gesehen, ist sich aber bei diesem Befund nicht sicher.
  5. Abb. in Kat. Land im Mittelpunkt, S. 456; Hollstein XV, Nr. 762 ohne Abb.
  6. Kat. Land im Mittelpunkt, S. 457, Nr. H 1f (I[rene] M[arkowitz]) u. ebd., Abb. S. 170; Hollstein XV, Nr. 763 mit Abb. Zu diesem Kupferstich ist ausdrücklich vermerkt, dass als Vorlage ein Bild des Johannes Malthain gedient hat. Bei diesem Bild handelt es sich aufgrund der Übereinstimmung in Kleidung und Haltung vermutlich um das Porträt des Herzogs aus demselben Jahr, das sich heute im Düsseldorfer Stadtmuseum befindet. Vgl. Nr. 107.

Nachweise

  1. Kat. Land im Mittelpunkt, S. 447, Nr. G 15 (I[rene] M[arkowitz]).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 101 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0010109.