Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 90 Stadtmuseum 1591 o. später

Beschreibung

Tafelbild mit dem Porträt Herzog Wilhelms V. (des Reichen) von Jülich-Kleve-Berg. Tempera auf Holz. Brustbild des Herzogs, gekleidet wie auf Nr. 88, im Vergleich zu den Brustbildern Nrn. 89 und 91 ist der Bildausschnitt enger gefasst. Ursprünglich aus dem Schloss? Seit der zwischen 1888 und 1892 erfolgten Schenkung durch den Prinzen Georg von Preußen im Besitz des Historischen Museums, heute Stadtmuseum.1) Die Bildbeischrift mit Datum und Altersangabe (A) befindet sich in der linken oberen, die Titulatur (B) in der rechten oberen Bildecke.

Maße: H. 30 cm; B. 24 cm; Bu. 0,4 cm (A, B).

Schriftart(en): Kapitalis (A, B).

DI 89, Nr. 90 - Stadtmuseum - 1591 o. später

 Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf (Stefan Arendt, LVR - Zentrum für Medien und Bildung) [1/1]

  1. A

    ANNO . 1591 · / AETATIS / 75 · / ·

  2. B

    WILHELMVS . IVLIAE . / CLIVIAE . ETa) MONTIVM . / DVX . etc.b) .

Übersetzung:

Im Jahr 1591 (seines) Alters 75 (Jahre). (A) – Wilhelm, Herzog von Jülich, Kleve und Berg etc. (B)

Kommentar

Die beiden Beischriften sind vielleicht nicht von gleicher Hand. Die Buchstaben des Titels erscheinen schlanker, die Ausführung des S und des Nexus litterarum bei AE weichen von der in der Jahres- und Altersangabe ab. In A werden keine Buchstaben hervorgehoben, während in B bei der Angabe des Namens ein geringfügig verzierter Versal und die übrigen Anfangsbuchstaben etwas größer ausgeführt wurden. In B sind die beiden rechten Schrägschäfte des verschränkten W nach links umgebogen, es werden ein tironisches ET und als Schluss ein oben nach rechts eingerollter Haken verwendet. In beiden Inschriften finden sich Linksschrägen- und Bogenverstärkungen sowie Sporen. Die Gestaltung von A entspricht den Jahres- und Altersangaben bei den Nrn. 89 und 91 und unterscheidet sich wie diese von der Beischrift auf dem Altersporträt des Herzogs von Johann Malthain (Nr. 88), nach dem es wie die weiteren, heute im Stadtmuseum befindlichen Kopien wohl entstanden ist. Ein paläographischer Vergleich steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass die Inschriften dieser Bilder nicht zweifelsfrei unverändert überliefert sind.2)

Die vorliegende Kopie3) weicht von der Vorlage durch den sehr eng gefassten Bildausschnitt, das intensivere Inkarnat und in ganz wenigen Details im Gesicht und am Kragen ab. Anders als auf den weiteren im Stadtmuseum befindlichen Brustbildern (Nrn. 89 und 91) ist die rechte Hand mit dem Stab nicht in dem Bildausschnitt enthalten. Die Angabe des Titels findet sich nur auf dem vorliegenden Bild, nicht auf dem Porträt von Malthain und den anderen Kopien. Wann und aus welchem Grund diese Kopie angefertigt wurde, ist bislang nicht geklärt.

Textkritischer Apparat

  1. Tironisches et, Z-förmig mit Mittelbalken.
  2. Befund: eine Schleife mit Abschwung.

Anmerkungen

  1. Inv.-Nr. B 2, nicht in der Ausstellung. Die Angaben zur Schenkung laut Inv.-Karte im Stadtmuseum.
  2. Vgl. auch unter Nr. 88 zu einer Restaurierung von 1929 sowie Schaarschmidt, Bildnisse, S. 41.
  3. Eine weitere, sehr ähnliche Kopie befindet sich heute im Museum Kurhaus Kleve (Inv.-Nr. 03-III-II; vgl. die Abb. Kat. Renaissance am Rhein, S. 340, Nr. 206).

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 90 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0009006.