Inschriftenkatalog: Stadt Düsseldorf

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 89: Stadt Düsseldorf (2016)

Nr. 7 Kaiserswerth, Pfalz 1184

Beschreibung

Türsturz mit Bauinschrift. Trachyt. Heute in der Ruine der Pfalz freistehend und von allen Seiten zugänglich auf Fundamenten des Mittelpfeilers des Bergfrieds unter einem modernen Schutzdach aufgestellt. Am ursprünglichen Standort im Portal am Eingang zur Kernburg1) heute eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts angefertigte Kopie. Das Original befand sich spätestens ab Ende des 16. Jahrhunderts „in hypocausto maiori retro fornacem“.2) Nach der Zerstörung der Pfalz im Jahr 1702 wurde der Sturz in den Ruinen aufgefunden und nach Düsseldorf verbracht,3) wo er zunächst in einem Bogengang eingemauert, nach dem Brand des Schlosses 17944) im Hof der seit 1817 dort untergebrachten Münzstätte auf zwei Gestellen ruhend aufgestellt wurde.5) 1849 nach Kaiserswerth zurückgebracht,6) erhielt er im Zuge der ab 1899 durchgeführten Ausgrabungen und Sicherungsarbeiten kurz nach der Jahrhundertwende7) den heutigen Standort. Die dreieckig eingekerbten Buchstaben der dreizeiligen Inschrift wurden im 19. Jahrhundert rot ausgemalt.8) Jede Zeile wird oben und unten durch eine einfache Linie begrenzt. An beiden Schmalseiten ist ebenfalls von der ersten bis zur letzten Zeile eine einfache Linie zu erkennen. Das Feld für die Inschrift wurde mithin auf dem Sturz abgegrenzt und war vermutlich minimal eingetieft.9) Auf der Rückseite, auf der Clemen um 1900 auch Reste der Türkonstruktion feststellen konnte,10) befindet sich heute eine neuzeitliche Inschrift, die knapp das Schicksal des Sturzes bis zur Rückführung nach Kaiserswerth beschreibt.11)

Maße: H. 52 cm; B. 273 cm; Bu. 7,5–9,8 cm. 12)

Schriftart(en): Romanische Majuskel.

DI 89, Nr. 7 - Kaiserswerth, Pfalz - 1184

 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften (Gerda Hellmer) [1/2]

  1. ANNO AB · INCARNAT(IONE)a) · D(OMI)NI · N(OST)RI · IE(S)V · CH(RIST)Ib) MCLXXX · IIIIc) · / HOC · DECVS · IMP(ER)IOd) · CESAR · FREDERIC(VS)e) · ADAVXIT · / IVSTICIA[(M)]f) · STABILIRE · VOLE(N)S · ET · VT · VNDIQ(VE) · PAX ·
    SIT ·

Übersetzung:

Im Jahr ab der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus 1184 hat Kaiser Friedrich diese Zierde dem Reich hinzugefügt in dem Willen, die Gerechtigkeit zu festigen, und damit überall Friede sei.

Versmaß: Hexameter (Zeilen 2 und 3, Endreim).

Kommentar

Die sorgfältig gestaltete Schrift zeigt schmale, aber gleichmäßig proportionierte Buchstaben, deren freie Bogenenden und Schäfte in Sporen auslaufen. Sie besitzt große Ähnlichkeit mit der Inschrift eines zweiten Türsturzes aus der Pfalz (Nr. 8). Die Buchstaben auf dem vorliegenden Sturz sind jedoch größer und etwas schmaler ausgeführt. Am Beginn der ersten und am Ende der letzten Zeile wirkt die Schrift aus Platzgründen etwas gedrängt. Als Worttrenner werden Punkte auf der Zeilenmitte verwendet. Die Schrift ist geprägt durch das vollständige Fehlen unzialer Formen. Lediglich bei R finden sich runde Formen in der am Bogen ansetzenden geschwungenen Cauda mit einem nach außen umgebogenen Ende. Wie in Nr. 8 sind R und B offen; das A ist zumeist leicht trapezförmig mit häufig leicht nach links überstehendem Deckbalken,13) zuweilen auch spitz mit abgeflachten oberen Schaftenden ausgeführt. Der Mittelteil des M endet auf der Zeilenmitte; O ist oval ausgeführt. Ligaturen finden sich nur als Nexus litterarum von A und R, N und R sowie N und D. Der jeweils zwischen Hasten und Bogen entstehende Winkel ist gerundet. Die paläographische Beurteilung wird jedoch durch die rote Ausmalung der Buchstaben erschwert. Ob die Buchstaben im 16./17. Jahrhundert golden ausgemalt waren, wie in den Farragines Gelenii,14) nicht aber in der Rheinbrohler Handschrift behauptet wird, kann nicht mehr geklärt werden.

Das Fehlen unzialer Formen und die nur zaghaften Ansätze zu flächiger Schriftgestaltung sowie die großen Übereinstimmungen bei der Schrift und der Rahmung zwischen dieser (im Folgenden als Sturz 1 bezeichnet) und der zweiten, ebenfalls auf 1184 datierten Inschrift an der Pfalz (Nr. 8, im Folgenden als Sturz 2 bezeichnet) widersprechen der mehrfach geäußerten Annahme, dass diese Bauinschrift nicht in dem im Text angegebenen Jahr, sondern, wie von Clemen und anderen angegeben,15) erst im 13. Jahrhundert entstanden sein könnte.16) Dies bestätigt auch der Vergleich mit der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfalz an der Stiftskirche angebrachten sogenannten Gernandusinschrift von 1243 (Nr. 16), die sich mit ihren zahlreichen unzialen Formen erheblich von den Sturzinschriften unterscheidet. Auch die Beobachtung Funkens, dass die rein kapitalen Buchstaben „in Zeiten, in denen das Unzialalphabet immer stärker in die Monumentalschrift vordringt, bei bedeutenden Bauwerken … allgemein bevorzugt wurde, da nur die Kapitalis mit ihren symmetrischen Proportionen Würde und Bedeutung offensichtlich machen konnte“,17) lässt eine Entstehung des Sturzes erst im 13. Jahrhundert und damit zur Zeit der Gernandusinschrift nicht als wahrscheinlich erscheinen, zumal zwei von Funken zum Vergleich herangezogene Bauinschriften mit vornehmlich konservativen Buchstabenformen in die zweite Hälfte bzw. das Ende des 12. Jahrhunderts datiert werden.18)

Ebenso bietet die Wortwahl keinen Anlass zu Zweifeln an der Datierung. Der Titel CESAR, wohl aus metrischen Gründen statt „Imperator“ gewählt, begegnet auf Sturz 2 wieder (Nr. 8) und nahezu zeitgleich auf dem Barbarossaleuchter des Aachener Domes.19) Gelegentlich wurde auch auf Parallelen zu einer Bauinschrift der von Friedrich wiederhergestellten Pfalz zu Nimwegen hingewiesen, die als Datum 1155 angibt, ebenso den Titel CESAR bietet und Friedrich als PACIS AMICVS bezeichnet.20) Diese Inschrift ist jedoch sicher jünger. Funken hat sie auf „nach 1220“21) angesetzt; Zettler vermutet, dass sie „vielleicht erst … nach 1245 entstanden“22) ist. Die Bezeichnung des Kaiserswerther Bauwerks als HOC DECVS entspricht den Angaben Rahewins von Freising zum Jahr 1160 über einige Pfalzbauten Kaiser Friedrichs, die er „ad regni decorem“ habe errichten lassen, unter denen Kaiserswerth aber noch nicht genannt wird.23) Die Erweiterung der Angabe des Inkarnationsjahres um N(OST)RI · IE(S)V · CH(RIST)I tritt nicht häufig, aber „gelegentlich“ auf.24)

Nicht gesichert ist lediglich, in welche Bauphase die Entstehung des Türsturzes und seiner Inschrift einzuordnen ist.25) Der Neubau der Kaiserswerther Pfalz wurde nach der im August 1174 erstmals bezeugten, bereits zuvor zu einem nicht exakt bekannten Zeitpunkt vollzogenen Verlegung des Rheinzolls von Tiel nach Kaiserswerth26) begonnen. Er erfolgte auf dem Gelände einer älteren, aber wohl erst seit dem 11. Jahrhundert als Pfalz anzusehenden Anlage.27) Bezeugt ist, dass die Bauarbeiten sicher nach 1160 begonnen wurden und 1189 noch nicht vollständig abgeschlossen waren.28) Seit den Forschungen von Lorenz ist ebenso gesichert, dass seit 1190 die Verwaltung des Reichsgutes am Niederrhein mit Kaiserswerth als Zentrum der Prokuration, deren Aufgaben unter anderem in der Verwaltung des Zolls und weiterer Einnahmen bestanden, neu strukturiert wurde,29) ein Befund, der einen Abschluss oder zumindest weit fortgeschrittenen Zustand der Bauarbeiten nahe legt.

Die Inschrift selbst gestattet nur die Aussage, dass bei ihrer Anbringung ein auf Veranlassung des Kaisers errichteter Bau oder Bauabschnitt fertiggestellt war.30) Auch nach der 1998 von Thomas Biller vorgelegten Rekonstruktion der Pfalz,31) die die älteren Darstellungen in einigen Punkten korrigiert und ergänzt und für die Standorte der Inschriften in der Pfalz neue Erkenntnisse bietet, diente der vorliegende Träger der Bauinschrift ursprünglich – wie schon von Clemen und anderen angegeben – als Türsturz am Portal zum Inneren der Anlage.32) Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass bei der Anbringung zumindest große Teile der Anlage errichtet waren. Dies bestätigt auch die auf dasselbe Jahr datierte zweite Bauinschrift in der Pfalz auf Sturz 2 (Nr. 8), die zugleich den Beleg für weitere noch erforderliche Arbeiten enthält. Ob die Jahreszahl 1184 auf den Türstürzen das Jahr der Fertigstellung des jeweiligen Baugliedes angibt oder aber möglicherweise – dann einige Jahre später (um 1190?)33) bei der Fertigstellung ausgeführt und rückdatiert – den Zeitpunkt des Baubeginns nennt, lässt sich nicht abschließend klären.

Nicht mit letzter Sicherheit geklärt ist der Standort von Sturz 1 seit dem Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1702. Eine im Pfarrarchiv in Rheinbrohl aufbewahrte Handschrift enthält die von dem ehemaligen Kaiserswerther Kanoniker Robert Spee, ab ca. 1600 Pfarrer in Rheinbrohl, zu Beginn des 17. Jahrhunderts vorgenommene Eintragung, der Sturz habe sich „in hypocausto maiori retro fornacem“34) befunden; etwas jüngere Quellen geben „in Arcis hypocausto versus Rhenum“35) an. Die Lage dieses „hypocaustum maius“ ist bislang nicht geklärt. Clemen vermutet, dass es sich dabei um den direkt neben dem Eingang gelegenen, nachweislich mit einem großen Kamin ausgestatteten Raum gehandelt habe.36) Biller hat 1998 erstmals das bis dahin in der Forschung wenig beachtete zweite Obergeschoss der Anlage rekonstruiert; nach seinen Ergebnissen befand sich dort der große Saal der Pfalz.37) In Verbindung mit den Angaben zu Sturz 2, dem zweiten Inschriftenstein von 1184 (Nr. 8), der nach der Rheinbrohler Handschrift „Extra illud hypocaustum supra ianuam istius introitus“38) angebracht war, erscheint es nach Biller wahrscheinlich, dass Sturz 1 spätestens seit Ende des 16. Jahrhunderts in dem großen Saal über dem Kamin angebracht war39) und somit erneut an einem repräsentativen Ort. Über den Zeitpunkt der Umsetzung des Sturzes liegen keine Angaben vor. Sie muss jedoch spätestens während der für das 16. Jahrhundert unter Erzbischof Salentin von Isenburg belegten Baumaßnahmen erfolgt sein.40) Naheliegend, allerdings nicht belegbar, ist, dass der Grund für die Entfernung des Sturzes vom Eingang der Kernburg darin lag, dass Kaiserswerth kurz nach der Mitte des 15. Jahrhunderts uneingeschränkt unter die Herrschaft des Kölner Erzstifts gefallen war41) und die Manifestation des kaiserlichen Machtanspruchs zumindest vom Eingang entfernt werden sollte.

Die Anlage wurde nach wechselvoller Geschichte und nach mehreren Belagerungen im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts schließlich 1702 eingenommen und zerstört;42) am 9. August d. J. erfolgte eine Sprengung.43) Die Ruine wurde als Steinbruch genutzt. 1848 wurden an der Ostseite des Palas die Reste bis auf die Fundamente beseitigt sowie ein Hochwasserdamm durch das Terrain gebaut. Dabei wurden noch im Schutt verbliebene Reste für den Bau der Böschung am Rheinufer und die Auffüllung der Festungsgräben fortgeschafft. Grabungen wurden erst 1899/1900 durchgeführt, Sicherungsmaßnahmen 1901–1908 und weitere Maßnahmen Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts sowie 1997–2000.44)

Bei dieser sowie den beiden weiteren Inschriften der Kaiserpfalz (Nrn. 8 und 9) handelt es sich um die ältesten profanen Bauinschriften im Rheinland.45) Nach Zettler, der den kleinen Bestand an profanen Bauinschriften bis um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert untersucht hat, „muß man wohl davon ausgehen, dass das Setzen solcher Epigraphe in der frühen Stauferzeit immer noch von den Königen im Reich in der Nachfolge des antiken Kaisertums quasi im Sinne eines triumphalen Monopols beansprucht wurde.“46) Anders als Zettler, der auf die Tradition der antiken Inschriften im Mittelmeergebiet hinweist,47) verweist Biller auf die in Italien anzutreffenden Bauinschriften ab der romanischen Zeit.48) Festzuhalten ist jedenfalls, dass die Inschriften bestätigen, dass der Bau der Pfalz ebenso wie die anderen profanen Bauten Friedrich Barbarossas „der Repräsentation seines Herrschaftsanspruches“49) dienen und ihn als den Bewahrer von Gerechtigkeit und Frieden ausweisen sollten. Vor diesem Hintergrund ist wohl auch in der Verbindung mit HOC DECVS die Verwendung des Verbs ‚adaugere’ zu sehen, das über das reine Hinzufügen hinaus eine Steigerung im Sinne einer Verbesserung oder Vergrößerung beinhaltet.

Textkritischer Apparat

  1. Kürzungsstrich fehlt. ANNO AB INCARNAT(IONE)] Anno Incarnationis Farragines Gelenii, Redinghoven, LAV NRW R, Hss. B XI 2.
  2. Buchstabenbestand: IHV · X, das X mit zwischen den beiden oberen Schaftenden eingestelltem I.
  3. MCLIIII Farragines Gelenii, Redinghoven, LAV NRW R, Hss. B XI 2, PfA St. Suitbertus Kaiserswerth, A 27; M.C.LXXXIII Acta Academiae Theodoro-Palatinae.
  4. Kürzungszeichen fehlt.
  5. Bogen des C nur im oberen Teil bis knapp unter die Mittellinie eingekerbt; daran schließt ein us-Haken an, der eingekerbt, aber nicht mit Farbe gefüllt ist; unterer Teil des Bogens von C und das V lediglich farbig hinzugefügt.
  6. Kürzungszeichen in Form eines waagerechten Striches war vielleicht vorhanden; Stein an dieser Stelle beschädigt. Das folgende Trennzeichen ist nicht mit Farbe gefüllt. Die älteste abschriftliche Überlieferung in der Rheinbrohler Handschrift überliefert Iustitiam.

Anmerkungen

  1. Dazu, die „repräsentative Funktion“ des Portals am Beginn der zum Saal hinaufführenden Treppe betonend, Biller, Pfalz, S. 176.
  2. PfA St. Suitbertus Rheinbrohl, im nicht paginierten Teil; gedr. bei Terwelp, Kaiserswerth, S. 130. Zu der Zuordnung zu einem der Räume in der Pfalz vgl. Kommentar.
  3. So z. B. 1773 in Acta Academiae Theodoro-Palatinae, T. III, S. 74, und 1801 bei Hüpsch, Epigrammatographie, Bd. II, S. 16, Nr. 38.
  4. Zum Brand des Schlosses und seinen Folgen Küffner/Spohr, Düsseldorf, S. 121–127.
  5. Von der Einmauerung und Aufstellung im Bogengang des Hofes berichten Mindel, Wegweiser, S. 58, Nr. 14; Demian, Handbuch, S. 338, und Rheineck, Rheinreise, S. 272. Zur Münzstätte vgl. Fimpeler-Philippen/Schürmann, Schloß, S. 253; Küffner/Spohr, Düsseldorf, S. 133.
  6. S. Anm. 11.
  7. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 55; vgl. Vogel/Wedi-Pascha, Kaiserpfalz, S. 13 zu weiteren Schutzmaßnahmen.
  8. Funken, Bauinschriften, S. 127.
  9. Aufgrund der zahlreichen Transporte und Umlagerungen ist der Befund nicht eindeutig, doch deuten an einigen Stellen leicht überstehende Kanten darauf hin.
  10. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 57.
  11. DIESER DENKSTEIN BEFAND SICH UEBER D(EM) HAUPTPORTAL / DES 1702 ZERST(OERTEN) SCHLOSSES. ER WURDE 1703 NACH DUESSEL/DORF U(ND) 1849 WIEDER NACH KAISERSWERTH GEBRACHT.
  12. Funken, Bauinschriften, S. 127, gibt an: B. 265, H. 50, Bu. 9 cm.
  13. Bei ADAVXIT und PAX ist der überstehende Teil des Balkens nicht eingekerbt, sondern farbig hinzugefügt worden.
  14. HAStK, Best. 1039 (Farragines Gelenii), Bd. 20, p. 540: „litteris aureis in longo lapide sculptum est.“
  15. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 45, hat die Inschrift unter Berufung auf den „Buchstabencharakter“ „gegen Ende der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts“ bzw. ders., Hohenstaufenpfalz, S. 69, in Auseinandersetzung mit den nicht haltbaren Ausführungen von Piper, Ruine, über eine Entstehung der Pfalz zur Zeit Erzbischof Salentins von Isenburg in der 2. Hälfte des 16. Jhs. „gegen die Mitte des 13. Jahrhunderts“ datiert. Kelleter, UB Kaiserswerth, S. LII, schlägt als Datierung 1244 oder 1254 vor. Die von ihm im Zusammenhang mit der Datierung (ebd., S. XLVIII–LIV) geäußerten Bedenken bezüglich des Erhaltungszustandes des Türsturzes sowie inhaltlicher Widersprüche zu Sturz 2, der zweiten Inschrift von 1184 in der Pfalz, hat allerdings bereits Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 45f. entkräftet. Weber, Friedrich Barbarossa, S. 4, wertet sie als „nach dem Schriftbefund in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden“. Vgl. auch ebd., S. 10.
  16. Zur Entstehungszeit weitestgehend kapital bestimmter Inschriften vor 1200 vgl. DI 78 (Baden-Baden, Rastatt), Nr. 1, dort Anm. 5 weitere Beispiele; vgl. auch DI 50 (Bonn), Nrn. 17 u. 21; DI 81 (Essen), Nrn. 38 u. 39. Für rheinische Beispiele auch Conrad, Epigraphik, S. 37 u. 39f.
  17. Funken, Bauinschriften, S. 24; vgl. ders., Anmerkungen, S. 339.
  18. Es handelt sich dabei um folgende Inschriften: 1. eine Weiheinschrift aus Bonn-Schwarzrheindorf = DI 50 (Bonn), Nr. 21; Funken, Bauinschriften, Nr. 19, S. 122–126; 2. eine Weiheinschrift aus Bad Neuenahr-Beul = ebd., Nr. 23, S. 134–136.
  19. DI 31 (Aachen Dom), Nr. 28. Vgl. dazu schon Clemen, Hohenstaufenpfalz, S. 69; ders., Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 45.
  20. Z. B. ebd., S. 45.
  21. Funken, Bauinschriften, S. 155–158, Nr. 30; das Zitat S. 155.
  22. Zettler, Sinn, S. 52f.
  23. Vgl. zu den Quellenangaben und zur Bewertung der Bautätigkeit Binding, Friedrich Barbarossa, S. 461f.
  24. Dazu Glaser/Bornschlegel, Datierungen, S. 528.
  25. Kubach/Verbeek, Baukunst, Bd. 1, S. 435; Lorenz, Kaiserswerth. Stauferzentrum, S. 103.
  26. RI IV,2,3, Nr. 2089. Vgl. dazu, dass der genaue Zeitpunkt der Verlegung nicht bekannt ist, Lorenz, Kaiserswerth. Stauferzentrum, S. 103.
  27. Biller, Pfalz, S. 173f.; zusammenfassend Erich Wisplinghoff, Die Pfalz, in: Kayserswerth. 1300 Jahre, S. 42–47, hier S. 42–44; Binding, Königspfalzen, S. 318f.
  28. Binding, Königspfalzen, S. 319; Lorenz, Kaiserswerth. Stauferzentrum, S. 103. RI IV,2,4, Nr. 3411: 1189 verpflichtete Kaiser Friedrich seinen Sohn Heinrich zur Fertigstellung und Bewachung der Pfalzen in Kaiserswerth und Nimwegen.
  29. Lorenz, Kaiserswerth, S. 65–69; vgl. Binding, Königspfalzen, S. 320.
  30. Die Verwendung des Perfekt in ADAVXIT legt die Annahme einer Fertigstellung nahe. Anders jedoch Binding, Königspfalzen, S. 319f.: „Adauxit und condidit [s. Sturz 2, Anm. der Verf.] bezeugen eher den Baubeginn als den Bauabschluß.“
  31. Biller, Pfalz. Für den Hinweis auf diesen Aufsatz danke ich Herrn Dr. Tobias Weller, Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn.
  32. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 44, der damit seine anders lautenden Angaben in ders., KDM Düsseldorf, S. 143f. korrigiert; Biller, Pfalz, S. 176.
  33. Funken, Bauinschriften, Nr. 20, S. 127–130, 130, datiert sie auf „nach 1190“.
  34. Terwelp, Kaiserswerth, S. 130. Zu der Handschrift und Pfarrer Spee Kelleter, UB Kaiserswerth, S. XLIX, allerdings mit falschen Schlussfolgerungen, sowie S. 256 u. 557.
  35. HAStK, Best. 1039 (Farragines Gelenii), Bd. 20, p. 540 und ihm folgend Redinghoven.
  36. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 44. Zu diesem Raum auch Kubach/Verbeek, Baukunst, Bd. 1, S. 433. Zumeist finden sich Angaben wie „in der Burgstube“ (Kelleter, UB Kaiserswerth, S. XLVII) oder „benachbart in der Burgküche“ (Maes, Chronogramme und Inschriften, S. 124) mit Bezug auf den auch von Clemen angesprochenen Raum.
  37. Biller, Pfalz, S. 181f. Vgl. ebd., S. 188 Anm. 49 zu der bereits in der älteren Literatur gelegentlich geäußerten Vermutung über die Lage des Saales im 2. Obergeschoss.
  38. Terwelp, Kaiserswerth, S. 130.
  39. Biller, Pfalz, S. 188 Anm. 40.
  40. Zu diesen Maßnahmen vgl. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 47; Binding, Königspfalzen, S. 321.
  41. Vgl. zu diesen Vorgängen ausführlich Lorenz, Kaiserswerth, S. 100–117.
  42. Zusammenfassend z. B. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 47f.; Binding, Königspfalzen, S. 320f.
  43. Clemen, KDM Düsseldorf, S. 141, findet sich der entsprechende Auszug aus dem Protokollbuch der Stadt. Ausführlich zu den Ereignissen von 1702 Gehne, Zerstörung; ebd., S. 174 ebenfalls der Auszug aus dem Protokollbuch.
  44. Dazu Binding, Königspfalzen, S. 321; Heimeshoff, Häuser, Bd. 3, S. 58f. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 51–66 bietet den Bericht über die 1899/1900 bzw. 1901–1908 durchgeführten Maßnahmen. Zu 1848 auch Clemen, Hohenstaufenpfalz, S. 69. Zur Geschichte der Pfalz bis zum Jahr 2002, als sie wieder öffentlich zugänglich gemacht wurde, vgl. auch Jörg Engelbrecht, „Daß schloß aber ist totaliter ruinirt geweßen.“ Die Pfalz in Kaiserswerth, in: Krieg und Frieden in Düsseldorf. Sichtbare Zeichen der Vergangenheit, hg. von Jörg Engelbrecht und Clemens von Looz-Corswarem (Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Düsseldorf 10), Düsseldorf 2004, S. 121–138.
  45. Vgl. dazu die Zusammenstellung bei Funken, Bauinschriften.
  46. Zettler, Sinn, S. 53.
  47. Ebd.
  48. Biller, Pfalz, S. 185.
  49. Binding, Friedrich Barbarossa, S. 469.

Nachweise

  1. PfA St. Suitbertus Rheinbrohl, Kopiar Kaiserswerth, im nicht paginierten Teil.
  2. HAStK, Best. 1039 (Farragines Gelenii), Bd. 20, p. 540 (mit falscher Jahreszahl).
  3. BSBM, Cgm 2213 (Slg. Redinghoven), Bd. 18, fol. 350v (nach Farragines Gelenii mit falscher Jahreszahl).
  4. LAV NRW R, Hss. B XI 2, fol. 354v (Abschrift Slg. Redinghoven).
  5. PfA St. Suitbertus Kaiserswerth, A 27 (früher 41), p. 119.
  6. Acta Academiae Theodoro-Palatinae, T. III, S. 74 (mit falscher Jahreszahl 1183).
  7. Hüpsch, Epigrammatographie, Bd. II, S. 16, Nr. 38.
  8. Mindel, Wegweiser, S. 58, Nr. 14.
  9. Demian, Handbuch, S. 338.
  10. Rheineck, Rheinreise, S. 272.
  11. HAStK, Best. 7030, Nr. 184 (Büllingen), fol. 190v (mit falscher Jahreszahl 1174).
  12. Baudri, St. Suitbertus-Tumba, S. 19 Anm.
  13. Lacomblet, Düsseldorf, S. 8.
  14. Terwelp, Kaiserswerth, S. 130 (nach Rheinbrohler Kopiar).
  15. Kraus, Inschriften 2, S. 289, Nr. 628,1 (nach Hüpsch).
  16. Clemen, KDM Düsseldorf, S. 143.
  17. v. Trostorff, Beiträge, Bd. 1, S. 10.
  18. Clemen, Kaiserswerth. Untersuchung, S. 148.
  19. Piper, Ruine, S. 52.
  20. Clemen, Hohenstaufenpfalz, S. 68f.
  21. Eschbach, Baugeschichte, S. 157.
  22. Kelleter, UB Kaiserswerth, S. XLVIII.
  23. Clemen, Kaiserswerth. Sicherungsarbeiten, S. 44f.
  24. Heck, Geschichte, S. 118.
  25. Delvos, Geschichte, S. 38.
  26. Schmidt, Kaiserswerth, o.S.
  27. StA Düsseldorf, Nr. XXIII 1161 (Frechen), Bl. 132 (mit Nachzeichnung).
  28. Fritz Arens, Die staufischen Königspfalzen, in: Die Zeit der Staufer. Geschichte
  29. Kunst
  30. Kultur. Katalog der Ausstellung, Bd. III, Stuttgart 1977, S. 129–142, 132.
  31. Weber, Friedrich Barbarossa, S. 4.
  32. Funken, Bauinschriften, Nr. 20, S. 127–130 (mit Nachzeichnung).
  33. Maes, Chronogramme und Inschriften, S. 123.
  34. Weber, Wasserburg, S. 54.
  35. Funken, Anmerkungen, S. 338 (mit Nachzeichnung).
  36. Hotz, Pfalzen, S. 102.
  37. Lorenz, Kaiserswerth, S. 63 Anm. 268.
  38. Ders., Kaiserswerth. Stauferzentrum, S. 111 Anm. 5.
  39. Biller, Pfalz, S. 187 Anm. 17.
  40. Senger, St. Suitbert, S. 27.
  41. Binding, Friedrich Barbarossa, S. 465.
  42. Zettler, Sinn, S. 50 Abb. 3a u. S. 51.
  43. RI IV,2,4 Nr. 2776 Anm.
  44. Funken, Ars Publica, Bd. 3, S. 1226.

Zitierhinweis:
DI 89, Stadt Düsseldorf, Nr. 7 (Ulrike Spengler-Reffgen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di089d008k0000701.