Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis 1528

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 35: Stadt Braunschweig I (1993)

Nr. 326† Dom St. Blasii 1506/1700

Beschreibung

Glocke Gabriel, im Glockenhaus. Sie war 1506 von Heinrich von Kampen gegossen worden, zersprang jedoch im 17. Jahrhundert und wurde 1700 auf Kosten und Betreiben des Domherren Johann Döring von dem Braunschweiger Glockengießer Arnold Greten umgegossen. Der Wortlaut der alten Inschrift A wurde dabei, als Schulterinschrift zwischen zwei schmalen Stegen, wieder aufgenommen. Darunter, unter einem barocken Palmettenornamentband, auf vier Seiten der Flanke die Inschrift B von 1700, auf dem Schlag darunter der Gießername C. Über die bildnerische Gestaltung der Vorgängerglocke, auch in Hinsicht auf ihren Namen, ist nichts bekannt.

Inschrift nach Pfeifer.

Maße: Dm.: 52 cm.

  1. A

    ANGELICVM GABRIEL NOMEN TENEO RECTE ·HENRICVS CAMPIS · ME FECIT 15061)

  2. B

    IN HONOREM DEI / CAMPANAM HANC ANTEA FRACTAM / SVIS SVMPTIBVS / ITERVM FVNDI CVRAVIT / JOHANN DÖRING / ECCLESIE HVIVS CANONICVS / ET PATRICIVS LVNEB(VRGENSIS) / ANNO 1700

  3. C

    ARNOLD GRETEN FVSOR

Übersetzung:

Den Engelsnamen Gabriel trage ich zu Recht. Heinrich von Campen machte mich 1506. (A)

Zur Ehre Gottes hat Johann Döring, Domherr dieser Kirche und Lüneburger Patrizier, diese vorher zerbrochene Glocke auf seine Kosten im Jahr 1700 wiederum gießen lassen. (B)

Arnold Greten, Gießer. (C)

Versmaß: Ein unvollständiger Hexameter (A, erste Zeile).

Kommentar

Johann Döring war Kanoniker des Blasiusstiftes von 1686 bis zu seinem Tode 17162). Der Gießer Arnold Grete oder Greten aus einem Magdeburger Glockengießergeschlecht wurde zur Herstellung von Glocken für den Dom seit 1695 herangezogen3).

Anmerkungen

  1. Die Inschrift, die auf der Glocke von 1700 in kapitalen Buchstaben ausgeführt ist, war auf dem 1506 von Heinrich von Kampen geschaffenen Vorgängerstück mit hoher Wahrscheinlichkeit in gotischen Minuskeln gegossen.
  2. Vgl. Döll, S. 69, 327.
  3. Vgl. Pfeifer, 1927/1928, S. 73f.; ders., 1920, S. 90f.; Fuhse, 1935, S. 10; Quast, S. 49.

Nachweise

  1. Wie Anm. 3.

Zitierhinweis:
DI 35, Stadt Braunschweig I, Nr. 326† (Andrea Boockmann), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di035g005k0032604.