Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis 1528

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 35: Stadt Braunschweig I (1993)

Nr. 167 Städtisches Museum 1469

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Beschreibung

Hausinschrift. Die Inschrift an dem zweigeschossigen, zehn Fach breiten Doppelhaus Marstall 11/12 (ass. 2811/2812) befand sich auf der Schwelle des ersten Geschosses und ging über beide Häuser. Buchstaben und Zahlen waren im Treppenfries in geschnitzte rechteckige Rahmen gesetzt. 1891 abgebrochen. Die Schwellbalken befinden sich heute im Magazin des Städtischen Museums1).

Maße: L.: 1262 cm; Br.: 27,5 cm2).

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. an(n)o d(omi)ni m cccc lxix in die viti de se(r)o hora qui(n)taa)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1469 am Vitustag (15. 6.) abends zur fünften Stunde.

Kommentar

In Braunschweig ist kein anderes Beispiel einer Angabe des Datums mit Tageszeit für den Abschlußtermin der Bauarbeiten an einem Fachwerkhaus überliefert. Nach der spätmittelalterlichen Tageszeiteinteilung war die fünfte Stunde (‚fünf in die Nacht‘) „fünf Uhr nach dem Abendgaraus“ (d.h. Abendgeläut)3), also zum oder nach dem Feierabend. Möglicherweise erklärt sich daraus die Zufügung der Zeitbestimmung de sero.

Textkritischer Apparat

  1. a(nn)o d(omi)ni m cccc lxix in die viti est completum hora ruit Beck/Sack.

Anmerkungen

  1. Inventarnummer Ccc 120.
  2. Die Buchstabenhöhe konnte nicht gemessen werden.
  3. Grotefend, S. 24.

Nachweise

  1. Abb.: Slg. Kail, Bl. 32; Spies, 1988, S. 65, Abb. 29.
  2. Lit.: Sack, H V, 90, S. 37, 98; Dürre, S. 709; Steinacker, Katalog.

Zitierhinweis:
DI 35, Stadt Braunschweig I, Nr. 167 (Andrea Boockmann), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di035g005k0016705.