Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis 1528

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 35: Stadt Braunschweig I (1993)

Nr. 67 St. Katharinen E. 14. Jh.

Beschreibung

Grabstein der Agnes, heute in der Kirche an der Wand des südlichen Seitenschiffs, rechts neben dem östlichen Seitenportal; Sandstein. Im Mittelfeld steht auf einem niedrigen Sockel oder Schemel die Figur einer Frau in Ritzzeichnung mit schlichtem haubenartigen Kopftuch und über der Brust gefalteten Händen. Die zwischen zwei Linien verlaufende Umschrift, die oben links begann, ist oben, zur oberen Hälfte der rechten und an der linken unteren Seite abgeschliffen. Waagerecht über die Mitte des Grabsteines verlaufend wird auch die Figur durch diese Abschleifung geteilt; es liegt also nicht eine allgemeine Abnutzung vor, sondern möglicherweise eine Verbauung des Steins zu einer Treppenstufe. Dadurch ist die Datumszeile bis auf die Angabe des Todestages getilgt, ebenso Teile des Namens. Neben dem Kopf links und rechts je ein Wappen.

Maße: H.: 188 cm; Br.: 99 cm; Bu.: 6 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 35, Nr. 67 - Braunschweig, St. Katharinen - E. 14. Jh.

 Bernhard Boockmann [1/1]

  1. [............................] / [...........] PRIDIE LEONISa) / OBIIT · AGNES · VXOR · / [...........]Sb) · A(N)I(M)A · REQVIESCAT · I(N) · PACE

Übersetzung:

(...) am Tag vor (dem Fest des hl.) Leo (10. 4.) starb Agnes, die Frau des (...). Ihre Seele ruhe in Frieden.

Wappen:
Achim, Waggen1).

Kommentar

Nur die beiden Wappen geben eine vage Auskunft über die Herkunft und den Ehemann der Agnes. Ein Hinrik von Achim war 1358–1372 Ratsherr im Hagen2), ein Ludeke Waggen war Ratsherr 1397–1406 und Bruchkämmerer im Hagen 1397–14003). Möglicherweise war Agnes die Tochter des Hinrik von Achim und Ehefrau des Ludeke Waggen.

Textkritischer Apparat

  1. Lesung von Mack, obere Hälfte der Zeile abgeschliffen.
  2. Am Ende des ausgefallenen Textes stand vermutlich CVIVS.

Anmerkungen

  1. Kämpe, Wappenbuch III, S. 119, 134.
  2. Vgl. Spieß, 1970, S. 65.
  3. Vgl. ebd., S. 227.

Nachweise

  1. Meier/Steinacker, 1926, S. 27; Schultz, 1963, S. 40.

Zitierhinweis:
DI 35, Stadt Braunschweig I, Nr. 67 (Andrea Boockmann), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di035g005k0006700.