Inschriftenkatalog: Stadt Bonn

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 50: Bonn (2000)

Nr. 418† Ippendorf, Saalestr. 27 ca. 1675–1691

Beschreibung

Wegekreuz mit Kreuztitulus, Stifternamen und Initialenreihe. Ursprünglich vor der Barbara-Kapelle aufgestellt. 1965 durch einen Lkw zerstört und durch eine Kopie ersetzt, die am heutigen Standort aufgestellt wurde.1) 1980 erneut schwer beschädigt.2) Latit oder Andesit.3) Profilierte Basis, hochrechteckiger Sockel. Über der profilierten Zwischenplatte der Mittelteil mit niedriger Muschelnische. Auf der geschwungenen Abdeckhaube ein Kreuz mit runden Armenden. Inschrift A am Kopfende, B auf dem Längsbalken, C am Kreuzfuß, D über der Muschelnische.

Inschriften nach Kopie.

Maße: H. 330, B. 49, Bu. 4,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 50, Nr. 418 - Bonn, Ippendorf, Saalestr. 27 - ca. 1675 - 1691

 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften [1/2]

  1. A

    I(ESVS) N(AZARENVS) R(EX) I(VDAEORVM)4)

  2. B

    NNVSa) / ZIMM/AN / GED/RVD / SINN/E FRW

  3. C

    N·Z·ST·B/G·Z·I·H·/S·D·Z·

  4. D

    CRISDOFFEL / ZIMMAN · GED/RAD SINNE HVS/ER=Wa)

Kommentar

Die Worttrennung erfolgt durch Dreispitze. Alle N sind spiegelverkehrt. Die in den Inschriften genannten Ehepaare sind wohl als Stifter des Kreuzes anzusprechen. Es handelt sich dabei um Johannes Zimmermann, dessen Vorname bereits auf dem Original unvollständig überliefert war, mit seiner Frau Gertrud und um ihren gemeinsamen Sohn Christoph und dessen erste Frau Gertrud Berg, eine Tochter des Ippendorfer Schöffen Rutger Berg. Sowohl Johannes als auch Christoph Zimmermann sind als Ortsvorsteher von Ippendorf belegt.5) Für Johannes und seine Frau sind nur ungefähre Lebensdaten überliefert, sie sollen „nach 1675“ (Johannes) bzw. „nach 1671“ (Gertrud) gestorben sein.6) Christoph und Gertrud ließen 1675 ihr erstes Kind taufen,7) dürften demnach spätestens zu diesem Zeitpunkt verheiratet gewesen sein. Eine Anfertigung des Kreuzes um 1675 ist somit anzunehmen, sofern alle genannten Personen als Stifter zu verstehen sind. Denkbar ist allerdings auch, daß Christoph Zimmermann und Gertrud Berg das Kreuz nach dem Tode der Eltern zu deren Gedenken haben errichten lassen. In diesem Fall ist an eine spätere Anfertigung zu denken, die aber noch zu Lebzeiten der um 1691 verstorbenen Gertrud Berg erfolgt sein muß. Christoph Zimmermann heiratete nach dem Tode seiner ersten Frau in zweiter Ehe Anna Schmitz (1691) und 1711 Agatha Kitz. Er starb 1723 im Alter von etwa 75 Jahren. Die Initialen der Inschrift C scheinen – zumal dreimal der Buchstabe Z auftaucht – ebenfalls auf Mitglieder der Familie Zimmermann und ihre Ehegatten zu verweisen.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!

Anmerkungen

  1. StA Bonn, Du 2940. Vgl. Berzheim, S. 293.
  2. Bonner Rundschau vom 5. 4. 1980.
  3. Zur Materialbestimmung siehe die Einleitung, S. XXVf.
  4. Nach Io 19,19.
  5. 1674 (Johannes) bzw. 1682–1709 (Christoph) (vgl. Berzheim, S. 114).
  6. Berzheim, S. 114, 568.
  7. Ebd., S. 568. Vgl. dort auch zu den weiteren Angaben.

Nachweise

  1. Berzheim, Ippendorf, S. 295 u. Abb. 139.
  2. Hacker-de Graaff, S. 89.

Zitierhinweis:
DI 50, Bonn, Nr. 418† (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di050d004k0041805.