Inschriftenkatalog: Stadt Bonn

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 50: Bonn (2000)

Nr. 249 Vilich, Käsbergstr./Adelheidisstr. 1663

Beschreibung

Wegekreuz1) mit Stifterinschrift. Trachyt. Flache, profilierte Basis, hochrechteckiger Sockel. Über einer profilierten Zwischenplatte der Mittelteil mit Muschelnische. Auf der gewölbten Abdeckhaube Kreuz mit abgerundeten, nasenbesetzten Armenden. Inschrift über bzw. zu beiden Seiten der Muschelnische. Datierung in größeren Buchstaben.

Maße: H. 376, B. 85,5, Bu. 3–4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 50, Nr. 249 - Bonn, Vilich, Käsbergstr./Adelheidisstr. - 1663

 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften [1/1]

  1. [GE]RHARD · AD[O]LPH · SCHEVASTES · / SCHOLTES2) · DEDERCH · IACOBS · [BR]A/MERHALFFEN · IOANES · BERGER · CLEMENS · / REICHARTS · ALLE · SCHEFFEN · DES · GERICHTS / VILICH // · DEN · 21 · MARTII · / AN//NO · / 16//63

Kommentar

Die Worttrennung erfolgt durch Dreispitze. Gerhard Adolph (I.) Schevastes3) bekleidete wie sein Vater und Großvater sowie zahlreiche seiner Nachkommen das Amt des Vilicher Schultheißen.4) Ein Güterverzeichnis von 1660 führt ihn mit Einnahmen aus Gütern in Vilich und Müldorf auf,5) und die Güterbeschreibung von 1663 trägt seine Unterschrift als Gerichtsschreiber.6) Dietrich Jakobs war der Inschrift zufolge Pächter des Bramerhofes westlich von Geislar, der der Vilicher Äbtissin gehörte. Als solcher ist 1668 ein Mitglied der Familie Frembgen belegt, woraus man schließen muß, daß Jakobs zu diesem Zeitpunkt nicht mehr lebte.7) Auch Johannes Berger und Clemens Reicharts sind 1660 und 1663 mit Einnahmen aus verschiedenen Gütern in Vilich und Müldorf verzeichnet.8) Clemens Reicharts, der 1668 verstarb, war seiner Grabinschrift auf dem Vilicher Friedhof zufolge „beider gerichteren Vilich und Rheindorf scheffen“ (vgl. Nr. 298).

Anmerkungen

  1. StA Bonn, Lagerbuch Vilich, Nr. 72.
  2. D.h. Schultheiß.
  3. Er heiratete 1650 seine Frau Kristina, mit der er zwei 1656 bzw. 1668 geborene Kinder hatte (Familien-Kirchenbuch, S. 2f.; StA Bonn, KB Vilich 1, S. 17, 74).
  4. Siehe de Claer und die Glockeninschriften Nr. 186 und 205.
  5. HStAD, Stift Vilich, A. 9/II, Bl. 43v, 55r.
  6. Ebd., Bl. 30v.
  7. StA Bonn, Taufbuch Vilich 1653–1725, S. 2.
  8. HStAD, Stift Vilich, A. 9/II Bl. 9r, 24v, 56v (Johannes Berger); 43r, 48r (Clemens Reicharts).

Nachweise

  1. De Claer, Schevastes, S. 150.
  2. Weilerswist, Straßenkreuze, Nr. 4.
  3. Bücher, Wegekreuze, S. 45 Nr. 29 mit Abb.
  4. Hacker-de Graaff, S. 200.

Zitierhinweis:
DI 50, Bonn, Nr. 249 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di050d004k0024907.