Inschriftenkatalog: Stadt Bonn

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 50: Bonn (2000)

Nr. 132 St. Remigius (ehem. Minoritenkirche) 1621

Beschreibung

Steinplatte mit Stiftungsinschrift, stammt von der Predella des Franziskus-Altars der ehemaligen Minoritenkirche. Heute im Eingangsbereich zum Kreuzgang in die Wand eingelassen. Schwarzer Marmor. Die von einer breiten, erhabenen Randleiste umgebene Inschrift füllt die ganze Fläche der Platte aus.

Maße: H. 35, B. 170, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 50, Nr. 132 - Bonn, St. Remigius - 1621

 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften [1/1]

  1. AD HONOREM DEI OPTIMI MAX(IM)I=1) NEC NON B(EATI)a) FRANCISCI / V(ENERABILIS)a) D(OMINVS)a) WENDELIN(VS)b) REVSS=COLLEGIATAE ECC(LESI)AE :c) S(ANCTO)RVMd) CAS=/SIJe) ET FLORENTIJe) MARTIRVM CANONICVS ·f) EX SINGVLARI / PIETATIS AFFECTV, VIVENS FIERI CVRAVIT ANNO 1621 ·f)

Übersetzung:

Zu Ehren des besten, höchsten Gottes und des seligen Franziskus hat der hochwürdige Herr Wendelin Reusch, Kanoniker der Kollegiatkirche der heiligen Märtyrer Cassius und Florentius, (den Altar) aus einer einzigartigen Regung der Frömmigkeit heraus zu Lebzeiten anfertigen lassen im Jahre 1621.

Kommentar

Reusch ist von 1601 bis 1637 als Kanoniker des Cassiusstiftes2) und 1621 als Mitglied der Sakramentsbruderschaft an St. Remigius belegt.3) Er war offenbar ein Verwandter (Sohn?) des gleichnamigen kurfürstlichen Zöllners, der 1593 gemeinsam mit seiner Frau drei Wappenfenster für das Münster gestiftet hatte.4)

Textkritischer Apparat

  1. Kürzung durch zwei parallele waagerechte Striche.
  2. Kürzung durch Häkchen.
  3. Worttrennung durch zwei übereinander angeordnete Sternchen.
  4. Buchstabenbestand: SSRVM ohne Kürzungszeichen.
  5. Ligatur in Form eines Y.
  6. Worttrennung durch Sternchen.

Anmerkungen

  1. Zur Anrufung DEO OPTIMO MAXIMO, die hier in den Satz integriert ist, vgl. Nr. 124.
  2. Höroldt, St. Cassius, S. 272.
  3. PfA St. Remigius I, Nr. 14, Bl. 21r.
  4. HStAD, Cassiusstift, A. 16, Bl. 19v. Die Fenster sind nicht erhalten.

Nachweise

  1. Pick, AHVN 43, S. 97.
  2. StA Bonn, Kleinere Denkmäler, Nr. 195.

Zitierhinweis:
DI 50, Bonn, Nr. 132 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di050d004k0013200.