Inschriftenkatalog: Stadt Bonn

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 50: Bonn (2000)

Nr. 22 Schwarzrheindorf, St. Maria und St. Clemens 2. H. 12. Jh.

Beschreibung

Wand- und Gewölbemalereien im Altarraum der Oberkirche mit Bildinschriften als ikonographischem Element und mit Bildbeischriften. Kalk-Secco-Malerei. 1868 durch aus’m Weerth entdeckt. Wiederherstellung 1875 durch Lambris und Wirth, dabei teilweise erhebliche Ergänzungen des Bild- und Textbestandes.1) Weitere Restaurierungen 1902/03 durch Arntz,2) 1911 und 1935/36 durch Bardenhewer3) sowie 1998/99.

Apsis. Kuppel: der thronende Christus in der Mandorla, umgeben von den vier geflügelten Evangelistensymbolen. Zu seinen Füßen liegend in Orantenhaltung Arnold von Wied in erzbischöflichem Gewand und Hadwig von Wied in Äbtissinnentracht. Neben Christus links vermutlich die Heiligen Stephan und Johannes der Täufer, rechts wohl Laurentius und Petrus.4) Inschrift A auf der Kante des Apsisbogens. Unter der Darstellung auf einem weißen Streifen zwischen Zylinder und Kuppel die Inschrift B. An der Apsiswand zehn Standfiguren männlicher Heiliger: Nördlich des Fensters Damian (Beischrift C) und Cosmas (Beischrift D), jeweils mit Salbgefäß und Palme; der bärtige Eustatius5) in Kriegertracht mit Schild und Speer (Beischrift E); ein nicht bezeichneter Heiliger in Kriegertracht mit Schild und Schwert (Gereon?6)); ein weiterer unbezeichneter, bärtiger Heiliger in bodenlangem Gewand, mit einer Scheibe unter dem Arm.7) Südlich des Fensters Mauritius mit Speer und Schwert (Beischrift F), Cassius mit Speer (G), Florentius mit Schwert (H), Mallusius mit Schild und Speer (I) und Hippolyt mit Palme (K). Zwischen beiden Gruppen die Halbfigur eines Engels mit Spruchband, dessen Inschrift bei Entdeckung der Malereien erloschen war und willkürlich eingefügt wurde.8)

Chor. Nordwand: Johannes auf Patmos. In der Mitte unter dem Vierpaßfenster sitzt der jugendliche Johannes, auf einen Stock gestützt. Er blickt nach rechts auf einen brennenden Busch, aus dem sich ihm eine männliche Halbfigur mit Bart und Nimbus zuwendet, die Rechte ausgestreckt und in der Linken ein erloschenes Spruchband haltend. Links von Johannes ein stehender gerüsteter Krieger mit leerem Spruchband.9) Über der Darstellung auf einem weißen Streifen die Beischrift L über dem Krieger, Inschriftreste über der Flammenerscheinung (M). Südwand: Darbringung Jesu im Tempel. In der Mitte unter dem Vierpaßfenster der Kastenaltar, links ein Priester (vermutlich der hl. Simeon). Rechts Jesus als Knabe, von Joseph und Maria begleitet.10) Oberhalb von Maria auf einem weißen Streifen Inschriftreste (N).

Chor, Kreuzgewölbe. Nordkappe: Christus mit fünf Heiligen. Christus stehend mit Kreuznimbus, die Rechte zum Segen erhoben, in der Linken ein Spruchband mit fragmentarisch aufgefundener, heute ergänzter Inschrift O. Über ihm ein Engel, der den Schlußstein (Agnus Dei neu hinzugefügt) hält. Südkappe: Christus in gleicher Darstellung wie in der Nordkappe, in der Linken ein Spruchband mit der Inschrift P. Über ihm ebenfalls ein Engel. Zu seiner Rechten sechs Märtyrer mit Palmzweig, vor ihnen ein siebter in Bischofstracht. Zur Linken Christi sechs Geistliche, darunter drei in bischöflichem Gewand. Auf dem Gratstreifen rechts die Reste einer Inschrift (Q). Ostkappe: In der Mitte steht die Jungfrau Maria, in der rechten Hand einen Zweig vom Baum des Lebens haltend, in der Linken ein Spruchband (R). Zu beiden Seiten Mariens, ebenfalls stehend, jeweils eine jugendliche, nimbierte Gestalt mit Spruchband in der Hand, eines davon leer, das andere mit der Inschrift S. In den Zwickeln links eine Gruppe von vier bartlosen Männern und einem Bischof, alle mit Nimbus, vor sich ein Spruchband haltend (T), rechts eine Gruppe von fünf nimbierten Frauen, zwei davon in Nonnentracht, mit Spruchband (U). Westkappe: In der Mitte stehend die Figur der Ecclesia, in der Rechten die Kreuzesfahne, in der Linken ein Spruchband (V) haltend. Links von ihr ein bärtiger Mann (einer der Ältesten?) mit Spruchband (W), rechts ein Engel mit Spruchband (X) in der rechten Hand, der mit der Linken ein weiteres Spruchband (Y) einem im Nordzwickel stehenden nimbierten Mann reicht. Im südlichen Zwickel zwei stehende nimbierte Gestalten, eine mit, die andere ohne Bart. Neben ihnen auf dem Gratstreifen des Bogens der Beginn einer weitgehend verlorenen Inschrift (Z).

Gurtbogen zwischen Chor und Vierung: In der Laibung fünf Kreismedaillons, darin Halbfiguren mit Spruchbändern (AA – CC).

Die Edition folgt im allgemeinen dem bei der Aufdeckung der Malereien festgestellten Bestand, wie er bei aus’m Weerth überliefert ist. Ausnahmen werden in den Anmerkungen erläutert. Auf den heutigen Zustand wird, sofern er vom Bestand des 19. Jh. abweicht, ebenfalls im Apparat verwiesen.11)

Maße: Bu. ca. 3,2–3,5 cm.

Schriftart(en): Romanische Majuskel (A–B, L–CC), Minuskel der Buchschrift12) (C–K)

Apsis, Gurtbogen (vgl. Abb. 24):

  1. A

    [- - -] V[- - -]NI OPERTVM · (ET)a) · IN · MVNDVM · MISIT · QVEM · VICTA · MORTE · REVISIT · 13)

Übersetzung:

... hat er in die Welt geschickt, die er, nachdem er den Tod bezwungen hat, wieder heimsucht.

Apsis, Inschriftstreifen zwischen Kuppel und Wand (vgl. Abb. 25):

  1. B

    [- - -]A[...]I[..]EO[.....]RO[- - -] // [- - -]O [I]ORE[.]T [....] LEO [...]TIIP[..]E · E[..]b)

Apsis, Wand (vgl. Abb. 25):

  1. C

    dam(ianus)c)

  2. D

    coss(mas)c)

  3. E

    eust(atius)c)

  4. F

    mau(ritius)c)

  5. G

    cass(ius)c)

  6. H

    flor(entius)c)

  7. I

    malusi(us)c)

  8. K

    ipolli(tus)c)

Chor, Nordwand, Inschriftstreifen:

  1. L

    PORTARIVSd)

  2. M

    [.....] NIS [.] A [.] V [.....]

Übersetzung:

Pförtner. (L)

Chor, Südwand, Inschriftstreifen:

  1. N

    [- - -]R[....]VM

Chor, Kreuzgewölbe, Nordkappe, Spruchband (vgl. Abb. 21):

  1. O

    [- - -] VENERVNT [- - -]BV[- - -]e)

Chor, Kreuzgewölbe, Südkappe, Spruchband:

  1. P

    LAVER(VN)T STOLAS SVAS IN SANGVINE AGNI14)

Übersetzung:

Sie haben ihre Kleider gewaschen im Blute des Lammes.

Chor, Kreuzgewölbe, Südkappe, Gratstreifen:

  1. Q

    [- - -]f) TV [....]NVTE TROPHEIg)

Chor, Kreuzgewölbe, Ostkappe, Spruchbänder (vgl. Abb. 24):

  1. R

    BEATA(M) [ME DICENT · OMNES] · GENE[RATIONE]S / QVIA · [RESPEXIT] · HVMILITATEM · MEAMh)15)

  2. S

    HI · SEQVNT(VR)i) · AG(N)V(M) · QVOCV(M)Q(V)Ek) · [IER]IT · / [VI]RG[INES] · E[NIM] · SVNT16)

  3. T

    [.......]N [......] · DE · ETl) [...]MEM [...] T [...]

  4. U

    [POST TE CVRREMVS IN] ODORE(M) VNGENT[ORVM T]VOR[VM]m)17)

Übersetzung:

Alle Generationen werden mich selig preisen, weil er meine Niedrigkeit angesehen hat. (R) Diese folgen dem Lamm, wohin immer es gehen mag. Sie sind nämlich Jungfrauen. (S) Wir wollen dir nacheilen dem Duft deiner Salben nach. (U)

Chor, Kreuzgewölbe, Westkappe, Spruchbänder (vgl. Abb. 22):

  1. V

    [GAVD]EAM(VS) · E]T · [EXVLTE]MVS / [QV]IA · [V]ENER[(VN)T] · NV[PTIAE · AG]N[I]18)

  2. W

    VBICV(M)Q[En) · FVER]IT · [C]OR[P(VS) IL(LIC) / CO]NGREGABVNT[(VR) ETo) A]QV[ILAE]p)19)

  3. X

    [HA]BITAT [....]N[..]A[.....]Sq)

  4. Y

    [..]ENE[- - -]r)

Übersetzung:

Wir wollen uns freuen und jubeln, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen. (V) Wo immer ein Aas ist, da werden sich auch die Adler versammeln. (W)

Chor, Kreuzgewölbe, Westkappe, Gratstreifen:

  1. Z

    ISTI PASCVNTVR CORPO[...]PI[..]O[- - -]s)

Übersetzung:

Diese weiden ...

Gurtbogen zwischen Chor und Vierung, Medaillons mit Spruchbändern (vgl. Abb. 26, 27):

  1. AA

    [...]I[..]I[..]

  2. BB

    SPERA · IN · D(OMIN)O · ETt) · FAC · BONITATEM ·20)

  3. CC

    FIDELIS · SERV(VS) · ETt) · PRVDENSu) · [QV]EM21)

Übersetzung:

Hoffe auf Gott und tue Gutes! (BB) Der treue und kluge Knecht, den ... (CC)

Versmaß: Hexameter mit zweisilbigem leoninischem Reim (A).

Die Überlieferung der Inschriften unterliegt erheblichen Unsicherheiten, die sich aus den z. T. weitgreifenden Restaurierungen des 19. Jh. ergeben. Der heutige Zustand entspricht den von Lambris angefertigten Zeichnungen, die also offenbar als Grundlage für die Restaurierungsarbeiten dienten – auch an Stellen, wo sie von aus’m Weerths sinnvolleren Ergänzungsvorschlägen abweichen (vgl. S, T, W). Die Inschriften Q und Z in ihrer heutigen Fassung werden weder von Lambris noch von aus’m Weerth oder Clemen überliefert. Da es sich aber um unverständliche Texte handelt, scheint eine willkürliche Ergänzung ebenfalls unwahrscheinlich. Möglicherweise wurden einige Schriftreste erst nach Erscheinen der einschlägigen Publikationen aufgedeckt.

Ein paläographischer Kommentar kann angesichts der Überarbeitungen kaum erstellt werden. In der heutigen Fassung erfolgt die Worttrennung durch Punkte. An einigen Stellen hat der Restaurator ein E in unzialer (einmal sogar geschlossener) Form ausgeführt, obwohl die erhaltenen Schriftreste offenbar durchgängig die kapitale Buchstabenform aufwiesen (vgl. T, V). Ebenso verdächtig sind zwei geschlossen wiedergegebene C in der Inschrift Z. Offenbar nicht überarbeitet wurden hingegen die Beischriften zu den Heiligendarstellungen an der Apsiswand. Sie sind in einer Buchschrift ausgeführt, die noch keine Merkmale der gotischen Textura aufweist und die wie die Malereien selber der zweiten Hälfte des 12. Jh. angehören dürfte. Sowohl die gewählte Schriftart als auch die abgekürzte Form der Namen vermitteln den Eindruck des Provisorischen. Üblicherweise wurden Beischriften in Ausstellungsschrift und in ungekürzter Form oder zumindest mit gebräuchlichen Kürzungen ausgeführt. Das Erscheinungsbild der Beischriften ist daher als sehr ungewöhnlich zu bewerten. Denkbar ist, daß die Heiligen zunächst ohne Beischriften dargestellt waren und diese nachgetragen wurden, als Zweifel darüber entstanden, ob die Darstellungen ohne Erläuterung erkennbar sein würden. Möglicherweise erklärt sich das Fehlen jeglicher Spuren von Beischriften bei zwei Heiligen daraus, daß sie bereits zu diesem Zeitpunkt nicht mehr identifiziert werden konnten. Diese Überlegungen gewinnen an Plausibilität, wenn man die Zusammensetzung der Heiligenreihe in Betracht zieht. Es handelt sich um die Patrone mehrerer rheinischer Klöster bzw. Stifte, deren Ikonographie nicht so geläufig und eindeutig war wie die anderer, häufig dargestellter Heiliger. Cosmas und Damian waren die Patrone des Stiftes Essen, Hippolyt Patron des Stiftes Gerresheim. Beide Kanonissenstifte wurden von der ersten Schwarzrheindorfer Äbtissin Hadwig von Wied geleitet. Cassius, Florentius und Mallusius waren Patrone des Bonner Cassiusstiftes. Die Zuordnung von Eustatius und Mauritius ist weniger eindeutig. Clemen22) und Verbeek23) vermuten einen Bezug zum Kölner Benediktinerinnenkloster St. Mauritius. Vielleicht wurde Mauritius aber auch nur aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Thebäischen Legion in die Heiligenreihe aufgenommen. Verbeek hält die Lesart eust(atius) für ungesichert und schlägt stattdessen euse(bius) vor.24) Allerdings ist der Buchstabenbestand eust eindeutig. Die Verehrung des Eustatius als eines der vierzehn Nothelfer war wie die des Mauritius weit verbreitet.

Aus stilistischen Gründen hat aus’m Weerth die Wandmalereien in das spätere 12. Jh. datiert.25) Herwegen26) und Verbeek27) fügen dem stilistischen Argument das ikonographische hinzu, indem sie darauf hinweisen, daß einige Darstellungen im Hinblick auf die Einrichtung eines Frauenkonvents zu deuten sind, der 1172 erstmals quellenmäßig belegt ist.28) Die Paläographie der Inschriften steht dieser zeitlichen Einordnung nicht entgegen, kann angesichts der Überlieferungslage aber auch nicht für die Argumentation herangezogen werden.

Textkritischer Apparat

  1. Tironisch. So in der Zeichnung von Lambris bei aus’m Weerth, Tf. XXXIII überliefert. Y Clemen. Heute setzt der ursprünglich vorhandene Schrägschaft in der Mitte des Balkens an und führt geschwungen senkrecht nach unten. Es ist fraglich, ob das (ET) zum Originalbestand der Inschrift gehört: Der verlorene Teil bis OPERTVM dürfte wie der darauf folgende Text metrisch gewesen sein; ET paßt aber ebenso wenig ans Ende wie an den Beginn eines Hexameters. Man muß demnach entweder von einem prosodischen Fehler in der Inschrift oder – wahrscheinlicher – von einem Überlieferungsfehler ausgehen.
  2. Der Schrägstrich markiert die Unterbrechung durch das Fenster ..... A .. LEO ....... RO .... E ..... T [- - -] O ... IORE .. T .... LEO ... T ... TE . E .. aus’m Weerth; ... A ... LEO .... RO .... E [- - -] O . IORET .... LEO ... T .... E.E ... Clemen.
  3. Kein Kürzungszeichen.
  4. Clemen erwägt, daß der Restaurator hier die aufgedeckte Inschrift falsch ergänzt hat und schlägt [OSTI]ARIVS vor (S. 348).
  5. aus’m Weerth schlägt eine Ergänzung nach Apc 7,13 vor: [QVI SVNT ET VNDE] VENERVNT [HI SVNT QVI VENERVNT DE TRI]BV[LATIONE MAGNA]. Diese Ergänzung, die sich bereits in einer Zeichnung von Lambris zu Tafel XXV bei aus’m Weerth (RAD, Fotoarchiv, Bl. 1704) und Clemen (Roman. Wandmalereien, Tf. 23) findet, entspricht dem heutigen Bestand.
  6. Lücke von ca. 15 Buchstaben.
  7. Daran anschließend Rankenornament. Clemen und aus’m Weerth überliefern nur die letzten beiden Buchstaben EI sowie das anschließende Ornament (vgl. auch die Zeichnung von Lambris, RAD, Fotoarchiv, Bl. 1696). Ob die heute sichtbare, ebenfalls unverständliche Lesart auf spätere Aufdeckungen oder willkürliche Ergänzungen durch den Restaurator zurückgeht, ist nicht feststellbar.
  8. Die von aus’m Weerth vorgeschlagenen Ergänzungen wurden bei der Restaurierung angebracht.
  9. Sic! SECVNT(VR) Winkel in Clemen, Roman. Wandmalereien, Tf. 23.
  10. Heutiger Bestand: QUVQV(M)Q. Diese Version geht offenbar auf eine entsprechende Zeichnung von Lambris (RAD, Fotoarchiv, Bl. 1701) zurück. Ernst aus’m Weerth überliefert QVOCVQ und liest damit den vierten Buchstaben sicher richtig als C.
  11. AT aus’m Weerth, Clemen. Die heute ausgeführte Variante ET stimmt mit der Wiedergabe bei Lambris überein (RAD, Fotoarchiv, Bl. 1701). Sie ist insofern verdächtig, als das E nicht in der durchgängig gewählten kapitalen, sondern in der unzialen Form ausgeführt gewesen sein soll.
  12. Die Ergänzungen aus’m Weerths wurden bei der Restaurierung berücksichtigt.
  13. Sic! Der heutige Bestand folgt der Wiedergabe bei Lambris (RAD, Fotoarchiv, Bl. 1699): VBIQV(M)Q(VE).
  14. Fehlt bei Lambris (ebd.) und im heutigen Zustand.
  15. Ergänzungen nach aus’m Weerth.
  16. Clemen bezeichnet die Inschrift als erloschen und gibt den Wortlaut nach aus’m Weerth wieder, dessen Lesart mit dem heutigen Zustand übereinstimmt.
  17. Lücke von ca. 20 Buchstaben.
  18. Lücke von ca. 15 Buchstaben. Lambris (RAD, Fotoarchiv, Bl. 1699), Clemen und aus’m Weerth überliefern nur die ersten beiden Wörter. Letzterer vermutet eine Paraphrase von Is 5,17: „Isti pascuntur agni iuxta ordinem suam.“ Der heutige Zustand weicht sowohl von dieser Interpretation als auch von den sonst verwendeten Überlieferungen ab. Er mag daher auf eine spätere Restaurierung zurückzuführen sein.
  19. Heutiger Bestand E.
  20. Malerei in der zweiten Hälfte des Wortes stark abgerieben.

Anmerkungen

  1. Clemen, S. 275. Weitere, nicht figürliche Malereien ohne Beischriften wurden 1902/03 durch Arntz im Langschiff und in der Vierung der Oberkirche aufgefunden (ebd., S. 343).
  2. Ebd.
  3. Schriftliche Unterlagen über diese Restaurierungsarbeiten liegen nicht vor (freundliche Auskunft von Herrn Hohmann, RAD, Restaurierungswerkstatt Stein).
  4. Clemen, S. 345.
  5. Siehe dazu den Kommentar.
  6. Clemen, S. 346.
  7. Scheibe möglicherweise durch den Restaurator ergänzt (Clemen, S. 345). Verbeek vermutet, daß es sich um einen Mühlstein handelt (Schwarzrheindorf, S. LVI).
  8. Wortlaut: SANCTVS · SANCTVS · SANCTVS. Nimbus des Engels durch das nachträglich eingebaute Fenster gestört.
  9. Zu dieser ungewöhnlichen Ikonographie siehe vor allem I. Herwegen, Der hl. Johannes auf Patmos in der Pfarrkirche zu Schwarzrheindorf, AHVN 90, 1911, S. 132–135; aus’m Weerth, S. 14.
  10. Zur möglichen Verbindung zwischen der Darstellung der Darbringung Jesu im Tempel und der „oblatio pueri“ nach der Benediktinerregel siehe I. Herwegen, Die Darstellung Jesu im Tempel in der Pfarrkirche zu Schwarzrheindorf, AHVN 86, 1908, S. 161.
  11. Die Ergebnisse der jüngsten Restaurierung konnten hier nicht mehr berücksichtigt werden, da die Arbeiten zum Zeitpunkt der Endredaktion noch nicht abgeschlossen waren.
  12. Der Charakter der Schrift erfordert eine Klassifizierung nach den Kriterien der Buch- und Urkundenschrift. Siehe dazu den paläographischen Kommentar.
  13. Vgl. Io 3,17; 1 Io 4,9.
  14. Vgl. Apc 7,14.
  15. Vgl. Lc 1,48.
  16. Vgl. Apc 14,4.
  17. Cant 1,3 oder 4,10.
  18. Apc 19,7.
  19. Vgl. Mt 24,28 und Lc 17,37.
  20. Vgl. Ps 36,3 (iuxta LXX).
  21. Vgl. Mt 24,45.
  22. Roman. Monumentalmalerei, S. 346.
  23. Schwarzrheindorf, S. LVI.
  24. Ebd., S. LXXII.
  25. S. 14.
  26. Wie Anm. 9, S. 132.
  27. Schwarzrheindorf, S. LV, LVIIf.
  28. Lac. I, Nr. 444. Bei der Herstellung der Bezüge zum Klosterleben ist aber zu bedenken, daß Schwarzrheindorf wohl als Kanonissenstift, nicht als Benediktinerinnenkloster gegründet wurde. Dafür spricht vor allem, daß Hadwig von Wied zunächst die Leitung übernahm, die Äbtissin zweier Stifter war, während ihre Schwester Hizeka, Äbtissin des in unmittelbarer Nähe zu Schwarzrheindorf gelegenen Benediktinerinnenklosters Vilich, nicht berücksichtigt wurde.

Nachweise

  1. aus’m Weerth, Wandmalereien, S. 14f.
  2. Clemen, Roman. Wandmalereien, Tf. 22f.
  3. Clemen, Roman. Monumentalmalerei, S. 343–357.

Zitierhinweis:
DI 50, Bonn, Nr. 22 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di050d004k0002209.