Inschriftenkatalog: Stadt Bonn

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

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DI 50: Bonn (2000)

Nr. 1† Vilich, St. Peter nach 996, Ende 12.–Anf. 13. Jh?

Beschreibung

Grabdenkmal für Megingoz und Gerberga, die Gründer des Stiftes (späteren Benediktinerinnenklosters) Vilich. Als Molanus 1616 seine Inschrift aufzeichnete, scheint das Grabmal noch existiert zu haben.1) Vermutlich fiel es den Zerstörungen zum Opfer, die Vilich im Dreißigjährigen Krieg (1632) zu erleiden hatte. Weder der Standort des Denkmals noch seine Gestaltung sind überliefert. Nach Growelius (zitiert bei Redinghoven)2) war die Inschrift A „ad sepulchrum ipsius [i. e. Megingoz] in aere deaurato incisum“, also in vergoldetes Metall (Bronze oder Kupfer) eingeschnitten. Molanus, der sich offenbar nicht auf eigenen Augenschein, sondern auf Auskünfte aus Bonn stützt,3) berichtet, sie sei in einen goldenen Bogen eingeschnitten gewesen: „ad sepulchrum excisum est in arcu deaurato“.4) Die paläographische Ähnlichkeit der beiden Substantive ‚aes‘/‚arcus‘ in ihrer Ablativform legt die Vermutung nahe, daß die abweichende Beschreibung auf einen Übertragungsfehler in einer der beiden Quellen zurückzuführen ist. Die Inschrift B war in Stein – vermutlich Kalkstein5) – gehauen und dürfte sich auf der Tumbenplatte selbst befunden haben. Zur möglichen Gestaltung des Grabmals siehe auch unten den Kommentar.

Die Inschrift A ist in zwei verschiedenen Versionen überliefert. Eine acht Verse lange Fassung (A1) findet sich bei Molanus (1616), Redinghoven (17. Jh., nach Growelius), Knippenbergh (1719), Alfter (18. Jh.) und van Spaen (1802). Die älteste bekannte Überlieferung in der Sammlung des Kölner Ratsherren Johann Helman († 1579) umfaßt 16 Verse unter der Überschrift „Vilich prope Bonnam tempore Evergeri episcopi Coloniensis a. 983 extructus“ (A2).

Wortlaut der Fassung A1 nach Molanus, A2 nach Helman.6)
Inschrift B nach Strevesdorff (1670).

  1. A1

    Regum dulcis amor7), patriae pater8), altor egentum9)Ecce, Megengaudus10) hic tumulatus inest.Scit servare fidem divo Gerbirga marito,Quama) mors non separat11) coniugis ab) gremio12).Hoc templum propriis struxerunt ruribus ambo:Felices, quorum13) praedia praeda dei.14)Cum quartus decimusc) sol volvitur ante horizontemIanum, tunc senior raptus ad astra15) fuit.

  2. A2

    Regum16) dulcis amor, patriae pater, altor egentum.Ecce Megengaudus hic tumulatus inest.d)Sice) servare fidem divo Gelbriga marito,Quam mors non separat coniugis a gremio.Hoc templum propriis struxerunt rudibusf) ambo:Felices, quorum predia preda Di.g)Salve, trina cohors, dormi cum pace secura.17)Tumh) Irmindrudis ad[est]i) tertia pars tumuli.Cum quartis decimisk) sol volvitur ante orizontemIanum, tunc sen[...]l) ad astra fuit.Quisque vides tumulum, fac fiacm) per viscera (Christi)n)18):Pro trib(us) his domi[num]i) suppliciter rogita!Idibus octavis pausavit nata Novembris,Germinis egregii ramus honorificus19).[- - -]o)Hinc inp), Christeq), tuum iuger) Petri gremium20),[- - -]s)Donec raucisonett) angelicus tubi[cen].i)21)

  3. B

    Vilichii extructor iacet hac Mengosus in urna

Übersetzung:

Siehe, die süße Liebe der Könige, der Vater des Vaterlandes, der Ernährer der Bedürftigen: Megengaudus liegt hier begraben. Gerberga, die der Tod nicht vom Herzen22) des Gatten trennt, versteht es, dem zu Gott genommenen23) Gemahl die Treue zu bewahren. Diesen Tempel haben die beiden mit eigenem Besitz erbaut. Glücklich die, deren Güter „Beute“ (Gewinn) Gottes sind! Als die vierzehnte Sonne vor dem janischen Horizont wiederkehrte,24) da wurde der Gatte25) zu den Sternen entführt. (A1)

Sei gegrüßt, dreifache (d. h. dreiköpfige) Schar, schlafe in sicherem Frieden.

Ferner liegt hier Irmintrud als dritter Teil des Grabes. Als die vierzehnte Sonne vor dem janischen Horizont wiederkehrte, da wurde der Gatte zu den Sternen entführt.

Wer immer du bist, der das Grab sieht, tu’s, tu’s um der Liebe Christi willen: Bitte flehentlich für diese drei zum Herrn! Am 8. Tag vor den Iden des November ist die Tochter gestorben, glänzender Zweig eines hervorragenden Stammes.

...

Von jetzt an verbinde (?), Christus, deine Gemeinschaft Petri,

...

solange, bis der englische Trompeter rauh erklingt.26) (A2, V. 7 – 16)

Der Erbauer Vilichs, Megingoz, liegt in diesem Grab. (B)

Datum: 14. Januar, 6. November.

Versmaß: Elegische Distichen ohne Reim (A), ein Hexameter ohne Reim (B).

Kommentar

Der Edelfreie Megingoz und seine Frau Gerberga gründeten zwischen 977 und 987 auf ihrem Eigengut das Kanonissenstift Vilich, dessen erste Äbtissin ihre Tochter Adelheid wurde.27) Aus der um die Mitte des 11. Jh. verfaßten Vita der bald nach ihrem Tod als heilig verehrten Adelheid und aus einem Privileg Papst Gregors V. für das Stift von 996 läßt sich erschließen, daß Gerberga zwischen 993 und 996, ihr Mann drei Jahre nach ihr verstorben ist.28) Auf Anweisung Adelheids wurden beide gemeinsam im Stift beigesetzt.29) Grabungen im Bereich der ehem. Stifts- und heutigen Pfarrkirche haben ergeben, daß als ursprüngliche Grabstätte der Stifter an erster Stelle an einen 3,80 m breiten und 2 m langen Raum zu denken ist, der nachträglich an den Chorbau der ersten nachweisbaren Vilicher Kirche angefügt und in den Neubau der Stiftskirche im 11. Jh. integriert wurde.30) In diesem Neubau hätten die Gräber somit auf dem Niveau der Krypta vor dem Hochaltar gelegen. Bei den ursprünglichen Grabdenkmälern handelte es sich mit großer Sicherheit nicht um Bogengräber, die erst seit dem 12. Jh. belegt sind.31) Achter vermutet vielmehr, daß für die Stifter zunächst an den beiden Seitenwänden des Raumes zwei Hochgräber errichtet wurden. An der ursprünglichen Grabstätte dürfte die kürzere Fassung der Inschrift A und vielleicht auch die Inschrift B angebracht gewesen sein, zumal ihrer Abfassung kurz nach dem Tode des Megingoz auch aus philologischer Sicht nichts entgegensteht. Als diesbezügliche Kriterien sind sowohl das Fehlen eines Reimes zu erwähnen32) als auch der gehobene Sprachstil mit zahlreichen Junkturen, die zum Repertoire der antiken und mittellateinischen Dichtung gehören. Die Bezeichnung pater patriae, seit Titus Bestandteil des römischen Kaisertitels, wurde in der sächsischen Kaiserzeit mehrfach literarisch im Sinne eines Ehrentitels für weltliche und geistliche Fürsten verwendet, und zwar gerne – wie auch hier für Megingoz – im Zusammenhang eines Tugendkatalogs.33) Der Text stellt Megingoz deutlich in den Vordergrund, während Gerberga auf ihre Rolle als seine treue Gattin beschränkt bleibt.

Die längere Fassung der Inschrift A, die mit Irmintrud eine dritte Verstorbene einbezieht, könnte im Zusammenhang mit deren Nachbestattung und/oder der Umbettung der Gebeine des Stifterpaares entstanden sein. Wenn Molanus‘ Beschreibung des Grabdenkmals als Bogengrab zuverlässig ist, muß man davon ausgehen, daß die Grabstätte der Stifter in einer Zeit neu gestaltet wurde, als diese Form des Grabdenkmals gelegentlich für herausragende Persönlichkeiten gewählt wurde. Das könnte im Zuge der umfangreichen baulichen Veränderungen unter Äbtissin Elisabeth II. (1183 – 1219) geschehen sein, die eine Adelheidis-Kapelle an die Kirche anbauen und die Gebeine der Adelheid aus der Krypta umbetten ließ.34) Im Zusammenhang mit einer verstärkten kultischen Verehrung der Adelheid ist auch ein Aufleben des Gedenkens an ihre Eltern naheliegend. Helman merkt an, daß sich „in tumulo Sancta Adelheidis abbatissa in altero eius pater“ befunden habe. Das spricht für zwei Grabdenkmäler, die in räumlicher Nähe zueinander – etwa in der Adelheidiskapelle – aufgestellt waren. Ein Bogengrab bestand aus einer an der Wand aufgestellten Tumba und einem der Wand vorgesetzten Bogen.35) Die Inschrift A war Molanus zufolge in den Bogen eingehauen, während B, wie zahlreiche Parallelbeispiele nahelegen, vermutlich am Rand der Tumbenplatte angebracht war. Der reimlose Hexameter deutet darauf hin, daß auch B bereits bald nach dem Tode des Megingoz abgefaßt wurde und keine spätere Zutat ist, doch wird man darüber keine endgültige Klarheit erlangen können.

Im Unterschied zur kürzeren Fassung der Inschrift A stellt die längere Version den Leser vor erhebliche Deutungsprobleme. Sie wirkt inhaltlich ungeordnet und läßt nicht nur aufgrund des Ausfalls zweier Hexameter in der Überlieferung Fragen offen. Helman überliefert die neuen Verse nicht im Anschluß an die ersten acht, sondern schiebt ein Distichon nach dem sechsten Vers ein. Dadurch wird der inhaltliche Zusammenhang ebenso unterbrochen wie in den Versen 11 bis 14, wo zuerst die Bitte um Fürbitte formuliert und dann der Todestag der weiter oben erwähnten Irmintrud mitgeteilt wird. Deren Identität konnte bislang nicht sicher geklärt werden. Strecker nimmt an, daß es sich dabei um Adelheids gleichnamige Schwester handelt.36) Über die Bestattung einer mit Megingoz und Gerberga verwandten Irmintrud in Vilich läßt die Vita Adelheids nichts verlauten. Das könnte darauf hindeuten, daß sie erst nach dem Tode der Adelheid (vor 1026) im Grab des Gründerpaares nachbestattet wurde. Sollte das zutreffen, so ist es allerdings wenig wahrscheinlich, daß es sich tatsächlich um Adelheids Schwester handelte, die älter war als die Äbtissin und zudem als verheiratete Frau eher bei ihrem Gatten beigesetzt worden sein dürfte. Die Identifizierung der in der Inschrift genannten Irmintrud mit der gleichnamigen Schwester Adelheids beruht vor allem auf ihrer Bezeichnung als nata. Nata mag hier jedoch nicht im engen verwandtschaftlichen Sinne, sondern im weiteren religiösen Sinne als ‚Tochter‘, ‚Nonne‘ zu verstehen sein.37) Es könnte sich dann um die Nichte Adelheids handeln, die deren Nachfolge als Äbtissin antrat.38) Es ist gut denkbar, daß sie als Tochter einer der beiden Schwestern Adelheids den in der Familie nachgewiesenen Namen Irmintrud getragen hat. Ihre Herkunft aus einem germen egregius wäre dann wohl nicht nur auf ihre Abkunft von Megingoz und Gerberga zu beziehen, sondern auch auf ihre Verwandtschaft väterlicherseits, die in der Adelheid-Vita als besonders vornehm hervorgehoben wird.39) Der Zeitpunkt des Todes der zweiten Vilicher Äbtissin ist nicht bekannt, doch ist Mitte des 11. Jh. bereits die Ezzonin Mathilde in diesem Amt bezeugt.40) Selbst wenn es gelänge, das Todesjahr der Irmintrud annähernd zu bestimmen, so ließe das kaum Rückschlüsse zu auf den Zeitpunkt der Nachbestattung ihrer sterblichen Überreste im Grab der Stifter, die ebenso in beliebigem zeitlichem Abstand erfolgt sein kann, etwa aus Anlaß einer Umgestaltung des Grabdenkmals.

Die Frage, warum die kopiale Überlieferung, die nicht über das 16. Jh. zurückreicht, beide Versionen der Inschrift A kennt, obwohl im 16. Jh. doch nur eine – wohl die längere – Fassung existiert haben kann, ist wiederum nicht eindeutig zu beantworten. Man darf allerdings vermuten, daß der Kölner Ratsherr Helman, der als einziger die lange Fassung überliefert, die Inschrift aus eigener Anschauung kannte. Molanus hingegen erhielt auf eine Anfrage hin Auskünfte über das Grabdenkmal und den Text der Grabinschrift aus Bonn. Sein Interesse lag bei Megingoz, dem er sich in seinem Werk über die in Belgien verehrten Heiligen widmete. Aus diesem Grunde mag sich seine Wiedergabe der Inschrift auf die acht auf Megingoz und Gerberga bezogenen Verse beschränken. Molanus wiederum, dessen Werk 1616 gedruckt wurde, kommt durchaus als Vorlage für spätere Überlieferungen in Frage – sicherlich eher als die nur handschriftlichen Aufzeichnungen Helmans. Sichere Erkenntnisse über den Gang der Überlieferung und die Zuverlässigkeit der Textwiedergaben wird man allerdings nicht gewinnen können.

Textkritischer Apparat

  1. Quos Alfter.
  2. e Alfter.
  3. quartis decimis Redinghoven (nach Growelius).
  4. Bei Helman wird jeweils ein Distichon ohne Zeilensprung fortlaufend wiedergegeben.
  5. Strecker emendiert zu scit, so auch in A1.
  6. Strecker emendiert zu ruribus, so auch in A1.
  7. Sic!
  8. Tum paßt an dieser Stelle schlecht, ist aber bei Helman eindeutig überliefert.
  9. Wortende im Falz.
  10. Strecker emendiert zu quartus decimus, so auch in A1.
  11. Strecker emendiert nach A1 zu sen[ior raptus]. Die letzten Buchstaben des Wortes senior sind durch den Falz verdeckt. Raptus kann bei Helman aus Platzgründen allerdings nicht stehen.
  12. Fiac ist unverständlich. Strecker emendiert zu fac.
  13. Buchstabenbestand: Xpi.
  14. Hier fehlt mindestens ein Hexameter in der Überlieferung.
  15. in über der Linie nachgetragen.
  16. C aus X korrigiert. Offenbar wollte Helman zunächst XPE schreiben. Ob aus der Korrektur Rückschlüsse auf die Schreibweise in der Inschrift gezogen werden können, ist fraglich.
  17. Die Form iuge ist sinnlos. Vielleicht handelt es sich um eine Verschreibung aus iu(n)ge.
  18. Das Fehlen zweier Hexameter wird in der Abschrift Helmans nicht markiert. Er notiert die beiden letzten Pentameter als fortlaufenden Text ohne Zeilensprung.
  19. Am Rand nachgetragen.

Anmerkungen

  1. Diese Vermutung ergibt sich aus der Verwendung des Präsens bei der Beschreibung der Grabstätte.
  2. Die Identität des Growelius/Growel/Grewel liegt im Dunkeln. Redinghoven zitiert unter der Überschrift „Growelius in descriptione Gelriae“ (Bd. 56, Bl. 182v – 184r) einen längeren Text, der die Lebensgeschichte des Megingoz und einen Bericht über die Gründung des Stiftes Vilich beinhaltet. Dieser Text ist über weite Passagen annähernd wortgleich mit den entsprechenden Abschnitten der Vita Adelheidis (MGH SS 15/2, S. 757 – 759), überliefert darüber hinaus aber auch ein (falsches) Sterbedatum für Megingoz sowie den Text seiner Grabinschrift. Da Redinghoven 1704 starb, muß Growelius spätestens im 17. Jh. gelebt haben. Ob eine Verbindung zur Familie des Bonner Kanonikers Johannes Grewel († 1630, vgl. Nr. 160) besteht, ist nicht feststellbar.
  3. „plura vero de ea [i. e. Adelheid] expetens Bonna responsum accepi. ..“.
  4. Vgl. MGH Poetae V, S. 306. So auch bei Alfter.
  5. „tumuli monumenta ferunt in marmore...“ (Strevesdorff). Ob damit Marmor im engeren Sinne (eventuell in Zweitverwendung) oder polierter Kalkstein gemeint ist, der billiger und leichter verfügbar war, bleibt dahingestellt.
  6. Vgl. die Edition von Strecker in MGH Poetae V, der ebenfalls Molanus und Helman zugrunde legt, bei Helman aber aus Verständnisgründen mehrfach in den Text eingreift. Auf Emendationen im Text selbst wird hier verzichtet, entsprechende Hinweise finden sich im Apparat.
  7. Die Junktur dulcis amor ist in der mittellateinischen Dichtung vielfach überliefert, insbesondere bei Alkuin (Hex.Lex. 2, S. 156 f.).
  8. Zu pater patriae vgl. die Vielzahl von Nachweisen im Hex.-Lex. 4, S. 154 (insbesondere zu Ven. Fort.) und den Kommentar.
  9. Altor egentum: vgl. Ermold., Pipp. 2, 59 und Hibern. Exul Carm. 12, 11. Zum gesamten ersten Vers vgl. vor allem Ven. Fort. Carm. 3, 22 a, 7: „lumen dulce meum, patriae vigor, altor egentum.“
  10. Die latinisierte Namensform Megingaudus wird in der Vita Adelheidis erläutert. Demnach erschien Megingoz den Kanonissen im Traum und erklärte, daß er nun, von den Fesseln der Sünde befreit, in Gesellschaft der Patriarchen und Seligen am „gaudium perhennum“ teilhabe: „Hoc [Megingoz] mihi nomen erat adhuc corporali mole gravato, nunc vero Megengaudus, vocabulo in melio mutato, quia absolutus vinculis peccatorum, gaudio perhenno fruor in consortio patriarcharum et omnium beatorum!“ (MGH SS 15/2, S. 759).
  11. Die ersten beiden Silben werden hier, abweichend von der üblichen Messung, kurz gemessen.
  12. Coniugis – gremio: Verg. Georg. 2, 326; Lucan. 8, 106; Carm. epigr. 1041, 4; 1305, 9; Drac. Romul. 6, 84.
  13. Felices quorum: Ven. Fort. Carm. 1, 14, 3.
  14. Es ist zu vermuten, daß der Formulierung quorum praedia praeda dei eine literarische Vorlage zugrunde liegt, die aber nicht ermittelt werden konnte.
  15. Raptus ad astra: vgl. Anthol. lat., Carmina 92, 6.
  16. Für Vers 1 – 6, 9 – 10 siehe die Ziffernanmerkungen zu A1.
  17. Vgl. Aug. Sermo 317 c. IV: „Dormivit securus, quietus in pace; quia spiritum suum Domino commendavit.“ (Migne PL 38, Sp. 1437).
  18. Vgl. Phil 1,8; Egbert. Fec. rat. 1, 1750.
  19. Vgl. Ven. Fort. Carm. 6, 2, 30: „stirpis honorificae“.
  20. Diese ‚Gemeinschaft Petri‘ könnte darauf anspielen, daß das Vilicher Kloster vor der Mitte des 11. Jh. nach einem Patroziniumswechsel dem hl. Petrus geweiht worden war (Giersiepen, Vilich, S. 50).
  21. Vgl. das Epitaphium Alcuini v. 20: „ Personet angelica donec ab arce tuba“ (MGH Poetae I, S. 350).
  22. Gremio ist hier wohl nicht wörtlich als ‚Schoß‘, sondern im übertragenen Sinne zu verstehen (OLD, S. 777, 4a).
  23. Möglicherweise wirkt hier die pagane Bezeichnung für verstorbene Kaiser weiter.
  24. Gemeint ist: am 14. Januar. Aus metrischen Gründen könnte Ianus hier das Adjektiv „ianalis“ bzw. „ianuarius“ ersetzen. Auch Strecker (MGH Poetae V, S. 307) schlägt vor, orizontem als zu Ianum gehörig zu verstehen, dann aber mit ‚der begrenzende Ianus‘ zu übersetzen.
  25. Zur Bedeutung senior = ‚Gatte‘ siehe Niermeyer, S. 957 Nr. 7.
  26. Der Vers nimmt Bezug auf die Schilderung in der Offenbarung des Johannes, wonach sieben Engel mit ihren Trompetenstößen den Weltuntergang verkünden (Apc 8 – 10).
  27. Giersiepen, Vilich, S. 43 – 51.
  28. H. Zimmermann, Papsturkunden 896 – 1046 (Österreich. Akademie der Wiss., Phil.-hist. Kl. Denkschriften 177. Bd., Veröff. der Hist. Kommission Bd. IV), Bd. 2 (996 – 1046), Wien 21989, Nr. 326; Giersiepen, Vilich, S. 44. Growelius gibt als Todesdatum des Megingoz irrtümlich den 19. Dezember 1001 an (zitiert bei Redinghoven, Bd. 56, Bl. 182v).
  29. „in proprio monasterio una cum coniuge est honorifice sepulturae mandatum“ (MGH SS 15/2, S. 759).
  30. Siehe hierzu und zum folgenden Achter, Stiftskirche, S. 139 f., 172.
  31. O. Schmitt, Art. „Bogengrab“, RDK II, Sp. 1026ff.
  32. Meyer, Abhandlungen zur Rhythmik I, S. 193 u. 277 – 283, II, S. 125.
  33. Th. Eichenberger, Patria. Studien zur Bedeutung des Wortes im Mittelalter (6.–12. Jh.) (Nationes, hrsg. v. H. Beumann u. W. Schröder, Bd. 9), Sigmaringen 1991, S. 150ff.
  34. Achter, Stiftskirche, S. 195ff.; Giersiepen, Vilich, S. 63, 123.
  35. O. Schmitt, Art. „Bogengrab“ (wie Anm. 31).
  36. Strecker, Grabschrift, S. 444. Das vermutet auch I. Korte (Geschichte der lateinischen Literatur in Köln und Umgebung von den Anfängen bis zum Jahre 1000, Diss. masch. Bonn 1952, S. 50). In den dreißiger Jahren des 20. Jh. wurden auf dem Speicher der Kirche drei menschliche Skelette aufgefunden, darunter das einer jung verstorbenen Frau (H. Neu, Die vermutlichen Gebeine der Stifter des Klosters bzw. Stiftes Vilich, AHVN 131, 1937, S. 149 – 151). Nach Annahme Neus handelte es sich dabei um die Gebeine der Stifter sowie der besagten Irmintrud.
  37. Vgl. Novum glossarium, Vol. M – N, Sp. 1068.
  38. MGH SS 15/2, S. 762.
  39. Ebd., S. 757.
  40. Brunwilarensis monasterii fundatorum actus, ed. G. Waitz, MGH SS 14, Hannover 1883, S. 130.

Nachweise

  1. UB Halle, Helman, S. 68 (A).
  2. J. Molanus, Natales sanctorum Belgii, Duaci 1616, S. 275 (A).
  3. Strevesdorff, S. 110 (B).
  4. J. Knippenbergh, Historia ecclesiastica ducatus Geldriae, Bruxellis 1719, S. 57 (A).
  5. BSBM, Slg. Redinghoven, Bd. 56, Bl. 182b (A, nach Growelius).
  6. Gelenius, De adm. magn. Col., S. 70 u. 748 (A).
  7. HAStK, Slg. Alfter, Bd. 47, Bl. 82r (A).
  8. M. Perlbach, Codex traditionum, S. 169 f. (nach Helman) (A).
  9. MGH Poetae V, S. 306 (A).
  10. K. Strecker, Die Grabschrift der Stifter des Klosters Vilich, NA 50, 1935, S. 439 – 445 (A, nach Helman).

Zitierhinweis:
DI 50, Bonn, Nr. 1† (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di050d004k0000100.