Inschriftenkatalog: Die Inschriften der Nagelkapelle im Dom zu Bamberg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DIO 5: Die Inschriften der Nagelkapelle am Bamberger Dom (2015)

Nr. 28 Dom, Nagelkapelle 1541

Beschreibung

Wappengrabtafel mit Sterbevermerk für den Domherrn Hieronymus Fuchs von Schweinshaupten. Ostwand, am Wandpfeiler südlich neben der nördlichen Tür, zweite von unten. Bestattung ursprünglich in der elften Gruft der vierten Reihe1). Eine Reinigung und Restaurierung erfolgte zuletzt 19862).

In zwei Teilen gegossen. Oben Vollwappen unter Rundbogen, in den Ecken die vier Agnatenwappen in Tartschenform. Darunter etwas breitere Platte mit Blattwerkansen und fünfzeiliger Inschrift.

Metall.

Maße: H. 49,5 cm, B. 38,5 cm, Bu. 2 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DIO 05, Nr. 28 - Dom, Nagelkapelle - 1541

 © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (E. Lantz) [1/1]

  1. Anno D(omi)nj 1541 die vero sabatia) / vicesimanona mensis Februarij obijt / venerabilis ac nobilis D(omi)n(u)s Jheronim(us) / Fuchs de Schweinsheit Bamb(ergensis) et herbi(polensis) / eccl(es)iar(um) cano(nicus) cui(us) a(n)i(m)a requiescat in paceb)

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1541, und zwar am Samstag, dem 29. des Monats Februar3), verstarb der ehrwürdige und edle Herr Hieronymus Fuchs von Schweinshaupten, Kanoniker der Bamberger und Würzburger Kirchen, dessen Seele in Frieden ruhe.

Wappen:
Fuchs4).
Fuchs4)Rechberg zu Rothenlöwen5)
Thüngen6)Stöffeln7)

Kommentar

Die Oberlängen der Buchstaben b, h und l der vorliegenden Gotischen Minuskel sind am oberen Ende nach rechts umgebogen, der Schaft des s nach rechts umgeknickt. Der Bogen des h ist unter die Grundlinie verlängert und nach links ausgezogen.

Hieronymus Fuchs von Schweinshaupten war der Sohn des Philipp und der Margareta, geb. von Rechberg zu Rothenlöwen. 1515 wurde er Domherr in Bamberg, zudem war er auch Domherr und Archidiakon in Würzburg8). Obwohl er in seinem 1531 errichteten Testament bestimmte, dass er in Würzburg bestattet werden wollte, fand er seine letzte Ruhestätte doch in Bamberg9).

Textkritischer Apparat

  1. Schaft des b gespalten und eingerollt.
  2. Schaft des p gespalten.

Anmerkungen

  1. StA Ba B 86, Nr. 250 p. 228.
  2. Zur Restaurierung vgl. Jung, Vorwort 5f.; Baumgärtel, Nagelkapelle 19-22; Restaurierungsbericht 1986.
  3. Da 1541 kein Schaltjahr war, kann das Sterbedatum nicht stimmen. Nach Kist, Domkapitel 184 starb Hieronymus Fuchs am 19. Februar 1541, welcher in diesem Jahr auf einen Samstag fiel. Es handelt sich somit vermutlich um einen Schreibfehler.
  4. Bay 35.
  5. Bay 19.
  6. Bay 60.
  7. WüA 237.
  8. Zur Person vgl. Wachter, Schematismus Nr. 9369; Kist, Domkapitel 184f.; Kist, Matrikel Nr. 1877.
  9. AEB, Rep. I, Nr. 1263/3.

Nachweise

  1. StA Ba B 86, Nr. 250 p. 228; SB Ba HV.Msc. 195 p. 75; AEB Rep. I, Nr. 1309 p. 75; BNM Bibl. 1088 fol. 161v; SB Ba HV.Msc. 456 p. 251f.; SB Ba HV.Msc. 212 fol. 31v; SB Ba JH.Msc.Hist. 10c Nr. 46; SB Ba HV.H.Bbg. 261a Nr. 63.
  2. Rothlauf, Verzeichnis II 131f.; Pfister, Dom 49; Kdm NF OF IV, II, 1 (Domstift 2) 1544f.

Zitierhinweis:
DIO 5, Die Inschriften der Nagelkapelle am Bamberger Dom, Nr. 28 (Julia Karg, Christine Steininger, Ramona Baltolu, Tanja Kohwagner-Nikolai.), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-dio005m001k0002800.