Inschriftenkatalog: Die Inschriften der Nagelkapelle im Dom zu Bamberg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DIO 5: Die Inschriften der Nagelkapelle am Bamberger Dom (2015)

Nr. 16 Dom, Nagelkapelle zwischen 1510 und 1513/1510

Beschreibung

Figurale Metallplatte mit Sterbevermerk für den Domherrn Matthias von Schaumberg. Südwand, zweites Denkmal von Osten in einem verputzten Ziegelrahmen. Zum ursprünglichen Standort vgl. Nr. 17.

Das Bildfeld zeigt die Figur des Verstorbenen, nach rechts gewendet, auf einer Standplatte, gekleidet in Pellicea, Superpelliceum und Almutia, auf dem Haupt ein Birett. Mit beiden Händen umfasst er ein geschlossenes Buch. Zu Füßen ein Vollwappen. Den oberen Abschluss bildet sich zu einem Kielbogen verschlingendes Rankenwerk, das auf sehr dünnen Säulchen ruht.

Die auf vier Seiten umlaufende, links oben beginnende Inschrift wird an den Ecken durch Agnatenwappen in Vierpässen unterbrochen.

Metall.

Maße: H. 178 cm, B. 74 cm, Bu. 4,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DIO 05, Nr. 16 - Dom, Nagelkapelle - zwischen 1510 und 1513/1510

 © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [1/1]

  1. Anno D(omi)ni ∙ M vCa) ∙ xb) ∙ // feria sexta Vicesima pri(m)a me(n)sis Juny obyt Venerabilis vir d(omi)n(u)s Mathias // de Schaumbe(r)g Can(oni)c(us) // et Archidiacon(us) h(uius) ecc(lesi)e cui(us) a(n)i(m)a (et)c) corpus requiesca(n)t jn paced) Amene)

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1510, am Freitag, dem 21. des Monats Juni, verstarb der ehrwürdige Mann, Herr Matthias von Schaumberg, Kanoniker und Archidiakon dieser Kirche, dessen Seele und Körper in Frieden ruhen mögen. Amen.

Wappen:
Schaumberg1).
Schaumberg1)Redwitz2)
Fulbach3)Heßberg4)

Kommentar

Matthias von Schaumberg, Sohn des Burkhard und der Katharina, geb. von Redwitz, war nachweislich seit 1466 Domherr in Bamberg und zudem Archidiakon bei Eggolsheim5). Seine Brüder Friedrich († 1503, Nr. 15) und Georg († 1514, Nr. 17) waren ebenfalls Mitglieder des Domkapitels. Die Auflagen sind im Zusammenhang zu betrachten (siehe Nr. 17).

Textkritischer Apparat

  1. C hochgestellt.
  2. Nachfolgender Worttrenner ein Quadrangel mit oben und unten ansitzenden eingerollten Zierstrichen.
  3. Tironisches et.
  4. Ohne Wortabstand.
  5. Es folgen drei nebeneinander stehende Quadrangel mit angesetzten eingerollten Zierstrichen.

Anmerkungen

  1. Bay 55.
  2. Bay 53.
  3. BayA1 138.
  4. Bay 39.
  5. Markt Eggolsheim, Lkr. Forchheim/OFr. Zur Person vgl. Wachter, Schematismus Nr. 8616; Kist, Domkapitel 263f.; Kist, Matrikel Nr. 5297.

Nachweise

  1. StA Ba B 86, Nr. 250 p. 244; SB Ba HV.Msc. 195 p. 24; AEB Rep. I, Nr. 1309 p. 24; BNM Bibl. 1088 fol. 101v; SB Ba HV.Msc. 456 p. 237; SB Ba HV.Msc. 212 fol. 17av; SB Ba JH.Msc.Hist. 10c Nr. 33; SB Ba HV.H.Bbg. 261a Nr. 44 (mit Zeichnung).
  2. Rothlauf, Verzeichnis I 86f.; Pfister, Dom 51; Stierling, Beiträge 191f.; Hauschke, Grabdenkmäler 252, Nr. 65, Abb. 221; Bellendorf, Grabplatten 2 BaNk33; Kdm NF OF IV, II, 1 (Domstift 2) 1532.

Zitierhinweis:
DIO 5, Die Inschriften der Nagelkapelle am Bamberger Dom, Nr. 16 (Julia Karg, Christine Steininger, Ramona Baltolu, Tanja Kohwagner-Nikolai.), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-dio005m001k0001604.